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USA 2009
Originaltitel:Unborn, The
Länge:85:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:David S. Goyer
Buch:David S. Goyer
Kamera:James Hawkinson
Musik:Ramin Djawadi
SFX:K.N.B. Effects Group, Asylum VFX
Darsteller:Odette Yustman, Gary Oldman, Cam Gigandet, Meagan Good, Idris Elba, Jane Alexander, Atticus Shaffer, James Remar, Carla Gugino, C.S. Lee, Rhys Coiro, Michael Sassone, Ethan Cutkosky, Craig J. Harris
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2,5
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch, Litauisch, Bulgarisch, Estländisch, Ukrainisch, Rumänisch, Lettisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:13.08.2009 (Verleih) / 27.08.2009 (Kauf)
Specials:
Film-DVD
  • Trailer vor DVD-Start:
    • Duplicity (2:26 Min.)
    • The Boat That Rocked (1:36 Min.)
    • Fast & Furious (2:20 Min.)
    • State Of Play (2:25 Min.)
  • Unveröffentlichte Szenen (6:38 Min.)
Bonus-DVD
  • Criminal Intent - Verbrechen im Visier: Eiskalte Spur (42:03 Min.)
  • Psych: Mit einer Ausrede fängt es an (74:59 Min.)
  • Eureka: Am Ende der Zeit (80:35 Min.)
Casey Bell (Odette Yustman) hasst ihre Mutter dafür, dass diese sie in ihrer Kindheit verlassen hat. Erst als ein paar unerklärliche Dinge ihr Leben erschüttern, beginnt Casey zu verstehen, warum ihre Mutter damals verschwand ...
Verfolgt von grauenhaften Alpträumen und einem dämonischen Geist, der jeden bedroht, den Casey liebt, wendet sie sich an den einzigen Menschen, der diesem ein Ende setzen kann - den spirituellen Berater und Exorzisten Sendak (Gary Oldman).
Alles durcheinander zu werfen, führt nur zu Chaos, das gilt auch für Filme.
Eins dieser bunten Kuddelmuddel, bei dem verschiedene Stile wild durcheinander verrührt wurden, ist "The Unborn", der neueste Auswuchs des eigentlich recht angesehenen Drehbuchautoren David S. Goyer, der hier bemüht ist, den klassischen 70er-Jahre-Horror und die zielgruppenversierte Moderne unter einen Hut zu bringen, um doch damit zu scheitern.



Mehrfach durchläuft der Film eine inhaltliche Achsverschiebung, wenn die Studentin Casey sich mit einem Übergriff des Übernatürlichen herumschlagen muss. Zunächst plagen sie schlimme Träume von maskierten Hunden und im Laub begrabenen Föten, dann mündet das alles, wie es scheint, in einen gewissen Besessenheits- und Reinkarnationshorror aus dem Exorzistenkästchen, denn ihr im Mutterleib gestorbener Zwillingsbruder drängt auf eine Art von Wiedergeburt, was er durch zahlreiche überraschende Erscheinungen ankündigt.

Wenn man sich daran erst mal gewöhnt hat, nimmt die Story eine Wendung in den Bereich der schrecklichen Familiengeschichte aus alten Nazizeiten, um dann auf einmal Schlagseite zu bekommen, weil es nicht nur das Brüderchen, sondern ein übernatürlicher Totengeist ist, der auf sie abzielt.
Das geht also alles schön auf und ab wie eine Bergtour und der Zuschauer weiß nicht, wohin er sich zuerst wenden soll, denn gekleidet wird das alles in ein modernes Studentinnenförmchen, also ein schickes Girlie, das nicht nur in Bedrängnis, sondern auch noch enorm gutaussehend ist und einen ebensolchen Boyfriend hat, ganz zu schweigen von ihrer besten Freundin, die nicht nur farbig ist (ein gewisser Ausgleich muss sein), sondern auch noch ein loses Mundwerk hat (Flüche, spitzzüngige Bemerkungen, Grimassen).
Heraus kommt dabei ein Stilwirrwarr, das man gar nicht mehr gewöhnt ist, weil sonst ja eigentlich nur Konfektionsware produziert wird - insofern sollte man eigentlich dankbar sein.
Und ja, Goyer hat auch ein paar mehr als wirksame Schocks über den Film verteilt. Immer wieder glotzt das fiese Jenseitsbübelein aus Nachtschränken heraus und von Fotos herunter und so manch nächtlicher Traum von einer inzwischen verlassenen Nervenklinik wird durch ein paar fiese Erscheinungen extra dekoriert. Darüber hinaus krabbeln ständig irgendwelche ekligen Insekten durch die Visionen, für die es übrigens gar keine Erklärung gibt.
Aber alles in allem spürt man das Bemühen und noch deutlich, wo überall man den Käse zusammengeliehen hat.
Eine nächtliche Sequenz im Altersheim, zwar ausreichend horribel, hat man flugs aus Interner Link"The Grudge" und Interner Link"The Exorcist" zusammengeschmiedet, Rosemarys Baby winkt durchs Unterholz, ein Schmalfilm gemahnt an Interner Link"The Ring", das Blag an Interner Link"Das Omen" und am Ende schreitet Rabbi Gary Oldman (welch ein Casting!!!) zum patenten Teufelsaustreiben, modernerweise sogar multireligiös inszeniert.



