Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1980
Originaltitel:Fog, The
Alternativtitel:John Carpenter's The Fog
Länge:86 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre (auf dem Cover FSK18)
Regie:John Carpenter
Buch:John Carpenter, Debra Hill
Kamera:Dean Cundey
Musik:John Carpenter
SFX:Richard Albain, James F. Liles
Darsteller:Adrienne Barbeau, Tom Atkins, Janet Leigh, Jamie Lee Curtis, Hal Holbrook
Vertrieb:Best Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch
Specials:
- Hintergrundinformationen
- 7 Filmo- und Biografien
- Deutscher und US-Trailer (2:16 min, 2:49 min)
- Deutscher Teaser (0:49 min)
- US-TV-Spots (1:32 min)
- Outtakes (6:46 min)
- Interview mit John Carpenter (27:40 min)
Das kleine Küstenstädtchen Antonio Bay feiert seinen 100. Geburtstag. Doch die Vorbereitungen zum Festakt werden von der dunklen Geschichte überschattet: Vor 100 Jahren verloren der von Lepra gezeichnete Captain Blake und 5 seiner Männer ihr Leben beim Versuch, die Küste anzuschiffen, um sich dort niederzulassen. Nun zieht ein tödlicher Nebel vor dem Hafen von Antonio Bay auf, denn die 6 Verlorengeglaubten sind zurück, um Rache an den Nachfahren ihrer Feinde zu nehmen, die sie damals durch ein falsches Küstenlicht irreführten und am Felsen zerschellen ließen.
Seit jeher hat der Nebel eine seltsam geheimnisvolle Anziehungskraft auf den Menschen. Mit seinen Schwaden verbreitet er Furcht, denn niemand weiß, was sich hinter seinen undurchdringlichen Schleiern verbirgt. Schon im klassischen Horrorfilm wurde der Nebel gern als Sinnbild genutzt, um die in ihm gehüllten, übernatürlichen oder teuflischen Mächte anzukündigen und zu verbreiten. Gerade in der Seefahrt war der Nebel ein gefürchtetes Naturphänomen, das nicht selten zum Tode durch Orientierungslosigkeit führen konnte. Genau diese Thematik und die damit verbundene Angst greift Regisseur John Carpenter ("Das Ding", "Flucht aus L.A.") mit seinem Film auf.

Eingeführt wird die Geschichte mit der Erzählung eines alten Seebären, der am Lagerfeuer die alte Legende um den grausamen Nebel ein paar verängstigten Kindern erzählt. In dieser Nacht jährt sich das grausige Ereignis um Captain Blake und sein Schiff zum 100. Mal. Schon hier offenbart sich dem Zuschauer die unheimliche Atmosphäre des Filmes. Die Kleinstadt wird just in dieser Nacht von seltsamen Geschehnissen heimgesucht, die wie von Geisterhand herbeigeführt werden. Dabei hat niemand einen blassen Schimmer, was hier eigentlich vor sich geht. Nur der Pfarrer findet ein altes Buch, eingemauert in der Dorfkirche, welches sich als Tagebuch einer seiner Vorfahren entpuppt, der am Tod von Blake und seiner Gefolgschaft nicht ganz unschuldig war. Zwar weiß man jetzt in etwa, wer für den Spuk verantwortlich ist, aber dem Gruselfaktor ist das keineswegs abträglich - ganz im Gegenteil - denn mit toten Seefahrern ist nicht zu spaßen. Das bekommen gleich zu Anfang 3 Hobbyangler mit, die vom Nebel überrascht und von den Wasserleichen gerichtet werden. In düsterer Kulisse mit perfekt eingesetzten dunklen Nischen tritt das Böse zum ersten Mal in Erscheinung. Die eine oder andere Herz-Rhythmusstörung ist garantiert, wenn sich auf einmal die dunklen Gestalten aus dem Nebel herauskristallisieren. Ihr Gesicht bleibt verborgen unter den Seemannskutten und man weiß sofort, dass sie nicht gekommen sind, um ein sich Päckchen Zucker zu borgen. Die eingesetzten Todesszenen sind bei weitem nicht so blutig gezeichnet, wie es beispielsweise bei den italienischen Genre-Filmen dieser Zeit der Fall war, aber durch die sinnlos und berechnende Art der Täter kommen sie mir sehr kalt und brutal vor.

