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UK, USA 1967
Originaltitel:Fearless Vampire Killers, The
Alternativtitel:The Fearless Vampire Killers or Pardon Me, But Your Teeth Are in My Neck
aka. Tanz der Vampire, Der
aka. Dance of the Vampires
Länge:103:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Roman Polanski
Buch:Roman Polanski, Gérard Brach
Kamera:Douglas Slocombe
Musik:Krzysztof Komeda
Darsteller:Jack MacGowran, Roman Polanski, Jessie Robins, Sharon Tate, Ferdy Mayne, Iain Quarrier, Alfie Bass, Terry Downes, Fiona Lewis, Ronald Lacey, Sydney Bromley
Vertrieb:Warner
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.40:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 1.0
Sprache:Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel:Deutsch, Englisch, Spanisch, Polnisch, Hebräisch, Griechisch, Schwedisch, Ungarisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Specials:
  • Original-Dokumentation: "Tanz der Vampire - Vampires 101" (10:20 Min.)
  • USA-Kinotrailer (2:08 Min.)
Der schusselige Professor Abronsius (Jack MacGowran) und sein tollpatschiger Assistent Alfred (Roman Polanski) gehen in den Karpaten auf die Jagd nach dem legendären Vampir Graf Krolok (Ferdy Mayne). Bereits in ihrer eingeschneiten Herberge kommen sie in Kontakt mit den Taten der Blutsauger und müssen feststellen, dass die Verbreitung dieser seltenen Spezis hier viel größer ist als vorerst angenommen. Der Graf lädt die beiden herzlich auf sein Schloss ein, doch nur mit dem Hintergedanken, die beiden als Delikatesse den Gästen der anberaumten Vampir-Gala präsentieren zu können.
Polanskis weltberühmter Vampirfilm ist weniger eine komische Auseinandersetzung mit dem Vampirfilm, wie immer gern behauptet wird und deswegen auch keine Vampirfilmparodie, sondern mehr eine Hommage an den klassischen Slapstick berühmter Stummfilmkomiker wie Laurel und Hardy und sogar Chaplin, die bis ins schönste Detail ausgefeilt ist. Polanski interessiert sich nämlich nicht für den Mythos, sondern setzt seine Gesetzmäßigkeiten einfach voraus, um eine Plattform für seine Handlung zu haben. So finden sich auch keinerlei Anleihen bei Klassikern wie Interner Link"Dracula", sondern er erschafft vor der Kulisse Transsylvaniens seine ureigenste Fassung.


Und die ist so simpel wie effektiv, wenn ein im Vampirismus bewanderter, leicht trotteliger Mummelprofessor und sein furchtsamer tollpatschiger Assistent in einem Dorf in den Karpaten einfallen, um dort den Vampiren auf die Spur zu kommen, wobei sie auf dem Schloss der Familie Krolok schließlich in einen Ball der Blutsauger platzen, weil sie die Tochter ihres Wirts retten wollen.


Der Film bietet einen sehr in sich geschlossenen Kosmos, da die Handlung ausschließlich auf den Gasthof, die verschneite Wildnis drumrum und das Schloss der Kroloks beschränkt bleibt. Auch bietet das Script keine wirklich runde Geschichte an, sondern präsentiert das Geschehen als eine Art wichtiger Episode, ein Kapitelchen, das sich zu erzählen lohnt. Dabei geht es weder um Aufklärung oder Grusel, weder um Spannung noch um das Erreichen des Ziels. Polanski hat einfach Freude an seinen skurrilen Figuren und ihren erfolglosen Bemühungen, die Vampire aufzuhalten.
So ist denn der Aufenthalt in der Herberge eine schier endlose burleske Verfolgungsjagd, komplett mit nackten Damen in Wannen, dicken Frauen mit Nudelhölzern, Tür-auf-und Tür-zu-Gerenne, misslungenen Schlägereien und diversen Slapstickunfällen, zumeist zu Lasten unserer Helden.
Nach einer ebenfalls reichlich dilettantischen Verfolgungsjagd im Schnee, geht die Rennerei im Vampir-Schloss dann weiter, ganz gemäß klassischer Vorbilder. Ambronsius Steckenbleiben in einem Gruftfenster ist reinstes Laurel und Hardy, während Jagdszenen mit dem schwulen Vampirsohn in die Gründungstage der Filmkomödie zurückreichen. Verstärkt setzt Polanski dabei auf beinahe stumme Sequenzen, in denen nur Keuchen oder Poltern zu hören ist, eine weitere Referenz an das "Golden Age of Comedy".


