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IT 1977
Originaltitel:Sahara Cross
Länge:96:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Tonino Valerii
Buch:Tonino Valerii, Ernesto Gastaldi
Kamera:Franco Di Giacomo
Musik:Riz Ortolani
Darsteller:Franco Nero, Michel Constantin, Pamela Villoresi, Mauro Barabani, Emilio Locurcio, Antonio Cantafora
Vertrieb:NEW Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Kleine Hartbox
DVD-Start:13.06.2006 (Kauf)
Specials:
  • Deutscher Promo-Trailer (4:47 Min.)
  • Bildergalerie (6:02 Min.)
  • Über "Sahara Cross" (3:12 Min.)
  • Trailershow:
    • Bandidos (2:32 Min.)
    • Der Halunke (1:56 Min.)
    • Radhapura (4:17 Min.)
Wenn es um Öl und harte Dollars geht, ist kein Mittel zu schmutzig, um das Ziel zu erreichen. Wer im Weg steht oder Schwierigleiten macht, muss verschwinden, notfalls für immer. In der Sahara vermuten Experten riesige Ölfelder. Die Nachforschungen werden immer wieder von Terrorakten unterbrochen. Um diesen Umstand Einhalt zu gebieten heuert die Ölgesellschaft den Söldner Gregor an. Er versammelt eine Truppe kampferprobter Experten im sich. Als er bei einem erneuten Anschlag das Leben verliert, schwört die Bande Rache. Unter der Führung von John nehmen sie die Verfolgung auf. Schnell stellt sich heraus, das Rache und das Verhindern der Terroranschläge nicht die einzigen Pläne sind, die die Bande sich zum Ziel gesetzt hat. Eine gnadenlose Jagt quer durch die glühenden Hitze der Sahara nimmt ihren Lauf.
Nach dem Niedergang des Italowesterns mussten sich natürlich auch ihre Ikonen nach neuen Rollen umschauen und so ergab sich für Franco Nero (Interner Link"Django", Interner Link"Keoma") 1977 die Gelegenheit mit Tonino Valerii (Interner Link"Sie verkaufen den Tod", Interner Link"Mein Name ist Nobody"), der vorher bekanntlich in einer späten Phase den Spaghettiwestern mit prägte, zusammenzuarbeiten.


Anders als die unzähligen Exploitation-Ausschüsse dieser Zeit, kann man sich "Sahara Cross" auch ohne Galgenhumor anschauen, was sicherlich vor allem der Kompetenz Valeriis zu verdanken ist. Aus der Geschichte ist ohnehin nicht viel herauszuholen, aber er bettet sie immerhin in das effektiv eingesetzte Wüstenszenario, hält etwas Action bereit und trickst aufgrund der Geldknappheit meist geschickt einiges zurecht.
Der peinlich inszenierte Hubschrauberabsturz ist sein einziger wirklicher Ausfall. Ansonsten gibt es einige schicke Explosionen, einen abstürzenden Bus und den wohl unvergesslichen Kampf zwischen zwei Männern mit Bagger und Radlader!

Riz Ortolanis ("Der Tod ritt dienstags", Interner Link"Sie verkaufen den Tod") stimmiges Titelthema passt zur staubigen Wüste, aber ich hatte ein wenig den Eindruck er hat wirklich nur dieses Stück für den Film geschrieben und dann immer wieder eingesetzt. Muss man ihm auch irgendwo nachsehen, denn komponiert wurde in Italien zu dieser Zeit genau wie gefilmt - am Fließband.
Klarer Pluspunkt des Films ist natürlich der sonnenbebrillte, enorm coole Franco Nero, der schelmisch die Poker-Tricks des Italo-Westerns wieder aufleben lässt, von dort auch seine fast schon manischen, ständigen Streichholz-Anreißszenen mitbringt (siehe u.a. Interner Link"Mercenario - Der Gefürchtete"), eine scharfe Panzer-Mine aus dem Zweiten Weltkrieg durch die Gegend wirft, für ein Schäferstündchen auch schon mal der Frau eins vorlügt und in einer witzigen Sequenz in seinem Zimmer eine Fliege zur Strecke zu bringen versucht, während sein Partner nur trocken meint, dass man in der Wüste schon verrückt werden kann. "Sahara Cross" nimmt sich also nicht so schrecklich ernst, obwohl noch mehr Selbstironie dem Film besser gestanden hätte.


