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IT 1968
Originaltitel:Preparati la bara!
Alternativtitel:Django sees Red
aka. Django, Prepare a Coffin
aka. Django - Sein Haß ist tödlich
aka. Django und die Bande der Gehenkten
aka. Bande der Gehenkten, Die
aka. Get the Coffin Ready
aka. Viva Django
Länge:82:06 Minuten (gekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Ferdinando Baldi
Buch:Ferdinando Baldi, Franco Rossetti
Kamera:Enzo Barboni
Musik:Gianfranco Reverberi
Darsteller:Terence Hill, Horst Frank, George Eastman, José Torres, Pinuccio Ardia, Guido Lollobrigida, Andrea Scotti, Barbara Simon, Spartaco Conversi, Luciano Rossi
Vertrieb:3L
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:19.11.2009 (Kauf)
Specials:
  • Dt. Trailer (2:12 Min.)
  • Slideshow (8 Bilder)
  • Filmo- und Biografie Terence Hill (18 Seiten)
Revolverheld Joe (Terence Hill) hat seine wilde Zeit hinter sich und will mit seiner Frau eigentlich nur ein ruhiges Leben führen. Doch als der einflussreiche Senator David Barry (Horst Frank) einen Goldtransport überfallen lässt und Joes Frau ums Leben kommt, sinnt Joe auf Rache. Da er gegen die Übermacht des Politikers allein nichts ausrichten kann und auch der "Dicke" sich anderen Orts die Sonne auf den Wanst scheinen lässt, greift er zu einer List: Er lässt sich zum Friedensrichter und Henker ernennen, rettet aber das Leben der unschuldig Verurteilten. Mit seiner Bande der Gehenkten startet Joe seinen schlagkräftigen Rachefeldzug.
Friedensrichter Joe (Terence Hill) rettet unschuldig Verurteilte heimlich vor dem Galgen und bildet mit ihnen eine Vigilante Force, die sich vor allem gegen den skrupellosen Gouverneur David Berry (Horst Frank) wenden soll.

In Unkenntnis der originalintendierten Erstsynchronfassung "Django und die Bande der Gehenkten" bleibt das erstmal die Inhaltsangabe; alles andere wäre zuviel reininterpretiert und vermutet. Die Zweitsynchronfassung "Joe der Galgenvogel" verändert nämlich komplett den Ton des Filmes und produziert einen komischen Effekt, so dass man je nach Augenmerk auf Bild und Ton gleichzeitig verschiedene Filme, ja sogar verschiedene Genres sieht.
Dabei machen die obligatorischen Schnitte in den Gewaltszenen noch nicht einmal das Problem aus: Die versuchte Auflockerung durch vermeintlich komische Dialoge legt einen falschen Sinn über den hohen Anteil von Zynismus und Brutalität, stellt ständig einen nichtvorhandenen Bezug zum abwesenden Dicken (= Bud Spencer) her und kommt zuletzt noch häufiger mit dem Moralischen. Joe wird mehrmals an seine Pflichten als staatlicher Beamter erinnert und "versucht" zusammen mit seinem Vater auch, die Gauner nur zu verwunden, ins Gefängnis zu bringen und einem ordentlichen Gericht zuzuführen. Die Bilder kümmern sich nicht darum, verselbständigen sich und veranstalten eine tödliche Schießerei; letztlich ist das krude Ergebnis ein unheimlich misslungenes Experiment, das wahrscheinlich Klassen unter dem ursprünglichen Werk liegt und ganz anders bewertet werden muss.


Als Hauptelement der Handlung fällt das potenziale Element der Bande der Gehenkten am deutlichsten auf, wird aber auch am wenigsten genutzt, was materiell die gröbste Schwäche des Filmes ist. Sowieso ist sämtliche Figurenzeichnung sehr simpel und rein nach dem Drehbuch fungierend; das motivistische Repertoire kommt abgesehen bei Joe über Geldgier nicht hinaus und treibt dadurch einen harten Keil in jede Charakterisierung. So erfreuen sich die vom Strick Befreiten gar nicht über das geschenkte Leben oder zeigen sich irgendwie gegenüber ihrem Retter dankbar, sondern veranstalten flugs einen Aufstand. Da wird die geplante Vereitelung eines Raubüberfalls auf den Geldtransport schnell zum eigenen Verbrechen, worauf das edle Metall auch innerhalb der Gemeinschaft zu Mord und Totschlag führt. Die Besitzer wechseln, die Gier bleibt.

