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SK 2004
Originaltitel:Taegukgi hwinalrimyeo
Alternativtitel:Brotherhood - Wenn Brüder aufeinander schießen
aka. Brotherhood of War, The
aka. Tae Guk Gi: The Brotherhood of War
aka. Taegukgi
Länge:142:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Kang Je-kyu
Buch:Je-gyu Kang
Kamera:Kyung-Pyo Hong
Musik:Dong-jun Lee
Darsteller:Jang Dong-Kun, Won Bin, Lee Eun-Ju, Gong Hyeong-Jin, Lee Yeong-ran, Jung Doo-hong, Jeong Jin, Jeon Jae-Hyeong, Baek Jang-Soo, Choi Min-Sik, Jeong Ho-Bin, Kim Seok-Hwan, Kim Soo-Ro
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Steelbook
DVD-Start:07.09.2006 (Verleih) / 18.12.2006 (Kauf)
Specials:
Film-DVD
  • Deutscher Kinotrailer (2:50 Min.)
Bonus-DVD
  • 8seitiges Booklet
  • Original Kinotrailer (2:52 Min.)
  • Making of "Taegukgi" (41:35 Min.)
  • Interviews mit Cast & Crew: (11:29 Min.):
    • Kang Je-Gyu, Regie
    • Jang Dong-Cun
    • Won Bin
    • Lee Eun-Ju
    • Pyo Hong-Kyung, Kamera
  • Internationaler Festival-Teaser [(2:56 Min.)
  • Original TV-Spots (1:12 Min.)
  • Bildergalerie (57 Bilder)
Korea 1950. Nach Ausbruch des Bürgerkrieges am 25. Juni werden zwei junge Brüder zwangsrekrutiert in die südkoreanische Armee. Im Zivilleben waren Jin-tae und Jin-seok ein Herz und eine Seele, unter dem grauenvollen Eindruck des tödlichen Terrors und entsetzlichen Leids auf den Schlachtfeldern kommt es zum Bruch zwischen den Brüdern. Zunächst ist der 18jährige, sensible Jin-seok nur genervt von den tollkühnen Kampfaktionen des älteren, draufgängerischen Jin-tae, der alles tut, um das Leben seines innig geliebten Bruders zu schützen. Die zwischenmenschliche Entfremdung wächst, als gute Kriegskameraden bei Jin-taes Himmelfahrtskommandos ums Leben kommen. Und als Jin-tae, von der Barbarei des Krieges verroht, hilflose nordkoreanische Kriegsgefangene quält und massakriert, empfindet Jin-seok nicht nur Verachtung, sondern regelrechten Hass für seinen Bruder. Schwer geschockt vom Tod seiner liebevollen Verlobten, die unschuldig von fanatischen südkoreanischen Antikommunisten erschossen wird, dreht Jin-tae vollkommen durch: Er erschlägt einen seiner Kommandeure und läuft über zur nordkoreanischen Armee. Die Familientragödie gipfelt im Kugelhagel und Kanonendonner bei der Konfrontation der Brüder auf dem Schlachtfeld - Jin-seok in südkoreanischer Uniform, Jin-tae in nordkoreanischer Uniform - die auf Leben und Tod miteinander kämpfen.
"Der härteste Kriegsfilm unserer Zeit ... - Werbezeile

Der Nord-Süd-Konflikt lässt Südkoreas Filmindustrie nicht ruhen. Seit Interner Link"JSA" waren in Filmen wie Interner Link"Shiri" oder Interner Link"2009: Lost Memories" immer wieder diverse Elemente dieses ewigen Brandherds eingeflochten. Mit der Mammutproduktion "Brotherhood" versucht sich Regisseur Kang Je-kyu nun an einem epischen Pendant zu Steven Spielbergs Interner Link"Saving Private Ryan".


Tatsächlich ist der Streifen mit seinen knapp 3 Stunden ein ausgewälzter, überlanger Kriegsfilm, wie man ihn seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Technisch in etwa auf dem Niveau des nun schon 6 Jahre alten Spielberg-Blockbusters, gibt es einige blutige mit Effekten vollgestopfte Gemetzel zu sehen. Leider hapert es abseits der chaotischen Schlachtfelder an einer arg pathetischen Story zweier Brüder, die unfreiwillig in den Strudel der Kriegsmaschinerie geraten und sich durch sie voneinander entfremden.
Jin-tae (Jang Dong-Kun, Interner Link"2009 Lost Memories") und Jin-seok (Won Bin) müssen ihr sorgloses, wenn auch ärmliches Leben, aufgeben, werden zwangseingezogen, hinterlassen Frau wie Mutter und finden sich, ehe sie es sich versehen, an der Front wieder - um zu töten. Jin-tae, als älterer Bruder instinktiv um das Wohl von Jin-seok besorgt, setzt alles daran, um ihn wieder nach Hause zu bekommen. Die einzige Lösung scheint ein Pakt mit seinem Vorgesetzten zu sein und so übernimmt Jin-tae bald regelmäßig die aussichtslosesten und verlustreichsten Kommandounternehmen. Seine eigentliche Intention verliert dabei schnell an Bedeutung. Von der Lust am Töten gepackt, stumpft er ab und wir zum eiskalten, skrupellosen Killer, den Jin-seok gar nicht mehr als seinen Bruder erkennt. Sein Vorgehen zieht Auszeichnungen, Ansehen und Lob nach sich. Längst scheint sein Bruder nicht mehr das Wichtigste in diesem Krieg zu sein ...


