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CAN 2004
Originaltitel:Nature Unleashed: Tornado
Länge:89:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Alain Jakubowicz
Buch:J. Paul V. Robert
Kamera:Alan M. Trow
Musik:Jacqueline Loran
SFX:Elliot FX Inc.
Darsteller:Daniel Bernhardt, Ruth Platt, Anya Lahiri, Larry Potter, Julien Penaruiz, Stephen Shellen, Lisa Stothard, Casper Zafer, Mihai Flanica, George Grigore, Alin Olteanu, Dorin Andone, Alexandru Barba
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Trailer (1:18 Min.)
  • Ein Blick hinter die Kulissen (14:53 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Volcano (1:57 Min.)
    • Lawinen (1:29 Min.)
    • Feuer (1:39 Min.)
    • Erdbeben (1:44 Min.)
    • The Machinist (0:55 Min.)
    • Nero (1:19 Min.)
    • Evil (2:00 Min.)
    • Legend Of The Evil lake (1:43 Min.)
Texas 1974 - Der junge Josh muss mit ansehen, wie sein Vater von dem zerstörerischen Sog eines riesigen Tornados getötet wird. 30 Jahre später: Josh ist Kameramann eines Nachrichtenjournals und soll mit seiner Kollegin eine Reportage über den Weltkongress der Sinti und Roma in Bukarest drehen. Bei ihrer Arbeit "stolpern" sie über eine Gruppe von Teufelsanbetern, die mit Hilfe eines alten Rituals den alles vernichtenden großen Sturm heraufbeschwören wollen. Um die Menschheit zu retten, muss sich Josh nun wieder in das Auge des Sturms begeben.
Au Backe! Als Nu Image es endlich aufgab die entnervten Zuschauer mit fragwürdigen Schundprodukten der Marke Tierhorror zu drangsalieren, begannen sie das Publikum mit Katastrophenfilmen zu terrorisieren. Wo könnte so ein Film optimaler seine Free-TV-Premiere feiern als Event-Ereignis auf RTL 2?
Es bleibt also alles beim Alten. Das Studio müht sich nach Kräften seine jahrelangen Fans mit diesen albernen Produktionen zu verscheuchen und man muss konstatieren, es gelingt wirklich vorzüglich. "Nature Unleashed: Tornado" erweist sich als absolut lächerliches Schundwerk, welches sich auch noch so knüppelernst nimmt, dass man es mit viel guten Willen und vier Promille allerhöchstens noch unfreiwillig komisch finden kann.


Der Dilettantismus spiegelt sich entgegen aller Erwartungen gar nicht einmal in den doch einigermaßen brauchbaren Effekten sondern in der sinnentleerten Story wieder. Ausgerechnet B-Action-Veteran Daniel Bernhardt ("Bloodsport 2", "Perfect Target") muss sich hier nämlich als Kameramann Josh nach Rumänien scheuchen lassen und trifft dort auf allerhand Kokolores. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von ihm, aber im Grunde hatte er fast alles richtig gemacht. Nach ein paar ordentlichen Klopperfilmen hatte er sich Ende der Neunziger vom Filmgeschäft verabschiedet und vorsichtshalber mit dem megapeinlichen Interner Link"Bloodsport: The Dark Kumite" seine Karriere noch richtig vor die Wand gefahren. Andere Kollegen waren immerhin dumm genug weiter auf dieser Schiene zu fahren.
Nach einer mehrjährigen Pause kehrte er in dem soliden "Global Effect" wieder zurück, absolvierte einen Cameo in Interner Link"The Matrix Reloaded" und landete bei Nu Image. Na wow! Dort hat er ja auch kürzlich erst den tollen Interner Link"The Cutter" mit Chuck Norris fabriziert und der ist von einem ähnlichen Kaliber.


Lange Rede, kurzer Sinn - Es gibt keinen Grund, warum er hier anheuern sollte. Entweder war er gerade knapp an Kohle oder erhielt endlich mal wieder einen Vertrag, in den er sich eine Rollenklausel für seine Frau reinschreiben lassen konnte.
Zusammen mit einer ständig rumzickenden Journalistin fliegt er jedenfalls gegen seinen Willen und alle Vernunft, warum auch immer, nach Rumänien, wo die beiden einen Bericht über einen zukünftigen Regierungsbeamten drehen sollen, der sich für die Sinti und Roma einsetzt. Nun ordert vor Ort aber ein Bund kapuzentragender Kuttensatanisten prophylaktisch regelmäßig Wirbelstürme, die diese Brut wegsaugen sollen. Die erschweren mit ihren ständigen Blutritualen zwar das gute Klima, aber weil Josh von seinem in einer dramaturgisch nicht wirklich ausgefeilten Anfangssequenz in den Twister geflogenen Papa (Btw: Ich hasse diese vorwitzigen Plagen!) ein tolles Medaillon geerbt hat, kann noch alles gut werden. Wie das funktioniert, erfährt man bis zum Schluss nicht, aber ist ja auch egal. Er ist halt der Prophezeite, wird es schon richten und alles wird gut. Hat man ihm beim Kartenlegen schließlich auch alles vorgekaut, also glaubt er das auch.


