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HK 2001
Originaltitel:Chuen jik sat sau
Länge:100:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Johnny To, Wai-Kai Fai
Buch:Joey O'Bryan, Ho Cheung Ping, Ka-Fai Wai
Kamera:Siu-keung Cheng
Musik:Alex Khaskin, Guy Zerafa
SFX:Stephen Ma
Darsteller:Andy Lau, Takashi Sorimachi, Kelly Lin, Suet Lam, Teddy Lin, Simon Yam, Cherrie Ying
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Specials:
- Making of
- Behind the Scenes
- Originaltrailer
- Bildergalerie
- Biografien und Filmografien
Der einsame O (Takashi Sorimahci) gilt als der zuverlässigste und beste Killer Asiens. Seit Jahren steht für ihn nur noch das Töten auf dem Programm, höchstens mit seiner Putzfrau hat er noch Kontakt. Als der Newcomer Tok (Andy Lau) immer spektakulärer mordet, ist klar, dass er O vom Killer-Thron stoßen will. Ausgerechnet eine Putzfrau wird zum gefährlichen Verbindungsglied zwischen den beiden Killern: Chin (Kelly Lin) ist nicht nur O's Putzfrau, sondern auch noch Toks Bekanntschaft. Als sie mit ihm in der Kneipe sitzt, geht er schnell um die Ecke, um zehn Leute umzunieten. Als er fünf Minuten später zurück kommt, fängt sie an Verdacht zu schöpfen. Alles deutet darauf hin, dass es zum direkten Duell zwischen Tok und O kommt...
1998 wurde Ho Cheung Ping Buch "Fulltime Killer" schnell zum Bestseller und zog ein Hörspiel und diverse Merchandising-Artikel nach sich. Wie auch die meisten Leser war auch Andy Lau("Running out of Time", "Saviour of Souls") von der visuellen Idee und den bunten Details der Erzählung fasziniert. Doch wer sollte dieses Projekt verfilmen? Erst als Andy Lau 1999 zusammen mit Johnnie To ("The Mission","The Big Heat") an dem Blockbuster "Running Out of Time" arbeitete, war die Verfilmung der Geschichte wieder Gesprächsthema bei Lau und Johnnie To mochte die Story sehr, wollte das Projekt aber langsam angehen lassen, um die genretypischen Klischees zu umgehen. Zwei Jahre hat es gedauert bis "Chuen jik sat sau" auf der Leinwand erschien und das Warten hat sich absolut gelohnt.