Bei "Brotherhood" wird grundsätzlich direkt drauf gehalten und zwar nicht nur während der Gemetzel zwischen Nord und Süd. Da werden, wegen mangelnder medizinischer Versorgung, einem Verletzten Maden (!!) vom Bauch gepult und angebliche, zivile kommunistische Sympathisanten, ohne Prozess, gleich reihenweise abgeknallt. Realismus hin, Realismus her, das ist harter Tobak, der hier so demonstrativ kompromisslos abgeliefert wird. Sicher nichts für zarte Gemüter!
Die ausufernden Schlachten sind dann hollywood-like, nur eben detaillierter. Mit einer hektisch geführten Handkamera werden die Gemetzel eingefangen. Kugeln fliegen uns um die Ohren, von Granateinschlägen aufspritzende Erde fliegt durchs Bild und überall schreiende Menschen - die einen vor Schmerzen, die anderen vor Adrenalin und innerer Anspannung. Blut spritzt, Bajonette werden in die Körper getrieben, Körper von Explosionen zerrissen und von Kugeln durchsiebt - alles sehr explizit festgehalten. Ob im Schnee oder auf einer staubigen Ebene, "Brotherhood" schenkt reinen Wein ein und füllt immer wieder nach. Menschlichkeit und Erbarmen haben sich aus dieser Szenerie längst verabschiedet. Bis aufs Messer bekämpfen sich die beiden Seiten, nehmen notfalls Helme oder Steine zu Hilfe, töten sich mit den bloßen Händen. Krieg ist nicht schön, das weiß jeder. "Brotherhood" ruft es uns noch einmal eindringlich ins Gedächtnis. Hier werden Tausende von Menschen sinnlos verheizt. Insbesondere die nach einem Dorfmassaker stattfindende Aktion zur Stillung des Dursts nach Blutrache ist in ihrer Intensität nahezu beispiellos.


Und doch kann "Brotherhood" nicht vollends überzeugen. Das liegt an der melodramatischen Beziehung der beiden Brüder. Für eine so imposante Laufzeit hat dieser Handlungsstrang viel zu wenig Substanz. Zig mal wird gefühlsduselig in Dialogen auf die anwachsende geistige Distanz eingegangen. Spätestens wenn dann ausgerechnet bei der Heimkehr die Frau "abgeholt" wird und Brüderlein glaubt, dass sein eigen Blut ein Raub der Flammen geworden ist und darauf überläuft, verliert der Film, bemüht nochmal Spannung konstruierend, an Glaubwürdigkeit. Schade nur, dass er dabei nie über den Tellerrand beziehungsweise seine beiden Protagonisten hinaus blickt.
Wer hier nicht, den in amerikanischen Filmen immer so oft beklagten, Patriotismus vorfindet, sollte sich den Film vielleicht noch ein zweites Mal ansehen. Frei von Klischees ist auch "Brotherhood" nicht ganz und nur weil Südkorea keine "Stars & Stripes" schwingt, muss das noch lange nicht wertfrei geschehen. Auch hier ziehen junge Männer freudestrahlend in den Krieg, um, gelenkt von der geschickt manipulierenden Politik, ihr Leben für ihr Land zu geben - Fahnen schwingen inklusive.


So bemüht Kang Je-kyu auch um einen epischen Charakter ist, etwas Außergewöhnliches, Denkwürdiges will sich hier nicht einstellen. "Brotherhood" nähert sich schon sehr deutlich dem westlichen Mainstreamkino und folgt damit dem Trend von Streifen wie "Tube" und "Yesterday". Aussagen, wie sinnlos Krieg doch ist und wie verbrämt und blind man doch den Befehlen gehorcht sind längst bekannt. Hier wird ihnen nichts Neues hinzugefügt. Was ihn von westlichen Produktionen unterscheidet, ist die mitunter etwas kitschige Bruderbeziehung. Traditionell versteht sich das asiatische Kino besser darauf in solchen Effektschlachten seinen Figuren mehr als nur einen einfachen scheinheiligen Anstrich zu verpassen. Das ist Lobenswert, hier jedoch viel zu wenig.



