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FR, D 1981
Originaltitel:Glace avec deux boules ou je le dis à maman, Une
Länge:85 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Christian Lara
Buch:Christian Lara
Kamera:Jean-Claude Couty
Darsteller:Valérie Dumas, Désirée Nosbusch, Daniel Sarky, Sarah Siritzky, Anne Létourneau, Gérard Ismaël
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (siehe Review)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Upmix), Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Specials:
- Dt. Trailer (3:15 min)
- Presseheft (16 Tafeln)
- Frz. und dt. Aushangfotos (24 Bilder)
- Bio- und Filmografie zu Désirée Nosbusch (5 Tafeln)
Lolo und ihre ältere Schwester Vanessa sind schockiert: Ihre Eltern haben sich nach 17 Jahren Ehe getrennt und ihr Vater hat eine neue, jüngere Freundin gefunden. Mit allen Mitteln versuchen sie, ihren Vater zu zurückzuholen. Als das nicht klappt, kommt ihnen die Idee, ihrer Mutter einen neuen Freund zu besorgen, um ihren Vater eifersüchtig zu machen. Doch die Wahl ist gar nicht so einfach, zumal sie den strengen Ansprüchen von Lolo und Vanessa unterliegt.
Nicht noch ein Teeniefilm...keinesfalls! Was unterscheidet diesen gut 20jährigen französischen Film also von den Vertretern des neuzeitlichen Cineasten-Tieffliegertums? Vor allem die recht ernsthafte Story, die zum einen aus den Pubertäts-Problemchen à la "Woher die Pille bekommen?" oder "Mit Freund schlafen oder lieber doch nich?" der zwei kessen Hauptdarstellerinnen und zum anderen aus der schmerzlichen Trennung ihrer Eltern besteht. Von einer "Teenie-Komödie" zu sprechen (siehe Rückcover) ist nicht ganz richtig, ich würde es eher als leichte Erzählung mit komischen Momenten beschreiben, die durch das quirlige, teils naive aber konsequente Auftreten der zwei aufgeweckten Jungdarsteller (vor allem der jüngeren Valérie Dumas, die zum Zeitpunkt des Filmsstarts gerade mal 14 Jahre alt gewesen sein muss) erheblich aufgewertet wird. Die frechen Gören sind gar nicht so blöd, wenn es darum geht, ihrer Mutter einen neuen Liebhaber zu angeln. Vor allem die Jüngere überrascht den Zuschauer des Öfteren durch ihre ungebremst natürliche Art und ihre frische Ausstrahlung. Da bleibt sogar Desirée Nosbusch (durch ihre kontroverse Rolle in "Der Fan" bekannt geworden) sympathiebedingt ein wenig auf der Strecke. Sie kam im selben Jahr ihres Kinodebüts mit diesem Film erneut an eine "große" Rolle ran und hat eine recht passable Leistung abgeliefert. In letzter Zeit macht sie sich vor allem für gemeinnützige Projekte stark und hat in einigen TV-Produktionen mitgewirkt.
Neben den üblichen Liebesproblemchen der Teenies, an die man hier mit einer recht unbefangenen Weise rangeht, gibt's den leicht dramatischen Part des zerbrochenen Elternhauses. Erstaunlich, wie ideenreich und intrigant Lolo und Vanessa zu Werke gehen, um dieses familiäre Bruchstück zu kitten und später, als sie merken, dass ihr Geliebter Vater nur noch zurückzuholen scheint, indem man ihn eifersüchtige auf seine Frau Sarah macht, ihrer Mutter hinter ihrem Rücken neue Verehrer zuspielen. Unnötig zu erwähnen, dass das Ende genauso harmonisch abläuft, wie der Rest des Filmes, denn mir fehlen hier einfach die nötigen Höhepunkte. Spannungen werden schnell durch das sofortige Lösen des Problems (wenn überhaupt eins besteht) genommen und auch sonst herrscht eine recht entspannte Stimmung.
Wirklich schlecht fällt mir eigentlich nur die Rolle von Sarah (die vom Mann Verlassene) auf, denn entweder gibt sie ihrer Spielweise ein wenig zu viel Melancholie bei oder sie ist einfach den ganzen Film über stoned. Ansonsten darf man den Schauspielern eine gute Arbeit bescheinigen, vor allem denen der 2 Hauptdarsteller. Natürlich profitiert "Superbiester" davon, dass (fast) alle Gesichter unverbraucht sind und -wie es sich für so einen Film gehört- nicht als charakterlose Hollywood-Zombies rüberkommen.

