UK, USA 1997
Originaltitel:Tomorrow never dies
Länge:114 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roger Spottiswoode
Buch:Bruce Feirstein
Kamera:Robert Elswit
Musik:David Arnold, Sheryl Crow, Mitchell Froom u.a
SFX:Dave Eltham
Darsteller:Pierce Brosnan, Michelle Yeoh, Teri Hatcher, Jonathan Pryce, Judi Dench, Desmond Llewelyn, Samantha Bond, Joe Don Baker, Ricky Jay, Götz Otto, Vincent Schiavelli
Vertrieb:MGM/Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,44:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Specials:
- Audiokommentar mit Vic Armstrong und Michael G. Wilson
- Audiokommentar mit Regisseur Peter Spottiswoode und Dan Petrie Jr.
- Die Geheimnisse von 007 (42:45 Minuten)
- Isolierter Score
- Storyboardpräsentationen
- Die Spezialeffekte (2:50 Minuten)
- Interview mit dem Komponisten David Arnold (2:31 Minuten)
- Musikvideo von Sheryl Crow (4:15 Minuten)
- Kinotrailer (2:15 Minuten)
- Kurztrailer (0:57 Minuten)
- Gerätschaften: kleine Infos über den Unterwasser-Bohrer, den BMW und über das Mobiltelefon
- 12-seitiges Booklet
Zeiten ändern sich, Menschen ändern sich - und die Bösewichte auch. Zu dieser Erkenntnis sind auch die Bond-Macher gekommen und haben in
"Der Morgen stirbt nie" die Macht der Medien thematisiert. Am Beispiel des Verlegers Elliott Carver, der einen Weltkrieg im südchinesischen Meer provozieren will, um damit seine mediale Vormachtstellung in der Welt zu festigen, wird die Perversion der zunehmenden Mediensteuerung dargestellt. Der Film ist allerdings weit weniger hintergründig und sozialkritisch wie man es uns auf den ersten Blick weiß machen will. Der zweite
Brosnan-Bond nach dem wirklich guten
"Goldeneye" ist im Endeffekt nichts anderes als ein gut gemachter Actionfilm, der mit einem geringen Budget und anderen Darstellern

auch ein 08/15 B-Movie hätte werden können.
"Der Morgen stirbt nie" ist eine bloße Aneinanderreihung zahlreicher und gut inszenierter Actionszenen, jedoch fehlt es hier deutlich an dem Charme, den sonst ein Bondfilm unterliegt. Hier wird kein Platz gelassen für James zynische und Herzensbrecherische Art, die man bei
Sean Connery so geschätzt hat. Hier darf nur das Gewehr sprechen und eine Actionsequenz jagt die nächste. Das Schlimme daran ist nicht einmal, dass
"Der Morgen stirbt nie" recht seelenlos geworden ist oder sich nur auf Geballer und Töten konzentriert. Nein, es kommt einfach keine Spannung auf und das ist der Tod eines jeden Film, selbst wenn es sich um einen James Bond-Film handelt.
Zu viel Action, zu wenig Handlung, alles absolut Bond untypisch um es einmal kurz und knapp auszudrücken. Auch sind die Bond-Filme ja wegen ihrer tollen Schauplätze bekannt, die einen hier auch nicht vom Hocker hauen und die Darstellerwahl fiel auch schonmal besser aus.
Jonathan Pryce (
"Brazil",
"Fluch der Karibik") als Medienmogul und Bill Gates-Klon Elliott Carver kann einfach nicht überzeugen und auch
Götz Otto (
"Beowulf",
"Schindlers Liste") wirkt hier recht blass und fehl besetzt. Mit der hübschen
Michelle Yeoh hat 007 hier eine ähnlich starke Partnerin wie damals in
"Der Spion der mich liebte" zur Seite gestellt bekommen, die auch voll in ihrer Rolle aufgeht. Trotzdem ist dies nicht nur thematisch einer der schwächsten Bond-Filme

überhaupt, war aber erfolgreich genug um die Reihe mit
"Die Welt ist nicht genug" fortzusetzen.
Auch bei dieser Special Edition hat sich
MGM richtig Mühe geben und sich in puncto Bildqualität gegenüber der Erstauflage enorm verbessert. Man bietet uns hier einen hervorragenden Kontrast, der auch in dunkeln Szenen überzeugen kann. Die Detailschärfe kann diesmal auch als gelungen bezeichnet werden, ebenso die Farben, die sich klar und sauber präsentieren. Verschmutzungen kann man nicht ausmachen und nur ab und an fällt leichtes Hintergrundrauschen auf. Ansonsten aber ein wirklich toller anamorpher Transfer.
Auch der Ton überzeugt auf ganzer

Linie. Hier wird uns ein Klasse Raumklang geboten in dem die Rearspeaker hervorragend eingesetzt werden. Der Ton bietet eine tolle Dynamik und auch der Bass kommt hier kräftig rüber, wenn auch nicht so druckvoll wie bei der
"Goldeneye"-DVD. Der Score passt sich perfekt dem Geschehen an und auch die Umgebungsgeräusche kommen sehr gut zur Geltung. Die Dialoge sind sehr verständlich, kommen aber nicht an die Klarheit der englischen Version heran, die im Bassbereich noch einmal ordentlich zulegt und richtig Druck ausübt. Daher zwar eine volle Punktzahl, jedoch mit leichter Tendenz nach unten, wegen der guten, jedoch nicht perfekten deutschen Tonspur.
Das Bonusmaterial gibt sich diesmal etwas magerer, entschädigt aber durch seine zwei wirklich interessanten
Audiokommentare mit Vic Armstrong und Michael G. Wilson und andererseits mit
Regisseur Peter Spttiswoode und Dan Petrie Jr.. Leider sind beide nicht optional untertitelt worden, was schade ist, denn hier erfährt man wirklich interessantes über die Entstehung des Films und die Dreharbeiten. Auch die 43-minütige Dokumentation
"Die Geheimnisse von 007" sind sehr interessant geworden. Die
"Storyboardpräsentationen" hingegen sind total langweilig und misslungen. Hier zeigt man uns Szene aus dem Film mit einer durchsichtigen Storyboardzeichnung, die in den Film reinkopiert wurden. Zum ersten ist das Ganze kaum zu erkennen und zweitens, hat man sowas schon deutlich besser gesehen. Interessanter hingegen das etwas zu kurze Featurette zu den
"Spezialeffekten" im Film. Hier werden uns knapp 3 Minuten an Szenen gezeigt, einige vor und nach der Computerbearbeitung. Davon hätten wir gerne mehr gehabt, schade. Das kurze
"Interview mit dem Komponisten David Arnold" ist ebenfalls einen Blick wert. Zum Schluss gibt es noch das
Musikvideo von Sheryl Crow , den
Kinotrailer,
Teaser und kleine Infos über den Unterwasserbohrer, den BMW und über das Mobiltelefon in
"Der Morgen stirbt nie" mit dem Titel:
"Gerätschaften". Last but not least gibt es noch die Möglichkeit den original Film Score von
David Arnold als
isolierten Musik Track beim Film zuzuschalten und ein 12-seitiges Booklet rundet das Bonusmaterial ab.
Einer der schwächsten Bond-Filme in einer nahezu perfekten DVD-Umsetzung mit minimalen Mängeln in Bild und Ton. Für Bond-Fans ein Muss, alle anderen sollten sich lieber zum zweiten Mal
"Goldeneye" anschauen, der macht mehr Spaß.