USA 1998
Originaltitel:Bride of Chucky
Alternativtitel:Child's Play 4: Bride of Chucky
aka. Child's Play 4
aka. Chucky and His Bride
Länge:85:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Ronny Yu
Buch:Don Mancini
Kamera:Peter Pau
Musik:Graeme Rvell
SFX:Kevin Yagher
Darsteller:Jennifer Tilly, Brad Dourif, Katherine Heigl, Nick Stabile
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:07.03.2000 (Verleih) / 06.06.2000 (Kauf)
Specials:
  • 8seitiges Booklet
  • Einleitung von Jennifer Tilly (2:07 Min.)
  • Trailer "Chucky und seine Braut" (1:26 Min.)
  • Making Of (10:14 Min.)
  • DVD-Credits (1 Seite)
  • Trailer:
    • The Corruptor - Im Zeichen der Korruption (1:08 Min.)
    • The Second Arrival (0:40 Min.)
    • Detroit Rock City (1:15 Min.)
    • Eve und der letzte Gentleman (2:05 Min.)
    • Existenz (1:57 Min.)
    • The Blair Witch Project (0:36 Min.)

Die Puppe, in der einst die Seele des psychopathischen Serienmörders Chucky steckte, ist verwaist. Ein völlig harmloses Stück Plastik. Das denkt zumindest jener Cop, der ein erquickliches Sümmchen dafür geboten bekommt, sie aus der Asservatenkammer des Reviers zu stehlen. Er übergibt sie an Tiffany (Jennifer Tilly), Chuckys einstiger Lebensgefährtin. Mit Hochzeitsabsichten im Kopf und einem Voodoo-Spruch auf der Zunge beschwört Tiffany in einer dunklen, stürmischen Nacht den teuflischen Geist ihres Ex-Lovers zurück in die Puppe. Und tatsächlich: Chucky kehrt in das Reich der Lebenden zurück.
Als Tiffany nicht aufhört, Chucky mit ihren Heiratsplänen zu nerven, verbannt er ihre Seele kurzerhand ebenfalls in eine Puppe. Doch nun stecken die beiden in einem Dilemma: In einem Grab in New Jersey liegt ein okkultes Amulett, das Tiffany und Chucky wieder in Menschen verwandeln kann. Doch wie sollen zwei Puppen unbemerkt durchs Land reisen?
Tiffany hat schließlich die rettende Idee: Sie bietet dem Nachbarjungen Jesse (Nick Stabile) telefonisch 500 Dollar an, wenn er die beiden Puppen, die bei ihr auf dem Sofa liegen, nach New Jersey fährt. Für Jesse, der gerade beschlossen hat mit seiner noch minderjährigen Freundin Jade (Katherine Heigl) durchzubrennen, ist das eine willkommene Finanzspritze.
Also steuern Jesse und Jade ihren Kleinbus auf den Highway, nicht ahnend, dass die beiden Puppen auf dem Rücksitz zwei gemeingefährliche, psychopathisch angehauchte Kreaturen sind, die über Leichen gehen. Ein bizarrer Höllentrip beginnt ...

Riesentrara gemacht, nichts dahinter!

Klar, "Chucky 4" hat ordentlich Kasse gemacht in den USA und das finstere Püppchen ist mit weiblicher Verstärkung zurück und hat reichlich böse Sprüche und einfallsreiche Mordarten mitgebracht. Aber macht das wirklich einen tollen Grusler aus. Wenn's nach mir geht, nicht unbedingt.



