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USA 1958
Originaltitel:Night of the Blood Beast
Alternativtitel:Creature from Galaxy 27, The
aka. Monster from Galaxy 27, The
Länge:67:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Bernard L. Kowalski
Buch:Gene Corman, Martin Varno
Kamera:John M. Nickolaus Jr.
Musik:Alexander Laszlo
Darsteller:John Baer, Angela Greene, Ed Nelson, Georgianna Carter, Michael Emmet, Tyler McVey, Ross Sturlin
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.37:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch (nur US-Fassung)
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wechselcover
DVD-Start:18.09.2013 (Kauf)
Specials:
  • 12-seitiges Booklet von Ingo Strecker
  • Audiokommentar von Ingo Strecker und Lino Endorfino
  • Original US-Fassung (60:18 Min.)
  • Super-8-Fassung (6:53 Min.)
  • Trailer - Deutsch (2:15 Min.)
  • Trailer - Englisch (1:30 Min.)
  • Trailer - Double Feature (0:50 Min.)
  • Werberatschlag (1:11 Min.)
  • Bildergalerie (3:03 Min.)
  • Demnächst - Der Mann mit den Röntgenaugen (2:11 Min.)
  • Hidden Feature
Als eine Raumrakete aus dem All abstürzt und der Pilot nur tot geborgen werden kann, ahnt das Forscherteam, das die Mission betreut, noch nicht, was wirklich dahinter steckt. Während sie den leblosen Körper des Raumfahrers untersuchen, schleicht ein unheimliches Wesen um die Forschungsstation. Als dann der vermeintlich tote Astronaut plötzlich wieder zu leben beginnt, ist das der Anfang unheimlicher Geschehnisse um eine monströse Invasion, die unseren Planeten in Gefahr bringt und das Ende der Menschheit bedeuten könnte, wenn dem außerirdischen Monstrum nicht Einhalt geboten wird.
Mit "Das Grauen kam um Mitternacht" hat Anolis einen ganz speziellen Vertreter des damaligen Invasionsfilms reanimiert und bringt Roger Cormans Klassiker "Night of the Blood Beast" erstmals in beiden erhältlichen Fassungen auf DVD. Beide Versionen stellten sich damals als reine Mogelpackung heraus und haben eine interessante Entstehungsgeschichte.

Die US-Fassung sollte ursprünglich "Creature from Galaxy 27" genannt werden, wurde vom US-Verleih aber in den reißerischen Titel "Night of the Blood Beast" umgewandelt. Das Kinomotiv zeigte eine monströse Hand, die einen abgetrennten Kopf trägt. Um die Zuschauer endgültig zu überzeugen, dass es sich um einen wahren Horror-Schocker handelt, gab es noch den passenden Werbespruch obendrauf: "Keine Frau war sicher, solange dieses Kopf-jagende Ding das Land durchstreifte".


Dabei hat "Night of the Blood Beast" keine Bezüge zum klassischen Horrorfilm, sondern nimmt erste Elemente von Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker Interner Link"Alien" vorweg. Er zeigt sich letztlich als spaßiger Invasorenfilm mit einer Menge kruden Effekten und einem Monster, das wie eine Art Truthahnmensch im Taucheranzug wirkt und ein modifiziertes Monster aus dem Corman-Film "Teenage Cave Man" darstellt. Die Geschichte selbst ist aus heutiger Sicht an Naivität kaum noch zu übertreffen, bietet aber mit dem geschwängerten Testpiloten, der ein Dutzend Alien-Embryos in sich trägt, nette wie innovative Einfälle.

Der deutsche Mercator-Verleih setzte dem Ganzen die Krone auf und gab dem Film den nicht weniger überzogenen, deutschen Titel "Das Grauen kam um Mitternacht". Au0erdem wurde mit der hübschen Yvette Vickersgeworben, die im Original aber gar nicht zu sehen war. Es stellte sich heraus, dass Geschäftsführer Bodo Gaus den Film "Attack of the Giant Leeches mit Vickers in der Hauptrolle unter dem Titel "Katakombe des Grauens" ins Kino bringen wollte. Dann entschied er sich aber dafür Cormans "Night of the Blood Beast" und "Attack of the Giant Leeches" zu einem Film zu kombinieren.


Gaus hatte bereits Interner Link"Das Vermächtnis des Professor Bondi" mit einem eigens dafür gedrehten Prolog versehen und auch andere Filme, wie er sagte, "ergänzt". So entfernte er alle Bezüge auf die Alien-Embryos im Körper, um dann mittels Rückblicke eine Geschichte zu erzählen, die sich 10 Jahre zuvor in Südamerika abspielt. Dabei merkt man sehr schnell, welche Szene aus welchem Film stammt. Das Ergebnis ist ein hanebüchenes Überbleibsel des deutschen Mercator-Verleihs, das mit teils stark abgeänderten Dialogen und einem neuen Schnitt die irreführende Werbestrategie des US-Verleihs nochmal übertreffen konnte. Dieser krude Mix ist so haarsträubend, dass man ihn einfach gesehen haben muss. Wer die Sumpfszene aus "Attack of the Giant Leeches" in der Originalfassung kennt, weiß, was ihn hier für ein Monster-Mix erwartet. Ein wahrer Spaß ...


