Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1981
Originaltitel:Funhouse, The
Alternativtitel:Carnival of Terror
Länge:91:14 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Tobe Hooper
Buch:Lawrence Block
Kamera:Andrew Laszlo
Musik:John Beal
SFX:Rick Baker
Darsteller:Elizabeth Berridge, Shawn Carson, Jeanne Austin, Jack McDermott, Cooper Huckabe, Largo Woodruff, Miles Chapin, David Carson, Sonia Zomina, Ralph Morino, Kevin Conway, Herb Robins
Vertrieb:MIG / EuroVideo
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo (Engl.), Dolby Digital 2.0 Mono (Dt.)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:18.02.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:24 Min.)
  • Tobe Hooper Interview (24:21 Min.)
  • Bildergalerie (1:55 Min.)
  • Trailershow:
    • Hard to Hold (2:35 Min.)
    • Bigfoot und die Hendersons (0:57 Min.)
    • Im Alleingang (2:32 Min.)
    • Mr. Baseball (2:12 Min.)
    • Oxford Blues (2:07 Min.)
    • Der Tank (2:39 Min.)
    • Der Gefangene von Zenda (2:54 Min.)
    • Nachtfalken (1:37 Min.)
    • McHale's Navy (1:24 Min.)
    • Dad (2:11 Min.)
Amy und ihr Freund Buzz gehen zusammen mit einem befreundeten Teenagerpärchen zum Rummel. Nach Achterbahn, Riesenrad und Süßigkeiten wollen sie noch ins "Funhouse", eine Freak- und Grusel-Show. Gegenseitig ziehen sie sich auf, wer am meisten Angst hat, bis sie aus einer Laune heraus beschließen, sich über Nacht in der Geisterbahn einsperren zu lassen. Der Spaß hat leider allzuschnell ein Ende, als sie beobachten, wie der missgestaltete Sohn des Betreibers sich erst von einer Prostituierten verwöhnen lässt, diese dann aber kurzerhand umbringt. Anschließend beginnt er Jagd auf die Jugendlichen zu machen ...
Manchmal stöbere ich in alten Filmlexika und greife dabei gern wegen des Amusementfaktors zu Hahn und Jansen, die nicht selten so total daneben lagen, dass man fröhlich durchs Zimmer kugeln kann, von der legendären Fehleinschätzung zu Interner Link"Halloween" bis zur Apostrophierung von Interner Link"The Texas Chainsaw Massacre" als "abgebrühtem Kotzschocker".



Danach versucht sich Hooper dann auch mal an was latent eigenem, auch wenn "Kabinett des Schreckens" nicht mehr und nicht weniger ist als ein weiterer Fall aus der langen Reihe der Teenie-Slasher der beginnenden 80er Jahre.

Das passt wunderbar zu "Kabinett des Schreckens", denn auch da gibt's wieder ein paar Bemerkung in Richtung viehischer Brutalität. Gedreht hat ihn Interner Link"TCM"-Regisseur Tobe Hooper und Interner Link"Halloween" war gerade mal zweieinhalb Jahre her, wird hier aber gleich in der Einstiegsszene fröhlich zitiert, als sich ein vermeintlicher Killer eine Gesichtsmaske über die subjektive Kameraperspektive streift. Und Hooper kommt sicherlich die Ehre zu, in dieser Sequenz als erster (und zugleich letzter hoffentlich) ein Interner Link"Halloween"/Interner Link"Psycho"-Crossover zu servieren, denn der Killer attackiert sein Opfer unter der laufenden Dusche, die üblichen Kameraeinstellungen inclusive.
Diesmal sinds zwei Pärchen noch vor (!) der bereits geplanten Entjungferung, die einen auf einem sinistren Rummelplatz drauf machen wollen. Dort geht's richtig zur Sache, mit Wahrsagerin, Strip-Show, Hau-den-Lukas und sogar einer Abnormitätenshow, in der uns eine doppelköpfige Kuh (schaut gut aus) grüßt und ein missgestaltetes Embryo schon mal auf das Kommende einstimmt.
Dann ist da natürlich noch die Geisterbahn und die lädt ein zum Stelldichein (aua!) – ergo verbringen unsere Herzchen da gleich mal die Nacht. Dumm nur, dass der mit einer Frankensteinmaske versehene Sohn des Besitzers des Fahrgeschäfts größter Gewinn sein könnte, denn er ist grässlich missgestaltet und sieht einem Alien von fernen Planeten ähnlicher als einem Menschen. Und als er nach einem "hand job" der Kartenleserin die Luft abdreht, wird das Geisterhaus zur Todesfalle ...



Hooper lässt sich viel Zeit und setzt auf die halb sinistre, halb Glanz vortäuschende Rummelwelt, ehe er erst im letzten Drittel den Hammer rausholt. Bis dato verdödeln unsere Helden viel Zeit mit Kiffen, Schmusen und Besichtigen, während uns das fahrende Volk ausgiebigst als latent asoziale Zeitgenossen vorgeführt werden.

Überhaupt ist "Kabinett des Schreckens" eine moralisch zweifelhafte Sache, denn das Abstruse, das Entstellte, das Missgebildete ist hier auch immer gleich das Böse, irgendwo zwischen sexueller Frustration, Religion und stetem Suff. Selbst der Budenbesitzer, der in einer (eigentlich nur zeitstreckenden) Nebenhandlung den kleinen Bruder der Hauptfigur Amy auf dem Rummel aufsammelt und die Eltern informiert, wirkt irgendwie wie ein öliger Kinderschänder, so wie Hooper ihn ins Licht rückt – nein, Rummel kommen hier nicht gut weg.