Der Höhepunkt des Anfangs wird kurz vor dem Ende der Geisterstunde erreicht, bei dem man sich fast schon sicher war, dass die gerade erst kennengelernte Figur Nick vorzeitig ihre toten Punkt in dieser Erzählung erreicht hätte. Aber das wäre jammerschade gewesen, schließlich handelt es sich hierbei ja um den famosen Darsteller Tom Atkins ("Halloween 3", "Lethal Weapon"), der durch seine energische, aber irgendwie sympathische Art den gesamten Film über die Handlung antreibt. Und möglicherweise hätte dann Jamie Lee Curtis, hier zusammen mit ihrer Mutter Janet Leigh ("Psycho"), auch dran glauben müssen, die es als Tramperin in dieses Kaff verschlagen hat. Auch sie gibt wieder eine gelungene Performance ab, steht aber nicht, wie man meinen könnte, im Mittelpunkt, sondern ist eher eine nette Randfigur, die nicht unbedingt erforderlich gewesen wäre, den Film aber auf jeden Fall bereichert. Die Hauptrolle (wenn man den Nebel außer Acht lässt) spielt Adrienne Barbeau, die zwischen 1979 und 1984 mit Carpenter liiert war. Als lokaler Radiomoderator Stevie Wayne geht sie zurückgezogen in einem alten Leuchtturm ihrer Arbeit nach und beglückt ihre Hörer mit leichten Melodien und allerlei Informationen. Sie hat von ihrer erhöhten Position eine gute Sichtweise auf Antonio Bay und fungiert deswegen als eine Art Späher, der die Anwohner von den eigenartigen Wettererscheinungen unterrichtet. Dem Radio wird hier eine besondere Rolle eingeräumt. Die leichten Melodien des Rundfunks stellen einen wunderbaren Kontrast zu dem tragischen Geschehen in der Stadt dar. Man hat das Gefühl, sie würden leichtfüßig den bevorstehenden Untergang untermalen, eben vergleichbar mit der Schiffskapelle der Titanic, die damals bei ihrem Untergang bis zur letzten Minute gespielt haben soll und ihren Tod wacker trotzte.

Eine wahrlich große Leistung, die Drehbuchautor und Regisseur John Carpenter hier abgelegt hat. Das angenehm ausgeglichene Tempo ist ein großer Pluspunkt, denn viele Horrorstreifen verschießen in den ersten 15 Minuten zu viel ihres Gruselpulvers und sacken dann ganz schnell in die Langeweile ab. Dem hat Carpenter mit dieser Inszenierung einiges entgegenzusetzen. Nebenbei hat er sich noch um den Soundtrack gekümmert, wie auch schon bei seinem Klassiker "Halloween", und zaubert mal wieder ein paar schaurige Synthietöne. Nicht ganz so spektakulär, aber trotzdem kultig. Wer sich dadurch an Romeros "Dawn Of The Dead" erinnert fühlt, der sollte erstmal die Stelle abwarten, wo sich die Leichen in "The Fog" wirklich wieder bewegen. Die gewisse Ähnlichkeit ist da (die Szene beim örtlichen Pathologen ist nicht die einzige Gemeinsamkeit), nur sind die toten Seemänner ein wenig tödlicher und gewiefter, ihren schweren Schleppschritt haben die sich aber bestimmt bei den kannibalistischen Hohlköpfen abgeschaut.

