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UK 1992
Originaltitel:Split Second
Länge:86:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tony Maylam, Ian Sharp
Buch:Gary Scott Thompson
Kamera:Clive Tickner
Musik:Francis Haines, Stephen W. Parsons (als Stephen Parsons)
SFX:Alan Whibley
Darsteller:Rutger Hauer, Kim Cattral, Neil Duncan, Michael J. Pollard, Alun Armstrong, Pete Postlethwaite, Ian Dury Roberta Eaton, Tony Steedman, Steven Hartley, Sara Stockbridge, Colin Skeaping
Vertrieb:Starlight Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph) / 1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1 (splitted Upmix)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:28.02.2006 (Kauf)
Specials:
  • Original Kinotrailer (2:11 Min.)
  • Bildergalerie (8 Bilder)
  • Artwork Galerie (16 Bilder)
  • Filmografie:
    • Rutger Hauer
    • Kim Cattrall
    • Neil Duncan
    • Michael J. Pollard
    • Regisseuer Tony Maylam
    • Co-Regisseuer Ian Sharp
  • Weitere Highlights:
    • Cover Up (1:55 Min.)
    • Made of Steel (2:13 Min.)
    • Daniel der Zauberer (1:19 Min.)
    • Cyber Tracker 1 (2:08 Min.)
    • Cyber Tracker 2 (2:30 Min.)
    • Im Zeichen des Kreuzes (1:50 Min.)
    • Lasst uns töten, Companeros! (2:20 Min.)
    • Kurt & Courtney (2:07 Min.)
    • Mayor of the Sunset Strip (2:18 Min.)
    • Onkel Otto (1:43 Min.)
    • The Finder (1:47 Min.)
    • Walhalla (3:13 Min.)
    • Xaver und sein ausserirdischer Freund (2:00 Min.)
    • Hatschipuh (1:49 Min.)
    • Car Napping (3:08 Min.)
London im Jahr 2008: Naturkatastrophe plagen die hilflose Metropole. Die Menschen sind verunsichert und in Panik. Ein unmenschlicher Killer wütet in den Straßen. Bei Vollmond schlachtet er seine Opfer nach einem alten Voodoo-Ritus. Special-Cop Harley Stone (Rutger Hauer) macht sich auf die Jagd nach ihm. Auch sein bester Freund ist unter den Opfern. Er schwor Rache. Im Pesthauch der verseuchten Straßen spürt Harley Stone den geistigen Kontakt zu seinem Gegner. Die beiden prallen aufeinander und entzünden ein explosives Gemisch aus Wut und Blutgier.
"2008. The future has never looked more dangerous."

Nach den für ihn sehr erfolgreichen Achtzigern (Interner Link"Blade Runner", "Ladyhawke", Interner Link"Flesh & Blood", Interner Link"The Hitcher", Interner Link"Blind Fury") ging es für den auch heute noch Dauerbeschäftigten und einen gewissen Kultstatus genießenden Rutger Hauer in den Neunzigern langsam bergab. Filme wie Interner Link"The Blood of Heroes", Interner Link"Surviving the Game" und "Fatherland" zementierten seinen Ruf, abgesehen von einigen schwachen TV-Produktionen, durchgängig für gute B-Kost zu stehen (das sollte sich ja später mit Albert Pyuns "Blast" und "Omega Doom" relativieren). Dieser Zeit entstammt auch der unverständlicherweise recht unbekannte "Split Second".

 

Gewildert wurde dafür quer durch die Genreklassiker. Von Interner Link"Blade Runner" über Interner Link"Alien" bis hin zu Interner Link"Predator" lassen sich hier einige Motive wiederentdecken. "Split Second" erfindet das Rad zwar nicht neu, aber das muss ihn nicht zwangsläufig schlecht machen. Nun bin ich solchen düsteren Endzeitszenarien von je her sehr zugetan, so dass dieses London im Jahre 2008 eine ganz besondere Faszination auf mich ausübt. Nach der voranschreitenden Klimaerwärmung sind nicht nur die Polkappen abgeschmolzen, sondern die Welt wurde auch dank der Luftverschmutzung in eine ewige Nacht getaucht. Deswegen steht Englands Hauptstadt größtenteils knietief unter Wasser.