Bisweilen mischt sich zwar eine modernere Note in das Geschehen, wenn Ambronsius über Fledermäuse doziert und sich zum Affen macht, der Vampirsohn Alfred Avancen macht oder der Gastwirt sich um seinen Schlafplatz streiten muss, weil das glöcknerhafte Faktotum ihm keinen Platz in der Gruft gönnte, doch das sind eher Fußnoten in einem sonst hervorragenden Zusammenspiel. Jack McGowran ist ein wunderbar mummeliger Professor, während Polanski als schussliger Alfred durchaus eine gute Figur macht. Hoheitlich Ferdy Maynes Graf Krolok und Alfie Bass' "Shagal", der Gastwirt, reißt fast jede Szene an sich. Sharon Tate ist hübsch anzusehen, wirkt aber in ihrer der sonst albernen Handlung in ihrer entrückten Rolle seltsam deplatziert.


Wunderbar auch der schwebende, klagende Score, der über dem Geschehen und bisweilen in eine muntere Verfolgungsjagdmusik übergeht, aber stets zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Eine "verloren" wirkende Musik, die in der verschneiten Einöde wie die Faust aufs Auge passt und das einzige wirklich gruselige Element bietet. Ein Schmankerl nebenbei der gezeichnete Vorspann mit einem fliegenden bzw. rinnenden Blutstropfen. Ebenfalls bemerkenswert, die bisweilen kristallklaren Bilder mit ihren knalligen Farben, die detailgetreue Ausstattung und viel Liebe für kleine Extras.


Dem Genörgel über das Bild dieser DVD kann ich mich nicht so recht anschließen. Klar, es wäre schön gewesen, wenn man das Bild gänzlich von weißen Kratzern befreit hätte. Diese fallen nämlich spätestens nach 10 Minuten ziemlich deutlich auf. Ansonsten ist das Ergebnis aber gut, was vor allem die meist gute Detailschärfe angeht. Schließlich muss man sich das Produktionsjahr von 1967 vor Augen halten und dafür ist das Geschehen schon sehr klar strukturiert. Einige Außenaufnahmen sind sogar so knackig und frisch, dass man das Alter des Materials kaum glauben kann, wenn auch einige Kanten Doppelkonturen durch eine Nachschärfung tragen. Also kein Auslaufen der Farben, ab und zu nur verschmerzbare Unschärfen, ein annehmlicher Kontrast, der manchmal etwas ins Gräuliche abdriftet und abgesehen von Punktdefekten ein ausgeglichen sauberes Bild. Dann fallen aber wieder Szenen auf, in denen das Bild stark rauscht, etwas pumpt und die Kompression durch Blockrauschen auf den Plan tritt, wo eine Restauration gut getan hätte. Die Farbgebung passt sich dem winterlich frostigen Setting durch kühle Farbgebung na, starke Rottöne sind dabei aber nicht ausgeschlossen. Somit ein guter Transfer, aus dem sich noch einiges herausholen lässt.


Der Ton steht in 3 Sprachen jeweils als einkanaliger Monoton zur Anwahl, zu dem sich wieder mal eine Menge Untertitel hinzuschalten lassen, u.a. Deutsch für Hörgeschädigte. Der deutsche Ton und das Original sind beide sehr leise, so dass man die Anlage über die Norm aufdrehen muss, um dem Film etwas verständlicher zu machen. Dann merkt man aber auch deutlich, dass sich die Grundlage des Tones ein hörbares Rauschen ist. Leichtes Knistern, Knacksen, auch mal ein paar Tonaussetzer, ein schmales Frequenzband, verkratzte, alte Dialoge - alles Dinge, die man sich nicht gerade gewünscht hat. Zumindest noch besser als der lautere, aber wesentlich verstörtere spanische Ton.


Wegen dem Bonusmaterial wird sich sicherlich niemand diese DVD kaufen, denn genau wie auf der US-DVD gibt es neben dem Trailer nur einen 10minütigen Promotionfilm, der aber ziemlich lustig ausfällt. Ein "anerkannter Professor" für Vampirkunde führt die Zuschauer hierbei in die schrille Welt der Vampire ein und gibt Auskünfte, wie man sich gegen die Blutsauger schützen und zur Wehr setzen kann. Zwischendrin wird ein Ausschnitt aus dem mit Comicgeräuschen auf Slapstick getrimmten Trailer zu sehen.


Wenn es etwas zu bemängeln gibt, sind das ein paar extrem billige Rück-Pros bei der finalen Verfolgungsjagd im Schnee und die schwächelnde Synchronisation, die einigen Gags und den wunderbaren Dialekten leider den Garaus macht. Wen allerdings Hauptdarsteller, die nun gar nichts hinbekommen, nerven, sollte diesen Klassiker tunlichst meiden. Alle übrigen dürfen sich auf einen vergnüglichen Streifen freuen mit vielen kleinen, witzigen Stellen (die dankbarerweise nicht nacherzählt werden können, sondern die man sehen muss), der filmhistorisch gesehen sicherlich eine Ausnahmestellung einnimmt. Da für mich beides zutrifft, ingesamt 5/6.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+-----
Bonus+-----


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Tanz der Vampire
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