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USA 1984
Originaltitel:2010: The Odyssey Continues
Alternativtitel:2010: Odyssey Two
aka. 2010: The Year We Make Contact
Länge:111 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Peter Hyams
Buch:Arthur C. Clarke, Peter Hyams
Kamera:Peter Hyams
Musik:David Shire
SFX:Henry Millar Jr. u.a
Darsteller:Roy Scheider, John Lithgow, Helen Mirren, Bob Balaban, Keir Dullea, Douglas Rain, Madolyn Smith-Osborne, Dana Elcar, Taliesin Jaffe, James McEachin, Arthur C. Clarke
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Specials:
- 21 Untertitel
Neun Jahre nach dem letzten Kontakt mit dem Raumschiff Discovery, das am Jupiter die Spur des schwarzen Monolithen verfolgen sollte, startet die Leonov mit einer russisch-amerikanischen Besatzung, um das Rätsel zu lösen. An Bord ist auch Dr. Heywood Floyd, der bereits die Mission des Jahres 2001 betreute. Während sich auf der Erde der Ost-West-Konflikt wieder zuspitzt, begreifen die Astronauten, dass ihre einzige Überlebenschance in der Zusammenarbeit liegt. Man stößt auf die verwaiste Discovery, und Dr. Chandra, der Konstukteur von HAL 9000, kann den Bordcomputer wieder aktivieren. Der Geist von David Bowman erscheint und verkündet wundersame Ereignisse. Während die Leonov die Heimreise antritt, verwandelt der Monolith den Gasplaneten Jupiter in die neue Sonne Lucifer. In HALs letzter Botschaft werden der Menschheit die Jupitermonde zum Geschenk gemacht - mit Ausnahme von Europa, auf dem sich eigenes Leben entwickelt hat.
"2010" leidet immer noch unter dem generellen Urteil, seinem meisterhaften Vorgänger nicht das Wasser reichen zu können. Tatsächlich entpuppt sich die weitergesponnene Geschichte, die im Original nur vages Basismaterial für eine Bilderflut war, als interessante Variante zum Kalten Krieg, der 1984 noch einmal in absoluter Hochphase war. Zwar wurde der Film gerade dafür gerügt, dass er eine außerirdische Intervention für nötig erachtete, um einen weltweiten politischen Konflikt zwischen USA und UdSSR zu schlichten oder zumindest um die Betreffenden zu heereren Zielen wachzurütteln, nur vergisst man dabei, dass das gleiche Sujet dem allseits geachteten "The Day, the Earth stood still" zugrunde liegt.
Der Film erzählt neun Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils von der Aufklärungsmission zur Discovery, die sich immer noch im Jupiterorbit befindet. Notgedrungen muss die US-Crew mit einem Sowjet-Schiff fliegen, was Gelegenheit zu Reibereien gibt, bis die Astronauten im Jupiterbereich diverse Überraschungen erwarten. Die mystische Bilderreise ist so einer überraschend spannenden Erzählhandlung in bester SF-Tradition gewichen, die zudem noch die besten Ideen Kubricks übernimmt, umdas nötige Flair zu erhalten, ohne jetzt konkrete Teile des Klassikers zu kopieren. Dazu gehören die Helmatmung, das leichte Dröhnen des Alls in gewissen Momenten und außerdem eine geradezu tödliche Stille des Kosmos, die sich wesentlich echter anfühlt, als so mancher von einem Soundtrack belästigten andere Film. Diesselben Modelle wurden verwendet zur Erschaffung des gleichen, fast semidokumentarischen Realismus, der vor allem dem normalen Umgang mit dem Raumschiff einiges an Spannung abgewinnt, ehe die übernatürlichen Elemente hinzukommen. Sowohl HAL 9000 als auch ein geisterhaft-übernatürlicher Bowman sind ebenfalls mit dabei und sorgen für das gewisse Kribbeln, unterstützt durch eine hervorragende Sequenz, in der man dem Flug einer Raumsonde über dem Mond Io per Außenkamera folgen darf, auf welchem etwas vorgeht und der überaus abrupt beendet wird. Die Sequenz schafft es, selbst bei mehrmaligem Konsum immer wieder hinzusehen.
Die politische Brisanz würzt dasGeschehen zunehmend von außen und selbst ohne die Alien-Intervenierung kommt es zum nötigen Konsenz, dass man im All von Hoheitsgebieten weit entfernt ist. So banal es ereignistechnisch ist, so intensiv sind so manche Sequenz, wie etwa der Wiedereinstieg in die kreisende Discovery und die Untersuchung des schwebenden Monolithen, die durch Betonung der lebensfeindlichen, unendlichen Umgebung die Komplizenschaft des Zuschauers zum Erlebnis machen. Erfreulich nüchtern und trocken, wenn auch pointiert, ist der Ton von "2010" , der zu einer gänzlich unerwarteten Pointe führt, die wahrhaftig wunderbar (und wunderschön ist), wenn auch der Prozess des "Werdens" fast noch berauschender gerät.
Natürlich nimmt der erzählende Plot der Mystik von "2001" die Grundlage, lässt aber noch genug Fragen offen, um nicht als "Wir erklären jetzt alles"-Film verstanden zu werden. Actionfreunde enthält der Film sicherlich zu wenig, um wirklich zu fesseln, an Intensität übertrifft er aber so manchen vordergründigen Unterhaltungsstreifen bei weitem, ohne zwingend etwas anderes zu sein. Angesichts des Vorgängers kann ich mir eine bessere Variante für Kubricks Werk kaum vorstellen, wenn man tatsächlich an der Geschichte interessiert ist, und darüber hinaus ohne erzählerische Löcher oder leere Strecken voller Bildgewalt, die im Zeitalter von "Star Wars" und ähnlichem auch kaum dieselbe Wirkung hätten erzählen können. Für mich einer der vollendetsten Filme der 80er Jahre und verdammt unterschätzt:...

