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USA 2005
Originaltitel:
Länge:88:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Michael Oblowitz
Buch:Monty Featherstone, Howard Zemski
Kamera:Emil Topuzov
Musik:John Dickson
SFX:Worldwide FX
Darsteller:Hunter Tylo, William Forsythe, Jeffrey Combs, Elise Muller, Arthur Roberts, G.R. Johnson, Antony Agirov, Maria Ignatova, Velizar Binev, Atanas Srebrev, Pavel Doychev, Nikolai Sotirov, Raicho Vasilev
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Specials:
  • Trailer dt./engl. (1:55 Min.)
  • Making Of (15:04 Min.)
  • Weitere Trailer:
    • Million Dollar Baby (2:29 Min.)
    • Mr. & Mrs. Smith (2:24 Min.)
    • Control (1:58 Min.)
    • Larva (1:39 Min.)
    • Mosquito Man (1:43 Min.)
    • The Toolbox Murders (1:32 Min.)
    • Submerged (1:51 Min.)
    • Creature (1:47 Min.)
    • Snake King (1:46 Min.)
    • Direct Action (1:55 Min.)
    • Skeleton Man (1:57 Min.)
    • Antikörper (1:38 Min.)
Dr. Preston King (Jeffrey Combs) scheint der Durchbruch auf dem Gebiet der Krebsheilung gelungen zu sein, darum macht sich eine Gruppe von Mitarbeitern eines großen Pharmakonzerns auf dem Weg zu Kings Insel, um sich selbst von seinen Ergebnissen zu überzeugen. Doch einmal dort angekommen, müssen sie erkennen, dass es King nicht im Entferntesten darum geht, Krankheiten zu heilen. Er hat mit Hai- DNA experimentiert, um eine neue Rasse zu erschaffen, die den Menschen von der Erde verdrängen wird ...
Danke, Gott! Wie lange mussten wir warten, bis sich irgendein Trash-Spezialist der Thematik eines Monsters halb Mensch, halb Hai, annimmt? Okay, dass der Körperbau des Wesens etwas schwierig zu gestalten sein würde, damit muss man bei dieser Grundidee leben, die Story soll sich bitteschön am 08/15-Muster orientieren und die Schauspieler können ruhig noch so schlecht sein, Hauptsache, wir bekommen eine Hai-Mensch-Mutation zu sehen!


Wo man eigentlich nichts falsch machen kann, passieren die meisten Fehler, denn was uns Regisseur Michael Oblowitz (Interner Link"Out for a Kill") hier vorsetzt, grenzt schon an eine Frechheit. Darf man anhand des Covers der deutschen DVD noch auf ein cool designtes Monster hoffen, sieht im Film weder das Monster gut aus, noch sieht man es wirklich.

Denn vermutlich aus Scham ob des schauderhaften Äußeren seiner Kreatur hat Oblowitz einen Großteil der Einstellungen des Haimanns derart kurz geschnitten, dass man wirklich eine gewisse Zeit benötigt, um sich ein ungefähres Bild von ihm zu machen. Und im Gegensatz zur Coverabbildung, die ein mehr menschliches Wesen vermuten lässt, welches in Form eines Mannes im Gummianzug á la "Creature from the Black Lagoon" bzw. auf der Persiflage-Ebene eines Interner Link"Frankenstein vs. the Creature from Blood Cove" bestens hätte funktionieren können, präsentiert man uns hier einen Hai mit Armen, dessen nur zu erahnende Anatomie einen aufrechten Gang eigentlich nicht zulassen dürfte. Weitaus schlimmer jedoch ist, dass der Hai in den Unterwasserszenen stets aus grandios schlechten CGI-Effekten besteht, während sämtliche Einstellungen, die an Land entstanden, den Mann im Gummianzug zeigen, von dem man aber immer nur einzelne Körperteile sieht, zumeist den für den Menschenkörper viel zu groß geratenen Haikopf. Dass sich hier reale und animierte Effekte nicht wirklich nahtlos ineinander fügen, sollte eigentlich keiner gesonderten Erwähnung bedürfen.


