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USA 2001
Originaltitel:Bones
Alternativtitel:Spectre De Bones, Le
aka. Bones - Der Tod ist erst der Anfang
Länge:96:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:R-Rated (USA)/18A (Kanada)
Regie:Ernest Dickerson
Buch:Adam Simon, Tim Metcalfe
Kamera:Flavio Labiano
Musik:Elia Cmiral, Snoop Dogg
Darsteller:Snoop Dogg, Pam Grier, Khalil Kain, Bianca Lawson, Clifton Powell, Michael T. Weiss, Merwin Mondesir, Sean Amsing, Ronald Selmour, Katharine Isabelle, Ricky Harris
Vertrieb:New Line
Norm:NTSC
Regionalcode:1
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 EX (Eng), DTS 6.1 ES (Eng), Dolby Digital 2.0 (Frz)
Sprache:Englisch, Französisch
Specials:
- Einleger
- Audiokommentar
- Digging Up Bones (23:47 min)
- Urban Gothics: Bones And Its Influences (18:56 min)
- Musikvideo "Dogg Named Snoop" Clip (3:28 min) + Liveversion (4:00 min)
- 14 geschnittene Szenen
- 26 Biografien zu Cast & Crew
- Produktionsnotizen
- Trailer (2:05 min)
- DVD-ROM-Teil (Script To Screen Feature, Weblinks)
Im Jahre 1979 wird der beliebte und ehrhafte Jimmy Bones, der sich als Gönner und Beschützer seines Bezirks sieht, Opfer eines Komplotts durch den koruppten Polizisten Lupovich. 20 Jahre später kaufen 4 Teenies seine ehemalige Residenz, in der er ermordet wurde, um dort eine Disco aufzubauen. Aber das Gebäude erweist sich als Geisterschloss, in dem die Gebeine des ruhelosen Bones auf ihre Auferstehung und Rache warten. Alle damals Beteiligten versuchen, das Geschehene zu verdrängen, unter ihnen Bones Geliebte Pearl, die ihre Tochter nicht daran hindern kann, das unheilvolle Haus zu betreten, in welchem das Verderben lauert.
Drei althergebrachte Horrorformeln werden vereint in dem überwiegend schwarzen "Bones" und das nicht einmal auf die schlechteste Art und Weise. Geisterhaus meets Teenieopfer meets Rachestory und das in genau der Reihenfolge. Snoop Dogg gibt uns hier den Quarter-Paten, der einstmals von Geschäftspartnern um die Ecke gebracht wurde und nun in seinem Traumhaus mitten im Slum umgeht, bis die jungen Nachkommen eines seiner Mörder genau dort ihren Rap- und Hiphopclub eröffnen.

Klar, das Pulver wird hier nicht neu erfunden, dafür sind die Bestandteile, aus denen der Kuchengebacken wurde, schon zu bekannt, doch man kann sie immerhin so anordnen, dass die Mischung verträglich wird. Ernest Dickerson hat seine Genrehausaufgaben gemacht und startet erst mal mit atmosphärischen Sequenzen vom besessenen Haus, bietet kleine, feine Computertricks, düster-verfallene Umgebung, verfremdete Sichtperspektiven. Dazu junge Schwarze mit nicht allzu schlechten Dialogen und kleineren Klischees. Die Rückblenden von Doggs Schicksal kommen häppchenweise im Filmverlauf und so reicht es, um genug Neugier wachzurufen.
In der Filmmitte droht uns dann zwar das Teenieslasherschicksal, wenn Dogg einen DJ verfrühstückt, Fleisch ansetzt und im wahrste Wortsinne den Club "madig" macht, doch auch hier reicht das Gespür für brauchbare Bilder weithin und der Film kriegt erneut die Kurve, ehe er im Rachefeldzug gegen die Mörder kulminiert. Dabei spritzt das Blut zwar munter (wenn es auch für eine solche Produktion deutlich zu hellrot ist), doch anstatt auf Starksplatter setzt man hier eher auf Makabres.
Leider erlebt der Film im Schlußdrittel dann seinen Tiefpunkt, wenn zum simplen 5- Kleine-Negerlein (ein Weißer ist auch drunter) plötzlich abstruser Humor mit abgeschlagenen Köpfen kommt und dieTotenwelt sich als Quersumme aus Freddies Träumen und der Hellraiserseite entpuppt. Auch beim Showdown ist die Auflösung nur allzu sehr abzusehen und den Schlußgag hätte man sich ganz sparen können, doch unter dem Strich weiß "Bones" durch hervorragende Bilder zu gefallen, die mehr Atmosphäre erzeugen, als andere Filme mit der Brechstange erreichen.
Snoop ist ganz passabel, wird jedoch von der erfahreneren Grier locker an die Wand gespielt. Ungewöhnlich dagegen der Auftritt von Pretender Michael T.Weiss, der als korrupter Bulle unter Latex-Fleischmassen zu ersticken droht. Muss außerdem der Quotenweiße sein, denn korrupte schwarze Bullen gibt's wohl nicht. Eine gemischthautfarbige Familie gibt's aber immerhin.

