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HK 2005
Originaltitel:Hak seh wui
Alternativtitel:Hei she hui
Länge:95:42 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Johnnie To
Buch:Nai-Hoi Yau, Tin-Shing Yip
Kamera:Siu-keung Cheng (als Cheng Siu Keung)
Musik:Tayu Lo (als Lo Tayu)
SFX:Peony Lam
Darsteller:Simon Yam, Louis Koo, Tony Leung Ka Fai, Nick Cheung Ka Fai, Eddie Cheung, Lam Suet, Maggie Shaw, Gordon Lam Ka-Tung, Wong Tin Lam, David Chiang, Tam Ping Man, You Yong
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase im Stahlschuber
DVD-Start:29.05.2007 (Verleih) / 07.07.2007 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Trailer (0:53 Min.)
  • Originaltrailer 1 (0:53 Min.)
  • Originaltrailer 2 (1:35 Min.)
  • 2 TV-Spots (0:36 Min.)
  • Making of (7:17 Min.)
  • Bio- / Filmografien:
    • Johnnie To, Regie
    • Simon Yam
    • Tony Leung Ka Fai
  • Trailershow:
    • Silmido (2:17 Min.)
    • Lady Vengeance (1:25 Min.)
    • Remaker (1:41 Min.)
    • Fulltime Killer (1:32 Min.)
    • New Police Story (1:57 Min.)
    • Bubba Ho-Tep (2:00 Min.)
    • Running Scared (2:21 Min.)
    • Running out of Time II (2:03 Min.)
Die Triade der Wo Shing, die älteste Triade in Hongkong, will ein neues Oberhaupt für den kriminellen Geheimbund wählen. Die Ältesten treffen sich, um den geeigneten Gangster zu bestimmen. Ihr Favorit ist Lok, ein umsichtiger und weiser Vertreter seiner Zunft. Doch auch der psychopatische Big D meldet seine Ansprüche auf den Vorsitz an, ein Ziel, dass er mit allen Mitteln verfolgt. So kommt es zu einem erbitterten Machtkampf zwischen den zwei Rivalen - ein Machtkampf, der gegen alle Sitten und Gebräuche der Triaden verstößt, da man normalerweise bedacht ist, interne Streitigkeiten durch Verhandlungen zu lösen.
Die Wahl zum neuen Chairman der Triadengruppierung Wo Sing Society steht an. Es wird um zwei mögliche Kandidaten diskutiert; nach kleineren Streitereien wird letztlich die Harmonie von Lok (Simon Yam) gegenüber der einschüchternden Ein-Mann-Show von Big D (Tony Leung Ka-fai) bevorzugt. Dieser ist allerdings gar nicht dazu bereit, die Niederlage so einfach zu registrieren und beschwört einen Machtkampf hervor, der sich schnell zum Krieg unter den Kriminellen ausbreitet.


"Election" kennzeichnet den Kontrast der mehr als 1000jährige Geschichte chinesischer Geheimgesellschaften mit dem angefangenen 21. Jahrhundert; der Bruch der alten Traditionen und Regeln wird zugunsten kurzweiligem Machtgewinn ohne großes Zögern hingenommen. Die rasante Veränderung der Umstände, wo eigentlich fest bestehende Verbindungen von einer Sekunde zur anderen aufgegeben und ins konträre Gegenteil gesetzt werden, umfasst hier vor allem die separaten Personenkonstellationen. Charakteristisch ist dabei die Trennung und Distanzierung von Einzelpersonen innerhalb auch der gleichen Gesamtgesellschaft; nur die beiden ganz oben gesetzten Gegenpole Lok und Big D verfolgen von Anfang an bis zuletzt ihr primäres Ziel und sind auch recht klar definiert. Big D ist der Böse, leicht comichaft aggressiv auch, bringt alle gegen sich auf und kommt auch nur mit unlauteren Taten weiter. Lok ist der Ruhige, der seinen kleinen Sohn aufzieht und die Anspannungen aus der Triade hinauszulösen versucht; dem präfixierten Schriftzeichen "Wo" (Frieden) vor dem Triadennamen entsprechend.