Das alles zusammen ist einfach zu viel für TV-Serienschönheit Odette Yustman, die an ihre erste richtige Hauptrolle (nach Interner Link"Cloverfield") mit soviel gefühlsbetont-besorgtem Ernst rangeht, dass man es gar nicht anders verstehen kann, als als Hormonfixierung in knapper Unterwäsche, die sie dann auch ausgiebigst mit sich herumträgt, während der Dybbuk ständig mit Klopfzeichen verhindert, dass sie sich eventuell zudeckt.
Trotz rotziger Freundinnensprüche wird das alles dermaßen todernst angerührt, dass man sich das Lachen allein im ersten Drittel gar nicht so schnell verkneifen kann, denn Goyer stürzt den Zuschauer von Szene 1 an in die unheimlichsten Visionen und bemüht sich erst gar nicht, die Charaktere erst mal mit Leben zu erfüllen. Hauptsache, die Schreckquote ist erfüllt und darum muss er sich die wenigsten Sorgen machen.

Nur, dass für das Ende der Show niemandem etwas wirklich Originelles eingefallen ist. So schlingert man auf einen Höhepunkt zu, der irgendwie hastig und abgehackt und im Kontext des zuvor Gesehenen total unbefriedigend wirkt, ein kreischiges Tralala mit einem asthmatischen Schlussgag aus der Uralt-Okkult-Schublade. Dass sich Jane Alexander und Gary Oldman für diesen Käse hergegeben haben, ist verblüffend, wenn auch Letzterer offensichtlich mit einem Blick auf den Lohnscheck spielt.
Die Tricks sind allerdings mehr als passabel und wirken durchaus nach, wenn der Rahmen des Geschehens nicht so wirr und temporär albern wäre und einen ständig mit der Nase drauf stößt, wie unausgegoren das alles auf Papier geschmiert wurde. Wer also ein fein Mägdelein anschmachten möchte, kann das tun, für den Buh-Faktor sind die Pferde auch gesattelt, fehlt nur noch eine brauchbare Story, damit man sich das auch wirklich noch mal ansehen möchte. Nicht in Sicht? Schade! Pure Technik, verschenktes Potential.

Die mit bläulichen und dezent grünlichen Tönungen angereicherte Düsternis des Filmes macht einen sehr passenden, farbfreudigen Eindruck. Während der Handlungsszenen kommen dann Gelbfärbungen hinzu, die Stilisierung geht also auf Nummer sicher in Sachen Atmosphäre. Das Breitbildformat genügt den Ansprüchen an einen modernen Film auf DVD, denn die Fehlerfreiheit, das zu vernachlässigende Rauschen und die nicht auffällige Kompression gefallen ebenso wie die grundlegend ordentliche Schärfe. An dieser liegt es aber, das hier (und vermutlich auch auf dem HD-Medium) nicht mehr möglich ist: Auf Feinheiten muss man weitestgehend verzichten, die DVD erscheint etwas glatt geschliffen, weshalb es ihr nur in wenigen Szenen gelingt, eine herausstechende Plastizität zu erzeugen, die man allerdings heutzutage erwartet. Der Kontrast ermöglicht es dank einer bläulichen Einfärbung, dass man selbst in finsteren Innenräumen noch bestens die Figuren und Details im Hintergrund erkennen kann. Es sieht beinahe aus, als ob man Mondscheinlicht simulieren wollte, was für die durchregneten Filmnächte zwar nicht realistisch, aber zumindest optisch zweckdienlich ist.



