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UK, CAN, USA 1986
Originaltitel:Fly, The
Alternativtitel:Mouche, La
Länge:91:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:David Cronenberg
Buch:George Langelaan, Charles Edward Pogue, David Cronenberg
Kamera:Mark Irwin
Musik:Howard Shore
SFX:Chris Walas Inc., Intrigue
Darsteller:Jeff Goldblum, Geena Davis, John Getz, Joy Boushel, Leslie Carlson, George Chuvalo, Michael Copeman, David Cronenberg, Carol Lazare, Shawn Hewitt
Vertrieb:20th Century Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase im Pappschuber
DVD-Start:23.01.2006 (Kauf)
Specials:
  • 10seitiges Booklet
Disc 1:
  • Audiokommentar von David Cronenberg
Disc 2:
  • Dokumentationen:
    • Furcht vor dem Fleisch: Making of "Die Fliege" (136:00 Min.)
    • Verzweigungsclips:
      • Radikaler Aufbruch (1:14 Min.)
      • Der Aufstieg des Marketing (0:57 Min.)
      • Wer möchte sterben? (1:39 Min.)
      • Alles, was man braucht, ist leidenschaftliche Hingabe (0:54 Min.)
      • Cronenbergs Vorbereitungen (0:40 Min.)
      • Zu Cronenbergs Filmen (3:55 Min.)
      • Cronenberg als Gynäkologe (1:00 Min.)
      • Cronenberg als Regisseur (2:46 Min.)
      • Über die Jury von Cannes (2:05 Min.)
      • Carol Spiers: Aufmerksamkeit für Details (0:53 Min.)
      • Es dauert, bis man die "Pampe" verteilt hat (0:46 Min.)
      • Glasbruchtest (1:51 Min.)
      • Scotch & Rasierklingen (3:18 Min.)
      • Das Ende des Drehbuchs nach Pogue (1:08 Min.)
      • Die Oscar-Auszeichnung (0:55 Min.)
      • Die letzte Zusammenarbeit (0:48 Min.)
      • Verfolgt von der Fliege (1:37 Min.)
    • Das Brundle Museum für Naturgeschichte (11:51 Min.)
  • Entfernte Szenen:
    • Zweites Interview (1:39 Min.)
    • Affenkatze plus Storyboard & Drehbuch (17 Seiten, 6:42 Min.)
    • Brundlefliege gegen Baglady (3 Texttafeln)
    • Schmetterlingsbaby (2:21 Min.)
    • Erweiterte Szene: Versöhnung (1:55 Min.)
    • Erweiterte Szene: Die Poesie des Steaks (3:31 Min.)
  • Schriftwerke:
    • George Langelaans Original-Kurzgeschichte (78 Seiten)
    • Charles Edward Pogues Original-Drehbuch (349 Seiten)
    • David Cronenbergs Neubearbeitung (249 Seiten)
    • Interaktive Zeitschriftenartikel:
      • Cinefex (166 Seiten)
      • American Cinematographer:
        • Die Fliege - Neuer Aufguss eines alten Themas (50 Seiten)
        • Mehr über "Die Fliege" (47 Seiten)
  • Filmtests:
    • Eröffnungstitel (1:46 Min.)
    • Beleuchtung der Boxen und Effekte (1:57 Min.)
    • Make-Up der Brundle-Fliege (2:11 Min.)
    • Explodierendes Weltrauminsekt (0:49 Min.)
    • "Cronenfliege" (0:50 Min.)
  • Werbematerialien:
    • Kinotrailer und TV-Spots:
      • "Die Fliege" Teaser (1:23 Min.)
      • "Die Fliege" Trailer (1:59 Min.)
      • TV-Spot 1 (0:30 Min.)
      • TV-Spot 2 (0:30 Min.)
      • TV-Spot 3 (0:30 Min.)
      • "Die Fliege II" Teaser (0:40 Min.)
      • "Die Fliege II" Trailer (1:08 Min.)
      • "Die Fliege" (1958) Trailer (1:55 Min.)
      • "Rückkehr der Fliege" Trailer (1:33 Min.)
    • 1986 elektronische Pressemappe:
      • Featurette (6:58 Min.)
      • David Cronenberg-Profil (4:21 Min.)
    • Einteilige Plakate & Aushangfotos (15 Bilder)
  • Fotogalerie:
    • Werbung (42 Bilder)
    • Hinter den Kulissen (128 Bilder)
    • Kunstentwürfe (112 Bilder)
    • Effekte (143 Bilder)
Der Wissenschaftler Seth Brundle experimentiert erfolgreich mit Teleportation, der Übertragung von Materie von einem Ort zum Anderen. Eines Tages unternimmt er einen Selbstversuch, der katastrophale Auswirkungen hat. Bei der Teleportation hatte sich eine Stubenfliege ins Labor verirrt - und nun haben sich die Körperatome der Beiden vermischt. Allmählich beginnt Seth sich in einen ekelhaften und gefährlichen Mutanten zu verwandeln. Der Alptraum ist nicht mehr aufzuhalten ...
Remakes sind meist schlechter als das Original. Diese Regel ist in fast jedem Filmgedächtnis verankert, wird aber erstaunlich oft gebrochen. Gerade wenn die Remakes keine blassen Eins-zu- Eins-Kopien á la Gus Van Sants "Psycho"-Neuauflage sind, sondern wichtige, interessante Details und neue Elemente in die altbekannte Geschichte implementieren, wird es spannend. Der auf derbe Psychoschocks spezialisierte kanadische Filmemacher David Cronenberg drehte 1986 das Remake des 1958 entstandenen Horrorklassikers Interner Link"Die Fliege". Im visionären Original von Kurt Neumann werkelt der Wissenschaftler Delombre mit DNA-Ketten herum und vertauscht aus Versehen die DNA-Bestandteile seiner selbst mit denen einer Fliege. Der Clou damals war folgender: Delombre hatte nach dem Austausch plötzlich einen Fliegenkopf auf seinem Torso sitzen, der mehr als widerspenstig war, während er sich selber (also sprich sein Kopf) auf dem winzig kleinen Fliegenkörper wiederfand.


