Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
UK 1965
Originaltitel:Repulsion
Länge:100:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Roman Polanski
Buch:Roman Polanski, Gérard Brach, David Stone
Kamera:Gilbert Taylor
Musik:Chico Hamilton
Darsteller:Catherine Deneuve, Ian Hendry, John Fraser, Yvonne Furneaux, Patrick Wymark, Renee Houston, Valerie Taylor, James Villiers, Helen Fraser, Hugh Futcher, Monica Merlin, Roman Polanski
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:12.08.2004 (Kauf)
Specials:
  • Trailer (2:39 Min.)
  • Fotogalerie (44 Bilder)
  • Biografien:
    • Roman Polanski (10 Seiten)
    • Catherine Deneuve (13 Seiten)
    • Ian Hendry (6 Seiten)
    • John Fraser (4 Seiten)
  • Programmhinweise:
    • Infernal Affairs (2:28 Min.)
    • High Tension (1:44 Min.)
    • The Cooler (2:12 Min.)
    • The Blues (6:29 Min.)
    • Donnie Darko (2:27 Min.)
    • Cypher (2:00 Min.)
    • Wrong Turn (2:03 Min.)
    • The Musketeer (2:07 Min.)
    • Naked Weapon (3:06 Min.)
    • May (1:42 Min.)
    • Nirgendwo in Afrika (3:06 Min.)
    • Bella Martha (1:41 Min.)
    • Epsteins Nacht (2:43 Min.)
    • Ten Minutes Older (3:49 Min.)
    • Grabgeflüster (2:04 Min.)
    • Money For Mercy (2:02 Min.)
  • DVD-Credits (5 Seiten)
Die in London lebende Französin Carol fühlt sich in einer von Männern dominierten Welt hilflos, von den Menschen angewidert und bedroht. Als ihre Schwester verreist und sie allein lässt, gerät sie immer stärker in den Bann ihrer paranoiden Wahnvorstellungen. Die psychische Hölle ihrer Angst und der Ekel gegenüber dem männlichen Geschlecht lässt sie schließlich zur Mörderin werden ...
Polanskis "Ekel" ist kein wirklich unterhaltsamer Film, mehr ein auf Film gebannter Alptraum, der mehr erfahren als genossen werden kann. Er bebildert lediglich die Leidensgeschichte einer psychotischen jungen Frau, deren Leiden nicht erkannt wird und die sich deswegen in einem Strudel angsterfüllter Visionen verliert, was mörderische Folgen hat.

Dabei wird erst gar nicht versucht, Spannung oder Thrillerstimmung aufkommen zu lassen, sondern es wird schlicht und einfach der Verfallsprozess geschildert. Die Art der Präsentation dürfte jedoch in den experimentellen 60ern einer Sensation gleichgekommen sein.


Ausgangspunkt ist die schwierige Situation, in der sich Protagonistin Carol befindet: Sie ist sehr scheu, sehr schüchtern und völlig auf ihre Schwester fixiert, bei der sie wohnt und die auch nicht gerade der glücklichsten Oberschicht angehört. Diese hat nun einen neuen (noch verheirateten) Freund, dessen Eindringen in ihrer beider Privatsphäre Carol als störend und angsteinflößend empfindet. Ihre Arbeit in einem Schönheitssalon flößt ihr Abscheu ein (jede Menge widerlicher alter Damen) und ein junger Verehrer merkt gar nicht, dass ihr jede Fähigkeit zur menschlichen Kontaktaufnahme abhanden gekommen ist.
Die Situation verschärft sich, als Schwester und Galan zu einem Italienurlaub abreisen und die hilflose Carol in der großen, halbleeren Wohnung allein zurückbleibt. Ohne jeglichen menschlichen Ausgleich verfällt sie langsam aber sicher in wahnhafte Visionen und Vergewaltigungsfantasien, die den Schluss zulassen, dass sie offenbar von ihrem Vater missbraucht worden ist. Als sie auch von ihrer Arbeitsstelle suspendiert wird, ist die Katastrophe komplett, die bald darauf mörderische Züge annimmt.


Polanski bereitet die Situation gut vor. Zunächst passiert vergleichsweise wenig, wird der Zuschauer eingelullt, allenfalls wundert man sich über die (zugegeben) seltsam- blöde Carol, die eher zurückgeblieben wirkt. Gedreht in Schwarz-weiß und mit vielen verstörenden Kamerawinkeln, die den Menschen in der riesigen Wohnung noch verlorener erscheinen lassen, deutet er jedoch das Grauen, dass noch folgen wird, bereits an. Trotzdem scheint auch nach der Abreise alles noch in schlimmen, aber geordneten Bahnen zu verlaufen, obwohl sich Carol zu einfachsten Handlungen (die Miete bezahlen, das nicht verwendete küchenfertige und gehäutete Kaninchen im Kühlschrank entsorgen) nicht in der Lage sieht. Gerade jedoch, als man kurz vor dem Einschlafen ist, kommt die Regie mit dem Holzhammer, als die erste bedrohliche Vision (eine drohende Männergestalt im Spiegel) den Zuschauer aufspringen lässt. Der Rest ist der totale Zerfall, der mit zwei Morden gekrönt wird, die nicht hätten passieren müssen, wenn jemand sich bemüht hätte, hinter ihre psychotische Maske zu schauen.