"Macht ist immer nur da, wo Geld ist"; Joe will keine Macht und das Materielle ist auch längst außen vor. Er will nur die Gerechtigkeit und Rache und nutzt dafür selber illegale Wege, die aber in der Zeit notwendig geworden sind. Zwei Angebote von Berry schlägt er aus; die erste Verweigerung führt zum Tod einer Frau (seiner Frau?), die zweite später zu seiner Folterung und als Antwort zum offenen, fulminanten Gewaltausbruch zwischen beiden Männern.


Wieder bietet die vorliegende Fassung nur mehr Fragen als Antworten; zuerst ist es ein Rätsel, wieso Joe nach dem eröffnenden Überfall überhaupt noch als Einziger am Leben ist und wieso er danach immer noch am Leben gelassen wird, obwohl er offen in der Stadt herumspaziert. Dann verschiebt sich die Zeit; es ist schon ein Unterschied, ob die Geschehnisse zwei Wochen oder fünf Jahre her sind und auf eins davon sollte man sich dann auch einigen können.
Die ersten drei Verräter in Joes Bande enttarnen sich fast von allein; noch offensichtlicher wäre es nur gewesen, wenn sie mit einem Schild herumgerannt wären.

So geht es weiter; derlei Freiraum in der schon einfachen Grundkonstellation macht die mangelnde Drehbuchsubstanz allerdings die meiste Zeit durch die karge und düstere Atmosphäre wett. Mit ästhetischem Nihilismus werden erfolgreich die harten Einschnitte in der Erzählweise kompensiert. Dramaturgisch inkohärent, aber stilistisch eine eigene und überzeugende Vision in der Tradition von Interner Link"Django", die sogar einige Zitate mit einbringen darf, ohne als Plagiat zu wirken. Mag der Friedhof auch fast zu grotesk krumm und windschief erscheinen, so ist die beinahe postapokalyptische Präsentation von Gier und Verzweiflung doch erfolgreich. Solange man sich auf das Gezeigte konzentriert und das Gesagte ausblenden kann.


Die Aufarbeitung der DVD gegenüber der alten Auflage bezieht sich auf ein Feinheiten und Änderungen an Kontrast, Farben und Detailschärfe. Letztere wurde nur dezent verbessert, man kann es aber als Verbesserung bezeichnen. Trotzdem treten noch leichte Bewegungsunschärfen auf, die aber verschmerzbar sind. Die etwas rotstichige Vorlage wurde nun normalisiert und der Kontrast satter gestaltet. Das sorgt für ein paar plastischere Bilder, in dunklen Bereichen trifft man aber nun öfter auf tiefschwarze Figuren vor tiefschwarzem Hintergrund. Nichtsdestotrotz ist die Umsetzung sehr gelungen, auch wenn besonders Detailschwächen noch nicht ganz das halten, was die Bezeichnung "digital remastered" verspricht.

Dem deutschen Ton kann ich nicht mehr allzuviel abgewinnen. Das leichte Zischeln in den Stimmen, die kernigen Dialoge und die mittenlastige Abmischung sind in Ordnung für das Alter des Films, nicht aber für das der Synchro, die erst in den 1980er Jahren entstand. Dazu kommen Materialschäden, die sich in einer blechernen, ausgehöhlten Akustik ausdrücken. Das klingt dann so, als ob man eine sehr niedrig komprimierte MP3-Datei hören würde, nur dass die Ursache für den Qualitätsverlust bei diesem Film vermutlich ein anderer ist. Da diese Schnittfassung lediglich in Deutschland existiert, ist es entschuldbar, dass kein Originalton und keine andere Sprache auf der DVD vertreten ist. Allerdings fehlen deutsche Untertitel.


Weil die Neusynchronisation, die den Film neu entwirft, in vielen Fällen den Ton des Western-Genres nicht trifft, das "Joe, der Galgenvogel" immer noch verkörpert, und die Originalgeschichte trotz Abstraktion nicht so richtig ins Komödienfach passt, ist dem Original namens "Django und die Bande der Gehenkten" der Vorzug zu geben. Manchmal lässt sich Witzigkeit eben nicht erzwingen, auch nicht mit vollgestopften Monologen wie hier, die den Film in Grund und Boden zu quasseln versuchen.
Die Neuauflage besitzt die üblichen Extras wie Trailer, eine Biografie und eine Slideshow.


Film++++--
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


Druckbare Version
Django und die Bande der Gehenkten (New Digital Remastered)
Django und die Bande der Gehenkten
Joe, der Galgenvogel
News3L- und Wicked-Vision-Gewinnspiel zum Spencer/Hill-Comeback!
"Django und die Bande der Gehenkten" auf Blu-ray
Django und die Bande der Gehenkten
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