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USA 1999
Originaltitel:Detroit Rock City
Länge:90:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Adam Rifkin
Buch:Carl V. Dupré
Kamera:John R. Leonetti
Musik:diverse
Darsteller:Edward Furlong, Guiseppe Andrews, James DeBello, Sam Huntington, Lin Shaye, Natasha Lyonne
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (D,Eng), Dolby Digital 2.0 Surround (D,Eng)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
-2 Audiokommentare
-Nach dem Schneidetisch:
- Detroit Rock City Concert (4:41 min)
- 4 Geschnittene Szenen (10:53 min)
-Hinter den Kulissen (36:52 min)
-2 Musikvideos:
- The Donnas "Strutter" (3:06 min)
- Everclear "The Boys Are Back In Town" (4:28)
-Trailer zu "Detroit Rock City" (1:15)
-8 Starinfos
-8seitiges Booklet
1978. Discomusik ist ganz groß angesagt. Die Teenager Hawk, Lex, Trip und Jam interessiert das aber nicht die Bohne. Sie haben ihre eigene kleine Band, in der sie die Songs ihrer Lieblingsmusiker covern: KISS. Was liegt da näher, als das bevorstehende KISS-Konzert in Detroit zu besuchen, um die Götter in Leder endlich mal live erleben zu dürfen? Nichts...wäre da nicht Jam's streng gläubige und äußerst kleinkarierte Mutter, die ihren Sohn schon lange die "Teufels-Rockmusik" austreiben möchte, kurzerhand die Tickets vernichtet und Jam ins Internat steckt. Doch das kann die 4 Rebellen nicht aufhalten. Auf ihrem Weg zum Konzert erleben sie allerlei Abenteuer mit Autodieben, lüsternen, alten Frauen und aufgebrachten Discogängern.
Ein Film um, von und mit KISS, darauf haben die Fans sicherlich lange gewartet. Dummerweise floppte der Film nicht nur an den Kinokassen, sondern wurde auch von einigen Fans im Nachhinein verpönt. Dabei hat "Detroit Rock City" dieses unrühmliche Schicksal gar nicht verdient.

Der Film hat von allem etwas: viel Komödie, ein Schuss Teenie-Romanze, ein Hauch von einem Kifferfilm, eine Spur eines Roadmovies und natürlich eine Kelle Action. Hab ich in meinem "Detroit Rock City"-Rezept noch 'ne Zutat vergessen? Und weil viele gute Zutaten nicht automatisch eine gute Mahlzeit ergeben, verliert sich dieser Mix ab und zu in Belanglosigkeiten. Das hätte ich mir dann doch ein bisschen 'straighter' gewünscht.
Da ist es nicht verwunderlich, dass die Story nicht weiter tiefschürfend ist und nur als Aufhänger für ein paar mehr oder weniger kleine Abenteuer dient. Es gibt da ein paar gute Ansätze wie die ewige Streiterei/Bevormundung zwischen Jam und seiner Mutter (wer kennt es nicht ;-), aber das wird so Hollywood verkitscht vorgetragen, dass der Zuschauer sofort mit einem Happy End rechnet.
Natürlich gibt es viele Szenen, die dafür entschädigen, beispielsweise die als sich Jam im Internat eine Predigt vom Pfarrer McNulty (witzig rübergebracht von Joe Flaherty) anhören muss, die urplötzlich in einen Lachanfall umschwingt, weil dem Pfaffen eine Pizza mit extra viel "Pilzen" untergejubelt wurde. Hier bekommt die Kirche so richtig schön ihr Fett weg.

Wer auf Grund der US-Altersfreigabe "Rated R" (Zitat MPAA: "Rated R for strong language, drug use and sex-related content") auf einen Streifen mit Zielgruppe Erwachsene hofft, der wird wohl ein wenig enttäuscht sein. Der anzügliche Inhalt beschränkt sich auf ein paar Dialoge mit offenem Hemd (da ist nix zu sehen, wie prüde sind die Amerikaner eigentlich?), die Ausdrucksweise ist ähnlich der, wie man sie heute bei jedem 12jährigen findet (der englische Ton ist da ein wenig expliziter) und der dargestellte Drogenmissbrauch ist völlig harmlos und wird in anderen Komödien viel offensichtlicher gezeigt. Bloß gut, dass die FSK hier nicht so pingelig ist (hab ich das jetzt wirklich gesagt? ;-) und ihn ab 12 Jahren frei gab.

Und das, worauf jeder KISS-Fan in diesem Film wartet, fällt blöderweise am kürzesten aus: Der KISS-Livegig besteht nicht mal aus einem ganzen Song, da werden nur ein paar Szenen rausgeschnitten und bevor man so richtig merkt, wer da überhaupt auf der Bühne steht, ist das ganze Spektakel schon vorbei. Dafür rockt der Soundtrack ganz gewaltig, und dafür sorgen neben den Meistern höchstpersönlich Bands wie AC/DC, Black Sabbath, Thin Lizzy, T-Rex, UFO, ELO, Ramones und Van Halen, um nur einige von ihnen zu nennen.