In Rumänien selbst sollte der Staat sich allerdings schon langsam mal überlegen, ob man ein Studio wie Nu Image dort tatsächlich weiterhin drehen lassen sollte. Denn so wie man und die Nachbarländer dort regelmäßig dargestellt wird / werden, kurbelt man bestimmt nicht den Tourismus an: korrupte Politiker, überall Gesocks, keine Infrastruktur, et cetera. Mein persönlicher Höhepunkt ist übrigens die Psychoklinik, die mal eben den Eindruck eines Verlies' zur Zeit der Inquisition erweckt. So sehen die Patienten passenderweise dann übrigens auch gleich aus ..

. Der Rest des Films gefällt sich dann auch als totaler Mumpitz mit unendlich vielen Plotholes (Bernhardt beamt sich scheinbar von Ort zu Ort), unfreiwilliger Komik (der Quasimodo auf dem Friedhof), unterirdischen Darstellerleistungen (Ok, Anya Lahiri ist sweet, aber so hätte sie ihre Schauspielerkarriere dann doch besser nicht begonnen) und einem völlig debilen Plot, der eben diese satanischen Rassisten auf den Plan ruft und ansonsten viel Leerlauf produziert.


Nu Images Hauscutter Alain Jakubowicz gehört, wie wir nach "Air Marshal" wissen, eigentlich in den Schneideraum, aber ich wage frech zu behaupten, dass angesichts der widrigen Produktionsumstände auch niemand mit etwas mehr Talent etwas gerissen hätte, denn so sparsam wie auch dieser Film aussieht, will Nu Image ganz offensichtlich mit wenig Aufwand seinen Schrott für gutes Geld ans Kabelfernsehen oder im Paket nach Übersee verschachern, weil schon irgendein Programmdirektor blöd genug ist auf den Mengenrabatt reinzufallen.

Den Super-GAU gibt es übrigens zum Schluss, wenn tatsächlich so eine Art apokalyptischer Megatornado, der sogar ein Gesicht hat, wütend brüllend (!!) losgelassen wird und alles Mögliche wegwirbelt, von Josh dann jedoch, wie auch immer aufgelöst wird ...


Nu Image produzierte auch für diese DtV-Auswertung solides Material, das an kleineren Faktoren scheitert, für die ich durchaus Verständnis habe. Am besten gefällt mir die Einleitung, die sowohl vom Kontrastumfang als auch den Farben einen prächtigen Eindruck hinterlässt und gestochen scharfe Bilder bietet. Später setzen manchmal Farbfilter ein (warum wird mit Ankunft in Rumänien alles etwas trister?), die Intensität etwas runtersetzen. Der überaus günstige Bildaufbau muss ebenfalls etwas zurücktreten, so dass die Details dann etwas schwächeln. Besonders schlimm ist das nicht, denn die Schärfe bleibt trotz allem mindestens gut, es reicht aber nicht mehr für 5 Punkte. Gelegentliches Rauschen bringt die Kompression kaum aus dem Tritt. Insgesamt also eine DVD, die die Erwartungen erfüllt.


Die DTS-Spur ist zwar auch keine große Sache, da die Unterschiede gering sind, aber zumindest an einer Stelle wurden die Dolby Digital-Spuren wegen des etwas zu starken Basses (der zu übersteuern scheint) vom hier klareren Klang des DTS-Tones übertroffen. Die Surround-Unterstützung in den Action-Szenen ist fabelhaft, hier zischt und rumst es so richtig und besonders die Wirbelstürme oder die Verfolgungsjagd kann als aggressiv bezeichnet werden. Dazwischen hätte es gut getan, die Musik diesen Anteil übernehmen zu lassen, denn es wird doch zu viel (inhaltliches) Füllmaterial eingestreut, welches sich im Ton frontlastig widerspiegelt. Die Qualität der Abmischung lässt eigentlich keine Wünsche offen, bis auf einen etwas stärkeren Bass und vielleicht diese Kinodynamik, die man hier gänzlich vermisst. Manchmal erscheinen mir auch die Dialoge etwas zu untergeordnet und könnten etwas mehr Power im Frontbereich vertragen, aber das sind dann schon Kleinigkeiten. Auch hier entgeht man also nur knapp 5 Punkten. Beide Sprachen bieten ein gleichwertiges Erlebnis, was sich leider auch im überzogenen Akzent der rumänischen Charaktere abzeichnet.


Um sich mit dem Rest der Serie vertraut zu machen, sind zu den vier anderen Teilen noch Trailer vertreten. Zu "Tornado" findet sich ein Trailer und ein etwa 15minütiges Making Of, welches ganz nett ist - falls man englisch versteht. Mehr ist aber auch nicht, zu viele Szenen aus dem Film haben hier reingefunden, was die Interviews etwas strecken soll.

Nein! Nein! Nein! Finger weg, von diesem Schund! Ich habe wirklich etwas übrig für B-Movies, aber diesen Schwachsinn als Katastrophenfilm verkaufen zu wollen, kann nur ein schlechter Witz oder berechnende Abzocke sein. Die Tornados spielen eine höchst sekundäre Rolle, denn eigentlich dreht sich hier alles um eine hasserfüllte Sekte, die irgendwo in der Botanik seltsame Rituale abhält, damit sie Wirbelstürme heraufbeschwören können. Die weitere Story um Josh, der das richtige Amulett am Start hat, auch noch der Auserwählte sein darf und dann den Tag rettet, kann man getrost als Müll abtun. Kein Anzeichen von Dramaturgie, Spannung, Action oder gar einer einzigen guten Idee.


Film+-----
Bild++++--
Ton++++--
Bonus+-----


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