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USA 2008
Originaltitel:Dracula's Guest
Alternativtitel:Dracula's Guest
Länge:82:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Michael Feifer
Buch:Michael Feifer
Kamera:Charles Haine
Musik:Andres Boulton
Darsteller:Wes Ramsey, Andrew Bryniarski, Kelsey McCann, Dan Speaker, Ryan Christiansen, Caia Coley, Thomas Garner, Amy Lyndon, Robert Smith, Maya Waterman, Stan Bly, Nino Simon
Vertrieb:Tiberius Film / Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (dt., engl.), DTS 5.1 (dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:24.07.2009 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Regisseur Michael Feifer
  • Deutscher Trailer (2:03 Min.)
  • Trailershow:
    • Walled In (2:11 Min.)
    • Crowley (2:04 Min.)
    • Arn (2:14 Min.)
    • Alpabeth Killer (2:20 Min.)
    • Long Weekend (2:30 Min.)
    • Killerameisen (1:46 Min.)
    • Blood Monkey (1:31 Min.)
    • Black Swarm (1:36 Min.)
    • Viper (2:11 Min.)
Als Bram Stokers Geliebte Elisabeth in London zufällig den Grafen Dracula trifft, entführt dieser sie aus ihrem restriktiven Leben und bringt sie auf sein Schloss in Transsylvanien. Dort erwartet Dracula die Ankunft von Admiral Murray, um einen uralten Zwist ein für allemal zu beenden. Als Bram vom Schicksal seiner Geliebten erfährt, macht er sich auf den Weg zum Schloss des Grafen, um Elizabeth aus dessen Klauen zu befreien…
Da wollen wir doch mal eine Lanze für einen der übelsten Vampir-Filme letzter Jahrzehnte brechen: Er ist nicht ganz schlecht, er ist nur schlecht. Das Ganze hat wenig gemein mit einer von Bram Stokers Kurzgeschichten und spätestens wenn man diese Fehlbesetzung eines Herrn Grafen erblickt hat, gehen sämtliche Lichter aus. Im Grunde geht es um zwei parallel erzählte Stränge, die gegen Finale zusammengeführt werden. Elizabeth wird von Dracula nach Transsilvanien entführt, vergewaltigt und im Kellerverlies festgehalten, während der Verlobte Bram Stoker ihr auf abenteuerliche Weise hinterher reist.
Da ist wenigstens noch ein wenig Abwechslung im Spiel.


Ansonsten wirkt hier vieles bemüht, aber völlig spröde und uneffektiv ausgeführt. Das beginnt mit der blassen Farbgebung mit fehlenden Kontrasten, durch die man eine authentische Zeit vermitteln möchte, was aufgrund des digitalen Hochglanzes komplett daneben geht. Requisiten, Kostüme, Kulissen - all das will sich nicht zusammenfügen und etliche Regiefehler wie sichtbare Steckdosen und nicht kaschierte Streifen von Armbanduhren, dazu natürlich Schatten und Atem des Vampirs lassen den Trash-Freund schmunzeln.
Darüber hinaus ist der Score immerhin klassisch gehalten und fügt sich als einziges in die beabsichtigte Atmosphäre ein, der Rest funktioniert nur leidlich.


Sämtliche Momente, in denen Dracula mitspielt, sind also schon mal komplett zu knicken. Bleiben die Abenteuer des Rettungshelden und der Endkampf. Gelungen sind solche Sequenzen, als Bram bei französischen Rednecks unterkommt (die merkwürdigerweise mit osteuropäischem Akzent sprechen) und alsbald die Flucht durchs Dickicht antreten muss oder als er mit einem Wolf (natürlich nur ein mittelgroßer Hund) konfrontiert wird und von Einheimischen gerettet werden muss. Leider funktioniert das Konzept während des Showdowns wiederum nicht, denn da stimmt weder die Choreographie des Schwertkampfes, noch das Timing. Außerdem: Dracula spielt schließlich mit ...


