USA 1990
Originaltitel:Total Recall
Alternativtitel:Totale Erinnerung - Total Recall, Die
aka. Total Recall - Die totale Erinnerung
aka. Atto di forza
aka. Vengador del futuro, El
Länge:108:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:BBFC18
Regie:Paul Verhoeven
Buch:Philip K. Dick, Ronald Shusett, Dan O'Bannon, Jon Povill, Gary Goldman
Kamera:Jost Vacano
Musik:Jerry Goldsmith
SFX:Dream Quest Images, Hunter/Gratzner Industries, Industrial Light & Magic, MetroLight Studios, Stetson Visual Services
Darsteller:Arnold Schwarzenegger, Sharon Stone, Rachel Ticotin, Ronny Cox, Michael Ironside, Marshall Bell, Mel Johnson Jr., Michael Champion, Roy Brocksmith, Ray Baker, Rosemary Dunsmore, David Knell, Alexia Robinson, Dean Norris, Debbie Lee Carrington, Lycia Naff, Robert Costanzo
Vertrieb:Momentum
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), Dolby Digital 2.0 Surround (Spa)
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch
Verpackung:Steelbook
DVD-Start:13.06.2005 (Kauf)
Specials:
  • 12seitiges Booklet
DVD 1:
  • 2 Audiokommentare
DVD 2:
  • Making Of (8:03 Min.)
  • Das Erschaffen von "Total Recall" (30:13 Min.)
  • Trailer (2:03 Min.)
  • Teaser (1:00 Min.)
  • TV-Spots:
    • Cutdown (0:31 Min.)
    • Graphic Montage (0:31 Min.)
    • Graphics (0:31 Min.)
    • Steal A Mind (0:31 Min.)
    • Story (0:31 Min.)
    • Side Of Mars (0:31 Min.)
  • Storyboards:
    • Traum vom Mars (1:24 Min.)
    • Höhepunkt Teil 1 (3:03 Min.)
    • Höhepunkt Teil 2 (2:37 Min.)
  • Vision vom Mars (5:27 Min.)
  • Rund um die Science-Fiction-Literatur (9:09 Min.)
  • Virtuelle Ferien:
    • Die Dünen des Mars (2:10 Min.)
    • Strand auf der Erde (2:11 Min.)
    • Bergexpedition auf Planet Lumina 3 (2:08 Min.)
  • Werkfotos (25 Bilder)
  • Konzeptzeichnungen (20 Bilder)

Die Welt im Jahr 2084: Der Bauarbeiter Quaid Douglas (Arnold Schwarzenegger), der ein scheinbar normales Leben auf der Erde führt, lässt sich eines Tages bei der zwielichtigen Firma "Rekall" behandeln, die gegen entsprechende Kredite Erinnerungen in das Gehirn ihrer Patienten einspeichert. Bei Quaid läuft die Prozedur schief, bald darauf wird er von unbekannte Killern durch die Metro gejagt. Auf der Suche nach grausamen Wahrheit kommt Quaid einer Verschwörung auf die Spur, kann aber bald nicht mehr Traum und Realität unterscheiden ...

Auf dem Zenit seiner Karriere spielte Arnorld Schwarzenegger 1990 in diesem Sci-Fi-Kracher von Erfolgsregisseur Paul Verhoeven mit, gleichzeitig einer von Arnies letzten großen Erfolgen. Und das zurecht, denn "Total Recall" ist nicht nur ein kurzweiliger Ballerspaß, sondern an anderen Actionfilmen gemessen sogar ein kleines Meisterwerk in Sachen Story.



Genauso wie die Hauptfigur Quaid weiß der Zuschauer nicht, wie ihm geschieht. Man leidet richtig mit ihm mit, denn man ist auch nicht klüger als er und erfährt erst Stück für Stück, was sich hinter seinem Ich verbirgt. Diese Unwissenheit des Zuschauers nützt Verhoeven geschickt aus, indem er des öfteren falsche Fährten legt und die Grenzen zwischen Schein und Wirklichkeit verwischen lässt. Selbst im Nachhinein ist es unklar, was denn nun die Realität ist. Zwar gibt es darauf einige Hinweise, doch wer den Film zum ersten Mal sieht, wird diese sicher nicht alle wahrnehmen, wodurch man praktisch zum erneuten Sehen aufgefordert wird. "Total Recall" hinterlässt garantiert einen bleibenden Eindruck, schon aufgrund der genial durchdachten Handlung.

Zu seiner Zeit war das der teuerste Film des Jahres, und das sieht man ihm auch an. Action in Form von Verfolgungsjagden gibt es satt, dazu jede Menge Explosionen und gewaltige Studiobauten, die allerdings heute schon etwas angegraut wirken. Die Szenarien sind ziemlich abwechslungsreich, vom hochtechnisierten Haus Quaids bis hin zu einer U-Bahnstation, trostlosen, düsteren Hinterhöfen oder futuristischen Marsbauten ist alles dabei, was Atmosphäre schafft.



