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AUS 2003
Originaltitel:Undead
Länge:99:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Spierig, Peter Spierig
Buch:Michael Spierig, Peter Spierig
Kamera:Andrew Strahorn
Musik:Cliff Bradley
SFX:Steven Boyle
Darsteller:Felicity Mason, Mungo McKay, Rob Jenkins, Lisa Cunningham, Emma Randall, Dirk Hunter, Steve Grieg, Noel Sheridan, Gaynor Wensley, Eleanor Stillman, Peter Mensforth, Jacob Andriolo, Michele Steel, William John King, Tim Dickenson, Brad Sheriff, Georgia Potter-Cowie, Chintamani Aked, Steven O'Donnell
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamoroph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:DigiPack im Schuber
DVD-Start:09.01.2006 (Kauf)
Specials:
DVD 1:
  • 2 Audiokommentare
  • Trailer dt./engl. (2:30 Min.)
  • Teaser Trailer (1:32 Min.)
  • Internet Teaser Trailer (0:21 Min.)
  • Interview (19 Seiten)
  • Trailershow:
    • Alexandra's Project (2:10 Min.)
    • Bangkok Haunted (1:57 Min.)
    • Blood & Bones (1:54 Min.)
    • Casshern (1:59 Min.)
    • Coast Guard (2:12 Min.)
    • Cutie Honey (1:58 Min.)
    • Flesheaters (2:27 Min.)
    • Ghost (1:36 Min.)
    • H (1:55 Min.)
    • Hellavator (2:07 Min.)
    • In My Skin (1:33 Min.)
    • In The Mind Of A Killer (2:01 Min.)
    • Long Lunch (3:44 Min.)
    • Mysterious Skin (2:02 Min.)
    • Matando Cabos (2:24 Min.)
    • Necromancer (2:38 Min.)
    • No Blood No Tears (1:56 Min.)
    • Record (1:55 Min.)
    • Ring: Virus (2:19 Min.)
    • Rojo Sangre (1:32 Min.)
    • Save The Green Planet (2:14 Min.)
    • Scarlet Letter (2:19 Min.)
    • Severed - Forest Of The Dead (1:17 Min.)
    • Six Ways To Sunday (1:50 Min.)
    • Steal It If You Can (1:50 Min.)
    • Sympathy For Mr. Vengeance (1:42 Min.)
    • Survive Style (1:36 Min.)
    • Tough Luck (1:36 Min.)
    • Una De Zombies (1:58 Min.)
    • Vares - Private Eye (1:38 Min.)
DVD 2:
  • Making Of (35:50 Min.)
  • Interview Spierig Brothers (15:54 Min.)
  • Kamera- und Make-Up-Test (2:12 Min.)
  • Homemade-Dolly-Konstruktionsvideo (2:03 Min.)
  • Toronto International Film Festival (9:23 Min.)
  • Deleted Scenes:
    • In der Bank (erweitert, 1:47 Min.)
    • Agent am Telefon (erweitert, 1:16 Min.)
    • Cricketspiel (erweitert, 1:58 Min.)
    • Alternative Titelsequenz (0:34 Min.)
    • Kellerszene (0:31 Min.)
    • Bunkerszene (3:09 Min.)
    • Actionszene (0:31 Min.)
    • Wayne an der Kasse (1:16 Min.)
  • Vergleich Animation zum Film (12:00 Min.)
Berkeley, ein kleiner idyllischer Fischerort im Herzen Australiens wird urplötzlich von einem Meteoritenhagel heimgesucht, der das friedliche Zusammenleben der Bewohner auf eine harte Probe stellt: In kürzester Zeit mutieren brave Großmütter und Vorstädter zu blutrünstigen Zombies. Rene, die ehemalige Beauty Queen des Ortes, der Waffenfreak Marion, sowie wenige andere, die sich ihrer Haut erwehren müssen, versuchen dem Geheimnis um die Untoten und Außerirdischen, die zeitgleich mit ihnen erschienen, zu lüften. Und warum prangen riesige Dornen bestückte Mauern um die Stadt, in der es neuerdings unentwegt regnet?
Mal was Neues. Ein australischer Zombie-Splatterstreifen, der auf den Spuren von Interner Link"Braindead" und Konsorten wandelt. Mit Abstrichen muss man sagen: Das ist wirklich gut gelungen.

