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USA 1999
Originaltitel:Sixth Sense, The
Alternativtitel:Sixth Sense
Länge:102 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:M. Night Shyamalan
Buch:M. Night Shyamalan
Kamera:Tak Fujimoto
Musik:James Newton Howard
SFX:Gary Elmendorf, Tim Landry
Darsteller:Haley Joel Osment, Bruce Willis, Toni Collette, Olivia Williams
Vertrieb:Mawa/VCL
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
6seitiges Booklet
Film-DVD:
- 4 Trailer (American Pie, Sleepy Hollow, Der große Bagarozy, The Sixth Sense)
- 8 Cast&Crew-Biografien
- Video-Interviews mit Cast&Crew (nicht untertitelt)
- Produktionsnotizen
- DVD-ROM-Part
Bonus-DVD:
- Hinter den Kulissen:
    - Schauspieler
    - Interview mit dem Regisseur
    - Vom Storyboard zum Film
    - Musik und Soundeffekte
    - Regeln und Hinweise
    - Erfolg im Kino
    - 4 Deleted Scenes
    - B-Roll
- Bruce Willls-Special mit Filmo- und Biografie, 7teilige Trailer-Show
- Die Europapremiere (VIVA-Ausschnitt)
- Making Of "The Sixth Sense Project"
- Links
- DVD-ROM-Part
- Hidden Feature
Der 8jährige Cole muss mit einer sonderbaren Fähigkeit fertig werden: er sieht die ruhelosen Geister verstorbener Menschen. Sie fügen ihm nicht nur psychischen Schaden zu, sie verletzen ihn auch äußerlich. Der intelligente Junge ist verstört und wird auf Grund seiner Visionen von seinen Mitschülern als "Psycho" gehänselt. Nur seine Mutter hält noch zu ihm.
Der Kinderpsychologe Dr. Crowe nimmt sich seines Falls an, lässt ihn doch die Erinnerung an einen ähnlichen, missglückten Therapieversuch nicht ruhen. Er nimmt Kontakt mit Cole auf und versucht sich in dessen verschlossene Welt einzudenken, um ihm zu helfen. Doch der Fall scheint längst nicht so einfach zu sein, wie er vorerst erscheint und die Realität ist oft nicht dass, was sie vorgeben zu sein scheint...
"The Sixth Sense" war 1999 (und ab Anfang 2000 auch in Deutschland) DER Überaschungserfolg im Kino, erdacht und umgesetzt von dem vorher eher unbekannten Regisseur M. Night Shyamalan. Mit diesem Kinoblockbuster, der allein am Eröffnungswochenende in den USA 27 Millionen Dollar einspielte und in Deutschland etwa 8 Millionen Zuschauer anlockte, gelang ihm der Durchbruch in Hollywood und seither wird Shyamalan, der hiermit seine 3. Regiearbeit ablegte und in einer Nebenrolle als Arzt zu sehen ist, als vielversprechendster Regisseur in der Branche gehandelt, was er durch spätere Erfolge wie "Unbreakable" (ebenfalls mit Bruce Willis in der Hauptrolle) und "Signs" noch untermauern konnte.

Der Film selbst sollte eigentlich jedem geläufig sein. Shyamalan hat es geschafft, eine wunderbar tragische Geschichte über einen 8jährigen Jungen zu erzählen, dem das Schicksal die Gabe vermachte, die Geister der Verstorbenen zu sehen. Und nur er allein kann sie sehen. Bei der Einführung der Charaktere nimmt sich der Film viel Zeit und versucht, eine sehr emotionale Seite der Protagonisten rüberzubringen, die mit einem leicht romantischen Hauch die sonst schwermütige Stimmung anreichert. Diese beklemmende Stimmung ist den ganze Zeit über vorhanden, aber besonders zu Anfang erzeugt sie oft den gewünschten Gänsehauteffekt. Die gesehenen Geister sind nicht schemenhafte Flugobjekte, die durch alte Gemäuer geistern, sondern scheinbar reale Personen, die sich ihres Todes nicht bewusst sind und die man meist nur auf den zweiten Blick als Untote an ihrem mehr oder weniger entstellten Äußeren erkennen kann. Dabei wurde Wert gelegt auf Suspense-Momente ohne große Blut- oder Ekeleffekte. Solche Szenen findet man nur eine handvoll im Film, aber wenn dann sind sie natürlich sehr real gemacht, wie z.B. bei dem Jungen, dem durch unsachgemäßen Schusswaffengebrauch ein riesiges Stück seines Hinterkopfes fehlt. Für Splatterfans wird es sicherlich zu wenig Effekte geben, die allesamt handgemacht und nicht computergeneriert sind, aber dafür stimmt umso mehr der Gruselfaktor und die ungemein intelligente Story mit ihren vielen kleinen Details verliert auch beim 2. Anschauen nichts von ihrem Reiz. Vor allem das gelungene überraschende Ende wird für einigen Gesprächsstoff sorgen und den Anreiz geben, den Film noch einmal anzuschauen, um die geschickt eingestreuten Feinheiten (die auch in den Special Features angesprochen werden) diesmal bewusst zu verfolgen.