 

Regisseur Tony Maylam, der seitdem lediglich einen ganzen Film zustande brachte, ist sehr detailverliebt, was seine Vision angeht. Bizarre Fetischnachtclubs, schummrige Bars, zugemüllte, überflutete Straßen, zerfallene Gebäude und die stillgelegten U-Bahn-Schächte sind die Schauplätze von "Split Second". Ein Wunder, dass in dieser maroden Stadt der Polizeiapparat noch funktioniert. In wie weit der Zerfall von Gesellschaft und Ordnung schon vorangeschritten ist, spart er sich aus. Fokussiert wird hier nur die Jagd des psychisch angeknacksten Harley Stone (Hauer) auf einen brutalen Serienkiller.
Hauer mimt dieses zynische Wrack mit viel Hingabe. Ehrlich gesagt gefiel er mir selten besser. Der von Kaffee, Zigarren und Schokolade lebende Cop, selbst fast als Psychopath durchgehend, kann den Killer spüren (was jedes Mal an Stones lautem Herzschlag verdeutlicht wird). Obsession lautet das Stichwort. Seit sein Kollege Foster von eben diesem Individuum umgebracht wurde, ist er hinter ihm her. Der in einer heruntergekommenen, chaotischen Wohnung lebende Exzentriker genießt weder einen guten Ruf unter seinen Kollegen (u.a. Pete Postlethwaite, Interner Link"Alien³", Interner Link"The Lost World: Jurassic Park"), noch wird sein Verhalten von seinem Chef akzeptiert. Doch sie brauchen ihn. Deswegen wird seine Suspendierung aufgehoben und ihm ein frischer Jungspund und Bücherwurm namens Dick Durkin (Neil Duncan) zur Seite gestellt. Zusammen begeben sie sich auf die Jagd.
Das Skript von Drehbuchautor Gary Scott Thompson ("Hollow Man", Interner Link"The Fast and the Furious", "Timecop: The Berlin Decision") offenbart im Verlauf so einige überflüssige Ungereimtheiten. Vor allem die Identität und Motivation, zusammengeklaubt aus menschlich-tierischen DNS-Kreuzungen und religiöser Mythologie, ist eine arg abstruse Angelegenheit, die in ihrer Komplexität doch eher zum Lachen einlädt. Zudem geht "Split Second", wenn Kim Cattrall (Interner Link"Big Trouble in Little China", Interner Link"Sex and the City") auftritt, zu oft das Tempo flöten. Sie spielt hier Fosters Frau Michelle, die einst mit Stone ein Verhältnis hatte. Für meinen Geschmack hätte man die Beziehung der beiden nicht ganz so ausufernd darstellen müssen.

 
 

Stimmig hingegen die Jagd auf den Mörder. Der Durkin zunächst komplett vor die Wand fahren lassende Stone trifft zunächst stets zu spät ein, was die Make-up-Crew auf den Plan ruft. Die hinterlassenen Torsoöffnungen sind für eine FSK 16 richtig harter, detaillierter, blutiger Tobak. Stets fehlt das Herz, das Blut ist über den gesamten Raum verteilt und die kryptischen, hinterlassenen Hinweise sind zu analysieren. In Folge der Ermittlungen wandelt sich Durkin dann langsam zur Stone-Kopie - so ein unappetitlicher Fall hinterlässt eben Spuren.
Stone ist nie um einen trockenen Oneliner verlegen und steht dem später überreagierenden Durkin oft mit Unverständnis gegenüber. Ertappt man den Killer, gibt es groß angelegte Gebäudeverwüstungen. B-Movies dieser Zeit brauchten sich eben noch nicht vor Big Budget-Produktionen verstecken. Das Zusammenspiel von Hauer und Durkin funktioniert hier ebenfalls tadellos. Während Hauer zu Beginn seinem neuen Partner das Leben schwer macht, wo er nur kann, wachsen die beiden schließlich zusammen. Vor allem ihr Marsch aus der Waffenkammer, bei dem die Zigarre ständig die Mundwinkel der beiden wechselt und ihr Chef hilflos mit ansehen muss, wie die beiden ihm längst nicht mehr gehorchen, ist dabei ein Brüller.


Das Finale, der eindeutige Höhepunkt des Films, ist dann vom zweiten Regisseur Ian Sharp inszeniert. Stilistisch bemerkt man den Unterschied nicht, dafür geht es effektemäßig ordentlich zur Sache. Abgestiegen in die überfluteten U-Bahn-Schächte und ausgerüstet mit Gatlings stöbern sie das Monster auf und liefern sich mit ihm eine groß angelegte Endschlacht mit reichlich Bleivergabe, Explosionen, Stromstößen und einem trockenen "Sweet Dreams" aus Stones Mund.

"He's seen the future ... Now he has to kill it. He'll need bigger guns."