Das Motiv selber scheint angesichts der aufgeworfenen Streitigkeiten und des folgenden Aufwandes relativ banal zu sein; geht es doch nur um eine Amtsperiode von gerade mal zwei Jahren und steht finanzieller Gewinn noch gar nicht mal im Vordergrund. Lok bietet seinem Kontrahenten sogar eine 50/50 Gewinnbeteiligung an und geht eindeutig auf diesen zu; der will aber nicht teilen, sondern alleinig die hierarchische Struktur anführen. Dafür nutzt er auch jedes Mittel; von anfänglicher Bestechung und Drohung bis hin zu offen ausgeführten Gewaltmaßnahmen sind ihm alle Möglichkeiten recht, seinem Ziel näher zu kommen. Die demokratische Wahl der altehrwürdigen Oberhäupter interessiert ihn dabei ebenso wenig wie die später abgehaltene rituelle Initiationszeremonie, deren Schwur in der urbanisierten, kommerziell-kapitalisierten Welt dann nicht lange anhält.

Sowieso ist hier vieles ein Gestus; das Erzählte (Loyalität und Ehrenkodex immer nur dann angebracht, wenn es demjenigen auch zum Nutzen reicht) als auch das Erzählende (viele imaginäre Plotknoten). Symptomatisch dafür wird dem Geschehen ein McGuffin geschaffen, der zum Mittelpunkt des Filmes wird und den speziellen gesellschaftlichen Kontext in all seinen Feinheiten, aber auch Simplizitäten aufzeigt: Zur Wahl und Führerschaft gehört ein Baton, eine Art geschnitzter Stab mit verschiedenen Einkerbungen, hinter dem jetzt beide Parteien her sind und was auch erstmal die höchste Priorität hat. Zuerst wird Big Head (Lam Suet) dazu nach China geschickt. In einer umgekehrte Exportierung - die Triaden hatten sich ursprünglich auf dem Festland und dann erst über die Migration nach HK entwickelt - folgen ihm Kun (Gordon Lam), Jimmy (Louis Koo) und Jet (Nick Cheung). Jeder für sich alleine und gegen die anderen arbeitend; aber für den gleichen Auftraggeber.



Die jeweiligen Ansinnen für die zwischenzeitliche Konkurrenz der eigentliche Mitstreiter sind dabei unklar; deren spezifische Rolle und Identität wird nur sehr zögerlich zugewiesen und gehört zu den künstlichen Geheimnissen des Drehbuchs. Großflächig strikt in Zweiteilung strukturiert und unter der Oberfläche gewisse verborgene Tatsachen und Bedeutungen aufweisend. Die Wechselbeziehungen von beiden kann das Autorenpaar Yau Nai Hoi und Yip Tin Shing ("Running on Karma") aber nicht wirklich aufzeigen, da durch das lose aufgestellte Handlungskartell zahlreicher autonomer Gemeinschaften keine gesamte Stabilität vorhanden ist und ganze Handlungsabschnitte im Nachhinein auch als unlogisch erscheinen. So zeichnet den Mitteil des Filmes dann auch eine leicht absurde und letztlich sinnlose Variante des Staffellaufes aus, in der der Baton in einem unfreiwilligen Katz- und Mausspiel von einem zum anderen weitergereicht wird. Um letztlich dort anzukommen, wo er von Anfang an hin sollte und was auch jeder von ihnen einzeln vorhatte.


