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D, USA 2006
Originaltitel:Wicker Man
Länge:97:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Neil LaBute
Buch:Neil LaBute, Anthony Shaffer (Vorlage)
Kamera:Paul Sarossy
Musik:Angelo Badalamenti
SFX:Worldwide FX
Darsteller:Nicolas Cage, Ellen Burstyn, Molly Parker, Leelee Sobieski, Kate Beahan, Christa Campbell, Frances Conroy, Diane Delano, Erika-Shaye Gair, Sophie Hough, Tania Saulnier, Michael Wiseman
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,40:1 (anamorp)
Tonformat:Dolby Dolby 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:09.03.2007 (Verleih) / 09.03.2007 (Kauf)
Specials:
  • Audiokommentar mit Cast & Crew
  • USA-Kinotrailer (2:11 Min.)
Police Officer Edward Malus (Nicolas Cage) befindet sich auf einem kalifornischen Highway auf Streife, als er eine Kombi-Limousine anhält. Wenige Augenblicke später, Edward will gerade die aus dem Autofenster gefallene Puppe des kleinen Mädchens aufheben, rast ein außer Kontrolle geratener Truck in den Wagen. Das Auto fängt Feuer, Edward kann Mutter und Kind nicht mehr rechtzeitig befreien, bevor der Wagen explodiert. Monatelang schluckt Edward Beruhigungsmittel, um die Gesichter der Opfer aus seinem Bewusstsein zu verdrängen.

Unerwartet bekommt Edward eine zweite Chance. In einem ungestempelten Briefumschlag erreicht ihn ein verzweifelter Hilferuf seiner Ex-Verlobten Willow (Kate Beahan). So plötzlich Edwards Beziehung zu Willow vor Jahren begonnen hatte, so unerwartet verließ sie ihn auch wieder. Aber jetzt ist ihre Tochter Rowan verschwunden - und Edward ist der Einzige, dem Willow das Auffinden ihrer Tochter zutraut. Sie bittet ihn, auf die Privatinsel Summersisle zu kommen. Ein Ort, an dem die Bewohner eigentümliche Traditionen bewahren, die anderswo längst in Vergessenheit geraten sind. Edward packt die Gelegenheit beim Schopf, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen - schon bald sitzt er in einem Flugzeug mit Kurs auf die Insel vor der Nordwestküste der USA. Nichts ist so, wie es scheint, auf der abgelegenen Insel Summersisle, in der eine archaische Kultur - überwacht von der Matriarchin Schwester Summersisle (Ellen Burstyn) -, eingebunden ist in eine geheime Tradition und ein heidnisches Fest, der "Tag des Todes und der Wiedergeburt" genannt. Die in sich gekehrten und verschwiegenen Inselbewohner machen sich über Edwards Ermittlungen lustig, behaupten, ein Mädchen namens Rowan hätte dort nie gelebt... oder falls sie es je tat, so sei sie nicht länger am Leben.
Was Edward aber noch nicht weiß, ist, dass der Hilferuf Willows mehr für sein Leben bedeutet, als nur die Chance, die Schatten seiner Vergangenheit zu sühnen. Je weiter er die streng gehüteten Geheimnisse Summersisles entwirrt, desto mehr verstrickt er sich in ein Gespinst uralter Lebensweisen und mörderischer Täuschungsmanöver - und jeder Schritt näher an das verlorene Kind bringt ihn auch einen Schritt weiter in Richtung der größten Bedrohung von Summersisle: des Wicker Man.
"Some Sacrifices Must Be Mad."

Eine abgelegene Insel mit einem von Frauen regierten Dorfgrüppchen im Taumel heidnischer Fruchtbarkeitsrituale, ein traumatisierter Polizist auf der Suche nach Erlösung, ein verschwundenes Kind, das sind eigentlich die Zutaten aus denen man gute Horror-Thriller(-Remakes) dreht. Und trotzdem gelingt Regisseur Neil LaBute mit seiner amerikanisierten Version des britischen Klassikers Interner Link"The Wicker Man" nur ein dramaturgisches Kuddelmuddel, das mehr Löcher aufweist als ein handelsübliches Nudelsieb. Alles fängt noch recht beeindruckend an, ein furchtbarer Unfall, der einer Mutter mit Kind das Leben kostet und Motorradcop Nicholas Cage um den Nachtschlaf bringt. Dann der Hilferuf einer alten Freundin, deren Tochter verschwunden ist und der Aufbruch ins Unbekannte, wo noch in keinem Film ein Handynetz im entscheidenden Augenblick funktioniert hat. Es sind interessante Ansätze, die den Zuschauer immer wieder hoffen lassen, dass man es hier mit Qualitätsarbeit zu tun hat. Das Skript erweitert die Sektierer um eine matriarchalische Komponente, degradiert die Männer zu Arbeitsbienen und gruppiert die dominanten Frauen um eine Art Bienenkönigin. Dazu werden prägnante Bilder einer abgeschottet lebenden Gemeinschaft geboten (die auch noch Imkerei betreibt) gereicht, alte Häuser, eine zerfallene Kirche, eine Jesusstatue in einem überfluteten Kryptagewölbe, ein sinistres Zwillingspärchen mit irrem Blick und immer wieder das auftauchende und wieder verschwindende Mädchen.