Aber immer der Reihe nach. Kurz zur Story: Über einem kleinen Kaff braut sich was zusammen. Es bilden sich seltsame Wolken, Lichtstrahlen fahren aus dem Himmel und absorbieren Insekten direkt nach oben. Saurer Regen fällt. Dann stürzen Kometenfragmente auf die Erde und durchbohren eine alte Frau, die nun mit einem großen Loch im Bauch auf die Suche nach Menschenfleisch geht. Panik bricht aus. Der Einzige, der mehr zu wissen scheint, ist ein verrückter Einsiedler, der behauptet, von Außerirdischen entführt worden zu sein ...


Für einen einfachen Zombiefilm ist die Story sehr skurril und mit Erzählstrangknödeln geradezu durchsetzt - was nun keine Garantie für eine ausgebuffte Geschichte ist. Man sollte also kein Interner Link"Pulp Fiction" im Zombie-Gewand erwarten. Stattdessen wurde, wie es den Anschein hat, frei nach Lust und Laune alles in den Film gequetscht, was einem gerade in die Finger kam. Es gibt nämlich nicht nur Zombies zu bestaunen, sondern auch Aliens mischen mit - irgendwie.


Im Mittelpunkt steht aber unser wortkarger Held mit der Latzhose, dem Strohhut und der dreiläufigen Schrotflinte. Er, der er davon überzeugt ist, nach einer Zombiefischattacke (!) auf ein UFO gebeamt worden zu sein.
Eine Vorgeschichte wie die von dem Saufbold aus Interner Link"Independence Day", eine Stimmgewalt wie die vom Terminator, eine Schrotflinte wie die von Ash; man muss schon sagen: auch wenn der Typ ein Frankenstein der berühmtesten Antihelden der Filmgeschichte ist, irgendwie entwickeln die einzelnen Teile zusammengefügt einen eigenständigen und sehr bunten Charakter. Ich würde mal behaupten, dass sich dieser Kerl durchaus zum Kult aufbauen ließe.


Die restlichen Charaktere sind für ein solches B-Movie schon recht passabel, können neben unserem Helden aber nur blass aussehen. Gerade die zwei Polizisten wollen richtige Brüller sein, können dem Zuschauer in den ersten Minuten auch ein Lächeln abgewinnen, wirken anschließend aber einfach nur nervig.
Erfreulich ist die Reihenfolge des Abtretens der Charaktere. Gegen alle Konventionen beißen auch schon mal mutmaßliche Protagonisten recht früh ins Gras. Überhaupt ist die ganze Struktur der Geschichte ziemlich erfrischend. Erst werden die Wirkungen der Kometeneinschläge draußen an Einzelpersonen gezeigt, dann gibt's ein Kammerspiel in der Hütte des Verrückten, um letztendlich als absoluten Kontrast das Finale im freien Himmel abspielen zu lassen.


Die Effekte können sich übrigens sehen lassen. Die Zombies sehen richtig schön eklig aus, obwohl hier etwas die Originalität fehlt, denn hier wurde eindeutig von Raimis Interner Link"Tanz der Teufel" abgekupfert. Doch wie heißt es so schön: besser gut geklaut als schlecht erfunden. Dieser Grundsatz scheint sowieso beim Regisseur einen bibelartigen Status zu genießen, denn er lässt sich auf alle anderen Bereiche übertragen. Die Hütte ist wiederum eine "Tanz der Teufel"-Kopie, der Einkauf im Lebensmittelladen eine Hommage an Interner Link"Dawn of the Dead" und auch "Braindead" scheint den Machern nicht unbekannt zu sein.
Aber ich will noch einmal kurz auf die Effekte zurückkommen. Wie gesagt, das Make-Up ist ausgezeichnet. CGI-Effekte wurden auch zum Teil eingebaut. Sie können mit den Masken nicht immer ganz mithalten: Bei dem Zombie, der mit halbem Kopf auf die Hütte zuwandert, kann man bei der fehlenden Kopfhälfte geradezu die grüne Abdeckmaske nachzeichnen. Das zweimal eingebaute Rückgrat mit Beinen (oder alternativ: halbierter Zombie) sieht allerdings sehr lustig aus.
Apropos: Da verstehe einer die FSK. Jet Lis "The One", den man mit etwas gutem Willen auch ab 12 hätte freigeben können, wurde mit einer FSK18 versehen. "Undead" bekam eine FSK16; vermutlich die brutalste und splatterhaltigste FSK16, die die Filmwelt jemals gesehen hat. Es wird zwar nicht rund um die Uhr gehäxelt, aber zwischendurch findet man doch schon mal einen zweigeteilten Zombie oder einen zermatschten Kopf oder eine zünftige Gedärmeschlacht.