Herrlich, darauf haben wir lange genug gewartet: "Split Second", ungekürzt auf DVD, "Split Second" überhaupt auf DVD! Doch so sehr die Vorfreude uns übermannt und beinahe unsere Objektivität raubt, schalten wir lieber wieder unser Gehirn an und blicken mit hohen Erwartungen auf diese Veröffentlichung aus dem Hause Starlight Film. Uns war klar, dass ein Film wie "Split Second" kein referenzträchtiges Bild vorweisen kann, doch insgeheim haben wir es uns gewünscht. Die Tatsache, dass es laut Hersteller kein besseres Master gab und die Produktionsfirma unter den Schwingen des Pleitegeiers stand, lässt diese Aussage glaubwürdig erscheinen, mindert die Enttäuschung über den Transfer jedoch nicht sonderlich ab. Grob betrachtet bietet das Bild gehobenen VHS-Standard und hat sehr stark unter den deutlichen Farbverfremdungen, mit denen man versucht, die düstere Atmosphäre des Films zu realisieren, zu leiden. Somit sind die Farben auch nie natürlich und wirken insgesamt sehr ausgewaschen, dann wieder satt und kräftig. Der Farbton tendiert meist ins kühle Blau und zeigt einen deutlichen Grünstich, der allerdings nicht nach einem Stilmittel ausschaut. Der Kontrast ist ebenfalls sehr schwach ausgefallen, zeigt deutliches Überstrahlen in hellen Flächen und der schwache, nahezu nicht vorhandene Schwarzwert trägt sein Übriges dazu bei, dass der Transfer insgesamt einen sehr schwachen Eindruck hinterlässt. Schärfe finden wir kaum, die Konturen verschwimmen und in puncto Detailschärfe dürfen wir ebenfalls nicht viel erwarten. Hinzu kommen stehende Rauschmuster und deutliche Bewegungsunschärfen. Defekte huschen hin und wieder durch das Bild, stören aber nicht sonderlich. Dafür arbeiten die Kompressionen recht sauber und Blockrauschen ist nur in den seltesten Fällen zu bemängeln. Ingesamt also ein, in Anbetracht der Produktion, solides, aber auch enttäuschendes Bild. Aber zumindest gibt es die Wahl zwischen der Open Matte-Version, welche wir noch aus Videothekenzeiten her kennen und der anamorphen Widescreen-Version.
Beim Ton hätte die vorhandene deutsche Stereospur vollkommen gereicht und bietet eine saubere und gut verständliche Front, ohne auffällige Mängel. Die englische Stereospur klingt etwas zurückhaltender und ist deutlich leiser in den Dialogen und den restlichen Umgebungsgeräuschen, wirkt dafür aber weniger steril. Doch allein schon aus Nostalgiegründen sollte die deutsche Synchronisation an erster Stelle stehen. Zudem verzichtet man auf deutsche Untertitel. Der deutsche Dolby Digital 5.1-Mix sollte unbenutzt bleiben und wir fragen uns immer wieder, warum man solch ein grauenvollen splitted Mix auf die Menschheit loslassen muss. Hier wurde der Frontkanal komplett auf die Rears gelegt und so entsteht ein extrem unangenehmer Hall, wodurch die Stimmen anfangen zu verzerren und das Klangbild sehr unangenehm aufstößt.
Als Bonusmaterial gibt es neben zwei Bildergalerien, Filmografien und dem Originaltrailer nur noch eine große Trailershow. Das DVD-Menü ist leider wieder recht sporadisch ausgefallen, zudem gibt es zwei Covervarianten zu kaufen, wobei das Cover in der gelben Ammaray noch am besten ausschaut.

 

Zwar zusammengeklauter, aber trotzdem sehr atmosphärischer, blutiger, spannender Endzeitactionthriller mit Horrorelementen, der sich nicht vor seinen Vorbildern zu verstecken braucht.
So viele Ungereimtheiten das Skript auch bietet, die stimmige Inszenierung, coole Dialoge, ein Rutger Hauer als abgewrackter Cop und der effektgeladene Showdown überzeugen den Genrefan.
Qualitativ bietet die DVD leider nicht sonderlich viel und der unnötige Upmix ist mehr als nervend. Die Extras sind mager und der Transfer befindet sich lediglich auf VHS-Niveau. Dafür wurde der Film von der FSK neu geprüft und ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben. Für "Split Second"-Fans noch eine lohnende Anschaffung zum günstigen Preis.


Film++++--
Bild++----
Ton++----
Bonus+-----


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