Die Hatz durch die Wüste ergibt sich zwar nicht der Monotonie, wird während ihres Verlauf allerdings etwas einfältig heruntergespult. Die Probleme der Jäger und Gejagten werden meist unspektakulär und selten verlustreich gelöst, so dass der Spannungsbogen merklich verflacht. Selbst als sie fernab vom Schuss sich völlig verfransen, geht kein Muffensausen um. Enorm abgebrüht, bleiben sie alle, obwohl der Tod schon anklopft.
Der Sinneswandel von Nero und seinen Kumpanen nach einer Irrfahrt durch die Wüste letztlich doch die zwischenzeitlich eingefangenen Terroristen zu unterstützen, stößt dann auf Unverständnis, zog man doch los, um den Tod des Freundes zu rächen. Diese Entwicklung erklärt der Film nie wirklich, auch wenn die eigene Habsucht als Antrieb mit dahinter stecken könnte, was allerdings auch erst in den letzten Filmminuten deutlich wird.

Das sich an die durstige Rückkehr aus der Wüste anschließende und den Film damit auch abschließende Geiseldrama auf dem Flughafen wird flott und leider auch wieder viel zu schnörkellos ohne weiteren Probleme beendet, so dass der Zuschauer zumindest nicht ellenlang auf die Folter gespannt wird, warum das Trio letztlich so handelte.
Auch aufgrund der soweit glaubwürdigen Inszenierung, aus denen sich ausgerechnet die eigentlich am Rande stattfindenden, nächtlichen Anschläge auf die IPC-Institutionen einen guten Eindruck hinterlassen, kann man bei "Sahara Cross" von einem soliden Beitrag jenseits von Gut und Böse schreiben. Da gibt es doch viel schlimmere Filme aus dieser Zeit.


Die Geschichte kümmert sich wenig um komplexe Verwicklungen und bleibt stets schön simpel bei Nero, seinen beiden Kumpanen und deren beiden Gefangenen, wobei die zwischenmenschlichen Beziehungen auf ein Minimum begrenzt werden, weswegen "Sahara Cross" auch ohne Murren als oberflächliches Produkt durchgeht.
Auch mit Spannung schien es Valerii nicht so zu haben, bieten sich doch einige Szenen für Nervenkitzel und Dramatik dank der Extremsituationen doch geradezu an. Aber die Vorgabe dürfte ohnehin gelautet haben "So schnell wie möglich und so günstig wie möglich". Deswegen fällt es auch nicht schwer nachzuvollziehen, dass niemand der Beteiligten hier sein gesamtes Herzblut reinpumpte.


"Sahara Cross" ist summa summarum ein solider Vertreter des italienischen Kinos der Siebziger mit dezentem Flair, aber dafür ohne Ambitionen. Doch wer erwartet hier auch schon treffsichere Charakteranalysen und politische Statements?
Franco Nero ist wie fast immer eine Bank und das staubtrockene Szenario wurde optisch ordentlich umgesetzt. Die Einfallslosigkeit des linearen Verlaufs ohne nennenswerte Szenen (Mal abgesehen vom Baufahrzeug-Fight) und echte Spannung trüben den Spaß aber schon, wobei eine hoffnungslose Irrfahrt durch die Wüste sich doch eigentlich prima mit dicker Luft füllen ließe. Naja, immer noch passabel unterhaltend, mit soliden Actionszenen, die vorwiegend aus Explosionen und Schießereien mit Maschinengewehren bestehen, und einem überraschenden, wenn auch wenig glaubwürdigen Schluss.


Die ungeschnittene DVD von NEW Entertainment kann ebenfalls auf durchschnittlichem Niveau überzeugen und weist für das Alter des Filmes und die Seltenheit eine zufriedenstellende Ausführung dar. Es gibt recht viele Verschmutzungen und die Farbe wirkt etwas übersteuert, so dass man z.B. bei Gesichtern vom Sonnenbrandsyndrom reden kann. Auch der Schwarzwert kann nicht vollends überzeugen, da dieser eher ins Gräuliche tendiert. Daher hat auch der Kontrast etwas zu leiden. Zudem sieht man ein deutliches Blockrauschen und einige Unschärfen.
Neben der deutschen Tonspur wurden noch drei weitere in Form von Französisch, Italienisch und Englisch auf die DVD gepresst. Hier fällt nur die Englische etwas ab, da sie deutlich dumpfer als die anderen ist. Ansonsten sind alle aber gut zu verstehen und weisen ein leichtes Rauschen auf. Zusätzlich können noch deutsche Untertitel hinzugeschaltet werden.


Bei den Extras hat man im Hause NEW diesmal nicht sonderlich viel auffinden können. Neben einem selbst gebastelten Promo-Trailer gibts noch Textinfos zu "Sahara Cross" und eine Bildergalerie. Auch der PC-Part fällt deutlich kleiner aus als bei anderen Veröffentlichungen. Zum guten Schluss gibts noch eine Trailershow mit drei Titeln des Anbieters.


Film+++---
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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