Leider ist das Bild sehr grobkörnig und führt zu deutlich sichtbaren Rauschen. Leichte Verschmutzungen und Bilddefekte gehen bei einem 20jährigen Streifen in Ordnung, ebenso wie die (wahrscheinlich nachbearbeitete) intensive Farbgebung, die in manchen Szenen für einen überwiegenden Rotanteil sorgt. Auf größeren Projektionsflächen wird sich das unruhige Bild, dass nach allen Seiten hin- und herwackelt, negativ bemerkbar machen. Dafür geht die Schärfe in Ordnung, nur in schnellen Schwenks werden hier kleine Schwächen wie auch ein nicht zu übersehender Nachzieheffekt (nur in einigen Szenen) deutlich. Die Kompression arbeitet recht gut, hat aber mit den mit dem Rauschen Probleme. Das angegebene Widescreen-Bildformat von 1.85:1 ist schlicht falsch, ein Vollbild würde eher hinkommen. Insgesamt also ein Bild, dass dem Alter entsprechend als gut bezeichnet werden kann, bei dem das Rauschen aber negativ auffällt. DVD-Puristen denken sich eine 3 und Fans eine 4 für die Bildbewertung.

Neben einem Dolby Digital 2.0-Soundtrack gibt es einen 5.1-Upmix auf DVD (beide deutsch). Für Surround-Fanatiker gibt es aber nix Großartiges zu hören, denn der Upmix beschränkt sich anscheinend nur darauf, dass der Originalton auf die restlichen Kanäle gelegt wurde. Damit erreicht man eine Anhebung des Lautstärkepegels und einen scheinbar volleren Sound, was aber im Grunde nicht der Rede wert ist. Ob man sich nun für Original oder Upmix entscheidet, bleibt dem Zuschauer überlassen, beide sind rauscharm und gut verständlich. Einzig negativ fällt hier die deutsche Synchronisation auf. Die Stimmen sind sicherlich Geschmackssache, aber die Abmischung der Stimmen gegenüber den Umgebungsgeräuschen ist mir einen Tick zu laut. Die 4 Punkte für den Ton beziehen sich auf den Ton selbst, für die Synchronisation gäbe es mindestens einen Punkte Abzug. Das auf dem Cover angepriesene "umfangreiche Bonusmaterial" ist wenig überzeugend. Den Trailer betrachtet man kaum noch als Extras und die 2 Sätze Aushangfotos sind zwar nett, aber leider mit einem störenden "Bilderrahmen" versehen (man beachte hierbei die unterschiedliche Motivwahl zwischen deutscher und französischer Version!). Die Bio- und Filmo zu Desirée Nosbusch ist nicht sehr umfangreich. Einzig das Presseheft bietet einige wenige Fakten zu Inhalt und Besetzung des Filmes. Aber hier ist die Schrift viel zu klein gewählt, meist muss man die Worte erahnen.

Alles in allem eine recht gute DVD von Marketing Film, der es zwar an Bonusmaterial mangelt, die aber durch ein relativ zum Alter gesehen gutes Bild und einen klaren Ton überzeugen kann. Fans des französischen Kinos dürfen bedenkenlos zugreifen, denn hier erwartet einen eine lockerleicht-jugendliche Geschichte mit einigen witzigen Einfällen und beruhigenden Sommerfeeling.


Film++++--
Bild+++---
Ton++++--
Bonus++----


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