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USA 2009
Originaltitel:Albino Farm
Länge:85:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Joe Anderson, Sean McEwen
Buch:Joe Anderson, Sean McEwen
Kamera:René Jung
Musik:Scott Rockenfield
SFX:Industrial Monsters & Props, Fantasy Creations FX, DV8FX
Darsteller:Tammin Sursok, Chris Jericho, Richard Christy, Duane Whitaker, Sunkrish Bala, Nick Richey, Alicia Lagano, Kevin Spirtas, Christopher Michael White, Alex Neustaedter, Paul Ford, Bianca Allaine Kyne
Vertrieb:Artgore
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:24.07.2009 (Kauf)
Specials:
  • Trailer (1:32 Min.)
  • Previews:
    • Brush With Death (1:51 Min.)
    • Fear Asylum (1:12 Min.)
    • Bloody Reunion (1:43 Min.)
Ozark-Gebirge, tief im Süden von Missouri. 4 Studenten reisen durch die weitläufige Land- schaft, um einen Studienbericht über das ursprüngliche Amerika zu erarbeiten. Eine Autopanne zwingt sie zum Aufenthalt in der ländlichen Gegend, wo sie unter den sehr gottesfürchtigen Einwohnern verstärkt auf körperlich deformierte Menschen treffen. Eine alte Legende besagt, dass es im Ozark-Gebirge eine geheime Farm gegeben haben soll, auf der Missgebildete, Verkrüppelte und sonstige Launen der Natur im 19. Jahrhundert eine Zuflucht vor der Welt der "Normalen" gesucht haben. Doch die Nachkommen der früheren Bewohner der "Albino Farm" verloren durch genetische Inzucht jegliche Menschlichkeit und lauern als kannibalistische Mutanten unter der Erde. Die Wesen wittern die Jugendlichen und haben rein gar nichts gegen eine gehörige Portion "Studentenfutter" einzuwenden. Eine brutale Hetzjagd nimmt ihren Lauf ...
Auf diese Studenten kann Amerika stolz sein! Da bekommen sie von ihrem Professor die Aufgabe historische Hintergründe in den abgelegensten Gegenden (auch "Backwood" genannt) der USA zu erforschen und lassen sich dabei auch nicht von ausgestorbenen Straßen, seltsam missgebildeten Menschen und aus Bibeltexten hervorgehenden Warnungen abschrecken. Bereit, das Letzte herzugeben, um eine ordentliche Semesterarbeit abzuliefern, ist ihnen allerdings nicht bewusst, dass es sich dabei um ihr Leben handelt.


Dabei machen die Vier gar nicht so einen streberhaften Eindruck. Gut, Melody (Alicia Lagano), die vorsichtige Zicke am Steuer, hat ständig Einwände und will immer am liebsten weiter fahren, kann sich aber nicht gegen Brian (Nich Richey) durchsetzen, der zwar den flippigsten und einen eher am Biertrinken interessierten Eindruck macht, der aber letztlich das große Ganze (sprich die Studienarbeit) nicht aus dem Auge verliert. Die blonde Stacey (Tammin Sursock) will auch nicht als Spaßbremse gelten und willigt in Brians Vorstellungen meist ein, während sich der brave Sanjay (Sunkrish Bala) vornehm zurückhält.

Als angehende Akademiker können sie die Erlebnisse, die ihnen auf ihrer Fahrt übers Land wieder fahren, einfach nicht für bare Münze nehmen, weshalb ihre Forscherneugier automatisch geweckt wird. Nachdem Melody dem zwergenhaften Typ, der gerade irgendwelche Reste mitten auf der Fahrbahn abkratzte, in letzter Sekunde ausgewichen war, verliert ein Vorderrad ihres Wagens plötzlich Luft - ob von allein oder mit Nachhilfe bleibt offen. Glücklicherweise finden sie bei einem seltsame Dinge murmelnden Tankwart haufenweise gut erhaltene Ersatzräder, deren Herkunft in dieser gottverlassenen (merke: Anspielung) Gegend, schwer erklärbar ist. Ungestört davon fahren sie endlich in den kleinen Ort, um einen anständigen Burger zu vertilgen, und werden in dem sonst leeren Laden von einer netten Bedienung betreut, die den Jungs zudem tiefe Einblicke gewährt, weshalb sie deren Missbildung an den Händen erst zum Schluß bemerken.



Immer häufiger hören sie inzwischen den Begriff "Albino Farm", der bei Nachfrage unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Was läge da näher, diese auch einmal (aus Forschungsgründen natürlich) aufzusuchen - wenn man in Paris ist, will man schließlich auch den Eiffelturm sehen. Besonders Brian kann es gar nicht abwarten, dort hin zu gelangen, lässt sich von einem kleinen stummen Jungen beraten und steigt in den schwarzen Straßenkreuzer mit drei sinistren Typen ein, die ihn gerne dorthin bringen wollen. Die Landbevölkerung ist ja bekanntlich freundlich und ihre Art, brennende Zigaretten auf andere Leute zu werfen, ist sicherlich eine lokale Tradition. Auch der Preis für die Fahrt (20 Dollar und einmal Titten zeigen) scheint angemessen und so gelangen Brian und Stacey an den Ort ihrer Sehnsucht ...

