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UK 1999
Originaltitel:Guest House Paradiso
Länge:85:51 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Adrian Edmondson
Buch:Adrian Edmondson, Rik Mayall
Kamera:Alan Almond
Musik:Colin Towns
SFX:Paul Dunn
Darsteller:Adrian Edmondson, Rik Mayall, Vincent Cassel, Helene Mahieu, Fenella Fielding, Bill Nighy, Kate Ashfield
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2,4
Bildformat:1.78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:3 Original-Kinotrailer, Making Of (dt. untertitelt, 35:51 min), Outtakes (8:17 min), DVD-ROM-Spiel
Der exzentrische Richard (Richard Mayall) würde gern mal jedem an die Wäsche gehen und ihm ist keine sexuelle Abart zu pervers. Eddie (Adrian Edmondson) ist schonungslos dem Alkohol verfallen und ein wenig schwer von Begriff. Zusammen führen die beiden Verrückten das stilvolle, aber heruntergewirtschaftete "Guest House Paradiso", idyllisch gelegen an der Küste Englands - direkt neben dem örtlichen Kernkraftwerk.
Der Gast ist hier keineswegs König, vielmehr ist er ein notwendiges Übel, welches Richie und Eddie aufnehmen müssen, um ihm möglichst viel Geld abzuluchsen. Da kann es auch schon mal passieren, dass das Frühstück auf Grund des plötzlichen Ablebens des Koches ausbleibt oder dass radioaktiv verseuchter Fisch auf der Speisekarte steht, der natürlich zu großem Unwohlsein führt...

Nehmt euch in Acht vor dem "Guest House Paradiso"!
Herrlich, diese 2 verrückten Hotelfuzzies haben doch wirklich einen sehr schrägen Humor. Meinungsverschiedenheiten werden immer sofort bereinigt, am liebsten mit möglichst handfesten Argumenten und im Beisein von Gästen. Der in der Filmgeschichte meines Erachtens bisher einmalige Schlagabtausch, der mit dem Bleistift beginnt, der da an einer gar unangenehmen Stelle steckt, und mit der "Nussknacker"-Szene seinen absoluten Höhepunkt erreicht, hat mir Schmerzen vor Lachen bereitet. Köstlich!
Wie schon im Making Of treffend erwähnt, können Rik und Ade Stolz drauf sein, dass sie sich "auf lustige Art verhauen können". Hier fließt bis auf eine Szene kein einziger Tropfen Blut und die dargestellte Gewalt (wenn man sie überhaupt als solches bezeichnen kann) ist so pointiert dargestellt, dass nun wirklich niemand verschreckt wegschauen muss.
Wieso trotzdem erst eine Freigabe ab 16 Jahren vergeben wurde, will mir nicht ganz Einleuchten. Jede Episode von "Tom und Jerry" zeigt Ähnliches, nur eben in gezeichneter Form. Und "Itchy & Scratchy" dürfen schließlich auch im Nachmittagsprogramm bei den "Simpsons" gezeigt werden.

Die beiden Hauptdarsteller Rik Mayall und Adrian Edmondson spielen ihre Rollen so gekonnt, dass man sich fast schon Sorgen um ihr "wahres" Leben (das neben dem Film ;-) machen muss. Mein absoluter Favorit ist aber der Koch: bei seinem Anblick vergeht einem wirklich jeder Bärenhunger.
Als Gino Bolognese, dem treuelosen Latinlover der berühmten Filmdiva Gina Carbonara (was für Namen!), ist Vincent Cassel zu sehen, der den meisten wohl als der "Dobermann" in der gleichnamigen französischen Filmproduktion bekannt ist.

