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UK 2001
Originaltitel:Diagnosis
Alternativtitel:Sanitarium
Länge:83 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Johannes Roberts, James Eaves
Buch:Johannes Roberts, James Eaves
Kamera:John Raggett
Musik:Johannes Roberts
SFX:Arrti Kotecha
Darsteller:Jeremy Minns, Kate Copeland, Uro Geller, Tammi Baker, Terry Aaron, Harold Gasnier, Azucena Duran, Harry Tuffill, Andy Blacksmith
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1.85:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Deu)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Trailer deutsch (2:11 Min.)
  • Trailer englisch (2:11 Min.)
  • Slideshow (6:48 Min.)
  • Trailershow
    • Die Mumie schlaegt zurueck (1:34 Min.)
    • The Pig Farm (1:44 Min.)
    • Black Morning Glory (2:25 Min.)
    • The Irrefutable Truth About Demons (1:15 Min.)
B-93 ist das neue Wunderheilmittel gegen sämtliche Arten von Psychose. Kurz vor Produktionsbeginn werden noch einige Tests durchgeführt, bei denen es immer wieder zu Zwischenfällen kommt. Doch nicht etwa die Patienten, die das Medikament verabreicht bekamen, zeigen unvorhersehbare Reaktionen, die meist den Tod zur Folge haben, sondern die Kontrollgruppe, die nur zur Verifizierung der Versuche dienen, wird nach und nach auf unerklärliche Weise dezimiert. Selbst das Personal ist nicht vor den Auswirkungen von B-93 gefeit. Dr. Max Warrick, der zusammen mit seiner Frau die Tests überwacht und die Veröffentlichung zum Missfallen seines geldgierigen Chefs stoppen will, stellt Nachforschungen an und gerät dabei selbst in den Strudel des Wahnsinns ...
Ich würde den Film ja zu gern in nur einem Satz zusammenfassen. Aber die Worte "So'n Hüttnrooch" würde wohl niemand verstehen, also wird die Meinung ein wenig länger. "Diagnosis" versteht sich als medizinischer Thriller, der die Ängste der Zuschauer mit einem unheimlichen Setting schüren wird: einer Psychiatrie, gefüllt mit Testpatienten für ein neues Wunderheilmittel namens B-93 (was für mich eher nach einem Nachkriegsbomber als nach einem Medikament klingt). Zwar sieht die Realität einer solchen Anstalt gänzlich anders aus als im Film, - woher ich das nur weiß? - den klischeehaften Anblick von jeder Menge unberechenbarer, gefährlicher und völlig durchgedrehter Patienten, die sich irgendwo da draußen in ihrem eigenen Kosmos befinden, kann sich wohl jeder vorstellen. "Diagnosis" weiß damit umzugehen und zwängt den Zuschauer in diese sterile, weiße Anstalt voller Wahnsinn. Dem Grauen wird das Regiment aber erst übergeben, als der erste Patient unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt. Bei einem bleibt es aber nicht und so ziehen immer mehr dunkle Wolken über der "heilen" Welt auf. Charaktere steigern sich in ihre wissenschaftliche Arbeit hinein, andere reagieren äußerst seltsam, wieder andere können die Situation nicht begreifen und stellen Nachforschungen an. Zu Letzterem gehört Dr. Max Warrick, der als Einziger die Veränderung der Patienten beobachtet und der Veröffentlichung des Medikaments unbedingt entgegenwirken muss. Perfekt, das psychisch bedrückende Gefüge schließt sich immer dichter und genährt von einigen übernatürlichen Erscheinungen, die zwar schlecht aussehen, den Effekt der Verunsicherung des Zuschauers aber nicht verfehlen, bahnt sich ein großer Knall an, der dazu führen soll, dass man sich beim Fingernagelknabbern verschreckt den ganzen Daumen abbeißt.

Wäre doch alles so gekommen, wie es die DVD-Hülle und der Trailer verspricht. Das Erstlingswerk des Regieduos Roberts und Eaves macht aber einfach keinen Spaß beim Zuschauen, zu zäh breitet sich die Geschichte aus und die ständigen Rücksprünge von der eigentlichen Handlung auf ihren Erzähler Max langweilen mich nach 20 Minuten einfach nur. Genau das müssen auch die angeödeten Darsteller gedacht haben, denn neben einigen Totalausfällen (Herr Geller sollte bei seinen Löffelkunststückchen bleiben) wird nur unterdurchschnittliche Leistung dargeboten. Der Boss als geldgeiler Riesenarsch, der den Vertrieb seines Medikaments um alles in der Welt sichern will und dafür auch über Leichen gehen würde, ist ebenso mit von der Partie wie der liebe Kollege, der sich nach und nach als karrieresüchtiger Darmkriecher rausstellt. Die Welt hat sich gegen Max verschworen und das wäre nichts Ungewöhnliches, hätte sich der Drehbuchautor bei der Erarbeitung des Scripts nicht auch auf eine Reise ins Land der verkorksten Synapsen begeben. Denn die Auflösung zur Frage, warum denn einige Patienten so erfreulich schnell genesen, wogegen andere, vom Medikament nicht Betroffene mysteriöse Ableben vollziehen, ist derart zum Haareraufen, dass sie den bis dato nicht umwerfenden Streifen völlig in Grund und Boden stampft und mir das Zittern weg von der Gänsehaut ins Zwerchfell umleitet. Ich möchte nichts verraten, aber will das Drehbuch damit wirklich durchkommen? Wenn dem so ist, dann haben wir uns alle erfolgreich für dumm verkauft.