... und dieser wird von einem gewissen Andrew Bryniarski verkörpert, der zuvor als Leatherface in der Neuverfilmung des Interner Link"Texas Chainsaw Massacres" tätig war, was ihm deutlich besser stand.
Denn so wirkt Dracula wie ein missmutiger Heavymetal-Sänger, der sich als Theater-Proll versucht - so eine Fehlbesetzung hat man selten erlebt. Allerdings wirkt Elizabeth auch nicht wie eine zarte Dame, sondern eher wie eine, die eben noch unter ferner Liefen bei "Baywatch" zu sehen war. Lediglich Wes Ramsey kommt in der Rolle des Bram Stoker gut zur Geltung. Er wirkt unerschrocken und dynamisch, wie man sich einen Jonathan Harker am ehesten vorstellen könnte.


Doch wenn man dieses Geöle mit einer der klassischen Umsetzungen und Varianten aus dem Hause Hammer vergleicht: Oh je! Allein, dass hier nicht einmal gebissen wird, der Diener Draculas wie ein Bandmitglied der oben erwähnten Band aussieht und sich einige Dialoge dermaßen schleppen, weil der Graf seine Vorträge so elendig in die Länge dehnen muss - da helfen auch die wenigen Geisterbuden-Tricks nicht, wenn ein Opfer wie von unsichtbarer Hand durch den Raum befördert wird. Denn am Ende haben wir eine völlig lahm erzählte Story im uneinheitlichen Package.


Dass "Draculas Gast" eine Low Budget-Produktion ist, merkt man dem Film anhand der Bildqualität sehr deutlich an. Der sehr amateurhaft gedrehte Film zeigt ein sehr starkes Farb- und Bildrauschen, sowie Unruhen im Bild. Die Schärfe ist gerade mal mittelmäßig und auf Details muss man weitgehend verzichten. Die Farben wirken blass und ausgewaschen und lediglich der Kontrast arbeitet einigermaßen sauber. Der Schwarzwert fällt sehr schlecht aus bzw. bleibt meist gräulich. In dunklen Szenen werden das Bildrauschen und die stehenden Rauschmuster noch deutlicher und auf großen Bildflächen sieht man auch die stark unruhige Kompression. Für einen Film dieser Machart akzeptabel, mehr aber auch nicht.
Der deutsche Dolby Digital 5.1-Mix bietet lediglich eine gute Sprachverständlichkeit und eine ebensolche Synchronisation. Raumklang wird nicht geboten, dafür klebt die Abmischung zu sehr an der Front. Direktionale Effekte sind nicht auszumachen und lediglich der Score hallt dezent aus den Effektlautsprechern. Eine stimmige Atmosphäre wird dadurch nicht erzeugt. Der deutsche DTS-Mix klingt nur etwas lauter, unterscheidet sich ansonsten nicht vom Dolby Digital-Track. Die englische Vertonung ist der deutschen sehr ähnlich, lediglich die Stimmen passen sich besser der restlichen Geräuschkulisse an. Optional gibt es deutsche Untertitel.
Als Bonus enthält die DVD einen nicht untertitelten Audiokommentar mit dem Regisseur. Dieser stellt sich schnell als sehr interessant und informativ heraus - und ist sogar besser als der gesamte Film. Michael Feifer spricht sehr locker und ehrlich über seinen Film und geht auch auf Pannen und Fehler ein. Wer den Film als solches nicht erträgt, dann vielleicht mit diesen Kommentar. Desweiteren gibt es noch einen Trailer und eine Trailershow.


Wenn man die Sache "Die Abenteuer des Bram Stoker" genannt und Dracula treffender besetzt hätte, mit Fokus auf Reisen durch Länder mit all seinen Gefahren und Aberglauben, wäre das Ergebnis möglicherweise brauchbar ausgefallen. Doch so passt einfach rein gar nichts zusammen und spannend als auch unterhaltsam gestaltet sich diese Fuddelei beileibe nicht. Die DVD mit einem FSK-Wendecover sollte auf jedenfall vorher erstmal ausgeliehen werden.


Film+/----
Bild++/---
Ton+++---
Bonus+/----


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