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USA 1967
Originaltitel:Something Weird
Länge:80:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Herschell Gordon Lewis
Buch:James F. Hurley
Kamera:Herschell Gordon Lewis, Andy Romanoff
Musik:Edward J. Petan
SFX:Allison Louise Downe
Darsteller:Tony McCabe, Elizabeth Lee, William Brooker, Mudite Arums, Ted Heil, Lawrence J. Aberwood, Larry Wellington, Roy Collodi, Jeffrey Allen, Richard Nilsson, Carolyn Smith, Norm Lenet, Louis Newman, Dick Gaffield
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Englisch
Untertitel:Deutsch, Holländisch
Verpackung:SuperJewelCase
Specials:
  • Audiokommentar
  • Bonusfilm: Maniac (50:56 Min.)
  • Psychedelic Shorts (20:28 Min.)
  • Bildergalerie (13:56 Min.)
  • Trailer (8:00 Min.):
    • Something Weird
    • The Gore Gore Girls
    • Blast-Off Girls
    • The Gruesome Twosome
    • Just For The Hell Of It
Cronin Mitchell wird von einer herabfallenden Starkstromleitung getroffen, die bei ihm schwerste Verbrennungen im Gesicht verursacht. Aber nicht nur äußerlich ist Mitchell durch den Unfall verändert. Seine geistigen Kräfte sind gewachsen, er hat Halluzinationen und übersinnliche Fähigkeiten, er kann auf einmal die Gedanken anderer Menschen lesen. Um sein entstelltes Gesicht zu verbergen, trägt er eine schwarze Maske. Bis ihm eines Tages eine Frau begegnet, die ihm Heilung verspricht. Er soll ihr Sklave werden. Mitchell willigt ein und wird geheilt ... jedoch für einen grauenvollen Preis ...
Die Zeit der erfolgreichen Zusammenarbeit mit David Friedman, die Zeit der Zusammenarbeit mit dem Produzenten Kohlberg, der sowohl Lewis als auch Friedman derb über den Tisch gezogen hatte, war vorüber und Lewis musste sich wieder neu profilieren, neue Aufträge an Land ziehen, mithilfe derer er seinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Ein Ausbilder des Triton Colleges trat mit einem Drehbuch an ihn heran, welches bis dahin als "The Sensitive" betitelt war, jedoch schnell von Lewis in den weitaus lockenderen Titel "Something Weird" umbenannt wurde. Das ist nicht nur Programm, es diente darüber hinaus auch als Namensgeber für ein bekanntes amerikanisches Videolabel, das vorzugsweise Filme mit seltsamen Inhalten auf den Markt brachte: "irgendetwas Durchgeknalltes" eben. Dabei ist die Geschichte gar nicht mal so wild, stellenweise aber schon bizarr und wie bei fast jedem der Lewis-Streifen irgendwie naiv charmant.


Beim Versuch einen vom Dach gestürzten Arbeitskollegen zu retten, wird der Protagonist Cronin Mitchell von einer herunterfallenden Starkstromleitung getroffen. Fortan zieren ihn nicht nur abstoßende Verbrennungen im Gesicht, er hat auf einmal parapsychologische Fähigkeiten wie Gedankenlesen oder phantastische Halluzinationen. Trotz seiner neuen Gaben ist Mitchell todunglücklich, da für sein Leben gezeichnet. Eine schwarze Maske umhüllt daher das Gesicht des Telepathen, verstärkt seine geheimnisvolle Aura. Darauf könnte er verzichten, doch selbst die besten Chirurgen können ihm nicht helfen. Als ihn eine bucklige Frau aufsucht die ihm anbietet seine Schönheit wieder herzustellen lehnt er erst ab. Denn der Preis wäre hoch - ewige Liebe und Verbundenheit zu einer der hässlichsten Frauen die Mitchell je sah. Trotz Abweisung ist er auf einmal doch wieder äußerlich der Alte. Seinen Charme spielend lernt er eine hübsche Frau in einem Restaurant kennen, nichts ahnend das dieser Körper nur Schein ist und sich die Hexe unter dieser Fassade versteckt. Misswillig geht der eitle Sonnyboy auf den Handel ein, will er seine Schönheit bewahren. Fortan ist sie seine Begleiterin und verzückt die Männer von der Regierung, die Mitchell für die Aufklärung einer Mordserie rekrutieren ...