Bis zum Schluss wartet der Zuschauer von nun an auf die nächsten bösen Überraschungen, die nach und nach folgen. Die Mauern der Wohnung bersten, Carol träumt von bösen Männern, die sich an ihr vergehen und Hände, die sich aus den Wänden formen, greifen nach ihr. Weitwinkeleinsatz verschärft das halluzinierende Bild, wie es aus Carols Position erscheinen muss. Polanski vermeidet dabei jeglichen Musikeinsatz, sondern plädiert für den totalen Realismus, ein endloser Schreckenstrip, der erst von dem Menschen aufgelöst wird, der den Ekel zu Beginn provoziert hat.


Zwar flackert das Bild dezent und ein Bildrauschen ist auch immer wieder erkennbar, die gute Auflösung der Details verhilft diesem anamorphen Transfer aber zu einem guten Eindruck. Nur sehr wenige Einstellungen werden leicht unscharf, was in diesen Momenten am Zoom der Kamera liegen dürfte. Ansonsten wird für dieses Alter aber eine gute Auflösung geboten, die nicht verwischt oder sich sonstwie negativ äußert. Mit ein paar Verschmutzungen muss man natürlich auskommen, aber auch das nimmt nicht Überhand. Der Kontrast des s/w-Bildes scheint angemessen, auch wenn der Schwarzwert häufig zu einem etwas helleren Ton (fast Grau) tendiert. Wichtig ist die Leistung des Kontrastes für das Licht- und Schattenspiel des Filmes, das auf dieser DVD so wiedergegeben wird, wie man es sich wahrscheinlich ursprünglich gedacht hatte.


Es wird selbstverständlich nicht mehr die beste Tonqualität auf dieser DVD geboten. Sowohl im Deutschen als auch im Englischen. Wobei mir die englische Spur noch etwas besser gefällt, da sie trotz ähnlicher Klangeigenschaften etwas natürlicher ausfällt und die Musik kräftiger abgemischt ist, was leider besonders beim Bass zu hörbaren Verzerrungen führt. Beide Modi sind alt, etwas kratzig und bei den Dialogen zischt es immer wieder mal. Ein leichtes mechanisches Rauschen lässt sich auch nicht verbergen, plötzlich auftretende Störungen sind aber nicht vorhanden. 2 Punkte hat der Klang aber noch verdient, schließlich sind einige der Alterungserscheinungen der Qualität nicht abträglich, sondern sorgen für Klassikerstimmung. Für den O-Ton stehen leider keine Untertitel zur Anwahl.


Nicht sehr viele Extras finden Platz auf der DVD, sieht man von den MC One typisch massigen Trailern ab. Zumindest aber die Bio- und Filmografien sind sehr ordentlich geworden und die Bildergalerie enthält Fotomaterial vom Set, u.a. interessante Stills. Natürlich hat man auch Zugang zum Trailer. Die Gestaltung der Menus ist im vollen s/w-Gewand erfolgt, bei der Covergestaltung hat man aber nur wenig Geschick bewiesen. Ein Originalmotiv und ein passender Schriftsatz hätten hier besser gewirkt als das Standarddesign der Reihe.


"Ekel" ist kein echter Horror, doch der Art der Darstellung halluzinatorischen Schreckens ist recht horrormäßig und wirkt auch noch lange nach. Dabei ist der Film stets Gesamtkunstwerk und lässt sich weder auf billige Effekthascherei, noch auf die Erwartungen des Publikums ein, sondern zieht seinen Stil durch, wobei Catherine Deneuve als weggetretenes Psychogirl sicherlich eine Traumleistung bringt, auch wenn sie kaum Mitgefühl oder Sympathien fördert. Wer den Film heutzutage also schwer zugänglich findet, mag recht haben, doch an Wirkung hat er in 35 Jahren nichts verloren.
Die deutsche DVD ist gelungen, ein wenig mehr Bonusmaterial (das zweifelsohne existiert) hätte der Film aber gebrauchen können, um größere Käuferschichten ansprechen zu können. Auch die Freigabe ist aus heutiger Sicht nicht mehr verständlich. Es mag mir nicht recht einleuchten, warum der Film keine Einstufung ab 16 Jahren bekommen hat, schließlich halten sich explizite Szenen so stark im Rahmen, dass sie kaum über heutige Krimiverhältnisse hinausgehen.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++----
Bonus+-----


Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.