In beiden Fassungen ist "Das Grauen kam um Mitternacht" durchaus sehenswert, wobei man der Originalfassung selbstverständlich den Vorzug geben sollte. Regisseur Bernd L. Kowalksi bemüht sich durchaus, keinen billigen Science-Fiction-Klopper zu inszenieren, selbst wenn die Effekte, wie z. B. die Zeichentrick-Rakete, dies vermuten lässt. Er wartet mit vielen guten Regieeinfällen und interessanten Kameraeinstellungen auf, wodurch sich "Night of the Blood Beast" sichtbar vom Rest der damaligen Genre-Vertreter abheben kann. Auch die damals noch recht unbekannten Darsteller hat der Regisseur gut im Griff, wodurch keiner der Protagonisten, trotz weniger Erfahrung, negativ aus der Reihe fällt.


Um diesen einmaligen Gaus-Schocker in der ursprünglichen Fassung zu rekonstruieren, musste man die Fehlstellen der deutschen 35mm-Kopie mit Szenen aus einer amerikanischen DVD und einer Super-8-Kopie ergänzen, wodurch die deutsche Fassung einen Kompromiss darstellt und sehr wechselhafte Szenen aufweist. Dies ist insofern zu verschmerzen, da Anolis einen wichtigen Teil deutscher Filmgeschichte konserviert und rettet. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt sich in den 35mm-Szenen sehr solide und kann selbst auf einem Großbildschirm noch eine brauchbare Schärfe erziele. Die eingefügten Szenen fallen dabei enorm ab und wirken auf einer Leinwand mehr als grenzwertig. Doch lieber so als uns ein geschnittenes Flickwerk vorzulegen. Der Kontrastumfang geht soweit in Ordnung, fällt materialbedingt etwas wechselhaft aus und zeigt hin und wieder einen leicht milchigen Schleier. Insgesamt werden die Graustufen gut gezeichnet und lassen selbst in dunklen Szenen keine Details missen.

Die ursprüngliche US-Fassung wurde auf Basis der 35mm-Kopie erstellt, enthält ebenfalls Szenen aus der Super-8-Kopie und stellt somit weltweit die beste Version des Films dar. Beide Versionen wurden nicht sichtbar gefiltert, und die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund. Schmutz und Defekte bleiben bei dem Material nicht aus, trüben den Sehgenuss aber nicht weiter.


Die Fehlstellen im deutschen Ton wurden mit der bekannten "Silbensuch"-Methode behoben. Anolis griff dabei, wie schon bei den "Kommissar X"-Filmen und dem Interner Link"Ungeheuer von Loch Ness", auf Silben des Films und von anderen Filmen zurück und rekonstruierte damit einen durchgängigen deutschen Ton.
Das klingt teilweise zwar mangelhaft, doch mehr war einfach nicht möglich. Insgesamt erweist sich der deutsche Monoton aufgeräumt und stets sehr gut verständlich. Dialoge klingen kaum belegt, sondern überraschend klar und offen. Rauschen und Knacksen sind hierbei unumgänglich, heben aber höchstens den Nostalgiefaktor des Films. Der englische Mix, der nur für die US-Fassung verfügbar ist, hört sich im Dialogbereich sehr kratzig an, und neigt zu hörbarem Zischen. Auch sind Tonfehler deutlich stärker herauszuhören und Rauschen ist ebenfalls intensiver. Die deutsche Tonspur bei der US-Fassung wechselt in den nicht synchronisierten Szenen in den Originalton, kann aber mit deutschen Untertiteln geschaut werden.


Als Bonus liegt der Edition ein 12-seitiges Booklet mit vielen Hintergrundinformationen bei. Die DVD beinhaltet diverse Trailer, einen Teil der Super-8-Fassung sowie Werbematerial und eine Bildergalerie zum Film. Ein Hidden Feature darf auf der Disc ebenso wenig fehlen wie ein Audiokommentar. Dieser wird diesmal von Ingo Stecker und Lino Endorfino eingesprochen und gehört zu der Gattung der äußerst amüsanten, aber nicht minder informativen Kommentare. Beide weichen oftmals etwas vom Thema ab, schmatzen futternd in Mikrophon und haben ein paar nette, aber auch haarsträubende Interpretationsansichten zum Film. Macht auf jeden Fall eine Menge Spaß.


Die "Rückkehr der Galerie des Grauens" setzt zum Endspurt an. Mit der Nummer 9 der Reihe veröffentlicht Anolis wieder einmal eine fast vergessene Perle auf DVD. Technisch ist diese Veröffentlichung aufgrund der oben genannten Umstände nicht unbedingt auf dem Level der restlichen Galerie des Grauens-Titel. Doch wenigstens konnte dieses Wunderwerk deutscher Verleihgeschichte damit noch einmal einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden, bevor die 35mm-Kopie ganz dem Essigsyndrom zum Opfer gefallen wäre. Die limitierte DVD erscheint mit einem FSK-Wendecover und wird sicherlich schnell ausverkauft sein.


Film++++/-
Bild+++---
Ton++/---
Bonus++/---


Druckbare Version
NewsDetails zur Nr. 9 der "Rückkehr der Galerie des Grauens"
Grauen kam um Mitternacht, Das (Die Rückkehr der Galerie des Grauens # 09)
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