Der Plot hört sich wilder an als er ist, ich hatte mir hier ein psychedelisches Feuerwerk an kruden Ideen und abgefahrenen Bildern erwartet. Doch leider wird einem in dieser Hinsicht kaum etwas geboten, selbst die eine psychedelische Szene kann nicht wirklich überzeugen; kommt zwar bunt und wirr daher, doch wirklich abgefahren ist sie nicht. Im Ganzen ist "Something Weird" doch eher langweilig, weil eben kaum etwas passiert und die wenigen etwas rasanteren Szenen den lahmen Rest kaum entschuldigen. Mitchell ärgert sich die meiste Zeit mit der Hexe herum, die schon recht lustig anzusehen ist mit ihrer blauen Schminke und den aufgeklebten Pickeln - natürlich immer im Zwischenschnitt zu ihrer leckeren Hälfte. Das sind Szenen, die wegen ihrer blöden Machart lustig sind, doch wirklich "weird" ist anderes. Lewis mixt hier gnadenlos Elemente eines Krimis mit Horroranleihen, debilem Humor und romantischen Ansätzen - doch zu unausgereift und bemüht zusammengeschustert kommt der Mix der Stile daher, ferner wird alles nur vage angerissen ohne wirklich einen Zusammenhang zu haben. Ein wenig Gedankenlesen hier, ein wenig rumturteln da, im späteren Verlauf gibt es noch ein paar Heckenschützenmorde und etwas Blut. Hier hält sich Lewis im Vergleich zu seinen sonstigen Filmen stark zurück, der brennende Styroporkopf der einen Frauenleiche ist ebenso simpel gemacht wie das Make-Up der Brandwunden. Dass Lewis die Kosten von optischen Effekten scheute, sieht man den Film gut an. So versuchte man bereits während des Drehs ein wenig zu tricksen und spielt überlagerndes Filmmaterial in Geisterszenen ein. Trotz der Freigabe sollte man also nichts Spektakuläres erwarten! Fans des Regisseurs sind mit anderen Filmen von ihm besser beraten, wenn auch die Szene mit der mordenden Bettdecke oder die Auftritte der Hexe schon witzig anzusehen sind. Ein sehr seltsamer Film mit zu wenig Gewalt und zu viel ernsthaftem unfreiwilligem Humor.


Lewis, der sich mit diesem Werk selbst ganz gut arrangieren kann, hatte mit "Something Weird" an den Kinokassen vorerst keinen Erfolg. Das Publikum mochte wohl zu sehr auf seine Gore-Horror-Werke fixiert gewesen sein und bekam davon leider fast nichts hierbei zu sehen. Trotzdem ist die Art der sehr billigen Inszenierung, die durchaus Trash-Freunde ansprechen wird, typisch für den Regisseur. So ist die Verfolgung zum Schluss, die auf einer Müllkippe endet, eine Zweitverwertung der Schlussidee aus Interner Link"Blood Feast", die Geschichte nimmt einiges vom späteren "The Psychic" vorweg und die Mimik des Cops beim Erledigen des Mörders charakterisiert noch einmal die vorangegangenen 80 Minuten: Billigste, sehr hölzerne Darsteller an Schauplätzen, die es eben fürs Niedrig-Budget gibt und eine technische Umsetzung des Ganzen, die dem bekannt ruppig-rumpligen Charme der Lewis-Filme entspricht, der mal wieder versucht, das Thema bis aufs Letzte auszubeuten. Leider nur mit mäßigen Erfolg, der dem Film dann zumindest im späteren "Double Feature" mit Interner Link"The Gruesome Twosome" gewährt wurde.