Der Strang hebt sich also rückwirkend selber auf; das Gemauschel ist zwar bis dahin koscher und auch unterhaltsam gefilmt, aber materiell durch die schwache Konsistenz natürlich nur für den Moment. Ein erforderliches Maß an Tiefgründigkeit und Brisanz wird nicht erreicht; eher wirkt das Geschehen dann auch leicht kurios und gar nicht mehr so richtig ernstzunehmend. Was auch durch die Besetzung mit Koo als akademischer Sonnyboy und Cheung als Einzelkämpfer auf Befehl verstärkt wird.
Durch die vermehrte Aufmerksamkeit auf die kleineren Handlanger verliert man in der Zwischenzeit auch die Großen aus dem Blickwinkel und degradiert sie für eine Weile zum Spielball der anfangs erstaunlich forschen Polizei: Superintendent Hui (David Chiang) sperrt die streitenden Parteien zur Ernüchterung in Gefängniszellen und setzt den ehemaligen Chairman Teng (Wong Tin Lam) als Verhandlungsführer und Schlichter dazu. Regisseur To erreicht dabei trotz einiger schillernder Figuren keine innere, personelle Anspannung und verlegt sich aufs handwerkliche Inszenieren und der Kraft des Äußerlichen, was er dann natürlich beherrscht. Es fehlen nur die ganz speziellen Momente, wofür durch die Brüche in der Narration auch keine passende Form geschaffen wurde; aber das Geschehen schreitet schnurstracks vorwärts und kann bis zu den inhaltlichen enttäuschenden Auflösungen zumindest von den Bildern her überzeugen. Die eingesetzten Gewaltszenen sind in ihrer Darstellung immer etwas obskur - Jimmy tritt einen Mann buchstäblich in die Mülltonne - und wirken dadurch weder verherrlichend noch abschreckend, aber bringen auf ihre eigene Art Würze der Skurrilität hinein. Ansonsten bleibt es nämlich Standard, zwar gehobener, aber keineswegs überragender. To kann dann doch weitaus mehr.


Der anamorphe Transfer liegt im Widescreenformat von 2.35:1 vor und erfreut die Augen mit einer angenehmen, aber nicht überragenden Schärfe, welche immer wieder mit Schwankungen in der Qualität zu kämpfen hat. Mal sehr scharf und detailliert, dann wieder recht weich, aber niemals wirklich unscharf. Leichte stehende Rauschmuster rauben dem Bild etwas an Tiefe und in Bewegungen neigt der Transfer dazu etwas zu verschwimmen.
Dafür gibt es nahezu kein Bildrauschen im Hintergrund und auch die Kompression arbeitet weitgehend ruhig und unauffällig. Die Farbgebung erweist sich als sehr satt und kräftig, tendiert dabei immer zu einem warmen Grundton. Der Kontrast arbeitet ordentlich und zeichnet sich durch eine saubere Durchzeichnung aus, bei dem keinerlei Details verloren gehen. Verschmutzungen oder Drop-Outs sind nicht auszumachen. Insgesamt ein zufriedenstellender, teilweise sogar sehr guter Transfer mit kleinen Schönheitsfehlern.
"Election" setzt mehr auf Dialoge statt auf Action. Dementsprechend ist auch die Soundabmischung ausgefallen, bei der der DTS-Mix unnötig gewesen wäre, da dieser sich nicht hörbar vom Dolby-Track unterscheidet. Die Dialoge kommen sauber und gut verständlich aus der Front, ohne sich für kleinere direktionale Spielereien zu lösen. Lediglich leichte Umgebungsgeräusche und der Score verirren sich in den Effektbereich. Dadurch entsteht dann ein Minimum an Räumlichkeit. Richtige Effekte sind aber nie auszumachen, für einen dialoglastigen Film reicht die Abmischung aber allemal, wobei in einigen Szenen sicherlich mehr Dynamik und Druck angebracht gewesen wäre. Der kantonesische 5.1-Mix wirkt in den Dialogen etwas natürlicher, unterscheidet sich ansonsten aber nicht sonderlich vom deutschen Pendant. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
Als Bonus spendiert uns die e-m-s diverse Trailer und TV-Spots, sowie Biografien in Form von Texttafeln. Der Abschluss macht ein 7minütiges Making of, welches deutsche Untertitel enthält und ein wenig über die Triaden erzählt. Zudem sehen wir kleine Setaufnahmen. Insgesamt deutlich zu kurz.


Die e-m-s veröffentlichte "Election", der wegen seiner Thematik eine "Keine Jugendfreigabe" kassierte, in seiner ungekürzten Form und liefert die Erstauflage in einem KeepCase aus, welches in einem hübschen Metallschuber steckt.


Film+++/--
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus+/----


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Election
Election 2
Election 2
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