"Albino Farm" ist ein typischer Backwood/Slasher, der nur im Detail Überraschungen bieten kann, aber wer Freude an diesem Genre hat, wird hier nicht enttäuscht. Im Gegenteil lässt sich der Film erstaunlich viel Zeit, eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, ohne zu früh etwas zu verraten. Die vier Protagonisten sind zwar klischeehaft wie gewohnt (und gewollt), aber nicht unsympathisch, außer dass Brian manchmal in seiner wirklich jede offensichtliche Gefahr außer acht lassenden Art etwas nervt. Aber wo wären die Vier ohne seinen Entdeckermut? Zu Hause und noch am Leben, aber das wäre ja furchtbar unproduktiv. So bekommen die Macher in einer in seiner Dunkelheit an Interner Link"Descent" erinnernden Atmosphäre, die Gelegenheit, diverse Beschädigungen an den handelnden Personen filmisch vorzunehmen - nicht sehr viele, aber vom Timing gut gesetzt und spannungsfördernd.



Die sehr deutlich auf Digital Video-Aufnahmetechnik verweisende Filmoptik hat zu Beginn noch deutliche Probleme mit der Farbgebung: Die starke Rottönung lässt besonders Hauttöne unnatürlich aussehen, aber bereits die gesamte Szenerie ist überbordend in farbige Filter getaucht, die einen seltsamen, weil unpassenden Eindruck vermitteln. Im späteren Verlauf relativiert sich das, denn die dunklen Szenen sind weitaus weniger anfällig für überbordende Farborgien. Dafür bleibt es dort oftmals etwas zu dunkel. Der Effekt lässt sich vermutlich auch auf die Aufnahmetechnik zurückführen: Das Filmmaterial mag ursprünglich zu hell gewesen sein und wurde ganzheitlich abgedunkelt, was ein sattes Schwarz, aber keinen sonderlich guten Kontrast ergibt. Zumindest bleibt das Geschehen dank professioneller Ausleuchtung keine "dunkle Angelegenheit". Aber auch sonst macht das Breitbild nur einen durchschnittlichen Eindruck, denn die oftmals etwas unterentwickelte Schärfe leidet zusätzlich unter einem arhythmischen Ruckeln in Bewegungen, vermutlich ein Artefakt eines falschen NTSC-zu-PAL-Transfers. Damit bleibt das Bild trotz geringen Rauschens - nur im Dunkel wird es etwas mehr - und einem stabilen Bildaufbau hinter den Erwartungen zurück. Wird man sich allerdings gewahr, dass das hier auch nur eine bessere Wald-und-Wiesen-Produktion ist, reicht das völlig aus.

Auch beim Ton muss man Abstriche machen, die allerdings weniger klanglicher Herkunft sind. Die Titelmusik im Hauptmenü vermittelt fälschlicherweise den Eindruck einer (etwas unsauber klirrenden) Low-Fi-Abmischung, im Film bleibt der Ton klar. Die Synchronisation ist allerdings etwas oberflächlich gehalten - sowohl auf Seiten der Sprecher als auch wegen der eintönigen Abmischung. Die etwas mehr als im Original hervorstechenden Dialogteile werden lediglich durch die Musikeinsätze unterbrochen, welche in Ausnahmefällen auch einen angenehmen Basspegel mitbringen. Auf den Surround-Kanälen passiert dafür fast gar nichts, egal ob man die Eindeutschung oder die (wahlweise mit deutschen Untertiteln versehbare) Originaltonspur wählt. Eine Vielzahl spannender Momente bleiben wegen der flachen Räumlichkeit somit ungenutzt, was ein wenig der Atmosphäre des Films abträglich ist.


Bonusmaterial zum Film enthält die DVD bis auf einen Trailer nicht. Übrigens sind die weiteren Trailer verantwortlich für die Freigabe ab 18 Jahren, der Hauptfilm wurde von der FSK mit dem "ab 16 Jahre"-Siegel durchgelassen - und das trotz einiger drastischer Szenen.

Wo Backwood/Slasher drauf steht ist auch Backwood/Slasher drin - das sollte jedem klar sein, der diesen Film sehen will. Mit der richtigen Erwartungshaltung ergibt das einen unterhaltsamen Film, der sogar noch mit einem anständigen Ende aufwarten kann und nicht mit irgendwelchen Erklärungen für einen gewollt unlogischen Inhalt nervt.


Film+++/--
Bild+++/--
Ton+++/--
Bonus------


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