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UK 1956
Originaltitel:Abominable Snowman, The
Alternativtitel:Abominable Snowman of the Himalayas, The
aka. Snow Creature, The
Länge:86 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Val Guest
Buch:Nigel Kneale, Val Guest
Kamera:Arthur Grant
Musik:Humphrey Searle
Darsteller:Forrest Tucker, Peter Cushing, Maureen Connell, Richard Wattis, Robert Brown, Michael Brill, Wolfe Morris, Arnold Marlé, Anthony Chinn
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
- Audiokommentar von Val Guest und Nigel Kneale
- Trailer
- Bildergalerie
- Trailer
- Illustrierte Film Bühne
- Das neue Filmprogramm
Eine Expedition begibt sich im Himalaya-Gebiet auf die Suche nach dem Yeti. Der Botaniker John Rollason wird dabei von seiner wissenschaftlichen Neugier angetrieben, aber der Waffenexperte Tom Friend hat anderes im Sinn. Er möchte den Yeti fangen und danach zur Schau stellen. Als der Trupp auf einen toten Yeti stößt, versuchen sie ihn als Lockvogel für die anderen seiner Art zu verwenden. Doch die hochentwickelten Wesen treiben ein psychiologisches Spiel mit den Teilnehmern der Expedition, bei dem einer nach dem anderen ins Gras beißt...
"Denken Sie immer daran, dass Sie im Namen der Menschheit handeln. Handeln sie demütig ..." (Arnold Marle als Lamma)

Als ich den Film das erste Mal in der Hand hielt, war ich doch etwas am Schmunzeln. Eine Hammer Film-Produktion aus dem Jahre 1956 und dann noch mit einer Geschichte über einen Yeti, das kann doch gar nicht gut gehen. Aber was uns hier geboten wird, ist fernab vom Trash und unfreiwilliger Komik, sondern ein für die Zeit recht spannender und sozialkritischer Film mit einer Botschaft, die uns löblicherweise nicht mit dem Holzhammer eingetrichtert wird.

Nigel Kneale's Geschichte um Yetis im Himalaya wurde aber schon einmal 1955 unter dem Titel "BBC's The Creature" fürs britische Fernsehen verfilmt. Autor Nigel Kneale wurde durch Zeitungsberichte über eine Expedition im Himalaya inspiriert, die angeblich Spuren eines Yetis aufdeckten. Kneale's Script erwies sich als sehr sozialkritisch und warf viele moralische Fragen auf. Er schildert uns eine Jagd nach einer Legende und zeigt uns Forscher, die ohne Bedenken eines Einbruches in das Ökosystem der Welt zeigen wollen, dass es den Yeti gibt, um nebenbei Ruhm und Geld zu erlangen.
Egal mit welchen Mitteln, ob tot oder lebendig, man muss das Geschöpf fangen um sein Ego zu stärken und diesen enormen Erfolg mit seinen Misserfolgen im Leben aufzuwiegen. Kneale zeigt uns hier, wer wir wirklich sind. Tiermenschen ohne Skrupel, die nichts anderes können als die komplette Ausbeutung und Unterdrückung dieser Erde, ohne auch nur an die Folgen zu denken. Diese Botschaft wir mehr als deutlich, wurde aber nie richtig erhört (damals nicht und heute schon gar nicht), was auch kein Wunder ist, könnte man sich doch auch auf den Himalaya stellen und es rausschreien, aber ich möchte jetzt gar nicht ins Politische abdriften, das überlasse ich besser anderen.
Nigel Kneale adaptierte sein eigenes Script für eine Filmversion der Hammer Studios, die im Dezember 1956 im Kinematograph Weekly als erste Produktion des Jahres 1957 angekündigt wurde. Neben Peter Cushing sollten auch wieder Wolfe Morris und Arnold Marle mit von der Partie sein, die schon in der TV-Verfilmung präsent waren. Neu hinzu kam Forrest Tucker, der als Ersatz für Stanley Baker genommen wurde, damit das amerikansiche Publikum eine derzeit beliebte Figur serviert bekommt.
Der Titel des Filmes wurde von "The Snow Creature" in "The Abominable Snowman" und in Amerika in "The Abominable Snowman Of The Himalayasi" geändert. Val Guest, ehemaliger Journalist, wurde erneut als Regisseur von dem Studio auserwählt, da er den Hammer Studios schon mit "The Quatermass Xperiment" ein großen Erfolg bescherte.
Gedreht wurden die Außenaufnahmen für 10 Tage mit ein paar Doubles in Frankreich in den Pyrenäen, der Rest wurde in den Bray Studios gedreht, wo Produktionsdesigner Bernard Robinson ein tibetisches Dorf und eine verschneite Bergwelt nachbaute. Die Kulissen sind umwerfend geworden und sehr detailverliebt, genauso wie es Val Guest und auch Peter Cushing lieben. Die Hammer Studios taten sich gut daran, Peter Cushing ins Boot zu holen. Allein wegen seiner exzellenten Schauspielkunst und seiner faszinierenden Art einer Rolle Leben einzuhauchen war er schon eine Bereicherung für das gesamte Projekt. Wenn Cushing spielt, dann mit Leib und Seele, nicht umsonst ist er als Perfektionist bekannt gewesen und hatte somit eine besonderen Status bei der Produktion, die ebenfalls aus Leuten bestand die bei allem 100 Prozent gaben.