Zumindest beweist es, dass der Autor nicht in der Lage war, sich in die Handlung hineinzuversetzen und etwas mehr als stocksteife und trockene Szenen aneinander zu reihen, in denen sich unzählig oft abgedroschene TV-Klischees wiederfinden. Nur selten entflieht man den plumpen Standards und setzt ein paar gelungene Suspense-Momente ein. Diese wirken bis zum angesprochenen wunden Punkt nämlich ansatzweise wie eine der besseren Interner Link"Akte X"-Serien. Mit einer höheren Wiederkehrfrequenz und einem Cast, der sich einheitlich über dem amateurhaften Spielniveau befindet (Regie und Kamera gehören für ihre CloseUps gekreuzigt), hätte es etwas werden können. So passieren böse Schnitzer, die ganz deutlich ein niedriges Budget durchblicken lassen. Beispielsweise brilliert das Sounddesign mit ständigem Menschengetummel im Hintergrund, der evtl. von der Stille und Lähmung einiger Szenen ablenken soll. Da hilft es der Stimmung auch nichts, wenn man das ratschende, langgezogene Geräusch aus dem Intro von Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" klaut und in einer billigen Fotostrecke verwurstet. Blasphemie!

Eine annehmbare Bildqualität bleibt "Diagnosis" verwehrt, dafür ist das Ausgangsmaterial schon zu minderwertig. Das Bild erscheint verwaschen, nur Nahaufnahmen können mit einer mittelmäßigen Schärfe aufwarten, ansonsten sind Detailzeichnung und klare Konturen äußerst selten anzutreffen. Blass geben sich die Farben, aber nie derart steril, dass es zum Film passen könnte, wobei aber gerade der starke Rotton in den Gesichtern stört. Sowohl Tag- als Nachtaufnahmen sind mit einem dunklen Schleier überlegt, der zum einen die Farben abzuschwächen scheint, als auch den Kontrast ruiniert. Auf dem Bild verteilt sich stets ein feines Rauschen, die Kompression erzeugt aus ihm ein Blockrauschen. In Bewegungen zeichnen sich dann noch einmal Qualitätseinbußen ab, vor allem sind hier auslaufende Farben zu beobachten.

Viel zu oft entpuppt sich ein Upmix als schlechter Stereoton, aber hier wurde mal ordentliche Arbeit beim Aufsplitten des zweikanaligen Signals geleistet. Die bessere Beschallung durch 6 Lautsprecher bei der Musik hört sich oft sehr füllig an und setzt den guten Soundtrack geschickt in Szene. Ein wenig sonderbar ist die Dialogverteilung im Raum, die sich manchmal mit auf den hinteren Speakern befindet, dann wieder auf Stereo und Center liegt und manchmal aus den Stereos ausgeblendet wird, was sich anhört, als würde der Sprecher sich im Raum bewegen. Die Dialoge sind sehr gut verständlich, aber ein wenig zu kräftig, wie das nun mal bei einer Billig-Synchronisation der Fall ist. Der Originalton liegt bei, von diesem kann man aber abraten, da er nur in Stereo vorliegt, viel zu leise und dadurch zu oft unverständlich ist, in einigen Stimmen zu dumpf gerät und in anderen deutlich zischt. Außerdem wird hier ebenfalls eine Nachsynchronisation deutlich, die zwar bessere Sprecher vorweisen kann, aber oft nicht stimmig mit den Lippenbewegungen ist.
Jede Menge Trailer und nur ein richtiges Extra ist dabei: Eine Slideshow mit sehr vielen Bildern, u.a. mit Aufnahmen hinter den Kulissen. Dafür und für die SnapperCase ähnliche Digipack einen Gnadenpunkt. Da fragt man sich wirklich, wofür man sich eine auf 2000 Stück limitierte DVD gekauft hat, bei der das Bonusmaterial genauso nachlässig gehandhabt wird wie bei einem fünftklassigen C-Movie.

Marketing präsentiert einen zwiespältige Veröffentlichung eines Films, der viele Fragen offen lässt. Seit wann verursachen psychische Entgleisungen Nasenbluten? Warum läuft der Schluss als Slideshow ab? Was hat das alles mit Interner Link"Das Omen" zu tun (lt. The Daily Echo)? Und warum hat die DVD eine so miese Bildqualität und einen so guten Upmix? Entscheidet selbst, ob ihr "Diagnosis" eine Chance geben und über klare Defizite in der Geschichte und der filmischen Umsetzung hinwegsehen wollt. Dann erwartet euch zumindest eine krankenhausreife Leistung :P


Film++----
Bild++----
Ton++++--
Bonus+-----


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