Die Reise zum Grab des Massermörders Ray, dessen Geist in Chucky wohnt, ist nämlich eine kreischend-alberne Satire geworden, die um die Mätzchen der Puppen eine banale Bonnie-und-Clyde-Story um zwei verängstigte Teenager herumbaut, die nur die Frage offenlässt, wie sich die beiden da noch rauslavieren. Sämtliche Nebendarsteller sind nur als Opfer interessant, weswegen sie auch alle dran glauben müssen, allen voran ein dicklicher John Ritter als Polizei-Daddy, der für eine Pinhead-Hommage herhalten muss.
Aber eigentlich ist schon alles verloren, wenn in der Pre-Title-Sequenz ein Polizist aus der örtlichen Asservatenkammer Chuckys Reste holt, die im Säckchen gleich neben der Maske von Michael und Jason lagern. Soso, parodistische Züge soll es haben. Und manchmal schafft das der Film auch, denn Ronny Yu versteht sich auf Tempo und Action und seine Mordszenen sind wirklich brauchbar, aber das Interesse bezieht der Film lediglich aus den Zweisamkeiten der beiden Puppen, sei es nun die Aufmachen, das Mann-Frau-Verhältnis oder der schiere Spaß an den Grausamkeiten. Bei der Sorgfalt, die der weiblichen Puppe gewidmet wurde, ist Chucky da eh nur Nebenfigur.

Trotzdem gehören die besten 20 Minuten Jennifer Tilly, als sie noch unter den Lebenden weilt, die als in hautenge Lackklamotten geschnürte Gothic-Schlampe, wirklich etwas subtile Satire in dem Streifen versenkt. Soviel Trashmimik können die Püppchen, die sich hier übrigens auf dem besten Stand der Technik bewegen, gar nicht haben. Aber letztlich dient der Film eh nur zur Vorbereitung des Schlussgags, der ebenso geschmacklos, wie gelungen ist. Aber nachdem dieses alberne Gezuppel einen vollends zu Tode genervt hat, sind wir gar nicht mehr so scharf darauf, dass der Produktions- und Skriptstreit um Interner Link"Seed of Chucky" eines Tages begelegt wird.



Irgendwie war die Mörderpuppe gruseliger, als sie wirklich noch ein widerlich finsterer Dreckskerl war und das Hinweisschild "Vorsicht, Parodie!" in der Schublade blieb. Für Komplettisten ein brauchbarer Genrebeitrag, aber keinesfalls der Ruhmesstreich, als der er oftmals angesehen wird.

Die diesem Test vorliegende Kinowelt-DVD ist nicht nur ungeschnitten, sie weist sogar eine gute Bildqualität auf. Die Farben sind sehr sauber und teilweise sehr intensiv. Neben einem hervorragenden Kontrast wird uns noch eine Detailschärfe geboten, an der es kaum was zu meckern gibt. Allgemein ist das Bild auch sehr scharf und besitzt eine sauber arbeitende Kompression. Blockrauschen ist ebensowenig zu sehen wie Defekte. Lediglich die Kantenschärfe hätte minimal besser sein können.

Beide Sprachfassungen liegen uns in Dolby Digital 5.1 vor, wobei die englische die bessere Wahl ist. Zwar klingen die Dialoge bei beiden Fassungen klar und verständlich, doch der englische Track vermittelt eine höhere Dynamik und bietet einen natürlicheren Raumklang. Der Track hört sich im Ganzen viel klarer an als der deutsche Mix, der sich stellenweise weniger harmonisch gibt. Dank des rockigen Soundtracks hat "Chucky und seine Braut" in beiden Fassungen ein paar wuchtige Momente zu bieten.


Als Bonus gibt es neben dem obligatorischen Trailer zum Hauptfilm noch 6 weitere Trailer aus dem Kinowelt-DVD-Programm, eine lustige Einleitung von Jennifer Tilly, welche sogar in deutsch und englisch anwählbar ist und ein 10minütiges Making Of, in welchem wir einen Blick hinter die Kulissen von "Chucky und seine Braut" werfen dürfen. Auch für dieses gibt es eine deutsche und englische Sprachfassung, was sehr löblich ist. Das Booklet enthält zwar 3 Seiten Kinowelt-Werbung, dafür aber auf 4 Seiten im Innenteil reichhaltige Texte zur Serie, den Puppen und den Schauspielern.

Hier hat Kinowelt eine DVD veröffentlicht, die zwar nicht perfekt ist, aber dem US-Pendant in nichts nachsteht. Wer die kleine Mörderpuppe liebt und sich nicht an dem satirischen Unterton stören lässt, wird hier gut bedient.


Film: 3/6
Bild: 5/6
Ton: 4/6
Bild: 2/6



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