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USA 2002
Originaltitel:Dahmer
Länge:97:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:David Jacobson
Buch:David Jacobson, David Birke
Kamera:Chris Manley
Musik:Christina Agamanolis, Marianna Bernoski, Willow Wi
Darsteller:Jeremy Renner, Artel Kayàru, Matt Newton, Bruce Davison, Dion Basco, Kate Williamson
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:08.04.2003 (Verleih) / 03.07.2003 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (2:10 Min.)
  • Biografie Jeffrey Lionel Dahmer (7 Seiten)
  • Bildergalerie (15 Bilder)
  • Trailershow:
    • Ed Gein (1:44 Min.)
    • Dagon (1:54 Min.)
    • Legend Of Gingko (2:02 Min.)
    • Legend Of Gingko II (1:41 Min.)
Der junge Mann Jeffrey Dahmer arbeitet in einer Schokoladenfabrik und scheint auch sonst nicht auffällig zu sein. Doch hinter der biederen Fassade verbirgt sich ein kranker Geist, der von seinem sexuellen Trieb geleitet wird. Denn der in einer zersplitterten Famile aufgewachsene Jeffrey lockt junge Männer in seine Wohnung, um sie dort unter dem Vorwand, Fotos von ihnen schießen zu wollen, zu töten und sich an ihnen zu vergehen.
Dahmer gehört nicht unbedingt zu den Schrägsten aller Serienmörder, aber mit Sicherheit einer der interessantesten. Dem zum Tatzeitpunkt noch recht jungen Mann wird eine hohe Intelligenz zugeschrieben, was für diese kleine Personengruppe nicht ungewöhnlich ist. Gleichfalls hatte er aber seit frühester Kindheit mit Problemen im Elternhaus zu kämpfen: Seine psychisch labile Mutter war selten zugegen und auch seine Vater konnte sich auf Grund seines Berufs als Chemiker nicht sonderlich um seinen Sohn kümmern. Der oft Job bedingte Umzug der Familie und die daraus resultierende Schwierigkeit für Jeffrey, Freundschaften und Kontakte längerfristig zu knüpfen, sowie die frühe Scheidung seiner Eltern, machten ihn zum Außenseiter, der alsbald begann, sein Interesse für Chemie an Tierkadavern auszuleben.

Der Film "Dahmer", der keineswegs eine authentische Verfilmung des berühmten Schlächters sein möchte und dies schon im Vorspann erwähnt, lässt sich von der bestialischen Biografie nur wenig beeindrucken und zeigt den Killer Dahmer als Menschen, der den Zwang zu Töten für sich entdeckt, vorerst aber wie jeder normal erscheinende Mensch agiert und von seinem ersten Mord, der als eine Mischung aus Verzweiflungstat und Unfall dargestellt wird, sichtlich angewidert ist. Eine Entwicklung dieser Abart wird leider nicht gezeigt, da der Film nicht wirklich in chronologischer Reihenfolge des Lebens von Dahmer gezeigt wird -was ihn ein wenig zusammenhangslos erscheinen lässt-, sondern eher kurze Rückblicke wie die Ermordung seines ersten Opfers, einem trampenden Highschool-Jungen, der nach missglückten Annäherungsversuchen von Jeffrey niedergestreckt und später zerstückelt wird. Und genau diese Szene wird für die FSK18-Freigabe verantwortlich sein, andere blutige Details spart man sich und selbst in dieser einen Szene wird mit dem Gezeigten behutsam umgegangen. Ich möchte sagen: Wer darauf wartet, dass Dahmer seine Opfer in Großaufnahme auseinander nimmt, das Blut spritzen lässt, ihnen den Kopf anbohrt und das Loch mit Salzsäure füllt (ein Experiment, um sie zu willenlosen Lustobjekten zu machen) oder gar Leichenteile isst, was derart ja alles passiert sein soll, der wird schwer enttäuscht sein. "Dahmer" ist nichts für den Splatterhorror-Fan, sondern möchte eher eine Psychostudie des Serientriebtäters sein.
Dafür wird ein kurzer Abschnitt seines Lebens gezeigt (kurz vor seiner Verhaftung), wie er seine Opfer in Kaufhäusern und Bars antrifft, nach Hause abschleppt, von ihnen Fotos macht und sie dann per Schlafmittel versetzten Drink in seine Gewalt bringt. Der Hauptteil liegt auf den langen Gesprächen mit seinem letzten Fang, dem schwarzen Rodney, der mehr an einen zappeligen Jahrmarktsclown erinnert und der Unberechenbarkeit von Dahmer nur knapp entkommen kann. Die Dialoge wirken zwar ausgeklügelt, können den Zuschauer aber auf Grund der nur teilweise bei Laune halten. Dafür passiert rundherum einfach zu wenig. Schaurig wirken die Szenerien nach den leicht morbiden Momenten mit dem ersten Opfer keineswegs mehr, dagegen erzeugt die stark homoerotische Stimmung im Film doch ein unwohliges Gefühl, wenn Jeffrey beispielsweise in der Bar seine Opfer reihenweise in das Separee schleift, und sie in hektischen Zeitrafferaufnahmen vergewaltigt.