Cronenberg ließ kaum etwas von dem originalen Sujet übrig und entwickelte zusammen mit Co-Autor Charles Edward Pogue eine völlig andere Story. Der eigenbrötlerische Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) bändelt mit der Journalistin Veronica (Geena Davis) an, nicht nur um seinem tristen Forschen leben einzuhauchen, sondern auch, um seine bahnbrechenden Forschungen adäquat dokumentieren zu lassen. Brundle hat sogenannte Teleboxen gebaut, zwischen denen man Gegenstände teleportieren lassen kann. Veronica ist begeistert von dem Welten verändernden Gerät und auch von dem leicht freakigen Einstein-Verehrer. Die beiden werden ein Liebespaar. Als es Brundle schafft ein lebendes Tier zu teleportieren, kann er seine Neugier nicht im Zaum halten, und wagt einen Selbstversuch. Während des Teleportationsvorganges jedoch schmuggelt sich eine Fliege in die erste Telebox; der Computer mixt beide Gen-Codes und wirft in der Ziel-Telebos Seth Brundle plus Fliegen-DNA aus. Allmählich mutiert Brundle zu einem Wesen irgendwo zwischen Mensch und Tier.


Aus dem plötzlichen Austausch von '58 machte Cronenberg eine qual- und effektvolle Verwandlung. Aus dem großen Wissenschaftler wird ein Ekel erregendes Wesen. Brundle war einst auf der Suche nach einem Leben und nach Liebe im Leben, als er Veronica ansprach. Er möchte gerne fliehen aus der öden Welt voller Formeln und Physik, möchte einfach leben. Doch als sich sein wissenschaftlicher Erfolg einstellt, muss er auch Abschied von seiner selbst und von seiner gefundenden Liebe nehmen. Geena Davis alias Veronica liebt den verunstalteten Wissenschaftler so sehr, dass sie dem Fliegenungetüm, das kaum noch Ähnlichkeit mit dem Mann, den sie als Seth Brundle kennen gelernt hatte, hat, dass sie versucht ihm zu helfen. Sie kommt immer wieder in seine Wohnung, um zu sehen, wie es um Brundle bestellt ist - und damit wir die neueste, erschreckendste Phase seiner Mutation erleben. Special-Effects-Designer Chris Walas schuf das komplette Make-up für Goldblum, den man besonders am Ende des Films kaum mehr unter der Maske vermuten kann.