Regisseur Johnny To hat bei den Fans des Asiatischen Kinos bereits Kultcharakter und gab dem kurz vor dem Stillstand stehenden Honk-Kong-Kino mit "The Mission" und "Running out of Time" neue, wegweisende Impulse.
Auch "Fulltime Killer" ist einer von diesen Filmen, die dem Honk-Kong Film wieder Leben einhauchen und in der Zeit, wo John Woo und Tsui Hark nach Hollywood gegangen sind, brauchen wir so Leute wie Johnny To, der es wie kaum ein anderer versteht, perfektes Actionkino zu erschaffen, ohne in dreist dümmliche Klischees abzudriften und dank seiner eiskalten Inszenierung und bizarren Action einen Film der Sonderklasse inszeniert hat...
"Fulltime Killer" wirkt in seiner ganzen Art sehr abgedreht und erinnert stark an den französischen Film Noir, dem Johnny To nur noch mit ästhetischen und brutalen Shootouts verfeinert hat. Die ebenso abgefahrene wie interessante Story wurde durch hervorragende schauspielerische Leistung aufgewertet, vorne an Andy Lau als gehirnkranker Profikiller Tok.
In 100 spannenden Minuten wird uns die Geschichte der Nr. 1 des Profikiller O erzählt, der nicht nur mit Chefinspektor Lee Simon Yam ("The Mission", "Tomb Raider 2") zu kämpfen hat, nein dazu kommt noch Tok, der O vom ersten Platz der Killer-Rangliste feuern will um die Nummer 1 zu werden.
Johnny To schafft es dadurch nicht, nur 0 (gespielt von Takashi Sorimachi) als Hauptcharakter zu intrigieren und somit den Film noch vielschichtiger zu machen. Mal erzählt O die Geschichte, mal ist es Tork oder zum Ende hin sogar der Inspector. Auch O's hübsche Haushälterin Chin Kelly Lin ("Running Out of Time 2 ") spielt eine tragende Rolle und steht zwischen den beiden Serienkillern.
O hat sich in sie verliebt und beobachtet sie immer von seiner Zweitwohung aus, wenn sie putzt und auch Tok will mehr oder weniger was von ihr, nutzt es aber mehr aus, damit sie ihn zu O führt. Auf wessen Seite Chin aber letzendlich steht, erfährt man erst ganz zum Schluss.
Bevor es aber zum Showdown der beiden Killer kommt, bleibt genug Platz für stylische und perfekt choreographierte Actionszenen, tollen Kamerfahrten und einer Menge Ironie. So z.B treffen sich beide Profis mit Chen zusammen, essen, trinken, lachen und haben Spaß, bis es still wird, beide aufstehen und zu Chin sagen, dass sie gleich wiederkommen, sie müssten nur mal ebend was erledigen.
Dies erinnert sehr an die John Woo typischen Charaktere zweier Menschen, die sich im Grunde sehr gut verstehen und mögen, aber trotzdem keine Freunde sein können und es darauf hinausläuft, dass einer von beiden sterben muss.
Die Morde der Killer vor allem von Tork nimmt schon opernartige Ausmaße an und wirkt jeder Zeit kunstvoll inszeniert. Tok ist sowieso ein armer Irrer, der nichts mehr zu verlieren hat. So zieht er sich immer kleine Aufträge an Land und wird mehr oder weniger von seinen Auftraggebern beschissen, was soweit geht, bis sie ihn zusammenschlagen, er aber über jeden Schlag lacht und sagte: "Gut weiter".
Als aber der richtige Zeitpunkt gekommen ist, dreht er den Spieß um und richtet ein Blutbad an. Tok ist zwar krank aber ein Profi, auch wenn er meistens nur angibt und überheblich in seiner Art ist. Wie oben schon erwähnt ist er gehirnkrank und bekommt, sobald er grelle und Lichter sieht, einen epileptischen Anfall.
O wiederum lebt sehr zurückgezogen, und vereinsamt. Er lässt niemanden an sich heran und das macht ihn zur Nummer 1. Immer auf der Hut, niemanden vertrauend und eiskalt. Trotzdem hat er Gefühle, er tut nur seinen zweifelhaften Job und das perfekt, auch wenn er mal Menschen töten muss, die er kennt, das gehört dazu, was ihn aber deutlich belastet.
Beide sind so verschieden und doch so gleich. Genau das macht "Fulltime Killer" aus. Neben den harten Actionszenen gib es hier einen tiefen Einblick in die Psyche der Menschen.
Ich kann es nur nochmals wiederholen: "Fulltime Killer" ist eine elegante, durchgestylte Killer-Ballade, knallhart inszeniert mit einem klasse Soundtrack und einer Spitzenbesetzung.
Hongkong-Kino at the best...!!!

Kommen wir nun zur DVD von e-m-s. Die Bildqualität hätte hier deutlich besser sein müssen und können. Das Bild wirkt zu unscharf und der oftmals schwache Kontrast verschluckt hierbei die Details. Der Rauschfaktor ist relativ gering ausgefallen, es fällt aber bei einigen Szenen starkes Blockrauschen auf. Das Bild wirkt etwas verwaschen und durch den ganze Film ziehen sich Schmutzpartikel und Kratzer, die für einen knapp 2 Jahre alten Film nicht sein dürften. Da kommt die Frage auf, drehen die Japaner auf Toilettenpapier oder Zelluloid? Ich weiß es leider auch nicht...
Schade, dabei kommen die Farben gut zur Geltung, aber über die Verschmutzung und die Unschärfe kann auch das anamorphe Widescreenformat nicht hinwegtrösten.
Der Ton hört sich schon deutlich besser an und es wird uns ein guter Dolby Digital 5.1 Track geboten, den es etwas an Dynamik und Klarheit im Dialogbereich fehlt. Ansonsten gibt sich der Raumklang sehr gut und auch die Effektlautsprecher kommen bei den Actionszenen gut zum Einsatz. Der Bass wird auch nicht vernachlässigt, hätte aber an einigen Stellen etwas kraftvoller sein können. Ansonsten aber ein guter deutscher Ton und eine gute deutsche Synchronisation.

Das Bonusmaterial ist nett, aber nicht sehr umfangreich. Neben den 4 Bio- und Filmografien, dem Original-Kinotrailer, eine Bildergalerie und einem DVD-ROM-Part, gibt es ein knapp 30minütiges Making of mit optional einblendbaren deutschen Untertiteln, in dem die Darsteller und Regisseure über die Produktion von "Fulltime Killer" sprechen. Zum Schluss gibt es noch ein Behind the Scenes der Actionszenen und noch ein paar Trailer weiterer e-m-s-Titel. Es sei noch zu erwähnen das das Menü sehr schön animiert wurde und man beim Auswählen auf Lagerhauskisten schießt, wirklich sehr gut gelungen.

Ein toller Film, aber leider in einer zwiespältigen DVD-Umsetzung. Für Fans trotzdem Pflicht...


Film++++++
Bild++----
Ton+++++-
Bonus+++---


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