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USA 1989
Originaltitel:Pet Sematary
Alternativtitel:Cimitero Vivente
aka. Pet Cemetery
aka. Simetierre
aka. Stephen King's Pet Sematary
Länge:98:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Mary Lambert
Buch:Stephen King
Kamera:Peter Stein
Musik:Elliot Goldenthal
SFX:David LeRoy Anderson, Lance Anderson u.a.
Darsteller:Dale Midkiff, Fred Gwynne, Denise Crosby, Brad Greenquist, Michael Lombard, Miko Hughes, Blaze Berdahl, Susan Blommaert, Mara Clark, Kavi Raz, Mary Louise Wilson, Andrew Hubatsek, Liz Davies, Stephen King
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (En), Dolby Digital 2.0 Surround (Deu, Fr, It, Spa), Dolby Digital 1.0 (Un)
Sprache:Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Ungarisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Isländisch, Italienisch, Kroatisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowenisch, Spanisch, Türkisch, Tschechisch, Ukrainisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:10.10.2002 (Kauf)
Specials:
  • Kapiteleinleger
Für die meisten Familien ist ein Umzug auch ein neuer Anfang. Doch für die Creeds könnte es der Anfang vom Ende sein. Denn in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich ein Ort, den Kinder aus ihren zerstörten Träumen errichtet haben: der Friedhof der Kuscheltiere. Es ist ein kleines Areal, auf dem sich ein versteckter indianischer Friedhof befindet. Dieser besitzt die Macht die Toten auferstehen zu lassen ...
Kaum eine King-Verfilmung hat die Gemüter so gespalten wie "Pet Sematary". Während die einen sie für ausgesprochen gelungen halten, wofür auch das starke Einspiel spricht, lehnen andere sie vollkommen ab als plakativ-vordergründige Bebilderung, unnötig blutig und dumm.



Ich persönlich stehe da mehr mit dem Roman auf Kriegsfuß, der psychisch ganz schön schwer zu verarbeiten ist und den ich als selbstquälerisch langgezogen empfinde, inclusive einer meines Erachtens vollkommen überflüssigen kapitellangen Fortführung der Geschichte, die sich als schöner Traum entpuppt. Trotzdem ein intensives Leseerlebnis.
Dass da der Film mit solcher Schwere nicht ganz mitkommt, war zu erwarten. Dennoch bemüht sich Mary Lambert um eine detailgenaue Umsetzung der Vorlage, kopiert die familiären Grundlagen und behält die meisten Plot-Ideen bei, wenn sie auch Judd Crandalls Frau komplett ausspart und die Figur des Victor Pascow als mahnenden Geist um der Unterhaltung und des Effekts Willen verstärkt.

Tatsächlich wirkt das mehrmalige Auftauchen des langsam verwesenden Pascow mehr wie eine humorige Erleichterung bei dem sonst tragisch-schweren Thema, doch findet sein Erscheinen immer eine erzählerische Grundlage und ist nie dem bloßen Witz untergeordnet. Allerdings ist dieses Drama auch harter Tobak: angefangen vom Tod eines geliebten Katers, dann eines Kindes mündet der Film in der zweiten Hälfte in eine schier nicht enden wollende Abfolge von Fehlentscheidungen, die stets die fatalstmöglichsten Folgen haben. Jedes Mal schlägt das Schicksal unbarmherzig zu, kommen Charaktere zu früh oder zu spät oder schlafen Figuren in den entscheidenden Augenblicken, bis es zu spät ist. Insofern funktioniert die Geschichte ziemlich gut.



Ebenso intensiv und spannend ist das Set Design. Angefangen bei der hypergefährlichen Autostraße vor dem Haus, genügt schon der extrem morbide Tierfriedhof fast allen Ansprüchen. Das kaum zugängliche Gelände dahinter, das schließlich zu dem verfluchten Indianerfriedhof führt, ist ebenso effektvoll und unheimlich in Szene gesetzt, wenn auch eher auf der akustischen Seite, denn man hört mehr Unerklärliches, als dass man etwas zu sehen bekommt.
Leider zollt der Film im Schlussdrittel den Gore-Erwartungen zu viel Tribut, indem er die Charaktere relativ unbedarft einem mörderischen Zweijährigen in das offene Rasiermesser laufen lässt. Kann man es im Fall Crandalls vielleicht noch ertragen, ist die Reaktion der Mutter schlichtweg dämlich (ohne lesbaren psychologischen Unterbau). Die schön eklige Schlussszene (meist gekürzt, es suppt so schön aus der Augenhöhle ...) rundet trotz des Effekts die Poesie der Vernichtung dieser Familie schön ab.