Aber nicht nur optisch setzt Cronenberg auf Paukenschläge. Um seine Geschichte des erkrankten und entstellten Wissenschaftlers so präzise wie möglich zu schildern, konzentriert er sich tunlichst auf die beiden Protagonisten. Seth und auch Veronica werden uns nahe gebracht. Ihre Liebe lernen wir zuerst verstehen, bevor Cronenberg seine Shocks an uns ausliefert. Am Ende braut sich eine furchtbare, nihilistische Stimmung auf. Während der Zuschauer sowohl als Mitleid, als auch Ekel bezüglich der Kreatur, die sich "Brundlefliege" nennt, empfindet, spitzt sich die Story zu und endet in einem grauenhaften, aber auch emotional schmerzenden Showdown. Anstatt sich nur auf seine Effekte zu verlassen, lässt Cronenberg seine Figuren logisch und plausibel agieren. Der Identifikationsfaktor bei Veronica hoch, die sich fassungs- und hilflos einem nach Hilfe bettelnden Kranken aussetzen muss. Cronenberg schafft eine so brillante Stimmung - man könnte meinen er hätte Optik und Inhalt mittels zweier Teleboxen zu einer perfekten Mischung fusioniert. Einzig und allein der etwas naiv gestaltete Computer Brundles ist ein kleiner, kaum wahrzunehmender Wermutstropfen.

"Die Fliege" ist nicht nur eines der gelungensten Remakes, man kann den Film auch durchaus zu den besten Horrorfilmen der 80er Jahre und der spannendsten Filme Cronenbergs zählen. Vom Drehbuch, über die Darsteller, bis hin zur pessimistisch-pompösen Score von Howard Shore - "Die Fliege" ist ein großer Horrorfilm, der in allen Belangen die Bestnote verdient.


Es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass Fox für die Neuauflage der DVD den gleichen Bildtransfer nahm, mit welchem schon die 2001 erschienene DVD ausgestattet war. Zwar sind 5 Jahre eine lange Zeit, aber bereits die alte Auflage war sehr zufriedenstellend. Ein paar kleinere Defekte ließen sich noch beseitigen und das Rauschen tritt manchmal noch etwas hervor, aber das dürfte niemanden wirklich stören. Einzig bei der Detailschärfe sind Abstriche zu machen, denn hier muss man mit etwas weicheren Strukturen leben. Es ist nun nicht so, dass sich verschwommene Aufnahmen unters Material mischen, aber man meint immer wieder zu erkennen, dass besonders im feingliedrigen Bereich einiges noch fehlt. Der Kontrast ist etwas weich ausgefallen, durchaus aber typisch für die 80er und bei den Farben hat man wahrlich eine sehr ausgewogene Mischung aus gedämpften und lebendigen Tönen zusammengestellt. Somit ein durchaus gefälliger Transfer, der vermutlich keine größeren Verbesserungsmöglichkeiten mehr zulässt.


Da macht man schon einen Dolby Digital 5.1-Track und sogar eine DTS-Version auf die DVD drauf, versäumt dabei aber, die Frontlautsprecher zu bereinigen. Dort klingt der Ton leicht dumpf, was hauptsächlich ein Verdienst der deutschen Synchro zu sein scheint, und der Einsatz der hinteren Lautsprecher ist zu gering, um das auszubessern. Die Musik kann ihre Dynamik voll entfalten, besonders im DTS-Modus, aber erst im englischen Original wird die passende klare Front dazu geboten. Der Effektanteil ist verschwindend gering, weswegen man eher von einem Upmix sprechen kann, der die musikalische Seite des Films herausarbeitet als ein echter Effekt-Upmix. Für beide Sprachen gibt es Untertitel.