Ein großen Teil zum Erfolg hat sicherlich die hervorragende Besetzung beigetragen. Am herausragendsten besetzt ist die Rolle des smarten Cole durch Haley Joel Osment. Es ist schier unglaublich, wie professionell er den fast schon erwachsen wirkenden Charakter rüberbringt, der damit fertig werden muss, eine übersinnlichen sechsten Sinn zu haben. Von kindlicher Spielweise ist hier keine Spur. Das sahen auch die Kritiker so und nominierten den jungen Osment für dem Oscar für die Beste Nebenrolle (wieso Neben- und nicht Hauptrolle?) und für zahlreiche weitere Auszeichnungen, vor allem begehrten Nachwuchspreisen, von denen er einige abräumen konnte. Schaut euch dazu auf jeden Fall das Interview mit Haley an, um mehr über den Star dieses Films zu erfahren.
Bruce Willis hat mich hier sehr im positiven Sinne überrascht, denn ich hatte ihn vorher meist als rauen Action-Helden mit coolen Sprüchen in Erinnerung, wie er sie in seiner Paraderolle des Super-Bullen McClane in der "Stirb Langsam"-Trilogie am Stück aus der Tasche zaubert. Hier ist er auch ein Held, aber einer des normalen Lebens, dem Stück für Stück seine Leben zu entgleiten scheint, und der nach seinem Karrierehoch (das ist nicht abwertend zu verstehen) einen Rückschlag in privater wie in beruflicher Hinsicht hinnehmen muss. Dabei darf er neben coolen Posen, die hier natürlich im Kontext gesehen bedächtig und professionell rüberkommen, auch seine emotionale Seite zeigen, von der man in seinen bisherigen Werken eher wenig gesehen hat. Ebenfalls herausragend ist die Leistung von Toni Collette (die in den Interviews im Bonusteil aussieht, als hätte man sie gerade gerupft :-) als Cole's warmherzige und verzweifelte Mutter, die nur das Beste für ihren Sohn möchte, aber mit dessen Problemen nicht mehr allein fertig zu werden scheint. Sie hat meiner Meinung nach die gefühlvollste Rolle abbekommen und verkörpert diese äußerst gelungen.

Zum Bild kann man eigentlich nur sagen, dass es außerordentliche Spitzenklasse geworden ist. Wie brillant die Farben sogar in den dunklen Szenen wirken, beweist die erste Szene mit Olivia Williams im Keller, die hier die Frau von Dr. Crowe spielt, bei der trotz dunkler Umgebung das Bild gestochen scharf bleibt und einen hohen Kontrast aufweist. Daran ändert sich im gesamten Film nichts. Ein Bildrauschen ist nur schwer zu erkennen, selbst in konstrastreichen oder stark bewegten Szenen zeigt die MPEG2-Kompression keine Schwächen, nach Artefakten darf man also vergeblich suchen.

