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USA, CAN 2001
Originaltitel:Who Is Cletis Tout?
Länge:88:27 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Chris Ver Wiel
Buch:Chris Ver Wiel
Kamera:Jerzy Zielinski
Musik:Randy Edelman, Jeremy Sweet
SFX:C.O.R.E. Digital Pictures
Darsteller:Christian Slater, Portia de Rossi, Tim Allen, Richard Dreyfuss, Billy Connolly, Peter MacNeill, Bill Macdonald, Richard Chevolleau, Elias Zarou, RuPaul, Joseph Scoren, Eugene Lipinski, Shawn Doyle, Louis Di Bianco, Tony Nappo, Tim Progosh, Danny Lima
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Originaltrailer (2:50 Min.)
  • Bildergalerie (2:33 Min.)
  • Bio- und Filmografien:
    • Christian Slater (11 Seiten)
    • Tim Allen (8 Seiten)
    • Richard Dreyfuss
    • Portia De Rossi
    • Richard Dreyfuss (8 Seiten)
    • Portia De Rossi (5 Seiten)
  • Weitere DVDs:
    • New Police Story (1:59 Min.)
    • Elevenfourteen (1:30 Min.)
    • The Machinist (0:54 Min.)
    • Old Men In New Cars (1:59 Min.)
    • Cowgirl (2:15 Min.)
    • Desolation (1:53 Min.)
    • Evil (1:36 Min.)
    • El Cid (2:14 Min.)
Der Sträfling Trevor Finch, Spezialist in Urkundenfälschung, trifft auf den wohl mit abstand besten Juwelier-Dieb Micah. Zusammen schaffen es die beiden aus dem Knast zu entfliehen. Ihr Ziel sind ein Haufen Diamanten, die Micah bei einem früheren Raubüberfall in einem geheimen Versteck hinterlegt hat. Um kein Aufsehen zu erregen, nehmen die beiden eine neue Identität an. Micah ist von nun an Marcel Zavoya und Finch heißt von nun an Cletis Tout. Unglücklicherweise weiß Finch nichts von der Vergangenheit dieser Person. Cletis Tout war Fotograf, der sich seinen Lebensunterhalt mit Fotografien von Personen, die im öffentlichen Leben standen finanzierte. So gelang ihm eines Abends Videoaufnahmen eines Mordes, an einer Prostituierten zu machen. Da die Mafia hinter diesem Mord steckte, wurde Tout kurz darauf auf dem Weg geräumt. Nun beginnt eine erneute Jagd auf Cletis Tout...
"Früher war alles besser!" Diesen Spruch dürfte wohl einer der am meisten gesprochenen Sätze der älteren Generationen sein. Ob das wirklich immer zutreffend ist, mag zwar dahingestellt sein, doch zumindest in einer Kategorie ist sich vor allem eine Gruppe von Menschen ziemlich sicher. Die Sprache ist natürlich von Cineasten und ihrem Lieblingshobby dem Film. Zwar können sich die meisten Filmfreaks auch heutzutage noch gut unterhalten lassen, doch die schönen alten Streifen haben größtenteils doch noch den Charme, den die meisten Filme von heute sträflich vermissen lassen. So auch "Cletis Tout: Tot oder lebendig". Eigentlich als eine Kriminal-Hommage an gute alte Filmzeiten gedacht, entpuppt sich der (in den USA böse gefloppte) Streifen, leider viel zu schnell als Kriminalklamotte für zwischendurch, bei der nur die Darsteller stimmen.


In "Who Is Cletis Tout?" geht es um einen Kleinganoven namens Finch, der eines Tages an den Profikiller Critical Jim gerät, der ein großer Filmfreak ist. Dieser ist eigentlich beauftragt den Mafiagesuchten Cletis Tout zu töten, als dessen sich Finch seit kurzem überall ausgibt. Um sich vor dem sicheren Tod zu bewahren, erzählt Finch nun Jim eine filmreife Geschichte, wie er zu seinem gefährlichen Pseudonym gekommen ist und von dem großen Diamantenclou, den er mit seinem Partner Micah Donnelly und dessen Tochter durchziehen wollte. Und Filmfreak Jim hört gespannt zu und mischt sicher auch immer wieder, mit seinen ganz eigenen Ideen, in das Geschehen ein ...


Eigentlich klingt das Ganze auf dem ersten Blick nach einer recht netten Filmkomödie, die durchaus das Zeug dazu hätte, als zitatenreiche Filmhommage durchzugehen. Dazu ist die Idee mit der Verstrickung zweier unterschiedlicher Handlungsstränge durchaus geeignet und in den ersten Minuten ist die Liebe zum Medium Film auch durchaus spürbar. Leider verrennt sich das Treiben aber schon nach kurzer Zeit in eine völlig zerfaserte Handlung, die leider keinerlei Gespür dafür besitzt, Logik oder Tiefgang zu besitzen und viel zu schnell die Ereignisse überschlagen lässt. Und somit macht sich, nach dem starken Start, viel zu schnell Langeweile breit.


Des Weiteren kann man auch die Zitierung einzelner Filmklassiker als nicht sonderlich gelungen bezeichnen. Zwar sind die Zitate äußerst zahlreich und gehören größtenteils auch wirklich zum Besten vom Besten Marke Hollywood, doch meist beschränken sich die Zitate nur auf die Dialoge, die danach noch einmal hübsch brav vom gerade sprechenden Charakter zum jeweiligen Film plus dazugehörigem Produktionsstudio zugeordnet werden. Clevere Überspielungen ganzer Filmszenen in "Cletis Tout" werden dabei leider fast völlig außen vor gelassen bzw. bleiben zu oberflächlich, abgesehen vielleicht vom Schluss, in dem man einer Figur dabei zusieht, wie sie durch den Regen schlendert und "Singin' In The Rain" von Gene Kelly schmettert und der Ausbruchsszene, die ein wenig an "Gesprengte Ketten" erinnert. Da hätte doch durchaus mehr kommen können.