Leider muss ich beim Bild eine eher bescheidene Qualität zusichern, denn es ist einfach viel zu sehr abgedunkelt. In manchen Szenen sieht man kaum mehr als ein paar helle, sich bewegende Schemen. Die Farben sind altersbedingt ein wenig blau- und grünstichig, selbst in gut ausgeleuchteten Szenen machen sie noch einen blassen Eindruck. Das Hintergrundrauschen ist natürlich vorhanden, daran könnte wahrscheinlich keine Restauration dieser Welt großartig was ändern, schließlich wird das Ausgangsmaterial nicht mehr das Beste sein. Was aber doch ein wenig stört, sind die Doppelkonturen, die man beim genaueren Hinschauen erkennt. Zwar ist die Schärfe (relativ gesehen, im Vergleich zu aktuellen Produktionen ist sie eher Mittelmaß) recht gut gelungen, aber anscheinend hat man hier ein wenig nachgeholfen, wodurch dann diese "Auren" entstanden sind. Mit Verschmutzungen und Kratzern muss man natürlich auch vermehrt rechnen, keine Frage. Das Bildformat entspricht mit einem Verhältnis von 2.35 zu 1 zwar dem Originalformat, aber es wurde in ein Vollbild "hineingequetscht" und nicht für 16x9-Fernseher optimiert.
Der deutsche Stereoton rauscht stark, hat einige Soundknackser (beispielsweise Aussetzer Ende 70. Minute) und ein kleines Brummen ist zu vernehmen, aber sowohl Stimmen als auch Umgebungsgeräusche sind noch recht gut zu verstehen. Der Ton liegt wie auch bei "Prom Night" von Best Entertainment in Dolby Digital 2.0 in Mono vor. Mehr als 2 Punkte hat er nicht verdient, denn wer im Knistern weitere Nostalgie- und Atmosphäre-Schübe vermutet, der soll sich bitte den Kamin anstellen. Ein englischer Track ist leider nicht vorhanden.

Zum Fassungswirrwarr der deutschen DVDs:
Best Entertainment hat den Film bisher als 3 äußerlich unterschiedlichen DVDs veröffentlicht. Dabei unterscheiden sich alle 3 nur in dem Cover, die Ausstattung ist gleich. Man sollte sich also nicht verwirren lassen, die DVD mit 18er Freigabe ist genauso ungeschnitten wie die mit der 16er Freigabe oder die Fassung, auf der "Special Uncut Version" steht (ebenfalls FSK16). Was Best Ent. dazu getrieben hat, dreimal dieselbe DVD rauszubringen ist mir nicht bekannt.

Passend zum Filmtitel gibt es "DVD-Cover des Grauens", denn man sich sichtlich beim Entwurf keine Mühe gegeben. Einfach mal ein hässliches Motiv genommen und an eine freie Stelle die störende Info-Box zu den Extras platziert, fertig ist das abschreckende Beispiel eines vermurksten Covers. Die Laufzeitangabe auf dem Cover ist mit 90 Minuten ebenfalls falsch angegeben, denn "The Fog" läuft nur knapp 86 Minuten. Dafür sind die Extras recht ordentlich gelungen (bei Best Entertainment erwartet man sonst nicht sonderlich viel davon): Neben den schon obligatorischen Cast & Crew-Infos mit 7 Bio- und Filmografien, die inhaltlich und designtechnisch recht ordentlich umgesetzt wurden, darf man sich vor allem auf ein 27minütiges Interview (Ton etwas dumpf, keine Untertitel!) mit einem redewilligen John Carpenter freuen. Die enthaltenen Trailer und die Outtakes runden das gute Bild ab.

Bei Kinowelt war ja mal die Rede von einer möglichen Spezial Edition, wir sind natürlich gespannt, ob da etwas dran sein könnte. Ansonsten sieht es bis jetzt so aus, dass Horror- und besonders Carpenter-Fans nur auf diese DVD-Umsetzung zurückgreifen können, die der Qualität des Filmes nicht würdig ist. "The Fog" zählt zu den besten Werken, die Carpenter jemals verfilmt hat und auf meiner "Carpenter Top 10" steht er noch vor dem legendären "Halloween", obwohl hier eigentlich recht wenig an Effekten geboten wird. Aber die düstere Stimmung und der für diese Zwecke perfekte Schauplatz machen ihn zu einem Klassiker!


Film++++++
Bild+++---
Ton++----
Bonus+++---


Druckbare Version
Fog, The - Nebel des Grauens (2DVD)
Fog - Nebel des Grauens, The
NewsKinowelt-Veröffentlichungen März 2004
Fog - Nebel des Grauens, The
Fog, The
Fog, The
Fog, The (2DVD)
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.