Doch immer wenn man glaubt, etwas Handfestes greifen zu können, windet sich der Plot und die Spannungskurve bleibt im Regen stehen. So beruht ein Großteil der Wirkung des Films auf seinem Schlusstwist und der funktioniert wiederum nur verstörend und betroffen machend, wenn man eine gewisse Sympathie zur Hauptfigur aufgebaut hat. Nur leider lässt es Neil LaBute, dem sowieso nachgesagt wird, dass Frauen in seinen Filmen zu den Unsympathen tendieren, dazu nicht kommen. Cage spielt seinen Cop so, als ginge es darum einen Antipathiewettbewerb zwischen ihm und den Keltennachfahren zu gewinnen. Mit der Subtilität und Raffinesse einer Panzerfaust läuft er flipperkugelgleich über die Insel und brüskiert jeden, der nicht schnell genug beim Kornernten ist. Wo gewitztes Hinterfragen, gefühlvolle Aufklärung und kühle Analyse der eh schon bedrohlich abgelegenen Grundsituation nötig wären, provoziert er nach Kräften und vom Drehbuch allein gelassen, so ziemlich jeden Inselbewohner, ob nun nett oder nicht. Selbige sind schon von der Storyanlage nun nicht gerade die Nettesten und Gefühle ruft erst die Szene kurz vor Schluss hervor, in der Cage seiner Herbergsmutti gepflegt auf die Fresse gibt - nur sind es rohe Reaktionen, die der sonst intelligenten Grundstory zuwider laufen.



Doch nicht nur das: zwischen all den Provokationen verliert der Held hier sein eigentliches Ziel immer wieder aus den Augen, bleiben die offensichtlichsten Fragen ungestellt, gebärdet sich der Cop immer so, als sei er die Allmacht des Universums, wofür es überhaupt keinen Grund gibt. Dass man das als Auseinandersetzung zwischen den üblichen (Patricharchat) und den Inselgesetzen (Matriarchat) werten kann, ist schon das Einzige, was man hier als Nährwert ausmachen kann.
Und noch viel schlimmer sind all die Logiklöcher, die dem aufmerksamen Zuschauer die Geduld vermiesen. Da kostümiert sich Cage in einem Bärenkostüm, um einer seltsamen Ernteprozession beizuwohnen, obwohl er dem Menschenauflauf bequem im Wald hätte folgen können. Da taucht er in einem Kryptagewölbe herum und wird prompt eine Nacht eingeschlossen, ohne dass es dafür einen sinnvollen Grund geben würde. Da werden ihm seine Selbsthilfehörbücher gestohlen, obwohl die in der Handlung gar keine Funktion haben. Und der Pilot zum Festland wird offensichtlich von den Damen des Bösen gemeuchelt, obwohl ja eigentlich Mord auf der Insel nicht vorkommen soll.


Viele werden den Film auch als Etikettenschwindel aburteilen, da der Trailer eher einen Horrorfilm vermuten lässt, obwohl Übernatürliches nicht Gegenstand der Sache ist. Umso unverständlicher dünkt da das rätselhafte Verschwinden der Unfallopfer vom Anfang, das anders gar nicht erklärt werden kann, denn die Inselbewohner sind ganz normale Menschen.
Aber offenbar hatten die Macher gerade an dieser Sequenz einen Narren gefressen, präsentieren sie die Unfallszene doch im Filmverlauf ein gutes halbes Dutzend mal aus den verschiedensten Perspektiven als Vision oder Traum, ohne dass das zu inhaltlichen Rückschlüssen oder Fortentwicklungen führen würde. Am Ende ist einem die Hauptfigur herzlich egal geworden und so verfehlt auch der Schlussgag leider fast völlig seine Wirkung - über den angehängten Epilog betten wir mal schleunigst den Mantel des Vergessens. Die schauspielerischen Leistungen sind eigentlich dabei gar nicht so schlecht, Cage ist weniger hölzern, als das ihm das Skriptwirrwarr gar kein anderes Material anbietet. Ellen Burstyn ist wie üblich souverän und Leelee Sobieski kann in ihren Szenen auch überzeugen.
Dennoch ist der Gesamteindruck einfach nur enttäuschend, inszeniert von einem Regisseur, der für diese Art von Thriller offenbar ungeeignet, so mechanisch läuft hier vieles ab. Und die wenigen unheimlichen Bilder, die der Film überhaupt aufbieten kann, sind so rar gesät, dass man die manchmal aufkeimende Atmosphäre fast gar nicht mehr spürt. Ärgerlich, eine verpasste Chance.