So, genug des Lobes. Zum Ende hin übertreiben es die Regisseure dann doch etwas mit den verworrenen Erzählsträngen. So bleibt "Undead" der einzige Zombiefilm, bei dem ich nicht alles kapiert habe. Und dazu sei erwähnt, dass ich selbst bei Lynchs Interner Link"Mulholland Drive" einige Erklärungsansätze hatte.
Fest steht jedenfalls, dass man zumindest sekundär wieder Sozialkritik üben wollte, wie es nach dem grandiosen Interner Link"Night of the Living Dead" im Zombiegenre üblich geworden ist. Das will aber nicht ganz so gut gelingen wie bei der Konkurrenz.

Was bleibt, ist ein exotischer Zombieimport "from down under", der höchst unterhaltsam ist und durch das freche Klauen bei Vorbildern tatsächlich etwas Neues schafft, so nach dem Motto: Wenn man Vanille, Erdbeere und Schokolade mischt, dann kommt dabei keine Vanille-Schokoladen-Erdbeere heraus, sondern eher so etwas wie eine "Vanerdolade". Nachhaltigen Eindruck hinterlassen wird mit Sicherheit unser wortkarger Antiheld, der lieber seine Flinte sprechen lässt.

Guten Appetit.


Nach der Einzel-DVD-Veröffentlichung hat I-On nochmal eine Special Edition nachgelegt. Dabei hat man nicht einfach die erste DVD so belassen und eine zweite DVD dazugepackt, sondern bereits den Bonusbereich von Disc 1 aufgestockt. Auf der Film-Disc befinden sich neben Trailer und Teaser zwei Audiokommentare. Kommentar Nr. 1 kann man sich schenken, wenn man kein Aussie-Englisch versteht oder aber, wenn man keine Lust auf viel Gebrabbel von den Darstellern Mungo McKay, Emma Randall und Dirk Hunter hat, die zwar Spaß dabei haben, von den Dreharbeiten zu erzählen, aber auch viel neben der Spur quatschen. Vielleicht liegt es daran, dass einige Stellen total stumm, also wie ausgelöscht klingen. Beim Kommentar der Spierigs hat man da etwas mehr Glück, denn die haben wirklich was zu erzählen und haben SFX-Künstler Steven Boyle und Kameramann Andrew Strahorn eingeladen, um die Entstehung dieses Low Budget-Werks mündlich zu dokumentieren. Außerdem darf man auf DVD 1 noch eine dicke Trailershow durchblättern, die ganze 30 Titel aus dem I-On-Programm umfasst und vor allem asiatische Filme präsentiert.