Doch was wäre ein echter Arnie-Film ohne ordentliche Ballereien? Richtig, nichts. Darum gibt es auch hier reihenweise Kugelhagel und obwohl der Film schon für ein R-Rated ordentlich gekürzt wurde, ist der Gewaltpegel immer noch beachtlich. Die Einschusslöcher sind deutlich zu sehen, dazu gibt es einige Ekeleffekte wie einen aufgeblähten Kopf oder sogar an Splatter-Filme erinnerte Sequenzen, etwa als Arnie zum Schluss zwei abgerissene Arme in den Händen hält. Die coolen Sprüche vor einem Kill dürfen natürlich auch nicht fehlen, legendär ist Arnies "Betrachte dies hier als Scheidung!" Überhaupt ist während der gesamten Dauer ein wenig Ironie zu spüren, die dem Film durchaus gut tut, sonst würde die Story doch etwas zu abgefahren wirken.

Die Schauspieler gehörten damals zu Hollywoods Spitzenklasse und das stellen sie hier eindrucksvoll unter Beweis. Schwarzenegger durfte hier noch ganz in seinem Element sein und ballern, was das Zeug hält, auch wenn seine Mimik und Akrobatik Wünsche offen lassen und sein Englisch immer noch nicht akzentfrei ist, was aber auch sehr zur Erheiterung beitragen kann. Sharon Stone hat, wie wenige Zeit später Interner Link"Basic Instinct" eine ungeheuer erotische, aber irgendwie auch geheimnisvolle Ausstrahlung. Michael Ironside gibt einen fiesen Bösewicht ab, wobei er durch sein Aussehen dafür wie geschaffen zu sein scheint. Der einzige, der ein wenig nervt, ist der schwarze Taxifahrer, der mir mit seinen Sprüchen gehörig auf den Wecker ging.


Eine Sondererwähnung bekommt hier noch der Soundtrack von Jerry Goldsmith, wobei das heroische Titelstück zu Beginn für mich zu den besten Themen aller Zeiten zählt.
Somit ist "Total Recall" ein Pflichtfilm für alle Arnie-Fans, denn der hier gehört zu seinen besten, und für diejenigen, die Kurzweil und Anspruch in Perfektion kombiniert sehen wollen. Der Film bietet alles für einen gemütlichen Fernsehabend, wobei man vor einem erhöhtem Härtegrad und einem ungewöhnlichem Szenario nicht zurückschrecken sollte. Ein Erlebnis!

Kinowelt hat in Deutschland den Film bisher zweimal auf DVD herausgebracht. Die Erstauflage von 2001 wurde vier Jahre später durch eine Special Edition ersetzt, die gleich drei DVDs beinhaltet: Nummer 1 ist für den Film gedacht, Nummer 2 für das Bonusmaterial und Nummer 3 zeigt den Film im HD-Format 720p zum Abspielen auf dem Computer. Etwa 2 Monate nach Erscheinen der Kinowelt-Scheibe war diese auch im Nachbarland Großbritannien von Momentum erhältlich, die das DigiPack gegen ein Steelbook austauschten, die dritte DVD mit der HD-Version wegliesen, sonst aber die deutsche DVD übernommen haben. Deswegen sollte es nicht verwundern, dass diese hier vorgestellte UK-Scheibe deutschen Ton, deutsche Untertitel und sogar eine deutschsprachige Menuführung besitzt.



Eben jene deutsche Vertonung liegt nun in Dolby Digital 5.1 vor und sie steht dem Film wirklich gut. Zwar hat man es nicht so mit direktionalen Effekten, was für einen Film von 1990 verständlich ist, aber insgesamt wird doch ein angenehmes Raumklanggefühl erreicht. Das macht man durch ein paar Tricks, z.B. Umleiten der Synchro oder des Scores. Letzterer ist ohnehin sehr ordentlich abgemischt, bekommt einen sehr dynamischen Subwoofer-Zusatz und klingt dadurch sehr füllig. Damit poliert man weite Teile des Klanges auf, denn auch zwischendrin kracht es mal ordentlich oder ein paar kleinere Effekte kommen aus den hinteren Boxenbereichen. Für diesen Film ist das eine reife Leistung, die nur durch die etwas klareren Sprecher des Originaltons übertroffen werden. Dieser steht sonst aber mit dem deutschen Ton auf einer Stufe, abzüglich des unvergleichlichen Ösi-Englisch des Hauptdarstellers. Untertitel stehen in jeder Menge Sprachen zur Anwahl bereit.