Wesentlich mehr "weird" als im Hauptfilm geht's im Bonusmaterial zur Sache. Der Zusatzfilm Interner Link"Maniac" ist nicht etwa der deutschlandweit beschlagnahmte Psycho-Schocker, sondern ein erfrischend altmodischer s/w-Schinken mit damals gängigem "mad scientist"-Handlungsstrang. Der dem Dr. Frankenstein nacheifernde Doktore wird während seiner wahnwitzigen Experimente von seinem Gehilfen um die Ecke gebracht, der darauf dessen Identität annimmt. Selbst die damalige Zeit (entstanden 1934) muss diesen billigen Exploiter als einen unglaublich trashigen Beitrag des Horror-Genres erkannt haben, der lose auf Edgar Allan Poes "The Black Cat" basiert. Texttafeln mit amüsantem Hintergrundwissen über die menschliche Psyche, Frauen in Unterwäsche oder beim Baden (damals sicher noch als anstößig empfunden) und ein Professor, der eine Karikatur seiner Selbst darstellen darf, sind Grund genug, sich hier 50 Minuten Zeit zu nehmen. Als Hauptattraktion würde heute wahrscheinlich kein Hahn mehr danach krähen, aber als Zusatz nimmt man sowas immer gerne, zumal man sich hier besser unterhalten lassen kann als mit dem eher durchschnittlich anmutenden, zeitgenössischen DVD-Programm. Ob man hier eine Originalfassung bekommt, ist nicht ganz klar, denn zumindest der Schluss ist etwas seltsam in seiner Szenenabfolge montiert, aber ob nun "cut" oder "uncut", interessiert hier eigentlich kaum noch. Die Qualität ist ganz ok, man muss jedoch mit englischem, übersteuernden Ton ohne Untertitel auskommen. Innerhalb der Bildergalerie wird interessantes Material zu den meisten relevanten Werken Lewis' geboten, natürlich musikalisch untermalt von verschiedenen Titelthemen der Filme oder Werbeeinspielungen dazu. Die Trailer zu insgesamt fünf Lewis-Veröffentlichungen sind natürlich von fragwürdiger Qualität, nicht aber ihr Inhalt. Hier zeigt der Mann, der ursprünglich aus dem Werbegeschäft stammt, dass er seine Filme bestens zu vermarkten weiß. Als besonderes Extra seien noch die "Psychedelic Shorts" empfohlen, welche vom schweren Horror-Erlebnis über den rockigen LSD-Trip beim Blick durchs Kaleidoskop bis hin zum "erotischen Feuerwerk" alles zu bieten haben, wonach der geneigte Kunst- (oder LSD-)Konsument verlangt. Rein von der Aufmachung verdient sich CMV mal wieder Pluspunkte. Die Glasbox mag zwar immer noch Geschmackssache sein, ich finde sie aber extrem schick und die Menugestaltung ist zwar ebenso wie der Vorspann nichts besonders Aufwändiges, dafür aber schlichtweg passend. Wegen der Menge des Materials noch 3 Punkte, für mehr sollte man die Sachen, besonders den Audiokommentar mit dem Regisseur und einem Mitarbeiter vom Videolabel "Something Weird", aber auch untertiteln lassen.


End-60er, Lewis, Trash - noch Fragen zur Bildqualität der deutschen DVD? Ich denke nicht, aber ich möchte es noch mal ausführlicher vorstellen: Die Verwandtschaft dieser PAL-DVD zur US-NTSC-Vorlage lässt sich deutlich am Ghosting ausmachen und kleinere Punktstörungen sind ebenso noch vorhanden wie kurzzeitige Risse über das gesamte Bild hinweg. Auffällig ist, dass eben jene Defekte sich auf wenige Szenen konzentrieren und meist in Einstellungswechseln auftreten. Als etwas schmuddelig und authentisch könnte man das bezeichnen, aber ich bin mir sicher, dass eine geeignete Restauration auch bei den Lewis-Fans auf Gegenliebe gestoßen wäre. Letztlich kann man damit auskommen, die Farben sind ja wirklich in Ordnung und stellenweise kräftig, auch wenn es zu flackernden Effekten kommt, der Kontrast manchmal deutlich zu helle Flächen produziert und beim Übergang von reinen Farbanteilen die Kompression für Unsauberkeit sorgt. Besonders vor tiefrotem Hintergrund entstehen da so einige Schnitzer. Verschwimmende Bildteile sind eher Seltenheit, meist ist die Schärfe durchschnittlich gut, aber gegen aktuelle Filme konkurrenzlos. Die Kompression ist stellenweise, wie bereits erwähnt, etwas nervös und äußert sich durch Blockrauschen, aber wie bei allen angesprochenen Makeln wiegt es nicht zu stark auf. Wirklich doof ist das Bildformat von 1.85:1, welches - und das kann man fast sicher sagen - aus einem abgedeckten Vollbild entstand. Entweder der Kameramann hatte damals überhaupt keine Ahnung von der Filmerei oder das Studio hat später durch schwarze Balken den Bildbereich stark eingegrenzt. Zumindest sieht es nicht schön aus und die Credits leiden auch darunter.


Dank Nischencharakter der "H.G. Lewis Collection" und natürlich vor allem wegen fehlender deutscher Synchronisation liegt der Ton nur im englischen Original vor. Ist aber völlig ok so, denn eine neue Synchro hätte schon mit extrem viel Feingefühl angefertigt und künstlich gealtert werden müssen, um die Stimmung des Filmes nicht negativ zu beeinflussen. Es gibt ja noch deutsche Untertitel, die leider teilweise auf den Widescreen-Balken liegen, welche beim Aufzoomen des Bildes natürlich verschwinden würden. Der O-Ton lässt im Hintergrund ein leises Brummen (evtl. Mechanik des Aufnahmegeräts) heraushören und knarzt etwas, versagt in hohen wie auch tiefen Frequenzen (man höre der Musik zu), ist aber nicht zu knittrig oder brüchig, um negativ aufzufallen. Vielmehr spiegelt er genau meine Erwartungen wieder, ist also nicht wirklich klar, aber trotzdem gut verständlich.


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus+++---


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IMDb.com OFDb.de (Maniac [1934])
IMDb.com OFDb.de (Something Weird)



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