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USA 2000
Originaltitel:Frankenstein & the Werewolf Reborn!
Länge:89:15 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Jeff Burr, David DeCoteau
Buch:Benjamin Carr
Kamera:Viorel Sergovici
Musik:Carl Dante, Jeffrey Walton
SFX:Mark Williams, Mark Rappaport
Darsteller:Jaason Simmons, Ben Gould, Haven Burton, Ethan Wilde, George Calin, Oana Stefanescu, Claudiu Trandafir, Roxana Popa, Ashley Cafagna-Tesoro, Robin Atkin Downes, Len Lesser, Bogdan Cambera, Lucia Maier
Vertrieb:Movie Power
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Deu, En)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:17.06.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:34 Min.)
  • Trailershow:
    • House of the Butcher 2 (1:28 Min.)
    • Dragon - Die Drachentöter (1:04 Min.)
    • Special Force Hong Kong 1 (1:52 Min.)
    • Special Force Hong Kong 2 (1:55 Min.)
    • Death Box (2:12 Min.)
    • Lockjaw (1:39 Min.)
    • Vampires in the Twilight (2:20 Min.)
    • Chechenia Warrior 2 (2:33 Min.)
Zwei Klassiker aus Charles Bands Kultschmiede Full Moon von den Meistern des Horrors Jeff Burr und David DeCoteau! Die Wiedergeburt der klassischen Monster: Frankenstein und Werwolf!

Frankenstein Reborn:
Die 13-jährige Anna ist fasziniert von den geheimen Experimenten, die ihr exzentrischer Onkel Viktor durchführt. Doch aus ihrer Neugier wird alsbald entsetztes Erschrecken, als sie der Kreatur begegnet, die Viktor erschaffen hat: Ein schrecklich entstelltes Monster, das aus Leichenteilen erschaffen wurde, aber die Seele eines Menschen besitzt.

Werwolf Reborn:
Die 14-jährige Eleanor Crane besucht ihren älteren Cousin Peter in einem entlegenen osteuropäischen Dorf. Die Dorfbewohner sind alles andere als gastfreundlich. Denn sie haben Angst. Angst vor einem tödlichen Fluch, der das Dorf heimsucht. Der Fluch des Werwolfs, der Peter befallen hat ...
Kaum ein Jahr vergeht, in dem die klassischen Monster Dracula, Frankenstein oder Werwolf nicht eine Wiederbelebung erfahren. Besonders dann, wenn aus Hollywood der Ruf einer neuen Großproduktion um besagte Monster erschallt, nehmen sich die kleinen Studios ebenfalls ein Beispiel daran, um ihre Versionen hinterher zu schieben. Damit aber nicht genug, werden doch auch ältere Titel entweder neu aufgelegt oder noch unbekannte Titel, die bis dato nicht veröffentlicht wurden, nun erstveröffentlicht. So geschehen bei "Werwolf vs. Frankenstein Reborn", den der deutsche Lizenznehmer Movie Power im Zuge von Universals Interner Link"Wolfman"-Remake aus seinem Rechtestock kramte.



Wer nun auf ein Aufeinandertreffen beider Filmmonster hofft, wird bitter enttäuscht, denn hinter dem Titel verbirgt sich ein Zusammenschnitt der beiden Full Moon-Titel "Frankenstein Reborn" und "Werewolf Reborn". Dieser Zusammenschnitt wurde jedoch nicht vom Label angefertigt, sondern vom Firmengründer Charles Band persönlich, der die beiden Siebzigminüter jeweils um gut ein Drittel kürzte, um durch die Wiederveröffentlichung noch etwas Geld in die angeschlagene Full Moon-Kasse zu spülen. Movie Power hingegen verzichtet auf die Langfassung der Filme und nutzte die Gelegenheit, den Zusammenschnitt beider Filme passend zum DVD-Start von Interner Link"The Wolfman" für die nach pelzigen Ungetümen gierenden Filmfans zu veröffentlichen. Warum auch nicht, die Rechte besitzt man und Full Moon-Fans gibt es zur Genüge.

Die Zeiten, in denen das Filmstudio sich für Klassiker (Interner Link"Puppetmaster" oder Interner Link"Subspecies") auszeichnete, sind allerdings schon einige Jahre vorbei und die meisten Produktionen sind entweder unterhaltsamen Trash oder belangloser Schrott. Der Zusammenschnitt aus dem Jahre 2000 der beiden 1998 entstandenen Filme ist in die erste Kategorie einzuordnen, jedoch nur, falls man wirklich Fan solch gearteter Filme ist. Beide Geschichten basieren lose auf der Ursprungsgeschichte der jeweiligen literarischen Vorlagen und wurden mit einem sehr geringen Budget inszeniert. Wie so oft bei Full Moon wurde preiswert in Rumänien gedreht und lediglich die Protagonisten mit amerikanischen Darstellern besetzt. Dadurch wirkt die Kulisse nicht nur sehr kostengünstig, sondern auch der gesamte Film.