Die Vertonung des Filmes hat mich richtig enttäuscht. Ich hab mehrfach die Einstellungen am Verstärker geprüft, um nicht einem technischen Fehler aufzufahren, aber offensichtlich sind die hinteren Boxen bei diesem Film in der deutschen Fassung zu fast nichts nütze. Normalerweise müssten die spannenden Momente oder zumindest die Musik auch aus den Rears tönen, aber dort tut sich beinah gar nichts. Im englischsprachigen Original wird es nur wenig besser, von einem 5.1-Ton kann man aber immer noch nicht sprechen. Dafür ist das gesamte Geschehen durchgängig zu frontlastig. Auch die Sprachwiedergabe ist nur mittelmäßig, weil die Stimmen zu sehr harmonisiert klingen. Ein wenig Bass und etwas Dynamik reißen die Wertung allerdings noch auf 3,5 Punkte hoch. Desweiteren werden die russische und türkische Sprachversion gleich mit auf der DVD angeboten, und Untertitel in insgesamt 10 Sprachen sind ebenfalls vertreten.

Das Bonusmaterial fällt sehr übersichtlich aus, denn es besteht aus 6 Minuten unveröffentlichem, deutsch untertitelbaren Material, das relativ unspektakulär ausfällt. Außerdem darf man sich nach Einlegen der DVD durch vier Trailer kämpfen. Unschön ist allerdings die Aneinanderreihung der besten Horror-Szenen des Filmes vor Eintritt ins Hauptmenu. Wofür soll man sich dann noch den Film anschauen, wenn man hier schon das Beste zu sehen bekommt? Die beiliegende Zusatz-DVD mit den Pilotfolgen von 3 TV-Serien ist zwar eigentlich nicht relevant für die Bewertung, kann aber trotzdem viel Spaß machen. "Criminal Intent" ist ein Ableger der beliebten "Law & Order"-Kriminalserie, die seit 1990 in mehreren Versionen über die Bildschirme flimmert. Hier geht es um einen sehr geschickten Detektiv, der brisante Straftaten in New York mithilfe seines Teams löst. Serien wie diese laufen mittlerweile zuhauf im TV, weswegen mich die aalglatte Ermittlungsarbeit bzw. die Inszenierung der vorangegangen Straftat nicht sonderlich vom Hocker reißt.
Ähnlich, aber doch erfrischend anders ist die 2006 gestartete Krimikomödie Interner Link"Psych", in der zwei langjährige Freunde der Polizei bei der Aufklärung von Fällen helfen. Shawn, einer der beiden Amateur-Detektive, wurde von seinem Vater, einem erfolgreichen Polizisten, darauf trainiert, sich innerhalb sehr kurzer Zeit sämtliche Details in seinem Blickwinkel zu merken. Das hilft, Dinge zu sehen, die die Polizei übersieht. Allerdings verstrickt sich Shawn gegenüber den Ermittlern, die seine Mittäterschaft vermuten, in Widersprüchen, weswegen er seine Gabe hinter vorgespielten, übernatürlichen Kräften versteckt, was natürlich nicht ewig geheim gehalten werden kann ...
Interner Link"Psych" ist witzig, sehr dynamisch, mit charismatischen Darstellern besetzt und allein der Figurenkonstellation wegen einen Blick wert. Es ist einfach schön mitzuerleben, wie Shawn und sein widerwillig mitspielender Kumpel Gus ihre Mitmenschen an der Nase herumführen und dabei doch Gutes tun.
Auch die letzte Serie ist einen Blick wert: "Eureka" zeigt einen Polizisten, der auf ein Mädchen acht geben muss. Auf seinem Weg durch eine Kleinstadt kommt er von der Straße ab und muss die folgenden Tage hier verbringen, bis sein Fahrzeug repariert ist. Allerdings merkt er, dass in diesem ländlichen Örtchen etwas ganz und gar nicht stimmt, denn die Bewohner benehmen sich allesamt etwas seltsam - kein Wunder, bei den unerklärlichen Vorfällen, die hier gerade passieren! Auch "Eureka" ist sehr kurzweilig, weil witzig gemacht. Die utopische Vision, die hier aufbereitet wird, parodiert zudem ein wenig das Science Fiction-Genre. Sehr sehenswert, zumindest im Piloten!


Film++----
Bild++++--
Ton+++/--
Bonus+-----


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