Uiuiui, da wurde also das Einzige, von dem man sich in diesem Film etwas erwartet hätte, mit Pauken und Trompeten verhunzt. So könnte man die DVD eigentlich getrost beiseite legen, doch geben wir dem Film noch eine Chance, und warten wir einmal ab, was "Sharkman" sonst noch zu bieten

Wie jeder Film, der von Raubfischen, Killer-Krokodilen oder Seeungeheuern handelt, beginnt auch "Sharkman" mit einem jungen Pärchen, das auf hoher See vom Segelboot ins Wasser hüpft und diese kleine Erfrischung mit dem Leben bezahlt. Mit sehr viel Wohlwollen könnte man diese Fressszene als Interner Link"Jaws"-Hommage ansehen, denn auch hier sieht man als Zuschauer zu keiner Zeit, wie der Hai zubeißt, sondern nur eine Folge kurzer Großaufnahmen von Hai und Opfer. Freilich ist Oblowitz hier mit der Erschaffung von Dramatik über den Schnitt hoffnungslos überfordert, und so verkommt dieser - wie übrigens alle noch folgenden - Unterwasserangriff zu einem wirren Schnitt-Stakkato, bei dem man aber immerhin noch ein nettes Bild erhaschen kann, welches uns ziemlich genau das Kinoplakat zu "Jaws" zeigt, wobei der Hai hier einen abgetrennten Arm zwischen den Zahnreihen hat.


Danach kommt die seit Interner Link"Deep Blue Sea" obligatorische Haie-haben-nie-Krebs-Szene, die als Erklärung für den Ausflug auf Kings Insel herhalten muss. Selbstverständlich wird in der achtköpfigen Reisegruppe so ziemlich jedes Klischee bedient, das für eine solche Exkursion vonnöten ist. Wir haben Whitney Feder, den reichen Chef des Pharmakonzerns, seine sehr junge, sehr blonde Begleitung, die toughe Powerfrau Amelia und ihren heldenhaften Freund Tom. Dieser wird von William Forsythe gespielt, der kaum wieder zu erkennen ist, denn er verkörpert hier den eher nach Computerspezialisten oder Börsenmakler aussehenden Heroen mit Wampe. Dass er als anfänglicher Anzugträger später die Führung der Gruppe übernimmt und besser mit allerhand Waffen umgehen kann als Chuck Norris, ist nur eines der zahllosen Logiklöcher, die es in die 88 Minuten geschafft haben.


Während sich also unsere Helden auf den Weg machen, sehen wir Dr. King noch bei der Arbeit. Jeffrey Combs sieht mit seiner Frisur, seinem Schnurrbart und seiner Hornbrille schon extravagant aus, zu seiner Ausstrahlung als Interner Link"Re-Animator" hält er hier aber zu jeder Zeit genügend Sicherheitsabstand. In seinem Labor setzt er halbnackte Frauen unter Drogen und schickt sie in ein dicht bewachsenes Gehege, in dem sie recht schnell ihr Ende finden. Dabei sollten die Mädels doch gar keine Hai-Happen abgeben, sondern dem Sharkman einen Stammhalter gebären. Doch dieser scheint keinerlei Ambitionen auf Vaterfreuden zu haben, und wie man später erfährt, führen die Pheromone, die King seinen Leihmüttern verabreicht, damit das Monster kurzfristig seine Libido über seinen Hunger stellt, während der Schwangerschaft zu Komplikationen, welche dann die unappetitliche Abtreibung eines Mutantenbabys zur Folge haben. Doch Dr. King wäre nicht Dr. King, wenn er nicht auch für dieses Problem eine Lösung finden würde. Denn, und jetzt kommt's, der Haimann ist Kings Sohn Paul, der vor Jahren an Krebs "gestorben" war. King konnte ihn allerdings mit Stammzellen von Hammerhaien am Leben erhalten und ist nun der Meinung, den Schlüssel zur Zukunft der Menschheit in Händen zu halten, würde er nur endlich die Sache mit seinem Enkel geregelt bekommen. Da trifft es sich ja bestens, dass Paul damals mit Amelia verlobt war, was den Wissenschaftler zu der Annahme verleitet, wenn überhaupt jemand seinen Sohn dazu bringen kann, sich zu paaren, dann ist es dessen alte Liebe. Die Frage nach der Genialität des Dr. King darf aber durchaus gestellt werden, bedenkt man, dass er diese Idee erst hat, nachdem er gut eine Filmstunde lang vergeblich versucht hat, mittels seiner Privatarmee die komplette Gruppe, inklusive Amelia, ins Jenseits zu befördern.