Den Anfang macht "Frankenstein Reborn", der die bekannte Geschichte in sehr stark variierter Form neu interpretiert. Baron Frankenstein bekommt im fernen Rumänien Besuch von seiner 13-jährigen Nichte aus den Vereinigten Staaten. Willkommen ist sein Besuch bei weitem nicht, da er sich in seiner Privatsphäre gestört fühlt. Zu Recht, arbeitet er doch mit seinem Gehilfen, der eigentlich das Sagen auf dem Schloss hat, an einem großen Experiment. Mit Hilfe von Körperteilen basteln die beiden Wissenschaftler an einem neuen Menschen, um unsterbliches Leben zu schaffen. Die 13-jährige Anna freundet sich indessen mit einem gleichaltrigen Angestellten an und kommt dem Treiben ihres Onkels langsam auf die Schliche. Die geschaffene Kreatur entkommt seiner Gefangenschaft und verschwindet in den Wäldern, wo sie Anna ausfindig macht und ihr zur Seite steht. Von den Bewohnern des umliegenden Dorfes missverstanden, geschieht der erste Mord, der jedoch eigentlich Notwehr ist. Ohne zu wissen, dass sich immerhin eine menschliche Seele in dem entstellten Körper befindet, beginnt die Jagd und es liegt nun an Anna, ihren Onkel zu bekehren ...
Vieles bei "Frankenstein Reborn" wirkt sehr krude, denn von der ursprünglichen Dramatik der Vorlage ist kaum etwas übrig geblieben und mit der Logik ist es weit her. Der Kern der Geschichte ist zwar immer noch vorhanden, doch schon die Maske des Monsters sieht eher lächerlich als beängstigend aus. Auch wird die gesamte Vorgehensweise der beiden Wissenschaftler zu oberflächlich gezeigt, was allerdings sämtliche Charaktere betrifft. Keiner der Darsteller, wenn man diese denn so nennen darf, überzeugt in seiner Rolle. Vielmehr lassen die Figuren den Zuschauer völlig kalt, was besonders beim "Frankenstein"-Thema ein absolutes K.O.-Kriterium ist, denn Dramatik ist der wichtigste Bestandteil der Geschichte von Mary Shelley. Wirklich ärgerlich fällt bei dieser Episode der Schnitt aus, denn selbst der Laie bemerkt, dass etwas fehlt. Dem Cutter gehört Berufsverbot erteilt.



In der zweiten Geschichte kommt die junge Eleanor nach Rumänien, um ebenfalls ihren Onkel zu besuchen. Schon am Bahnhof bekommt sie eine merkwürdige Stimmung zu spüren, denn die Dorfbewohner sind ihr alles andere als freundlich genossen. Da kommt ihr die Warnung eines jungen Zigeuners mit seiner Mutter gerade recht. Im Herrenhaus ihres Onkels angekommen wird sie auch nicht freundlicher empfangen und Onkel Peter würde sie am liebsten gleich wieder zurück nach Amerika schicken. Als der Vollmond die dunkle Nacht erhellt, erkennt sie auch den Grund: Sämtliche Warnungen bewahrheiten sich als aus ihrem Onkel ein Werwolf wird. Nun soll es an Eleanor liegen, ihren Onkel vom Fluch des Wolfes zu erlösen, bevor im Dorf noch mehr Unheil geschieht ...
Auch dem zweiten Film ist Logik ein absolutes Fremdwort und somit wird eine herrlich bescheuerte Geschichte präsentiert. Eine Charakterisierung ist ebenso wenig vorhanden wie eine ordentliche Werwolfmaske. Die Verwandlung ist ein sehr einfacher Morphingeffekt, der im Computerzeitalter alles andere als überzeugend wirkt. Wie schon beim Vorfilm missfällt die gesamte Umsetzung. Zumindest ist der Schnitt hier deutlich besser, weil nicht so holprig.

Sehr auffällig ist das anvisierte Zielpublikum beider Geschichten, denn das dürfte sehr jung sein. Abgesehen davon, dass die Hauptrollen dementsprechend besetzt sind, gibt es auch kaum blutige Effekte. Alles wirkt sehr zurückhaltend und fast schon kindgerecht - zumindest für "Kinder ab 12 Jahre". Die Freigabe der FSK ist deswegen sehr unverhältnismäßig, fast schon lächerlich. Welcher erwachsene Zuschauer, vom Trashfan mal abgesehen, soll "Werwolf vs. Frankenstein Reborn" bitte ernsthaft durchstehen? Diesen Machwerken der Full Moon-Schmiede ist nicht das geringste Fünkchen an künstlerischem Anspruch zuzugestehen; von angenehmer Gruselkost ganz zu schweigen. Weil sich beide Geschichten sehr ernst nehmen, wird zumindest auf Trash-Ebene Stimmung erzeugt und man genießt einfach die saublöden Vorgehensweise. Gerade in der Werwolf-Geschichte gibt es einiges zu lachen, wenn Eleanor sich aus ihrem Gefängnis befreit, als ob sie in der Schule einen besonderen Bastelkurs belegt hätte, der sie darauf vorbereitet hat, sich aus allen misslichen Lagen zu befreien.
Bei der Umsetzung gibt es ebenfalls kaum etwas Positives zu berichten. Regie, Kameraarbeit und die Spezialeffekte sind als belanglos zu betrachten. Eigentlich hätte man vom Regieduo Jeff Burr und David DeCoteau etwas mehr Sorgfalt erwartet. Dem ist leider nicht so und so bleibt lediglich ein ansehbares Trashwerk, das unfreiwillig zu unterhalten weiß. Dass bei jedem Film knapp 30 Minuten herausgeschnitten wurden, bewerte ich mal als Glücksfall, denn die ursprünglichen Fassungen würden sich wahrscheinlich wie Kaugummi in die Länge ziehen. Daher ist es von Movie Power nur verständlich, dass diese Zusammenfassung beider Werke veröffentlicht wurde und nicht die Originale.