Der Ton ist ebenfalls äußerst gelungen. Neben dem englischen Originalton im Dolby Digital 5.1-Ton und der deutschen, ebenbürtigen Synchronisation gibt es als besonderen Bonus den deutschen Ton im DTS-Gewand. Dieser ist etwas lauter als die Dolby Digital-Variante, hat aber ansonsten kaum Vorteile zu bieten. So nett dieses Extra auch ist, so unsinnig erscheit es auf dieser DVD: Der Ton ist zwar sehr klar und weist einen guten Dynamikumfang auf, aber Surroundeffekte sind spärlich gesäht. Meist (wie so oft) übernimmt die Musik die hinteren Boxen und gibt sie nur selten für kleinere Effekte frei. Hier hätte ich mir eine bessere Ausnutzung der technischen Möglichkeiten gewünscht, denn was bringt der DTS-Ton, wenn er nicht viel zu tun hat. Trotz alledem ist der Gesamteindruck des Tones sehr sauber, vor allem die klugen Dialoge, die einen Großteil der Tonspur ausmachen, sind fein abgemischt.
Ein großer Bonus ist der bewegende und feine Musikeinsatz, der den Spannungsaufbau in düsteren Szenen mit orchestralen Klängen ungemein unterstützt. Ich bin mir sicher, dass der Film ohne diese gelungene Musikuntermalung längst nicht so schön unheimlich erscheinen würde, wie er es letztendlich tut.

Die Extras dieser Doppel-DVD setzen Maßstäbe. Schon auf der ersten DVD findet man Biografien von Besetzung & Filmstab, Textinfos zur Entstehung des Filmes und 4 Trailer, die allerdings bis auf den zum Hauptfilm eine eher schlechte Bild- und Tonqualität haben. Außerdem darf man sich auf Videointerviews mit Schauspielern und dem Regisseur freuen, die aber leider nicht untertitelt wurden. Der DVD-ROM-Teil besteht nur aus Internet-Links, ein paar Werbetexten und 4 MPEG1-Trailern (VideoCD-Standard) zu "Terminator 2", "DNA - Experiment des Wahnsinns", "Der bewegte Mann" und "Spawn", wobei "T2" und "DNA" starke Asynchronität zwischen Bild und Ton aufweisen.
So richtig geht es aber erst auf der Bonus-DVD los. Hier gibt's zuerst den "Hinter den Kulissen"-Bereich, der mit allerlei interessanten Informationen zum Film und den Machern aufwartet, wobei die wichtigsten Bereiche deutsch untertitelt wurden. Am interessantesten hierbei sind für mich die 4 herausgeschnittenen Szenen und das kleine Infovideo zu der Entstehung der Musik und der Soundeffekte. Das "Bruce Willis"-Special ist nicht so "spezial" ausgefallen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Bio- und Filmographie kommt mir ein wenig von der ersten DVD bekannt vor und die 7 Trailer haben eine recht schlechte Bildqualität und sind (wohl aus lizenzrechtlichen Gründen) unvollständig. Das Premiere-Feature ist recht unterhaltsam gemacht, aber der Knaller ist das ca. 3minütige Making Of, welches sich nicht um den Film dreht, sondern mit Ausschnitten den Produktionsprozess der DVD bei Mediacs anreißt. Hier darf man kurz dem Menüdesigner über die Schulter schauen und dem Mastering-Prozess beiwohnen. Im DVD-ROM-Teil gibt's außer ein paar Pressestimmen, den vollständigen Credits, 2 Bildschirmhintergründen und ein paar Links nichts interessantes zu finden. Insgesamt soll das Bonusmaterial fast 2 Stunden andauern, was ich nicht überprüfen konnte, aber es spannt alle Bereiche (wenn auch nur kurz) des Filmes ab.

Eine technisch versierte DVD, die in ihrem Erscheinungsjahr eindrucksvoll gezeigt hat, was man mit dem digitalen Medium so alles anstellen kann. Der Film ist für Horrorfans gleichwegs interessant wie für den "Amateur-Grusler" und sollte mit seinen 6 Oscar-Nominierungen (Bester männlicher Nebendarsteller, Beste weibliche Nebendarstellerin, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Schnitt, Beste Kamera) in keiner DVD-Sammlung fehlen, zumal sie für einen sehr günstigen Preis zu bekommen ist.


Film++++++
Bild++++++
Ton+++++-
Bonus++++++


Druckbare Version
Sixth Sense, The
Sixth Sense, The
Sixth Sense, The (Platinum Edition)
Sixth Sense, The (Collector's Edition)
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