Zu Beginn fällt schon das nicht anamorphe Bild negativ auf, was aber nicht das Schlimmste ist. Hier muss sich Warner mal wieder das schlechteste Master herausgesucht haben, denn hier fällt sofort starkes und grobkörniges Rauschen und viele Defekte im Bild auf. Zwar ist der Kontrast sehr gut und die Farben werden kräftig wieder gegeben, aber dafür ist die Schärfe weit vom Optimum entfernt und gerade noch befriedigend. Die Kompressionen sind gut gelungen und machen nicht sonderlich auf sich aufmerksam. Trotzdem 3Punkte wegen dem nicht anamorphen und stark grobkörnigen Bild. Das kann Warner doch besser.
Beim dem Ton hat man sich deutlich mehr Mühe gegeben und Warner spendiert drei Sprachfassungen in Dolby Digital 5.1, wobei der englische noch der beste ist. Hier wird uns ein kräftiger Bass geboten, sowie eine saubere Sprachabmischung. Die Umgebungsgeräusche kommen dezent aus den Rearspeakern, nur die Musik wurde zu stark auf alle Kanäle gelegt, so das es sich teilweise etwas unnatürlich anhört. Die deutsche ist deutlich dumpfer und bei weiten nicht so kraftvoll wie der englische Track. Ein richtigen Raumklang darf man nur selten erleben und die Dialoge neigen zu leichten Verzerrungen. Für einen Ton aus dem Jahre 1984 aber durchaus 4 Punkte wert.
Wer hier im leblosen Menü nach dem Button fürs Bonusmaterial sucht, wird schnell enttäuscht. Hier gibt es nichtmal den Trailer noch das kurze Making Of, was auch auf der US-DVD zu finden ist. Im Grunde ein rundum traurige Leistung für Warner, einen Film dieser Güte so lieblos auf DVD zu verramschen. Da "2010" mittlerweile für wenig Geld zu bekommen ist, wird es wohl noch mit einer Special Edition eine ganze Weile dauern.


Film+++++-
Bild+++---
Ton++++--
Bonus------


Druckbare Version
2001: A Space Odyssey (Collectors Edition)
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