Und auch nach dem Film(-genuss?) wird der Zuschauer mit viel Bonusmaterial beschäftigt sein. "Digging Up Bones" als erstes von zwei Features ist zwar nur wenig mehr als eine Nacherzählung des Films mit viel bekannter Selbstweihräucherung, zahlreichen Ausschnitten und wenig Informationen, dafür wird der Horrorfan viel Spaß an "Urban Gothics: Bones And Its Influences" haben, der diverse Einflüsse des Films aufzeigt, unter anderem die europäischen Klassiker "Blutige Seide" und "Der Dämon und die Jungfrau". Der beiliegende Audiokommentar wird hauptsächlich vom Regisseur Ernest Dickerson und dem Drehbuchautor Adam Simon vorangetrieben, wobei sich interessante Details und langweiliges Gefasel abwechseln. Von Snoop Dogg hat man den Eindruck, er wäre ein wenig müde (oder gut abgefüllt?), denn sein Beitrag zum Audiokommentar ist eher bescheiden. Sein Auftritt folgt in den zwei Videos zum Titel "Dogg Named Snoop", in einer Studio- und in einer Liveversion (live ist aber nur das Bild, der Ton stammt aus der Konserve). Beschaulich sind auch die 14 geschnittenen und abgeänderten Filmsequenzen (teilweise noch unbearbeitet und daher von schlechterer Qualität), die optional vom Regisseur mit einem Audiokommentar versehen werden und es auf eine Spielzeit von knapp 25 Minuten bringen. Abgerundet wird das Bonusmaterial von 25 (Kurz-)Biografien und ausführlichen Produktionsnotizen auf Textseiten. Wer ein DVD-ROM-Laufwerk sein Eigen nennt, darf sich das komplette Drehbuch anschauen und gleichzeitig mit dem fertigen Film vergleichen, was für Filmschaffende sicherlich eine interessante Angelegenheit ist.

Das anamorphe Breitbild ist gestochen scharf und lässt kleine Details gut erkennen. Getaucht in einen leicht übernatürlich, knallig-farbfreudigen Look mit trotzdem düsteren Charakter, der auch in dunklenSzenen einen stets guten Kontrast mit aufgefrischten Farben, vor allem in den Grundtönen Grün, Rot und Blau aufweist, wird man auch keinerlei Bildverunreinigungen vorfinden. Leider findet sich trotz der polierten Aufmachung in einigen Szenen ein teils fast unmerkbliches, teils aber auch deutliches Rauschen wieder. Sieht man also von den im Intro verwendeten, verwackelten und unscharfen Bildern ab, die offensichtlich als Stilmittel zur Verdeutlichung der Geschehnisse im Jahre 1979 eingesetzt werden, bekommt man eine sehr gute Bildqualität geboten.
Auch im Bereich Ton macht die "Bones"-DVD einen guten Eindruck und legt einen knalligen, dynamischen Dolby Digital 5.1-Ton vor, der sowohl die Dialoge klar rüberbringt als auch den Soundtrack mit einem kräftigen Bass unterlegt. Überraschend positiv fällt das Sounddesign und die vielen Effekte auf, die mit einer konstanten Häufigkeit auf die Rearspeaker gelegt wurden und den Film zu einem sehr guten Raumklang und dem Zuschauer zu einem effektiven Schaudererlebnis verhelfen. Der DTS 6.1 ES Track bietet die gleichen Vorzüge wie der DD-Ton und unterscheidet sich wirklich nur leicht in einem detaillierteren Klang von ihm, was aber kaum auffallen sollte. Weit zurück liegt da natürlich der französischsprachige Stereoton, der im technischen Bereich trotzdem einwandfrei ist. Aber braucht schon die "saubere" französische Synchronisation, wenn der englische Ghetto-Slang doch viel authentischer rüberkommt.

Wer also auf brauchbare Videothekenware aus ist, sollte bei "Bones" ruhig mal zugreifen, denn Brauchbareres auf diesem Level ist selten und rar. New Line bietet passend dazu eine gut ausgestattete DVD in sehr guter Bild- und Tonqualität, die dem Medium DVD vollends gerecht wird.


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++--


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