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USA 2002
Originaltitel:Windtalkers
Länge:128 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:John Woo
Buch:John Rice, Joe Batter
Kamera:Jeffrey L. Kimbalt
Musik:James Horner
SFX:Jan Aaris
Darsteller:Nicolas Cage, Adam Beach, Peter Stormare, Noah Emmerich, Christian Slater
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch Spanisch
Specials:
- 2 Audiokommentare
- Windtalkers Bravo Special (11:25 min)
- Trainingslager (15:06 min)
- Einblicke ins Set:
   - Angriff der Marines auf Saipan (8:55 min)
   - Panzerfaust (4:33 min)
   - Tödliche Verwechslung (6:40 min)
   - Hinterhalt im Dorf (3:29 min)
Fotogalerie: Hinter den Kulissen (35 Bilder)
Im zweiten Weltkrieg setzt die amerikanische Regierung auf dem Schlachtfeld Navajo-Indianer ein um verschlüsselte Funksprüche für den Feind unverständlich zu machen. Der Navajo Ben (Adam Beach) gehört zu diesen Funkern, und gerade aus dem Ausbildungscamp entlassen wird er mit einem Kollegen im Kampf gegen die Japaner, direkt an die Front geschickt. Das Regiment unter der Führung des unter der Kriegswirrungen psychisch kaputt gegangenen Sergant Enders (Nicolas Cage) hat die Aufgabe den Code zu schützen, auch wenn es gegebenenfalls das eigene Leben oder das des Funkers kostet.
Nachdem John Woo's letztes Werk "Mission Impossible 2" trotz eindeutiger Handschrift des Action-Spezis mehr zum übernatürlichem Kasperle-Theater und Tom Cruise One Man Show geriet, zeigt der asiatische Meister schnörkelloser Action nun wieder was er am besten kann: Krawall-Orgien ohne wirklichen Tiefgang, die einfach nur Spaß machen. Obwohl die Thematik eigentlich mehr Drama-Tauglichkeit zulässt (Wir erinnern uns nur an das Mel Gibson-Vehikel "Wir waren Helden", mit den ständig zwischen Heulkrämpfen und Tapferkeit schwankenden GI-Ehefrauen) gibt es in "Windtalkers" nur oberflächliche Charakterstudien der Protagonisten zu bewundern. Zwar ist Nicolas Cage Rolle in einigen Szenen erdrückend depressiv und am Rande des Wahnsinns angesiedelt (am besten immer noch erkennbar, wenn zum Schutz des Codes sogar die eigenen Männer gemetzelt werden), aber dies bleibt in diesem Film der Ausnahmefall und scheinbar kein anderer Soldat hat ernst zu nehmende Probleme damit als Tötungsmaschine zu funktionieren. Was bleibt ist eine derbe Verwüstung mit viel Explosionen, Kampfgetümmel und Non-Stop-Action, in der die Darsteller größtenteils zu Kanonenfutter degradiert werden. Vollkommen gegen jede Menschenwürde und mit einem gerade deshalb hohen Unterhaltungsfaktor. Da der Film in Zusammenarbeit mit dem US-Pentagon entstand hatte John Woo ordentlich freie Hand um seine Materialschlacht-Phantasien auszuleben, was aber auch dazu führte, dass zwei Szenen der US-Regierung zu heikel waren und rausgeschnitten werden mussten, weil diese wohl ein schlechtes Licht auf die Methoden der Amerikaner im Kriegseinsatz geworfen hätten. In einer Szene wird einem toten Japaner mit dem Gewehrkolben von einem GI das Zahngold heraus geprügelt, und in der anderen werden brennende Soldaten der eigenen Truppe erschossen. Auch mit dieser Zensur bleibt Woo's Inferno konsequent hart und menschenverachtend, besonders, da eine RC1-DVD erhältlich ist, die einen Director's Cut beinhaltet, der noch weitere 20 Minuten Kampftumult enthält.

Das anamorphe Widescreen-Bild macht einen guten Eindruck. Thematisch passend dominieren die Grün- und Brauntöne das derbe Geschehen. Bei einem guten Kontrast und einer anständigen Kompression hinkt nur die Schärfe leicht nach (vor allem in schnellen Kamerabewegungen), aber dieses kleine Manko zieht die Gesamtwertung nicht sonderlich herunter.
In einem Kriegsfilm bieten sich viele Möglichkeiten, um einen opulenten Raumklang zu inszenieren. Und genau das hat man mit "Windtalkers" erreicht, denn vor allem in den Kampfszenen stehen die Surround Speaker unter Dauerfeuer und produzieren neben allerlei Schlachtengetümmel viele zischende Gewehrsalven. Mittendrin statt nur dabei! Auch in ruhigen Szenen übernehmen die Musik und Umgebungsgeräusche das feine und gut verständliche Klangbild. Der Sound hat in allen 3 Sprachversionen jede Menge Druck (der Subwoofer bekommt hier wirklich Arbeit) und bleibt dennoch sehr differenziert. Zum "besseren Verständnis" lassen sich 21 Untertiteln einblenden, inklusive einem deutschen Untertitel für Hörgeschädigte (bitterböse in Anbetracht der superben Qualität des Tons).
Das Bonusmaterial ist zahlreich vertreten, nur hat das 10minütige "Windtalkers Bravo Special" zu hohen Werbetrailercharakter - die meisten Szenen wurden einfach aus dem Film entnommen und nur wenig informatives Material eingefügt. Da gefällt mir das "Trainingslager"-Feature schon besser, denn alle Darsteller durften vor Drehbeginn eine spezielle Army-Ausbildung absolvieren. Nebenher laufen die Kommentare der Darsteller, die zugeben, dass das Training doch kein Zuckerschlecken war. Der Beruf eines Schauspielers ist anscheinend doch nicht so einfach :D
Das für den Filmfan interessanteste Stück Extra sind die "Einblicke ins Set". Hier werden 4 Szenen in ihrer Entstehung beschrieben und man darf dem Meister der Regie und seinen zahlreichen Gehilfen über die Schulter schauen. Die zwei beiliegenden Audiokommentare sind ebenso deutsch untertitelt, wie der Rest des Bonusmaterials und unterscheiden sich in ihrem Inhalt doch erheblich: Während bei Christian Slater und Nicolas Cage überwiegend geflachst und gequasselt wird, ist der Kommentar von Roger Willie und dem ehemaligen Codesprecher und Navajo-Mitglied Albert Smith sehr bedächtig und teils recht informativen.

Für Zuschauer mit einem Anspruch an Ernsthaftigkeit zur Kriegsthematik ist dies definitiv der falsche Film. Wer hingegen mit Freunden und einem Kasten Bier gepflegt Spaß haben will sollte sich diese Actiongranate mit sehr gutem Bild und Ton nicht entgehen lassen.
Achtung: Es ist auch eine FSK16-Fassung erhältlich, der 12 Minuten fehlen - Finger weg!


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++--


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