Leider nimmt diese Hatz durch den bulgarischen Tropenwald dann auch viel zu viel Platz ein und anstatt trashigen Tier-Horrors bietet sich dem enttäuschten Zuschauer nur langweilige C-Action. Zwischendurch ist aber immer wieder für Lacher gesorgt, denn neben den endlos vielen handwerklichen (Jump Cuts, Personen oder Gegenstände im Bild) und inhaltlichen (Leute und Handys beamen sich von einem Ort zum anderen) Fehlern tischt Oblowitz heftigst auf und bedient jedes nur erdenkliche Klischee. Da werden einzelne Personen von Hubschraubern aus mit Raketen beschossen, die Blondine macht sich auf der Flucht vor bis an die Zähne bewaffneten Söldnern und einem Hai-Monster Gedanken darüber, dass ihre Schuhe ruiniert sind, während sie von ihrem alten Stecher Shakespeare vorgetragen bekommt und als Krönung gibt es noch das allseits beliebte, aus Klamotten geschnürte Seil, mit dem die acht von einem Hausdach entkommen.


Natürlich war das noch lange nicht alles an Blödsinn. Als Whitney den Verfolgern einen Jeep abluchsen kann, wollen ihn die anderen von ihrem Versteck im Gebüsch aus auf sich aufmerksam machen, was den alten Mann so erschreckt, dass er den Wagen vor den einzigen Baum setzt, den er weit und breit finden kann. Zu seiner Figur passt dieses Verhalten aber allemal, hat man doch bereits zuvor mit dem Glauben an den gesunden Menschenverstand abgeschlossen. Da wird das Blondchen im Wald urplötzlich von Bäumen attackiert und zu Boden gerissen, bis Whitney sie gerade noch los schneiden kann. Doch beim Weggehen scheint sich keiner der beiden auch nur im Geringsten über das merkwürdige Verhalten von Flora und Fauna zu wundern. Regisseur und Film scheint's aber auch nicht wirklich zu jucken, denn dieses miserable Interner Link"Evil Dead"-Zitat bleibt eine völlig isolierte Szene und die einzige phantastische Entgleisung dieser Art.


Um ein letztes Beispiel "Sharkman"'scher Verblödung zu nennen, sei noch der Dialog erwähnt, in dem sich Tom und Whitney darüber streiten, ob sie versuchen sollen, die schwer bewaffneten Männer auf dem Motorboot zu bestechen: "Das sind Kings Männer!" - "Ich habe mehr Geld als King!" - "Gut, wir können es ja mal versuchen." Ganz so, als könne man im Falle eines Nichtgelingens des Bestechungsversuchs auf dem Absatz kehrt machen und so tun, als wäre nichts gewesen.


Für wen sich "Sharkman" jetzt nach einem kurzweiligen Spaß der Marke so-schlecht-dass-gut anhört, dem sei warnend mit auf den Weg gegeben, dass hier der Grat zwischen Spaß am Versagen des Regisseurs und Ärger über eben jenes Versagen immer wieder in beide Richtungen überschritten wird. Die Kameraarbeit ist schlicht grauenhaft, der Schnitt sogar noch schlechter und was die Regie angeht, so merkt man im Zusammenspiel der beiden Komponenten, dass viele Szenen ganz offensichtlich zu kurz oder fehlerhaft gedreht worden sind, sodass durch wirre Schnitte Abhilfe geschaffen werden musste. Übertroffen wird die ganze Misere einzig vom Frust über den unansehnlichen Hai, der immerhin noch einige Auftritte hat, wobei er stets dort auftaucht, wo er gerade benötigt wird, egal ob offenes Meer oder winziger Tümpel mitten im Wald. Dabei können die Angriffe des Monsters zu keiner Zeit überzeugen, dafür gibt es aber noch eine handvoll blutiger Effekte, die zwar nichts Außergewöhnliches bieten, aber zu weiten Teilen recht gut umgesetzt worden sind. Abgerissene Arme und Beine, eine zerfetzte Leiche, ein aufgespießter Söldner und zwei abgebissene Finger können durchaus einige Pluspunkte sammeln.


