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JP 2001
Originaltitel:Inugami
Länge:105:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:OAT II
Regie:Masato Harada
Buch:Masako Bando, Masato Harada
Kamera:Junichi Fujisawa
Musik:Takatsugu Muramatsu
SFX:Yuuichi Matsui, Hajime Matsumoto
Darsteller:Yuki Amami, Atsuro Watabe, Kazuhiro Yamaji, Shiho Fujimura
Vertrieb:Universe
Norm:NTSC
Regionalcode:3
Bildformat:1,85:1 (Widescreen)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Jap, Chin), Dolby Digital 5.1 (Jap)
Sprache:Japanisch, Chinesisch
Specials:
- Englische und chinesische Untertitel
Der Lehrer Akira Nutahara ist neu im beschaulichen, kleinen Ort Ikeno. Sein Eintreffen hat zur Folge, dass der Inugami-Fluch wieder wirksam wird. Miki, die zurückgezogen in den Bergen eine traditionelle Papierherstellung betreibt, verliebt sich in Akira. Sie ist dafür verantwortlich, dass die "wilden Hunde", eine Art Berggeister und Vollstrecker des Inugami-Fluches, nicht ihren Käfig in Form einer Urne verlassen können. Sie vernachlässigt ihre Pflicht und dadurch bringen die Berggötter Unheil über die Bewohner des kleinen Örtchens, was sie nicht nur in der eigenen Familie äußerst unbeliebt macht. Die Doi-Familie möchte Miki und deren Fluch loswerden und versucht das Land, auf der sie arbeitet, mit Hilfe des schmierigen Takanao Bonomiya zu verkaufen. Dieser hatte unwissentlich seiner Herkunft einmal ein Baby mit Miki gezeugt, die dieses zur Welt brachte und von ihrer Mutter gegen eine Totgeburt austauschen lies. Gleichzeitig bereiten die Bonomiyas das Fest der Ahnen vor, welches mit einem Jahrhunderte alten Ritus begangen werden soll. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf und scheint das gesamte Dorf ins Verderben zu stürzen ...
Nach dem ersten Anschauen von "Inugami" war ich gespaltener Meinung (nein, ich bin nicht schizophren :-). Zwar hatte mir der Film gut gefallen, nur kam ich manchmal nicht ganz mit den vielen (und für mich zum Verwechseln ähnlichen) Gesichtern zurecht. Außerdem war die Story recht vertrackt und mir waren an manchen Stellen einige Details entgangen, da ich oft die Namen nicht zu den Gesichtern zuordnen konnte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass man "Inugami" deswegen nach einem einzigen Kinobesuch als recht verwirrend abtut und ihn links liegen lassen könnte. Nun habe ich ihn mir ein zweites Mal angeschaut und mir gleich von Anfang an die Charaktere eingeprägt (ist ja jetzt um einiges leichter). Und siehe da, endlich macht die Story richtig Sinn und der Film gefällt mir außerordentlich gut.
Der Hauptgegenstand der Geschichte ist der uralte Inugami-Fluch, der auf der Bonomiya-Familie lastet. Wird die Familie verärgert oder angegriffen, so kann es passieren, dass der Störenfried den Zorn der wilden Hundegötter zu spüren bekommt und beispielsweise blitzartig das Zeitliche segnet, wie man es beim weiblichen Oberhaupt der Doi-Familie mit einem schaurigen Effekt zu sehen bekommt. Die wilden Hunde selbst sind keine wirklichen Wesen, die über die Dorfbewohner herfallen könnten. Sie sind das Sinnbild für das Übel und die Naturgewalt, die im Inugami begründet liegt und sind damit eher spiritueller als greifbarer Natur. Blutige Effekte bekommt man im Grunde keine zu sehen, eigentlich sind sie nur gruselig, aber äußerst wirksam und obwohl der Film auch gänzlich ohne sie ausgekommen wäre, wird sich der Horror-Fan über sie freuen.
Die erzählte Geschichte ist märchenhaft und mystisch. Die einfache, familiäre Art der Personen und ihr gemeinschaftliches Zusammenleben im Dorf erzeugen eine sehr ruhige und gemütliche Stimmung, die die auftretenden Konflikte umso bedrohlicher und unheimlicher erscheinen lässt. Der Streit zwischen der Bonomiya- und der Doi-Familie spitzt sich immer mehr zu und dem Zuschauer wird immer öfter die Realität entzogen und dafür eine übernatürliche Wendung präsentiert. Zwischendrin bekommt man immer mal wieder Einschübe in Form von wunderschöne Fahrten durch die bewaldete Hügellandschaft von Omine und Ikeno gezeigt, die "Inugami" zu einem visuellen Leckerli machen und eine friedvolle Grundstimmung erzeugen. Regisseur Masato Harada wollte so viele Szenen wie möglich in den Film einbringen, die den Wald im Bild oder zum Thema haben. Und das hat er auch verwirklicht, wobei genau diese Szenen die Spannung aufbauen. Selbst die grandiose Liebesgeschichte in dem ausgehöhlten Baum hat anfangs eine sehr bedrohliche Stimmung, indem im Hintergrund ein junges Päarchen zeigt (Mika und wer noch, das müsst ihr selbst herausfinden), das per Rückblick grad an Mika's Baby arbeitet und im Vordergrund erzählt Mika von der Abtreibung eben dieses Kindes. Welche eine fantastische Bild- und Handlungscollage.