Obwohl die Filme nicht gerade ein hohes Alter besitzen, ist die Qualität eher mäßig ausgefallen. Das liegt sicherlich auch am verwendeten Equipment beider Produktionen, was sich grundsätzlich wie ein roter Faden durch neue Produktionen aus dem Hause Full Moon zieht. Es ist so, als ob Charles Band und sein Team nicht mit der Zeit gehen möchten, sondern eher einen Trip in die Vergangenheit bewerkstelligen. Das lässt sich nämlich nicht nur an den Produktionsumständen festmachen. Besonders ärgerlich fällt der Schärfebereich aus, denn die Detailzeichnung bietet einfach zu wenig. Ebenso ist die Durchzeichnung des Kontrastes nicht optimal ausgefallen. Besonders in dunklen Bereichen nimmt der Detailgrad deutlich ab. Selbst die Intensität der Farben lässt zu wünschen übrig, weil man kräftige Tönungen vergebens sucht. Letzteres kann man durchgehen lassen, weil sich die zurückhaltenden Farben der kargen rumänischen Kulisse anpassen. Dennoch wäre etwas mehr Farbsättigung angebracht gewesen. Gelegentlich bemerkt man auch ein Auslaufen der Farben, was sich negativ auf den Eindruck des Bildes niederschlägt. So etwas darf bei einem gerade mal 10 Jahre alten Werk nicht geschehen. Zumindest die Kompression bewegt sich noch in einem akzeptablen Rahmen; zwar kommen Blockrauschen und leichte Artefaktbildungen vor, doch sind diese noch vertretbar.

Den Ton gibt es in drei Möglichkeiten zur Auswahl: Den Originalton in Stereo oder die deutsche Synchronfassung wahlweise in Stereo oder Dolby Digital 5.1. Bleibt man bei der deutschen Fassung, sollte man die Stereovariante bevorzugen, die zwar kein räumliches Klangbild zaubert, aber über eine gute Abmischung verfügt. Die Dialoge sind jederzeit gut zu verstehen und bilden zusammen mit den restlichen Klangelementen eine ordentliche Balance. Die Synchronisation geht im Übrigen für B-Movie-Verhältnisse völlig in Ordnung. Nutzt man hingegen den 5.1-Mix, wird ziemlich schnell ersichtlich, dass lediglich eine Stereospur als Master für den Musik und Effekttrack diente. Zwar bewegen sich die deutschen Sprecher nur im vorderen Bereich, so dass man fast das Gefühl für einen Surround-Mix erhält, doch dem ist nicht so. Hört man genau hin, stellt man fest, dass lediglich die Stereospur künstlich aufgeblasen wurde und bei Schreien oder anderweitigen Geräuschen noch der Originalton ertönt. Somit ist diese Abmischung etwas zwiespältig ausgefallen. Bedingt durch diese Differenzierungen ist der 5.1-Mix keinesfalls überwältigend. Die Alternative wäre noch der O-Ton, der qualitativ mit seinem deutschen Stereopendant mithalten kann und im Bereich der Dialoge natürlicher klingt. Auf Untertitel muss man bei "Werwolf vs. Frankenstein Reborn" hingegen verzichten.


Abgesehen vom Originaltrailer gilt das Verzichten auch für die Extras. Schön wäre ein Interview mit Charles Band gewesen, der dann genauer hätte erläutern können, warum er diesen Zusammenschnitt in Erwägung zog. Schlussendlich bleiben zumindest noch ein paar interessante Trailer aus dem Programm des Anbieters.

"Werwolf vs. Frankenstein Reborn" bietet "unfreiwillig" nette Unterhaltung durch seine primitive Machart. Besonders in geselliger Runde dürften die Billigversionen der klassischen Monster gut ankommen.
Ansonsten noch ein Rat an die Genrefans mit Kindern: Wie auch bei Interner Link"Monster Buster" haben Deutschlands Moralaposteln eine völlig hirnrissige Freigabe erteilt, die das eigentliche Zielpublikum völlig verfehlt. Daher liebe Eltern, den Film ansehen und wenn der Sprössling das 12. Lebensjahr vollendet hat und auch sonst keine Berührungsängste mit dem phantastischen Film hat, sollte er einen Blick riskieren können. Denn für genau dieses Publikum sind die Filme bzw. der Film gemacht. Technisch kann die Veröffentlichung von Movie Power hingegen nur wenig überzeugen.


Film+++---
Bild++----
Ton+++---
Bonus/-----


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