Beim Bild hat sich gegenüber der Erstauflage von Kinowelt nicht wirklich etwas geändert. Das Originalformat von 1,85:1 wurde eingehalten und offensichtlich das gleiche Master wieder genutzt. Das hat gleichermaßen Stärken wie Schwächen zu bieten. Die Schwächen liegen in der sehr oft etwas zu weichen Detaildarstellung, die erst auf den späteren HD-Medien besser zur Geltung kommt, dem leichten Rauschen bzw. manchmal sichtbaren Flackern (besonders: einige Effektszenen) und einigen Kontrastdefiziten. Die treten dann aber selten auf, z.B. beim etwas zu schwachen Schwarz im Intro oder dem überstrahlenden Fenster im Büro des Rekall-Vertreters. Letztlich kann man das alles aber als kleine Defizite abtun. Etwas mehr Sorgfalt wäre bei der Bereinigung der letzten Schmutzpartikel angebracht gewesen, denn imer wieder mal fallen die auf dem Bild auf. Die Farbgestaltung erweist sich als überwiegend satt und kraftvoll, was besonders bei den Mars-Sets deutlich wird.

Auf DVD 1 bietet sich dem Bonusinteressierten eine Seltenheit: ein Audiokommentar, der auf Deutsch eingesprochen ist. Der deutsche Kameramann Jost Vacano erzählt in diesem zwar auch viel über technische Dinge (Beleuchtung, Set-Bau, Farbfilter), aber besonders spannend sind seine Ausführungen zu Dingen, die hinter die Kulissen blicken lassen, zum Beispiel zu den Persönlichkeiten der Hauptdarsteller, zu Arbeitsangewohnheiten beim Film und zu geschäftlichen Aspekten in der Vorbereitungs- und Drehphase. Themen bekommt er vom Autor Marko Kregel zugespielt, der nicht nur hervorragend vorbereitet ist, sondern auch wirklich hörenswerte Dinge anspricht. Z.B. ist selbst der Kameramann überrascht, als Kregel diverse Details zur Zusammenarbeit von Verhoeven mit seinen Kameraleuten anspricht. Deswegen stört es auch nicht, dass der Kommentar zu keinem Zeitpunkt wirklich szenenbezogen ist, weil das Interview die Aufmerksamkeit auf sich zieht. In ersten Kommentar trifft Regisseur Paul Verhoeven auf seinen Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger. Während Schwarzenegger eher naheliegende Dinge anspricht, geht Verhoeven etwas weiter und zeigt die Dinge auf, die seiner Meinung nach hinter der Symbolik einiger Szenen stehen. Somit ergänzen sich die beiden Gesprächspartner in diesem deutsch untertitelbaren Extra.



DVD 2 startet etwas schwach mit einem Werbe-Making Of, das zum damaligen Kinostart produziert wurde, zumindest aber den kompletten Rekall-Trailer enthält und einige Eindrücke vom damaligen Dreh vermittelt. Making Of Nr. 2 ist mit einer Spielzeit von einer halben Stunde nicht nur wesentlich länger angelegt, sondern erläutert auch auf sehr schöne Weise die komplette Entstehungsgeschichte des Filmes von der Kurzgeschichtevorlage bis hin zum Kinostart, vorgetragen von Beteiligten wie den Produzenten, Drehbuchautoren, Regisseur, Hauptdarsteller und vielen mehr. Die Werbe-Trailer und -Teaser kann man sich in voller Pracht unter dem entsprechenden Menupunkt anschauen und auch Storyboard-Ausschnite werden präsentiert, bei denen der Originalton und in einem kleinen Fenster die fertige Szene mitläuft. "Vision vom Mars" ist ein interessanter, weil wissenschaftlicher Ansatz, den Planeten Mars dem Zuschauer etwas näher zu bringen. Welche Ursprünge "Total Recall" und viele weitere SF-Verfilmungen der Neuzeit haben, erklärt ein französischer Experte, der die Geschichte der SciFi-Literatur aufbereitet. Die "virtuellen Ferien" sind vermutlich Urlaubseindrücke, die die fiktive Firma Rekall vermittelt, gestalten sich aber auch sehr langweilig, da in den Landschaftsaufnahmen überhaupt nichts passiert. Vielleicht sind Rekall aber auch nur Betrüger, die ihren Kunden nichts anderes als das verkaufen, was zumindest ein amüsanter Gedanke wäre. Den Abschluss des ausnahmslos deutsch untertitelbaren Materials machen Fotos vom Dreh und Konzeptzeichnungen. Erwähnenswert sind auch die futuristischen Menus und das Booklet mit Hintergrundinformationen in englischer Sprache und Fotos.

Also, kurz zusammengefasst ist diese DVD von Momentum (bzw. das deutsche Pendant von Kinowelt) trotz leichter Schwächen in Bild und Ton die bisher beste Single Density-Veröffentlichung des Filmes. Wer mehr möchte, muss dann auch zu einem HD-Medium greifen. Davon abgesehen ist "Total Recall" ein schwer unterhaltsames Werk, das die besten Seiten von Arnie (Action) mit den Vorzügen von Verhoeven (anspruchsvolle Inszenierung) verbindet. Sollte man also nicht verpassen!


Film: 5/6
Bild: 4/6
Ton: 4/6
Bild: 4.5/6



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