Der 5.1-Ton ist in beiden Sprachfassungen sehr kräftig und klar. Die Dialoge kommen gut verständlich aus dem Center Speaker. Die Rear Speaker werden vor allem von der fetzigen Musik beansprucht, ab und zu kommen natürlich auch ein paar Surround-Effekte hinzu. Auch der Subwoofer wird gut genutzt, was natürlich in erster Linie auf den Score zurückzuführen ist. Ich war sehr überrascht, als ich die Scheibe das erste mal abgespielt hatte, solch eine Soundwand hatte ich keineswegs erwartet.
In der 4. Minute scheint beim deutschen Ton (Surround und 5.1-Variante) ein Fehler aufgetreten zu sein. Als die Band im Keller probt klingt die Musik sehr zittrig und holprig, wie eine schlechte Punkband, so als hätte keiner der 4 Musiker je vorher ein Instrument in der Hand gehabt. Der O-Ton hat diesen Fehler nicht. Hier klingt der Sound recht "tight". Auch sonst ist der O-Ton wieder mal der deutschen Synchronisation vorzuziehen, die Stimmen klingen sonst viel zu weich und kindisch, vor allem die Stimme von James DeBello klingt im Original richtig schön rotzig frech und respektlos.
Nachteilig sind die nicht ausblendbaren dt. Untertitel, die zum Teil falsche oder ungenaue Übersetzungen anzeigen. Trotzdem ist für den Ton die Höchstwertung fällig.

Um die Komik zu unterstützen, wird die gute Kameraarbeit mit einigen visuellen Effekten und schnellen Schnitten angereichert. Beispielsweise die Szenen mit "Elvis", dem Sicherheitsmann, sind sehr erfrischend umgesetzt worden. Dadurch und durch die "hippen" Kameraeinstellungen ist der Film sehr rasant, kompakt und äußerst kurzweilig.
Das sehr gute Bild fällt nur leicht negativ auf durch einige kleine Rauschmuster in einigen Szenen, ansonsten sind Schärfe, Kontrast, Farbgebung äußerst ansprechend. Auch die Kompression des Bildes ist in sehr guter Qualität gelungen.

An Extras gibt es ne ganze Menge zu entdecken. Neben dem halbstündigen "Hinter den Kulissen"-Feature (hier sind die leider einige Gespräche schwer zu verstehen und NICHT untertitelt) und den Filmo-/Biographien zu 6 Schauspielern, dem KISS-Mitglied Gene Simmons, der hier auch als Produzent fungiert und dem Regisseur Adam Rifkin gibt es einen Song aus dem KISS-Konzert in 4 verschiedenen, frei wählbaren Kameraperspektiven und einer Splitscreen-Perspektive, bei der alle 4 Kameras in einem Fenster ablaufen. Am besten finde ich die geschnittenen Szenen, die zwar teilweise noch unbearbeitet zu sein scheinen, aber u.a. eine verlängerte Szene mit "Elvis" zeigen. Die 2 Musikvideos sind auch nicht schlecht, interessieren mich aber nicht so sehr.
Der Audiokommentar vom Regisseur bietet reichlich Hintergrundinformationen zum Film und seiner Entstehung. Mindestens genauso interessant (für KISS-Fans sogar noch interessanter) ist die zweite Kommentarspur, in der zu Beginn Gene Simmons hauptsächlich über die Band spricht und dann Produzent Tim Sullivan die restlichen Bandmitglieder per Telefoninterview einbindet. Das handgezeichnete Cover, welches alle wichtigen Akteure aus dem Film im Comicstil zeigt, mag zwar nicht sehr schön sei, ist aber dafür interessant und man kann nach dem Anschauen des Filmes gleich noch mal versuchen, die Darsteller aus der Menge raus zu erkennen. Zusammen mit dem beiliegenden Booklet, das 3 Seiten mit Informationen zum Film enthält und der sehr gut animierten Menüführung ergibt das satte 5 Punkte für die Extras (einen Punkt muss man sich ja schließlich für die richtig großen Special Editions freihalten).
Leider wurde wieder mal der Fehler gemacht, den störenden Layerwechsel mitten im Film zu platzieren, obwohl der Film auf eine Schicht gepasst hätte und man die Extras auf die 2. Schichte pressen könnte.

Was bleibt ist "nur" ein guter Film mit einer coolen 70er Stimmung, das von mir erwartete Rock-Spektakel fällt leider nicht so hoch aus. Wer auf Teenager-Komödien der etwas anderen Art steht (ich denke da an "Dazed And Confused" oder eine rockige Variante von "Road Trip") und auch mit handgemachter Musik was anfangen kann, sollte sich "Detroit Rock City" ins heimische Kino holen. Am besten mit 1,2 oder 15 gut gekühlten Bierchen konsumieren. Alle anderen wird evtl. das Rock'n'Rollfeeling für diesen Film fehlen, einen Blick ist er aber trotzdem wert! Die DVD hat eine erstklassige technische Umsetzung und ist zumal noch sehr preiswert erhältlich.


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus+++++-


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