Das Interessante an "Inugami" sind die langsam aufgedeckten Familienverhältnisse, die man als sehr inzestuös bezeichnen kann (mehr wird nicht verraten). Trotz diesem recht schockierenden Grundgedanken empfindet man aber nie Abscheu, denn durch entspannte Erzählweise, bekommt man den Eindruck, dass alles das, was passiert ist, wichtig und gut war für die Entwicklung der Charaktere und der des gesamten Dorfes. Nebenher werden einige Mythen gesponnen, zum Beispiel Miki's mysteriöse Erscheinung, denn obwohl sie schon gut 40 Jahre alt sein müsste, sieht sie mit jedem Tag jünger und frischer aus und hat gegen Ende das Aussehen einer Zwanzigjährigen, oder die seltsamen Erscheinungen ihrer Mutter und die der Waldgeister, die in einem "Predator" ähnlichen Effekt als wässrige Schatten durch den Wald ziehen.
Die etwa 10minütige Endsequenz, von der ich nicht mehr verraten will, als dass sie sehr tragisch ist und die vorher aufgebauten Spannungen und Konflikte gänzlich löst, wird in schwarz-weiß abgespult. Eurer Fernseher ist also nicht kaputt, dieser Effekt ist vom Regisseur so gewollt und passt hervorragend in die dramatische Zeremonie, bei der man letztlich begreift, dass die Menschen sich hier wie Tiere verhalten haben. Das Ende ist offen und lässt gute Ansätze für eure Vorstellungskraft. Keinesfalls ist die Präsentation als überzeichnet einzuordnen, die Darsteller agieren sehr glaubwürdig und die schauspielerische Leistung würde ich insgesamt weit über dem Durchschnitt ansiedeln. Besonders Hauptdarstellerin Yuki Amami liefert eine ausgezeichnete Performance ab.

Achtung: Auf dem Cover ist der Ton in Englisch als Stereo- und 5.1-Variante ausgezeichnet. Tatsächlich befindet sich aber KEIN englischer Ton auf DVD, stattdessen haben wir es hier mit dem japanischen O-Ton zu tun. Man muss sich also im Klaren darüber sein, dass man den Film per englische Untertitel verfolgt, die teilweise eine recht eigenwillige Wortwahl haben und auch eine geringe Anzahl von Schreibfehler aufweisen. Der Stereoton bietet ein wenig mehr Druck als der 5.1-Ton, der hat hingegen mehr an Effekten zu bieten. Natürlich darf man hier keinen Sound-Overkill erwarten, aber ab und zu werden wirkungsvolle Samples auf die hinteren Lautsprecher eingestreut, beispielsweise die Wind- und Wettergeräusche oder das häufig auftretende Zirpen und Vogelgezwitscher der Umgebung. Die Sprache hätte gern ein wenig klarer sein dürfen, da ich aber sowieso kein Japanisch verstehe, kann mir das aber auch egal sein. Der Subwoofer bekommt bis auf ein paar Szenen nichts zu tun, aber besonders die Unwetterszene im Wald hätte man soundtechnisch kaum besser hinbekommen können. Die chinesische Synchronisation als Stereoton befindet sich auch auf DVD, diese habe ich aber völlig außen vorgelassen, da ich hier ebenfalls rein gar nichts verstanden hätte und die Synchronisation zu glatt klingt und kleinere Sounddetails verdrängt. Musikalisch gesehen gibt's hier nix Besonderes, Kompositionen werden selten, aber wirkungsvoll eingesetzt.
Das Bild macht beim groben Anblick einen recht guten Eindruck, beim näheren Hingucken fallen aber einige Unsauberkeiten und kleinere Bilddefekte auf einem leichten Untergrundrauschen auf, die aber den Sehgenuss auf einem normalen TV-Gerät nicht weiter stören sollten. Etwas auffälliger ist da schon die leichte Unschärfe in dunklen Szenen und der Kontrastverlust, der das Bild bei Nachtszenen milchig erscheinen lässt. Außerdem scheinen einige wenige Kameraschwenks zu ruckeln, als ob man hier eine falsche Geschwindigkeitsanpassung vorgenommen hätte. In einigen Szenen kann man oben und unten noch schwarze Ränder entdecken, an anderen Stellen wieder passt sich das Bild komplett an und es sind keine Restschnittflächen zu sehen. Trotzdem gute 4 Punkte mit Aufwärtstendenz.

Die DVD selbst ist nackt, es befinden sich also keinerlei Extras an Bord, nicht einmal ein Booklet oder ein Trailer. Einen Pluspunkt gibt es für das graubraun gezeichnete Cover, welches zwei von einem X gekreuzte, eng umschlungene Körper zeigt und den geheimnisvollen Charakter und die eigentliche Kontroverse des Filmes haargenau trifft. Die Rückseite enthält neben einem Screenshot vom Menü nur viel Text in Englisch und Chinesisch und ist somit nicht gerade ein Glückswurf im Design.

Das völlige Gegenteil zum verwahrlosten Popcorn-Kino der heutigen Zeit. Fans der ruhigen Erzählweise mit Suspense-, Mystery- und romantischen Elementen à la "Ring" dürfen bei diesem visuell beeindruckenden Familiendrama bedenkenlos zugreifen, denn hier erwartet einen eine stilvolle Umsetzung einer guten Geschichte mit Anspruch, die auf DVD schon für ca. 15 Euro zu haben ist.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++++-
Bonus------


Druckbare Version
Inugami - Die Verfluchten (Cine Magic Asia)
Inugami
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