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FR, IT, TR 1982
Originaltitel:Mondo di Yor, Il
Alternativtitel:World of Yor, The
aka. Yor, der Retter der Zukunft
aka. Yor, le chasseur du futur
aka. Yor, the Hunter from the Future
aka. Yor - Einer gegen das Imperium
Länge:85:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Antonio Margheriti
Buch:Robert D. Bailey , Antonio Margheriti (als Anthony M. Dawson)
Kamera:Marcello Masciocchi
Musik:John Scott
SFX:Antonella Margheriti, Antonio Margheriti, Edoardo Margheriti
Darsteller:Reb Brown, Corinne Cléry, John Steiner, Carole André, Luciano Pigozzi, Ayshe Gul, Aytekin Akkaya, Marina Rocchi, Sergio Nicolai, Ludovico Della Jojo, Adrian Akdemir, Herent Akdemir
Vertrieb:'84 Entertainment / VZM
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,85:1
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Stereo
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Mediabook
DVD-Start:19.09.2013 (Kauf)
Specials:
  • 12-seitiges Booklet
  • US-Trailer (1:09 Min.)
  • Deutscher Video-Trailer [2:49 Min.)
  • Deutsche Kinofassung [83:28 Min.)
  • Slideshow (2:44 Min.)
  • Trailer: "Conquest" (2:44 Min.)
Das Leben als vorsteinzeitlicher Abenteurer und Held könnte so schön sein. Blond, braungebrannt, unbekümmert und immer mit einem doofen Grinsen auf den Lippen stapft Yor durch die Botanik und ist immer in der richtigen Zeit zur Stelle. So hilft er auch der holden Ka-Laa und deren Ziehvater Pag aus der Presche, als diese von einem schlecht gelaunten Dino bedroht werden. Doch kaum ist das Vieh erlegt erfährt man auch schon, dass Yor von der Frage beschäftigt wird, woher er eigentlich kommt. Einzig und allein ein übergroßes, krasses Blingbling-Goldstück um seinen Hals ist ein kleiner Hinweis auf Yors Herkunft. Als am Abend der Stamm von Ka-Laa und Pag bei Feierlichkeiten von blau angemalten Höhlenbewohnern angegriffen wird, dieser alles und jeden bis auf die Frauen - diese werden nämlich verschleppt - niedermetzelt, beginnt für Yor ein gefährliches Abenteuer, bei dem er allerhand übellaunige Bewohner verkloppen, Dinos auseinandernehmen, Frauen schöne Augen machen, Ka-Laa aus so manch brenzliger Situation, weiterhin doof durch die Gegend grinsen und vor allem etwas über seine Vergangenheit erfahren darf. Diese ist nämlich weitaus technisierter und hat was mit den "Göttern in ihren Feuergefährten" zu tun ...
Wo irgendwo ein erfolgreicher Film in den Kinos gelaufen ist, waren wenig später auch unsere filmmachenden Freunde aus Italien zur Stelle. Kein Filmtrend, den sie nicht gewinnbringend ausgeschlachtet hätten und damit allerdings auch einige mal mehr, mal weniger gute Streifen zur Welt gebracht haben. Mit "Einer gegen das Imperium" schießen die freundlichen Mediterraner allerdings klammheimlich den Vogel ab. Im Entstehungsjahr kehrten die Interner LinkJedi-Ritter zurück und ein Jahr vorher machte Arnold Schwarzenegger als muskelbepackter Barbar Interner LinkConan eine recht ansehnliche Figur auf der Leinwand. Nun war in Italien das Geld entweder recht knapp oder aber der Wahnwitz ausgesprochen hoch, um dann sowas wie diese Schwarte zu machen. Man erkennt wohl schon durch die vorangegangenen Sätze, das man es hier mit einer irrwitzigen Mischung aus Interner Link"Star Wars" und Barbarenfilmchen, die nach dem Interner Link"Conan"-Erfolg recht beliebt waren, zu tun hat.



Über die Zielgerade wurde das Werk von Antonio Margheriti gebracht, der mit seinem Pseudonym Anthony M. Dawson noch etwas bekannter ist. Dawson, leider schon verstorben, hat so einige Klassiker auf dem Konto wie zum Beispiel den harten Kriegsactioner Interner Link"Jäger der Apokalypse" oder den wirklich schönen und beachtlichen Gothic-Horror Interner Link"Das Schloss des Grauens". Und mit seinem Versuch einen Kannibalenfilm abzuliefern, Interner Link"Asphalt-Kannibalen", merkt man, dass Margheriti, der zwar schon fast jedes Genre bedient hat, am liebsten in der Actionecke zu Hause war. Auch in seinem "Einer gegen das Imperium" gibt es daher viel Haudrauf zu begutachten, was zwar einerseits keine Langeweile aufkommen lässt, dem Film aber auch nicht wirklich gut tut.