Limited-Steelbook-Edition

Nach der Verleih-DVD im KeepCase veröffentlicht die e-m-s "Brotherhood" als stylische und zudem limitierte Doppel-DVD-Edition im Steelbook. Auf der Hauptfilm-Disc befindet sich lediglich der deutsche Kinotrailer, damit genügend Platz für den knapp 2½stündigen Film und die drei vorhandenen Tonspuren bleibt.
Der anamorphe Widescreen Transfer hinterlässt dann auch einen guten Eindruck und wartet mit schönen Farben und einen meist sehr guten Kontrast auf. Letzteres neigt hin und wieder dazu, etwas zu steil zu wirken und kann in dunklen Sequenzen nicht immer alle Details offenbaren. Dies liegt aber zugleich an den Stilmitteln, welche hier eingesetzt wurden, um die Atmosphäre dieses Kriegs-Dramas zu untermauern. Regisseur Kang Je-kyu tauch dieses Epos immer wieder in sepiafarbige Töne und reduziert die Farben teilweise auf ein Minimum. Die Schärfe macht ebenfalls einen guten bis sehr guten Eindruck und überzeugt mit sauberen und knackigen Konturen, welche niemals überstrahlen. Lediglich die Detailschärfe hätte noch etwas besser ausfallen dürfen. Bildrauschen tritt hier nur in den seltensten Fällen auf und die Kompressionen hinterlassen ebenfalls einen guten Gesamteindruck. Defekte und Verschmutzungen sind dem Transfer fremd, Kompressionsartefakte finden wir auch nicht und das kaum sichtbare Blockrauschen im Hintergrund dürfte kaum der Rede wert sein. Lediglich leichtes Nachziehen in Kameraschwenks trübt den Sehgenuss etwas.
Die deutsche Synchronisation, welche ganz nebenbei erwähnt sogar richtig gut geworden ist, wartet mit einer gut verständlichen Front auf, welche insgesamt aber etwas zu dumpf erscheint. Im direkten Vergleich mit dem koreanischen Ton klingt die deutsche Tonspur wesentlich zurückhaltender, wartet zwar auch mit reichlich direktionalen Effekten auf, wirkt insgesamt aber deutlich kraftloser und es fehlt an der nötigen Dynamik. Räumlichkeit erzeugt der deutsche Track durch den guten Einsatz der Rear Speaker, welche neben dem Score auch für Umgebungsgeräusche und vor allem in den Actionsequenzen reichlich zum Einsatz kommen. Der deutsche DTS-Track unterscheidet sich unwesentlich von der Dolby Digital-Variante. Der koreanische Mix überzeugt mit einer natürlicheren und vor allem klareren Front, welche nicht mehr so eingeengt wirkt wie der deutsche Mix. Zudem verhält sich das gesamte Klangspektrum deutlich weiträumiger und die Effekte werden mit einem etwas wuchtigeren Bass unterstützt, dem es der deutschen Fassung mangelt. Jedoch könnten auch hier die Kampfsequenzen brachialer klingen, womit wir insgesamt nicht über gute vier Punkte hinweg kommen. Hier haben wir schon deutlich bessere Abmischungen bei Kriegsfilmen erlebt. Optional gibt es deutsche Untertitel.


Wie oben bereits erwähnt, bietet die Hauptfilm-Disc lediglich den deutschen Kinotrailer, das restliche Bonusmaterial wurde komplett auf die beiliegende Zusatz-DVD gebannt. Der Anfang macht hier ein knapp 40minütiges Making of, welches einen schönen Einblick in die Dreharbeiten und die Produktion von "Brotherhood" gewährt. Keine Hollywood üblichen PR-Interviews, sondern 40 Minuten lange Einblicke in die Entstehung dieses Kriegsfilmes. Das schöne: Man machte sich die Mühe und lies diese Featurette deutsch untertiteln. Ansonsten wird uns leider nicht mehr allzu viel geboten. Diverse Trailer und TV-Spots, eine Bildergalerie, sowie 6 Interviews mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 11 Minuten runden das Bonusmaterial ab, weshalb man das Making of schon als Herzstück bezeichnen kann. Die Interviews können auf Wunsch mit Untertitel oder aber mit einer deutscher Voice-Over-Spur angeschaut werden. Dem Steelbook liegt zudem noch ein 8seitiges Booklet mit Produktionsnotizen bei, was wir in letzter Zeit leider immer seltener finden. Leider fehlt hier der Audikommentar der koreanischen DVD, sowie diverse Featurettes, welche man wahrscheinlich für den deutschen Markt nicht frei gab.


"Brotherhood" ist ein überlanger, technisch einwandfreier Kriegsfilm, der einige Schlachtinfernos vom Stapel lässt und sich vor westlichen Produktionen nicht zu verstecken braucht. In seinen ständigen Bemühungen auch alles schonungslos zu zeigen, ist er Hollywood einen Schritt voraus. Leider hapert es nebenher mit der Geschichte, denn für so einen zweieinhalbstündigen Film ist die sich nur zäh entwickelnde Beziehung der beiden Brüder als Lückenfüller etwas zu wenig. Dennoch eine allemal beeindruckende Schlachtplatte, die wir Südkoreas Filmemachern so nicht zugetraut hätten. Für Genrefans ist das hier Pflichtprogramm...

Das limitierte, aber nicht nummerierte Steelbook überzeugt vor allem in puncto Bildqualität und zumindest das 40minütige Making of ist als Bonus mehr als sehenswert. Beim Ton hapert es dann etwas und die Synchro hinkt deutlich dem Originalton hinterher. Dennoch eine schöne Veröffentlichung ...


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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