"Der Mensch steht kurz davor, sein Recht zu verwirken, diese Welt anzuführen..." (Arnold Maele als Lamma)

Val Guest hat es mit "Yeti Der Schneemensch" geschafft, uns 86 Minuten gut zu unterhalten ohne dem Kitsch zu verfallen. Er tat gut daran, so wenig wie möglich zu zeigen, auch wenn man die Schneemenschen (ah - was süß) zum Ende hin sieht und der heutigen Jugend wohl mehr zum Lachen zu Mute sein wird, wird gerade die letzte Szene mit Peter Cushing und den Yetis jeden wirklichen Filmliebhaber das Herz höher schlagen lassen.
Der Film lebt von seiner ruhigen Erzählweise, die aber immer mehr an Spannung gewinnt. Ich war etwas überrascht, als ich bemerkte, dass nach 40 Minuten immer noch kein Yeti oder auch nur die Anzeichen für diese Kreatur auftauchten und der Film trotzdem nicht langweilig wird. Jede Minute im Film macht Spaß und bringt die Story weiter. Val Guest baut auf eine beklemmende Atmosphäre, die seinesgleichen sucht. Dieser Film aus dem Hause Hammer hat viel für Nostalgiker und Filmliebhaber zu bieten und zuentdecken. Tolle Landschaftsaufnahmen, klasse Schauspieler und eine kritische Story. Leute, die blanken Horror erwarten, werden hier ebenso enttäuscht sein wie die Leute unter euch, die auf Trash abfahren. Subtiler Horror ist das richtige Wort für den Film, Horror der nicht vom Yeti kommt sondern von der Bestie Mensch ...

Ja aber hallo, was ist das denn? Der Film hat jetzt ganze 47 Jahre auf den Buckel, für viele eine Zeit, in der sie noch nichtmal geplant waren und was uns hier in puncto Bildqualität geboten wird, ist schlichtweg unglaublich. Die Schärfe ist nahezu perfekt und auch der Kontrast ist optimal. Die Detailschärfe ist hervorragend, hier kann man wirklich jede Kleinigkeit erkennen. Bildrauschen ist zwar vorhanden, fällt aber nur bei einigen der vielen Himalaya-Szenen stärker auf und ist nicht wirklich störend. Blöckchenbildung gibt es ganz selten und auch Defekte fallen kaum auf und wenn, wen wundert es schon? Erstaunlich, dass es zu so einem Film überhaupt noch ein so gutes Master gibt! Das Bild dieser anamorphen, in 2.35:1 abgetasteten DVD ist für einen 47 Jahre alten Schwarzweiß-Film wirklich spitze, da gibt es nichts zu meckern.
Dem Film liegt die Originalmonospur vor, die wir einmal in deutsch und englisch genießen dürfen. Optional zu den englischen gibt es noch ausblendbare deutsche Untertitel. Der deutsche Ton ist verständlich, knackst aber an einigen Stellen etwas und die Stimmen hören sich manchmal etwas übersteuert an. Der englische Ton klingt etwas sauberer und klarer als der deutsche.
Als Bonus gibt es einmal einen sehr schönen und informativen Audiokommentar mit dem Regisseur Val Guest und dem Drehbuchautor Nigel Kneale, welcher sogar deutsch untertitelt wurde. Dann bekommen wir noch den original Kinotrailer geboten und das natürlich im besten 50er Jahre- und Hammer Film-Stil. Dann werden wir mit einer schönen Bildergalerie beglückt, die uns 33 zum Teil seltene Bilder und Aushangsfotos präsentiert. Zum Abschluss gibt es dann noch eine Slideshow der "Illustrierten Film-Bühne" einem deutschen Presseheft aus den 50er Jahren, sowie eine weitere Slideshow von "Das neue Film Programm". Last but not least sei noch das schöne Cover erwähnt, was wie die anderen Filme aus der Anolis Hammer Edition aneinander gestellt das Hammer Film-Logo ergibt. Diese DVD ist ebenfalls am DVD-Rücken nummeriert und stellt die Edition 4 da. Wie bei den anderen Teilen der Reihe enthält die DVD ein schönes Booklet, mit einem interessanten Bericht vom Filmjournalisten Uwe Sommerlad.

Wer Peter Cushing liebt und ein Herz für Klassiker hat, kommt an dieser toll produzierten DVD nicht vorbei. Ein Muss für die Hammer-Sammlung ...


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++----
Bonus++++--


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Yeti, der Schneemensch
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