Und auch fernab der Zitatfreudigkeit kann der Streifen nur selten überzeugen. Die Gags sind größtenteils lauwarm und ringen dem Zuschauer höchstens ab und an ein Schmunzeln ab. Der Kriminalpart ist, durch das zerfahrene Treiben, meist auch nicht sonderlich spannend und von einer gewissen Atmosphäre kann ebenfalls kaum die Rede sein. Zudem geht einem auch der recht unglaubwürdig geratene Liebespart gegen den Strich und die süffig-kitschige Musik gibt den meisten Szenen dann den Rest. Somit wurde hier zwar viel Liebe in alte Filme gesteckt, doch dabei vollkommen vergessen, mit genauso viel Liebe den eigentlichen Inhalt umzusetzen.


Richtig überzeugen können allerdings die Darsteller, die hier wirklich aus einer exzellenten Riege an Schauspielern besteht. Als Erstes hätten wir da Christian Slater, der hier auf richtig nette Art und Weise, den Kleinganoven Finch spielt und das auch durchaus überzeugend hinbekommt. Dann Tim Allen (leider wieder mit Mel Gibsons Synchronstimme), der den Part des filmverliebten Profikillers ebenfalls super zu Schau stellt. Des weiteren Richard Dreyfuss, der allerdings etwas zu kurz kommt und eine, wie immer, mehr als bezaubernde Portia de Rossi, der man wirklich nur für jede ihrer Szenen danken kann. Durch dieses wirkliche grandiose Quartett schafft es der Streifen dann doch noch knapp in den Durchschnittsbereich.


Das Bild der DVD ist nahezu perfekt, auch wenn man als Technikfreak immer wieder ein paar kurze Szenen entdeckt, die dieses Urteil nicht unbedingt zulassen. So sorgt das Rauschen mal etwas mehr, mal etwas weniger, aber im Mittel doch erkennbar für zusätzliche Bildbewegung und für ein paar Augenblicke findet man darin Verschmutzungen wieder, obwohl man diese sonst völlig ausschließen kann. Die Schärfe ist nahezu unbeeindruckt und hervorragend ausgeprägt. Die Vorlage war wohl sehr detailreich, was die Kompression auch adäquat wiedergibt, so dass hier keine Nachbearbeitung deutlich wird, die für etwas künstliche Plastizität sorgen könnte. Auch Farben und Kontrast befinden sich stets auf hohem Niveau. Das ergibt knapp 5 Punkte, auch wenn man in ein paar Szenen sogar mehrfach aufeinander folgend einen Master-Fehler entdecken kann, der ein undefinierbares Detail zum Aufflackern bringt.


Viele Möglichkeiten, Effekte zu platzieren, gibt es nicht, weswegen der Score dafür da ist, die hinteren Lautsprecher zu beschäftigen. Der Klang ist anfangs ziemlich klar, besitzt eine gesunde Portion Dynamik und zeigt stellenweise, dass er aufbrausend sein kann. Später, nach etwa einer Stunde, fällt mir dann auf, dass neben dem Tonhöhenunterschied zur Originalversion, sich die deutsche Spur rapide verschlechtert hat und die Musik stark gedrungen klingt. Es hört sich stellenweise so an, als ob ein Filter über dem Ton liegt, der die Stimmen von seiner Wirkung zwar ausschließt, aber den guten Eindruck von vorher völlig zunichte macht. Auch der Surround-Anteil verschwindet nun, als ob hier ein Master-Fehler vorliegen würde. Das Umschalten auf den O-Ton, den man mit deutschen Untertiteln anschauen kann, ist dann fast so, als ob man die Watte aus den Ohren nimmt und dem dünnen, mittenlastigen Klang den oberen und unteren Frequenzbereich zurückgibt. Deswegen auch nur 3 Punkte, obwohl es anfangs besser ist.

Vielleicht weil es keine anderen Extras gab, hat e-m-s vier Darstellerbiografien aufgestellt und den Trailer dazugepackt. Interviews wären hier interessant gewesen, bei allen vier Hauptdarstellern.


Alles in allem wurde hier eine schöne Idee mächtig verhunzt. Mag eine zitatenreiche Hommage an die guten alten Filmzeiten auch noch so löblich sein, so kann sie unterm Strich nicht überzeugen, wenn nur hin und wieder einzelne Dialogphrasen aus bekannten Filmen zitiert werden und sonstige Verbeugungen (nahezu) völlig außen vor bzw. zu oberflächlich bleiben. Zudem kann auch der eigentliche Film nicht überzeugen, da das Drehbuch doch sehr zerfasert ist, die Gags nur lauwarme Schmunzelware bieten und der Kriminalpart einen eher ermüdet als zum Schwitzen bringt. Gold wert ist hier leider wirklich nur das brillante Schauspieler-Quartett Slater, Allen, Dreyfuss, Di Rossi, die den sonst eher müden Streifen so wenigstens ins (knappe) Mittelfeld katapultieren. Dennoch, alles in allem maximal ein Filmhäppchen für zwischendurch, das weder als Hommage noch als eigenständiger Film überzeugen kann. Schade!


Film+++---
Bild+++++-
Ton+++---
Bonus+-----


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