Womit der Film ebenfalls nicht leichtfertig umgeht, ist seine All-American-Family. Eigentlich ist keiner der Anwesenden hier so richtig supersüß-sympathisch, sondern hat seine individuellen Ecken und Kanten. Denise Crosby ist schon fast zu eckig und auch Dale Midkiff führt sich oft eher so auf, als sei er noch alleinstehend. Die daraus resultierenden Fehler aller Beteiligten sind jedoch in die Handlung gut integriert. Was man bei "Pet Sematary" damit aber nicht tut, ist das Einfühlen in die Charaktere. Nicht, dass sie uns komplett egal wären, doch die schiere Unausweichlichkeit eines bösen Schicksals übt hier die Faszination aus und weniger unser Fühlen mit den menschlichen Figuren. Hier fürchtet man nicht um eine Familie, hier möchte man ihnen stets nur zurufen, dass sie ihrem eigenen Untergang aus dem Weg gehen sollten. Das ist ungewöhnlich und von einer bizarren Gnadenlosigkeit, die sicher nicht jeden anspricht, für die ich aber dankbar bin.



Die DVD scheint mit mäßigen Bemühungen entstanden zu sein, die den Fan zwar zufriedenstellen könnten, aber auch zeigen, dass noch deutlich mehr möglich sein sollte. Zufrieden sein kann man erstmal mit der Schärfe, die an einigen Stellen (z.B. die erste Nahaufnahme von Fred Gwynne) sogar einen hervorragenden Eindruck hinterlässt. Überwiegend bleiben die Details zwar vorhanden, durchweg plastisch ist der Film aber keineswegs. Etwas mehr als alles andere stören mich die schwachen Farben, die dem Material nicht würdig sind, weil sie den Film sehr alt aussehen lassen. Viele Innenaufnahmen sind von dieser bräunlichen Ausbleichung betroffen. Auch das Hintergrundrauschen ist etwas zu aktiv und pumpt an einigen Stellen. Positiv ist die nur geringe Anzahl von Verschmutzungen, auch wenn bei einer richtigen Bearbeitung besser nix davon übrig geblieben wäre.

Während das Bild ganz in Ordnung ist für eine mittlerweile fast 7 Jahre alte DVD, ist der Ton etwas enttäuschend. Die deutsche Version hat zwar Dolby Surround abbekommen, die Leistung der Effekte entspricht dieser Bezeichnung aber nicht. Wie so oft bei älteren Filmen wird auch hier nur sehr leise ein zusätzliches, meist mittenlastiges Signal auf die hinteren Lautsprecher gelegt, was sich vom restlichen Ton nicht lösen kann. Dazu kommt, dass die gesamte deutsche Version ziemlich leise und kraftlos. Einen ganz anderen Eindruck bekommt man, wenn man den englischen Originalton einschaltet. Der wurde auf Dolby Digital 5.1 aufgebessert und zeigt bereits in den ersten Minuten die Möglichkeiten dieser Aufarbeitung. Sowohl die Dynamik kommt an einen richtigen Kinofilm heran, als auch die Surround-Einspielungen. Ein sehr schönes Beispiel ist der Truck, der klanglich über den Zuschauer hinwegfährt und so klingt, wie man es sich im Kino nur wünschen könnte. Da Paramount diese Scheibe nicht nur für den deutschen Markt produzierte, gibt es noch diverse andere Tonspuren und jede Menge Untertitel dazu.

Für meinen Geschmack ist "Friedhof der Kuscheltiere" eine der besten, weil ungemein ausweglose King-Verfilmung, die weder noch ihrer Vorlage sklavisch folgen muss, um die Geschichte korrekt zu erzählen, noch wilde inhaltliche Sprünge benötigt, weil sie auch so funktioniert.
Wer den Film gern auf einem digitalen Medium anschauen möchte, greift entweder bei einer der beiden DVDs zu, die sich lediglich beim Cover unterscheiden, oder wartet noch auf eine etwas angemessenere Fassung. In Sachen Bild und Ton lässt sich bestimmt noch etwas herausholen und das Nichtvorhandensein von Bonusmaterial stört etwas.


Film+++++-
Bild+++/--
Ton+++---
Bonus------


Druckbare Version
Friedhof der Kuscheltiere 2 (Widescreen Collection)
IMDb.com OFDb.de



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