Erwartungsgemäß bietet die deutsche DVD der 2005er Produktion ein gutes bis sehr sehr gutes Bild, dem zu 5 Punkten nur noch Feinheiten fehlen. Ein geringes Rauschen, eine in Details trotz nominaler Höchstleistung nicht ganz perfekte Kompression (auch wenn es eher unauffällig ist) und der manchmal nicht ganz ausbalancierte Kontrast gehören dazu, dafür ist aber die Schärfe bis auf wenige Ausnahmen, besonders die Kanten betreffend, sehr fein und auch die Farbauswahl darf als kräftig und natürlich bezeichnet werden, wobei keine übermäßige Einfärbung deutlich wird, sondern ein eher schlichtes Farbschema ausgewählt wurde, das man von den meisten Nu Image-Produktionen her gut kennt. Insgesamt also gut gelungen.


Hier merkt man dann leider ein wenig, dass Nu Images Budgetpläne zumindest bei der Umsetzung eines 5.1-Tons Einschränkungen vorgeben. Während die Klangkulisse dank Basseinsatz vor Kraft und Klarheit nur so strotzt, ist der Anteil von bemerkenswerten Surround-Klängen doch eher gering. Mehr als beispielhafte, kurze Einschübe oder ein wenig Musik ist es leider nicht, obwohl hier gerade durch häufige Explosionen, Schießereien und die Unterwasserszenen mehr möglich gewesen wäre. Das rüttelt aber nicht an der Leistungsfähigkeit und Lebendigkeit der vorderen Lautsprecher. Die deutsche Synchro ist zwar mit professionellen Sprechrollen besetzt, ihre Abmischung ist aber etwas zu platt und kann nicht mit den Stimmen des sanfteren, englischen O-Tons mithalten, für den man deutsche Untertitel beigelegt hat.


Sehr gehaltvoll ist das vorliegende Making Of nicht, da sich die Anwesenden wieder gegenseitig in den Enddarm kriechen, aber zumindest gibt es Einblicke an die Arbeiten am Set in Bulgarien, ein paar Darsteller-Kommentare und kurze Statements vom wirklich sehr exzentrischen Regisseur, der kurz bekannt gibt, dass er nach Beendigung der Dreharbeiten zu "Sharkman" wohl den Namen Ed Wood Jr. annehmen wird. Unter anderem ist auch kurz Nu Image-Ikone Avi Lerner zu sehen und es wird auch ein wenig lustiger Unfug getrieben, so dass die 15 Minuten doch nicht ganz umsonst sind. Ansonsten bietet die DVD noch ein paar Trailer.


Wer einigermaßen abgehärtet in Sachen schlechte Trash-Filme ist, für den könnte "Sharkman" ein Heidenspaß werden. Als absoluter Hai-Fan war ich zunächst ziemlich enttäuscht, zumal sich der Film wirklich vollkommen ernst nimmt. Nach dem Ablegen jeglicher Ansprüche und dem darauf folgenden zweiten Anschauen funktionierte er dann aber doch wunderbar. Wenn Tom wie weiland John Rambo mit MG aus dem Wasser auftaucht, Amelia in Unterwäsche zur Paarung geschickt werden soll, oder die finale CGI-Explosion des Labors in ihrer unterirdischen Qualität die reinste Dreistigkeit darstellt, sind offene Münder garantiert und wer "Sharkman" überstanden hat, wird bestätigen können: Man muss es gesehen haben, um es zu glauben.


Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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