Ich muss gestehen, den Film erst gut 2 Jahre nach seiner Produktion bemerkt zu haben. Bei uns lief er wohl nur mal kurz in der Sneak-Preview und verschwand dann anscheinend ganz fix wieder in der Versenkung.
In England muss das Komikerduo Mayall/Edmondson, welches seit ihrer Studienzeit miteinander arbeitet, wohl schon seit einigen Jahren recht bekannt sein: neben ihren Stand-Up-Comedyshows ("Bottom") und der dazugehörigen, mehrjährigen Tournee "Bottom Live" haben die beiden durch TV-Produktionen, wie z.B. "The Comic Strip Presents Series" (erstmals 1982 ausgestrahlt), "The Young Ones" und "Filthy, Rich and Catflap" auf sich aufmerksam gemacht.
Ich kann nur hoffen, dass es dem Komikerduo auch weiterhin möglich sein wird, Filme, wie diesen hier zu produzieren.

Durch gut halbstündige Making Of blödeln sich alle Beteiligten durch, allen voran Rik und Ade, was das ganze sehr amüsant UND interessant macht. Jeder zieht über jeden her, da wird die Strenge des Regisseurs mit der eines Nazi-Generals verglichen, der Produzent Phil McIntyre eingeschüchtert und Rik Mayall denunziert. Die Crew hatte anscheinend sehr viel Spaß beim Dreh, soviel ist sicher!
Weiterhin gibt es einige Outtakes und 3 Trailer zum Film zu betrachten. Schon allein das Making Of hat 3 Punkte verdient, mehr Infos wären aber auch hier nicht schlecht gewesen, z.B. Informationen über die Bühnen- und TV-Karriere der Hauptdarsteller.
Im DVD-ROM-Teil ist ein einfaches Flash-File, bei dem man wahlweise gegen Eddie oder Richie antritt, um sich nach Schere-Stein-Papier-Weise zu prügeln. Nach spätestens 2 Minuten wird es aber schon langweilig.

Das Bild macht mit seinen kräftigen Farben einen recht guten Eindruck, obwohl sich viele Szenen in dunklen Räumen, was den Film recht düster erscheinen lässt. Nur ab und zu kommt es zu Schärfe- und Kontrastschwierigkeiten, ein geringes Bildrauschen ist ebenso auszumachen. Die Farbgebung ist meist sehr dunkel, trotzdem gibt es kaum Schwierigkeiten mit dem Kontrast. Als etwas störend finde ich einige Lichtquellen, die durch ihre hohe Intensität das Bild zu weich zeichnen.
Fraglich ist, warum uns hier eine 5.1-Tonspur vorgegaukelt wird. Die meiste Zeit schweigen sich die Surroundboxen tot. Die Sprache ist gut verständlich über den Centerkanal. Der O-Ton ist nur was für Leute, die sehr gut mit der englischen Sprache zurechtkommen und somit den teilweise starken britischen Slang gut zu verfolgen. Wahlweise mit dem deutschen oder englischen Untertitel versehen würde ich ihm aber auf alle Fälle den Vorzug vor der deutschen Synchro geben, die zwar ebenfalls sehr gut gemacht ist, aber bei der einige Sounddetails untergehen. Der Subwoofer bekommt auch einiges zu tun (natürlich nicht so offensichtlich wie in einem Actionfilm), meistens wird er aber von der Musikuntermalung benutzt. Für eine Produktion dieser Art sind aber beide angemessen, daher jeweils 4 Punkte für Bild und Ton.

Das Niveau des Filmes ist sicherlich nicht das Höchste, aber gegen die ganzen Teenie-Horror-Comedy-Schmalspur-Flachwitz-Filmchen der letzten 2 Jahre gewinnt er haushoch. Wer sich also schon mit den (meiner Meinung nach völlig schwachen) "Scary Movie"-Teilen gut unterhalten fühlt, für den wird "Guest House Paradiso" mit Sicherheit SEHR amüsant. Ich habe den Film bisher etwa zehnmal gesehen, meist in Gesellschaft, und bisher hat er allen gefallen (bis auf die Frau eines Freundes, die wohl etwas zu zartbesaitet ist). Und Szenen wie die Anfangsequenz oder der Running Gag mit der roten Gumminoppen-Unterwäsche entschädigen auch für die etwas niederschmetternde Kotzorgie gegen Ende des Filmes.

Also, Bier auf, Film ab und "Kerze in das Auge"!


Film+++++-
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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