Auf DVD 2 wird dann das komplette Programm geboten. Überraschenderweise hat man das Making Of gleich von einem deutschen Sprecher übersetzen lassen UND noch den Originalton als zweite Audiospur abgelegt. Dieses Extra allein ist schon einiges wert, denn es bietet einen riesigen Einblick in die Produktion, die stets und ständig unter der Last des sehr niedrigen Budgets erdrückt zu werden drohte. Neben den Regisseuren und dem Effektteam, welches die Schminkzeit für die Zombies auf ein Drittel der vorgesehenen Dauer reduzieren musste, um mit allen Komparsen fertig zu werden, erzählen auch die Darsteller, welche Entbehrungen und Strapazen man in dieser Produktion auf sich nehmen musste. Toll gemachte Dokumentation! Das während eines Filmfestivals in einem Hotelzimmer geführte Interview ist hier noch einmal in Videoform anschaubar - natürlich mit deutschen Untertiteln. Unter den Testaufnahmen wird mit verschiedenen Lichtquellen, Raucherzeugern und Make-Up-Effekten getestet. Am Interessantesten dürfte der Abschnitt sein, der die Bewegung eines Zombies mit 8, 12 und 24 Bildern pro Sekunde aufnimmt und anzeigt, was zu einigen tollen Bewegungsabläufen durch die ruckartigen Übergänge führt. Wie stark der Wille zur Improvisation war, durfte man nicht nur im Making Of anhand des Auto-Stunts sehen, sondern wird nochmals dokumentiert im 2minütigen Video über den Bau eines Dolly-Krans, also einen auf Schienen beweglichen Kamerakran, mit dem man ein paar interessante Aufnahmewinkel und Bewegungen fabrizieren kann. Beim Toronto Filmfestival wurden die Reaktion der Besucher, die zum letzten Mal in diesem alten Theater einer Aufführung beiwohnen durften, und die folgende, sehr witzige Podiumsdiskussion aufgenommen. Wie die Spierigs schon erwähnte, wurde kaum überflüssiges Material gedreht, weil sie sich diverser Hilfsmittel wie Storyboards und später auch Animatics zunutze machten (eine längere Animation ist unter den Extras abgelegt), die jede Szene genau beschreibt. Deswegen fallen die Deleted Scenes etwas mager aus. "Wayne an der Kasse" enthält gar noch mal die voranstehende "Actionszene". Trotzdem tolles Bonusmaterial, das bis auf die Audiokommentare eine komplette Eindeutschung bekommen hat. Das Menu besitzt leider einen Tonfehler am Ende der Musikschleife.


Im Interview erklären die Spierigs, dass ihr Film im Super 16-Format (etwas mehr nutzbare Bildfläche und damit Auflösung als herkömmliches 16 mm) gedreht wurde und später für die Kinos auf 35mm gebracht wurde. Daran mag es auch liegen, dass die Schärfe nur bedingt mit größeren Kinoproduktionen vergleichbar, weil stets ein wenig schwächer ist, aber für das geschätzte Mini-Budget von etwa 1 Mio. australischer Dollar sieht es wirklich prächtig aus. Zu verdanken ist das den vielfältigen und stilvollen Farbfiltern, die den Film die gesamte Laufzeit über begleiten. Je nach Tageszeit lassen sie das australische Wüstenkaff entweder durch gelbliche und bräunliche Töne staubig und hitzig aussehen oder tauchen es in eine bläuliche Mondscheinatmosphäre. Beides gelingt sehr gut, auch weil die Filter trotz ihrer großen Wirkung unscheinbar sind. Die Schärfe ist nur wenig über dem durchschnittlichen Niveau, wobei es so scheint, als ob ein Hochpassfilter zusätzlich dafür sorgt, das Szenario stilistisch zu beeinflussen und dem Bild einen weichen Stempel aufzudrücken. Natürlich bleibt ein wenig der 16mm-Körnung zurück, das stört bei einem Independent-Film aber kaum. Damit ein würdiges Ergebnis, das sich gegenüber der Erstauflage nicht geändert zu haben scheint.


Eine Neuigkeit gibt es dagegen beim Ton, denn die deutsche 2.0-Spur flog runter von der DVD, um für einen lauteren, aber dem Dolby Digital 5.1-Mix ebenbürtigen Track Platz zu machen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Art, wie "Undead" vertont wurde, denn es wird viel Wert auf interessante Effekte aus den Rears gelegt, die die Aufregung angemessen unterstützen, wenn es auch selten wirklich brachial wird. Einen besonderen Anteil am durchweg gefälligen Klang hat der dynamische und magische Score. Gewöhnungsbedürftig fällt dagegen die deutsche Synchro aus, die in einigen Stimmen (z.B. der Polizist) etwas nervig ist. Deswegen ist aber keine Neusynchro nötig, denn insgesamt ist die Arbeit des Synchronstudios ordentlich. Außerdem kann der Originalton, der oftmals cooler und direkter ausfällt, ja mit deutschen Untertiteln versehen werden.

Also: Wer den Film noch nicht hat, sollte sich unbedingt diese lohnenswerte 2DVD zu Gemüte führen. Die besitzt ein paar tolle Extras gegenüber der Einzel-DVD, leider aber auch keine Untertitelung für die Audiokommentare. Die zweite DVD ist trotzdem sehr unterhaltsam und informativ geworden.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++--


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