Beim Bonus ist der erste Eindruck: Wow! Und der weicht so schnell nicht wieder! Die "Cinema Premium"-Edition dürfte das ultimative Geschenk für jeden Fliege-Fan sein - was das Bonusmaterial angeht. Muss man erwähnen, dass der Audiokommentar des Regisseurs überaus interessant ausfällt und dank deutscher Untertitel auch nicht Englisch Sprechenden zugänglich ist? Wohl kaum. Das war's erstmal für die Hauptfilm-DVD. Nur eins noch: Erstaunlich, durch wieviele Vorspänne man sich drücken muss, um endlich ins Hauptmenu zu gelangen, welches auch mit einem längeren Intro auf sich warten lässt. Das hätte sicherlich besser gelöst werden können, denn ein DVD-Käufer will sofort loslegen und nicht erst Werbung präsentiert bekommen.
Scheiblette Nummer 2 startet dann mit einem Making Of, wie man es selten zu sehen bekommt. Nicht nur die Laufzeit mit über 2 Stunden ist interessant, sondern auch die Inhalte stellen sämtliche Aspekte der Filmentstehung dar. Es wird eine Menge Archivmaterial herausgeholt, dazu worden die damaligen Stars vom Drehbuchautor über den Kameramann und die Darsteller ausführlich interviewt und das Repertoire umfasst wirklich alles, was man über "Die Fliege" wissen muss. So werden Effekte vorgestellt, Deleted Scenes vorgestellt und kleinere Geschichten erzählt. Zusätzlich lässt sich die Laufzeit noch um 26 Minuten verlängern, indem man nebenläufige Anekdoten, die auch einzeln anwählbar sind, direkt in dieses Making Of integriert. Hier wird wirklich eine Menge geboten und einzig das Ausbleiben des Regisseurs bei den Interviews ist etwas schade. Die Effekte wie auch die Design-Vorlagen werden aufgegriffen beim Rundgang durch das "Brundle Museum". Die meisten der Stücke wurden damals einem Freund des Effektkünstlers übergeben, den man in dieser kurzen Doku besucht. Auch hier werden wieder SFX-Shots und -Tests gezeigt. Erweiterte und entfernte Szenen können daraufhin in der dafür vorgesehenen Sektion komplett angeschaut werden und das in seiner sehr guten Qualität, die eine Reintegration problemlos möglich machen würde. Hier werden u.a. auch Auszüge aus den Drehbüchern und Storyboards gezeigt.
Nun gibt's etwas für all jene, die sich gern ausführliche Berichte durchlesen: Unter "Schriftwerke" sind nicht nur die Kurzgeschichte und die zwei verschiedenen Drehbuchentwürfe komplett abgedruckt, sondern auch 3 Veröffentlichungen aus damaligen Zeitungen, in welchen immer wieder anklickbares Bildmaterial untergebracht ist. Ist zwar alles nur in Englisch, aber eine Übersetzung dieser über 900 Seiten wäre auch kaum machbar gewesen. Die Bebilderung wird später noch durch eine fast 400 Stück umfassende Bildergalerie ergänzt. Auch Testaufnahmen sind vertreten, die sich mitunter bereits im Making Of befanden. Zum besseren Kennenlernen der gesamten "Die Fliege"-Reihe wurden auch Trailer und Teaser zum Original und der jeweiligen Fortsetzung beigelegt. Abschließend seien noch die zwei kurzen Making Ofs erwähnt, welche für damalige Promotionzwecke genutzt wurden und unter "Elektronische Pressemappe" zu finden sind. Wenn man jetzt mal die Zeit addiert, um all das Material in Ruhe zu sichten, ist man sicherlich mehrere Tage beschäftigt.
Übrigens sind die einzeln erhältliche, hier vorgestellte Cinema Premium als auch die Collector's Edition aus der Teleporter-Box inhaltlich wie auch technisch identisch. Nur das Booklet in CD-Größe mit kleineren Randinformationen ist hierbei neu.


Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: Cronenbergs Verfilmung ist trotz starkem Voranschreiten von physischer Gewalt in aktuellen Filmen immer noch ein wahrlich schockierender Film, welcher dank zeitlose Inszenierung und mannigfaltiger Subtexte die Rolle des Klassikers zu Recht einnimmt. Nachdem die erste DVD-Veröffentlichung dieses Titels etwas mager an Bonusmaterial war, holt man dies hier mit einem Rundumschlag in Sachen Zusatzinformationen nach. Zusätzlich wird die DVD nicht nur durch die exquisite Verpackung in einem beschichteten, reflektierendem Schuber zu einem Schmuckstück, welches der Fan phantastischer Stoffe keineswegs verpassen sollte. Wer es noch etwas edler haben möchte, der mag vielleicht bei der preislich weitaus höher angesetzten Teleporter-Box zugreifen, welche neben dem hier vorgestellten Doppel-DVD-Set noch jenes zur Fortsetzung und die drei Originalverfilmungen aus den 50/60er Jahren enthält.


Film++++++
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus++++++


Druckbare Version
Fliege 2, Die
Fliege, Die (Große Film-Klassiker)
Fliege, Die
News"The Fly I+II" Special Editions RC1 im Oktober
"Die Fliege" als Ultimate Collector's Box
"Die Fliege" (1986) Special Edition Anfang Januar
Fliege, Die (1986)
Fliege, Die (Cinema Premium)
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