Schlussendlich geht's aber dabei, von ekelerregender Brutalität jedoch keine Spur – ein Mord im Off, einer im Dunkel, nur ganz selten wird's graphisch – und den Monstersohn legt Hooper bewusst oder unbewusst genau wie eine Hommage an sich selbst und Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" an. Sogar die nicht enden wollende Kreischorgie der Hauptfigur ist hier mit enthalten.



Das ist dann auch eine der wenigen großen Enttäuschungen, denn als Gegenentwurf zu Laurie Strode scheint Amy alias Elizabeth Berridge im Augenblick der Gefahr zu mehr als Schreien nicht fähig zu sein. Selbst am Ende wehrt sie sich nicht, bewegt sich ewig nur vorsichtig rückwärts oder im Kreis bis das Monster praktisch selbständig in sein Verderben läuft. Dabei sind die übrigen Figuren nicht ganz so ärgerlich, ausnahmsweise wollen hier alle mal knutschen und fummeln, aber nicht als einziges Lebensziel.

Star der Show ist sicherlich die Geisterbahn, die Hooper gut in Szene gesetzt hat. Ich wollte, ich wäre mal in einer gefahren, die so abwechslungsreich und so gut in Schuss ist. Atmosphärisch und unheimlich zugleich, allerdings hätte er bei Suspense und Schocks aus der Situation des Eingeschlossenseins noch mehr machen können. Am Ende graut der Morgen, aber es graut zum Glück nicht dem Publikum – es ist weder Hoopers bester Film, noch sein schlechtester, aber es ist ein goutierbarer Beitrag zur Slasherwelle, wobei in Nebenrollen besonders Sylvia Miles (die eine ähnlich grotesk-vulgär-derbe Rolle als reiche Produzente ein Jahr später in "Das Böse unter der Sonne" wiederholte), die sich meucheln lässt und Kevin Conway, der neben dem Job des innerlich degenerierten Vaters gleich noch zwei Budenanpreiser spielt und eine ungemein animalisch-böse Ausstrahlung hat.



Wenn man bedenkt, dass das "Kabinett des Schreckens" schon fast 30 Jahre alt ist, ist die Qualität der anamorph gespeicherten DVD zufrieden stellend. Die Schärfe hinterlässt einen angenehmen Eindruck mit dezenten Schwankungen, weil nicht jede Szenen detailliert aussieht, allerdings auch nicht unscharf wird. Die Farbgebung hätte etwas kräftiger ausfallen können, weil dadurch das Flair des Rummelplatz besser zur Geltung kommen könnte. Dennoch wirken die Farben natürlich und nicht verfälscht, lediglich der schwankende Schwarzwert sollte etwas satter sein. Auch der Kontrast gerät eindeutig zu steil und lässt in den vielen dunklen Szenen des Films Details verloren gehen, während in hellen Flächen leichte Überstrahlungen zu sehen sind, aber auch mehr Details. Hintergrundrauschen ist über die gesamte Laufzeit vorhanden, bleibt erfreulicherweise aber in einem erträglichen Rahmen. Die Kompression arbeitet vor allem bei hellen Szenen ruhig im Hintergrund, was man leider von dunklen Sequenzen nicht behaupten kann, wo oft Blockrauschen zu beobachten ist und sehr selten sogar dezente Artefaktbildungen. Weiterhin sind noch einige analoge Defekte vorhanden. Mit aktuellen Produktionen kann das Bild zwar nicht mithalten, für einen Film Anfang der 1980er Jahre ist es aber absolut in Ordnung.

Dem Ton merkt man sein Alter hingegen deutlich an - sowohl beim englischsprachigen Original als auch bei der deutschen Synchronfassung. Das Rauschen stört etwas, auch wenn es der Verständlichkeit nicht schadet, und beide Versionen sind ein wenig dumpf, wobei das Original noch etwas besser abschneidet. Schade ist, dass beide Tonspuren etwas kraftlos sind und nicht genügend Dynamik vorweisen. Den stellenweise etwas blechernen Dialogen fehlt es an Natürlichkeit. Vor allem bei der deutschen Fassung machen sich leichte Überlagerungen breit, was in den Außenszenen des Rummelplatz hervorsticht. Im direkten Vergleich hinterlässt die Synchronfassung trotz dumpferem Klang aber den besseren Eindruck. Mehr als schwache drei Punkte sind aber nicht drin. Optional gibt es deutsche und englische Untertitel.


Im Bonusbereich ist die DVD eher mager bestückt. Zumindest überzeugt das knapp 25minütige, deutsch untertitelte Interview mit Tobe Hooper in allen Belangen. Hooper gibt sich sehr redselig und berichtet von der Entstehung des Films und den Schwierigkeiten der Filmstudios zur damaligen Zeit. Zusätzlich bietet Lizenznehmer MIG den Originaltrailer sowie eine Bildergalerie mit Filmszenen und Artworks. Weitere Trailer aus dem Deal zwischen MIG und Universal sorgen für einen Vorgeschmack auf schon erhältliche bzw. noch kommende Veröffentlichungen.

MIG veröffentlicht "Kabinett des Schreckens" erstmalig ungekürzt in Deutschland und trotz des hohen Alters in sehr ansehnlicher Qualität. Auch wenn Tobe Hooper mit diesem Film keinen weiteren Meilenstein in Horrorgenre etablieren konnte, tut es der Unterhaltsamkeit seines Jahrmarkt-Schockers keinen Abbruch.


Film++++--
Bild++++--
Ton+++---
Bonus++----


Druckbare Version
Kabinett des Schreckens, Das
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.