Insgesamt erscheint mir diese leicht fiktive Verfilmung des Lebens von Jeffrey Dahmer zu unausgegoren und unspektakulär, denn viele Aspekte werden in keinster Weise erwähnt oder angerissen: Seine Mutter wird nur in einer unbedeutenden Szene gezeigt und die kannibalistischen Aktivitäten von Dahmer werden genauso wie seine nekrophile Neigung gleich ganz ausgelassen, wodurch man letztendlich das Gefühl hat, ein unfertiges Produkt gesehen zu haben, sollte man sich vorher mit diesem Thema befasst haben.

"Dahmer" ist ja noch ganz frisch und erscheint daher in einem sauberen Bild, dass dem Zuschauer störende Defekte oder Verschmutzungen erspart. Die Farben wirken natürlich, ein kleines Manko sind da nur einige dunkle Szenen, in denen dieHelligkeit zu hoch angesetzt ist und damit ein leicht gräuliches Bild erscheint. Insgesamt ist die Ausleuchtung zu schwach und der gesamte Film ist düsterer, als es vermutlich vom Regisseur gewollt war. Je nach Szene kann ein minder starkes Rauschen oder auf hellen Flächen auch ein feines, deutlich sichtbares Rauschen auftreten, was die Kompression dann in eintretendes Blockrauschen umsetzt. Dafür wird man durch eine bis auf kleine Ausnahmen durchweg gute Schärfe belohnt.
Der deutsche Stereoton ist sehr gut verständlich und sehr klar, so dass es hier für einen Stereoton nichts auszusetzen gibt. Bei der englischen Variante erklingen die Stimmen etwas leiser und erscheinen mehr eingebettet in den Rest des Tones, aber auch hier sind differenzierte Hintergrundgeräusche und ein wohlklingender Score zu erwarten. Den Dolby Digital 5.1 Track hätte man sich bei dieser Veröffentlichung aber gerne sparen können, denn der Ton ist hier sehr centerlastig und aus den hinteren Boxen ertönt fast gar nichts.
In der Bonussektion dieser DVD findet sich der Trailer, eine umfangreiche Biografie von Dahmer, sowie eine selbstablaufende Slideshow, die per Fernbedienung geblättert werden kann. Unter "Weitere DVDs" befinden sich Trailer zu Interner Link"Ed Gein", ein weiteres Serientäter-Profil, Interner Link"Dagon" und Interner Link"The Legend Of Gingko" (Teil 1 und 2). Zwar ist das alles nicht sehr viel, aber die Aufmachung der Informationen sowie des Menüs ist sehr ansprechend.

Trotz sehr überzeugender darstellerische Leistung von Jeremy Renner (ab Dezember 2003 in Interner Link"S.W.A.T." zu sehen), der die smarte Bestie gekonnt umsetzt, die mehr Mensch ist, als man glauben könnte, erscheint "Dahmer" als unterproduzierter Psycho-Thriller, den ich mir spannender und handlungsreicher gewünscht hätte. Zu gute halten kann man ihm seine recht gute Synchronisation und die brauchbare Besetzung, die unbekannte, aber professionelle Gesichter präsentiert. Wahrscheinlich ist er gerade für Zuschauer geeignet, die abseits der reißerischen Metzel-Dokus über Verrückte einen Film suchen, der ein wenig tiefer geht als der brutale Schnitt eines Fleischmessers. Die DVD von e-m-s ist solide gemacht und bietet angemessene Bildqualität, wobei der Ton zwar von guter Qualität ist, der Mix aber hinter den Erwartungen zurückbleibt und auch das Bonusmaterial nicht sonderlich umfangreich ist.


Film+++---
Bild+++---
Ton++++--
Bonus+-----


Druckbare Version
News"Die Serial Killer Box" im April von e-m-s
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