"Face your fears."

Warner schöpft bei den Extras nicht gerade aus den Vollen und spendiert uns neben dem Original-Trailer nur noch einen Audiokommentar mit Regisseur Neil LaBute, den Schauspielerinnen Leelee Sobieski und Kate Beahan, sowie dem Cutter Joel Plotch und der Kostümdesignerin Lynette Meyer. Das ganze wurde zum Glück deutsch untertitelt und ist recht informativ geworden, reicht aber nicht aus, um fehlende Extras wie ein Making of, geschnittene bzw. alternative Szenen oder Outtakes zu kaschieren. Dabei sollte man erwähnen, dass selbst die RC1-Disc keine weiteren Extras beinhaltet. Dafür lag die US-DVD aber in der Unrated-Fassung vor, welche den dämlichen "Schluss-Gag" am Ende des Filmes nicht beinhaltet und ein wesentlich härteres, alternatives Ende zeigt. Bei der deutschen Fassung reicht es nur für die PG13-Version, welche hierzulande immer noch ab 16 freigegeben wurde.
Eine andere Sache ist der anamorphe Widescreen-Transfer, der zumindest im Bereich Schärfe punkten kann und meist ein sehr plastisches und mit einer ordentlichen Detailschärfe ausgestattetes Bild abliefert. Letzteres hat leider mit einigen Unruhen zu kämpfen, wodurch wiederum einiges an Brillanz eingebüßt werden muss. Hier fällt vor allem das deutliche Bildrauschen auf, welches auf den Einsatz von Filter schließen lässt und auch die Kompressionen leisten sich so einige Patzer und zeigen neben deutlichem Blockrauschen im Hintergrund immer wieder unschöne Artefakte und dass, obgleich sich die Bitrate recht tapfer schlägt. Vor allem auf Großbildschirmen fallen die fehlerhaften Kompressionen sehr deutlich auf und mindern den Sehgenuss ungemein.
Der Kontrast wurde sehr dunkel gewählt, arbeit insgesamt aber recht sauber. Der Schwarzwert ist dabei aber nur Mittelmaß, was aber als Stilmittel gesehen werdend darf, denn selbst die Farben tendieren deutlich ins Bläuliche oder sind erdig. Ansonsten wirken die Farben aber sehr sauber und natürlich. Defekte und Verschmutzungen sind keine auszumachen und die Tatsache, dass die Schärfe über weite Strecken gute Dienste leistet, lässt uns 4 Punkte für angemessen erscheinen. Für einen aktuellen Film wie diesen aber keine wirklich rühmliche Leistung, vor allem wenn es um die Kompressionen geht.
Bei deutschen Dolby Digital 5.1-Mix hingegen ist wirklich toll geworden. Das gesamte Klangbild wirkt sehr atmosphärisch und überzeugt durch eine gute Dynamik, sowie einen fast perfekten Raumklang. Man setzt hierbei auf präzise Effekte, welche selbst in unscheinbaren Momenten noch eine hervorragende Wirkung erzielen. Egal ob direktionales Surroundgewitter, kurzes Aufblitzen bei Flashbacks oder nur einfache Umgebungsgeräusche, hier klingt alles perfekt aufeinander abgestimmt. Der Score tut sein Übriges, um mit viel Dynamik und Kraft für eine mehr als ordentliche Räumlichkeit zu sorgen. Wir brauchen wohl nicht mehr erwähnen, dass selbst die Dialoge sauber und stets klar verständlich aus dem Center hallen und der Mix selbst im Hochtonbereich keinerlei Ausfälle hat. Die englische Dolby Digital-Spur unterscheidet sich kaum vom deutschen Pendant und lediglich die Stimmen klingen hierbei etwas frischer. Bei solch einem Mix vergeben wir gerne 6 Punkte.


Ein enttäuschendes Remake, welche im letzten Jahr sogar für die goldene Himbeere nominiert wurde. Einzig und allein Nichlas Cage (Interner Link"Ghost Rider") wegen sollte man einmal einen Blick riskieren, wird aber kaum gefallen an "Wicker Man" finden. Hier sollte man wirklich das Original vorziehen, welches leider immer noch nicht in Deutschland erschienen ist.
Die DVD punktet beim Sound, bietet kaum Bonusmaterial und leistet sich beim Bild zum Verdruss der Großbildschirmbesitzer einige Patzer im Bereich Kompressionen, welche unverzeihbar sind.


Film++----
Bild++++--
Ton++++++
Bonus+-----


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Wicker Man - Ritual des Bösen
NewsRemakes und Sequels in Produktion I
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