Man merkt schnell, dass die Geschiche sowieso nur flottes Beiwerk darstellt, um Reb Brown als Yor einige Abenteuer zu bestehen zu lassen. Das ganze ist allerdings viel zu episodisch aufgebaut, so dass ein richtiger Erzählstrang bzw. -fluss nicht wirklich aufkommen mag. Fahrig wirkt das, was Dawson da abgeliefert hat. Einerseits unterhält es zwar gut durch einen nicht zu unterschätzenden Trashfaktor, doch der finale Funke möchte einfach nicht auf den Zuschauer überspringen. Erst spät gewinnt der Film an Fahrt, wenn Yor endlich etwas über seine Herkunft erfährt und auch das titelgebende "Imperium" seinen Auftritt hat.

Gerade hier ist dann wieder die italienische Unbekümmertheit, verschiedene Stoffe zu einem zu vermischen und vor allem offensichtlich von großen Vorbildern abzukupfern, zu spüren und zu sehen. Schon alleine die Cyborgs des "Großen", dem Herrscher des Imperiums, relativ lasch von Kultdarsteller John Steiner ("Caligula") dargestellt, lassen einem da vor lauter Dreistigkeit die Kinnlade aufklappen. Wie die Lack-und-Leder-Variante eines Darth Vaders der sich mit seinen Stormtroopers gepaart hat, stapfen diese durch die Filmkulisse und machen Jagd auf die Protagonisten. Mit billigsten Tricks hetzt dabei Margheriti seine Darsteller durch die Handlung, bekommt es allerdings hin, das ganze mit dem nötigen Charme auszustatten, dass der Film nicht in die "Übertrash"-Schublade eingeordnet werden muss. Trash ist und bleibt "Einer gegen das Imperium" zwar schon, allerdings eher mit gewissen Unterhaltungsgrad ausgestattet. Wäre die Story etwas runder und flotter erzählt und würde nicht allzu episodisch ausfallen, wäre es sogar noch vergnüglicher. So bleibt die Saga um Yor und Co. ein eher durchschnittliches Vergnügen.



Die vorliegende Langfassung wird im anamorph kodierten Bildformat von 1,85:1 präsentiert und bietet eine gehobene Schärfe mit einer ausgesprochen guten Detailwiedergabe. Diese trumpft besonders in Nahaufnahmen auf und hebt den Schauwert des Films. Aufgrund der sauberen Konturen wirkt das Bild selbst in Totalen niemals schwammig oder unscharf, neigt weder zu Kantenflimmern noch zu Bewegungsunschärfen. Der Kontrast arbeitet helle und dunkle Bildbereich vorbildlich aus, zeichnet einen soliden Schwarzwert und gerät lediglich in extrem dunklen Szenen leicht ins Schleudern. Die Farbdarstellung fällt satt und natürlich aus und unterstreicht den positiven Eindruck des Bildes. Störungen oder Helligkeitsschwankungen sind kaum auszumachen. Nur die Kompression hinterlässt mit ein paar unschönen Ausrutschern auf homogenen Flächen einen suboptimalen Eindruck. Dies dürfte daran liegen, dass man im Bonusbereich noch die alte deutsche Kinofassung anwählen kann. Eine Bonus-DVD wäre in diesem Fall die bessere Lösung gewesen.


Die deutsche Synchronisation wurde etwas aufbereitet und in Stereo aufgespielt. Die Stimmen sind gut zu verstehen, wobei die Höhen etwas beschnitten klingen und der Ton insgesamt zu dünn und leicht dumpf wirkt. Gerade in den Actionszenen bemerkt man die schlechte Abgrenzung zwischen Dialogen, Musik und Nebengeräuschen. Dafür gibt sich der deutsche Ton angenehm rauscharm und leistet sich auch sonst keine groben Fehler.
Um die englische Synchronfassung steht es deutlich schlechter. Die Unsauberkeiten im Hochtonbereich sind beim Stereo-Mix noch das geringste Problem. Vielmehr klingt die gesamte Tonspur kratzig und übersteuert in allen Belangen. Die sterile Synchronisation kann nicht eine Sekunde überzeugen, und die Verständlichkeit in den Dialogen ist nicht durchweg gewährleistet. Hier bleibt die deutsche Version die erste Wahl, wobei die damals nicht synchronisierten Stelle in Englisch mit deutschen Untertiteln vorliegen. Separat anwählbare Untertitel gibt es nicht.

Der Bonusbereich enthält noch die alte deutsche Kinofassung in äußerst schlechter Qualität sowie einen deutschen und englischen Trailer. Dem Käufer wird zudem eine Bildergalerie und ein Trailer zum Fulci-Klassiker Interner Link"Conquest" geboten.


"Einer gegen das Imperium" ist ein spaßiges Trash-Vehikel, wie es nur die Italiener fabrizieren können. Blut fließt keines, weswegen der Titel heute locker mit einer Freigabe ab 12 Jahren durchgewunken werden könnte. '84 Entertainment veröffentlicht die Langfassung des eigentlich als TV-Serie produzierten Filmes in ansprechender Qualität. Das wertige und auf 500 Stück limitierte Mediabook beinhaltet noch ein 12-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film. Fans italienischer Plagiate und vor allem von Antonio Margheriti dürfen hier bedenkenlos zugreifen.


Film+++---
Bild++++--
Ton++/---
Bonus++----


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