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USA 1963
Originaltitel:Haunted Palace, The
Alternativtitel:Haunted Village, The
aka. Edgar Allan Poe's The Haunted Palace
Länge:83:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roger Corman
Buch:Charles Beaumont, Francis Ford Coppola (uncredit), H.P. Lovecraft (L.V)
Kamera:Floyd Crosby
Musik:Ronald Stein
SFX:Ted Coodley
Darsteller:Vincent Price, Debra Paget, Frank Maxwell, Lon Chaney Jr., Leo Gordon, Elisha Cook Jr., John Dierkes, Cathie Merchant, Milton Parsons, Bruno VeSota, Darlene Lucht, Guy Wilkerson, I.Stanford Jolley, Barboura Morris, Harry Ellerbe
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Mono)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Originaltrailer
  • Deutsche Video-Titelsequenz
  • Deutsche TV-Titelsequent
  • Bildergalerie
  • Biografien/Filmografien
  • Auszug aus dem Buch "Die Kontinuität des Bösen"
  • Trailershow
1756 wird in neu England der Hexenmeister Curwen auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Kurz bevor er stirbt, verflucht er das Dorf Arkham und seine Einwohner bis in alle Ewigkeit. Über 100 Jahre später bezieht Charles Dexter Ward, ein entfernter Verwandter des Hexenmeisters, und dessen Frau Ann das alte Gemäuer. Vom Geist Curwens besessen, scheint sich der Fluch des Hingerichteten jetzt blutig zu bewahrheiten...
Keine Frage, "Die Folterkammer des Hexenjägers" ist neben Interner Link"Das Pendel des Todes" (1961) und Interner Link"Lebendig begraben" (1962) Cormans beste und eine der letzten Verfilmungen seiner Gothic-Ära, bevor er sich ausschließlich der Produktion von B-Movies widmete. Leider vermarktete die Produktionsfirma AIP den Film als reine Edgar Allan Poe-Verfilmung, was so nicht stimmte. Die ursprüngliche Geschichte basiert auf der H.P. Lovecraft-Geschichte "Der Fall Charles Dexter Ward" und Corman war nicht gerade sehr begeistert darüber, dass für sein Werk Edgar Allan Poe als Zugpferd genommen wurde. Stilistisch erinnert "Die Folterkammer des Hexenjägers" an viele der alten Hammer Film-Produktionen und weist eine wirklich unglaubliche Atmosphäre auf, die vor allem Produktionsdesigner Daniel Haller (Interner Link"The Little Shop of Horrors") und Kameramann Floyd Crosby(Interner Link"Lebendig begraben") zu verdanken sind. Die Sets sind ein Augenschmaus, zwar wirkt das Dorf in seiner ganzen Art überzeichnet und comichaft und wurde mit übertrieben viel Nebelschwaden ausgeleuchtet, aber dies gibt die schon fast klaustrophobische Atmosphäre wieder. Die Farben wirken blass und kalt und Kameramann Floyd Cosby fesselt uns mit seinen Fahrten durch düstere Gänge und den Nebel des kleinen Dorfes, so dass einem doch schnell Angst und Bange werden kann. So auch, als die deformierten Bewohner auf die Hauptdarsteller zukommen, erschafft Corman ("Die Wespenfrau") eine wirklich beeindruckende Atmosphäre. Hier wird das Grauen direkt und schonungslos gezeigt, vielleicht aber auch zu direkt.

Wo die deformierten Dorfbewohner noch für Schaudern sorgten, so wirkt das Wesen, welches man zum Ende hin sieht, nur noch peinlich. Da es damals nicht anders möglich war und es vor 40 Jahren noch ganz anders auf das Publikum wirkte, mag man dies verzeihen können, aber Corman hätte besser daran getan, auf das Gezeigte am Ende zu verzichten und den Zuschauer lieber seiner Fantasie zu überlassen.
Story technisch wird uns allerdings nicht viel geboten, "Die Folterkammer des Hexenjägers" läuft geradlinig und recht vorhersehbar seinem Ende hingegen und man darf keine großen Überraschungen oder Wendungen in der Handlung erwarten. Dies ist aber nicht weiter schlimm, denn atmosphärisch ist der Film über jeden Zweifel erhaben und sorgt für 80 Minuten Gänsehaut pur. Nicht zu vergessen auch Dank der exzellenten Performance von Vincent Price ("Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes", Interner Link"Theater des Grauens" - mit ihm steht und fällt der Film. Auf der einen Seite als Hexenmeister Curwen und auf der anderen als sein Uhrenkel und fürsorglicher Ehemann, der hübschen Debra Paget ("Das Schreckenshaus des Dr. Death"). Price zeigt einmal mehr sein Schauspieltalent und so wird uns ohne Effekte eine überzeugende Wandlung vom Guten zum Bösen gezeigt. Ursprünglich sollten in den Hauptrollen noch Boris Karloff, Ray Millian und Hazel Court zu sehen sein, aber zu Beginn der Produktion war Price der einzige, der für den Film zur Verfügung stand.

"Die Folterkammer des Hexenjägers" ist ein kleines Meisterwerk, der trotz einiger Schwächen im Plot durch seine hervorragende Atmosphäre und seinem exzellenten Score des 1988 verstorbenden Ronald Steins zu überzeugen weiß und nicht nur für Nostalgiker Pflicht ist.

Hier hat e-m-s wirklich das beste herausgeholt und das anamorph abgetastete Widescreen Bild erstrahlt in einem angenehmen und frischen Glanz. Die Schärfe ist fast immer perfekt und nur selten lässt es zu wünschen übrig, auch der Kontrast überzeug auf ganzer Linie und die Detailschärfe ist stets als sehr gut zu bezeichnen. Die Farben wirken natürlich und sauber und selbst Bildrauschen fällt kaum auf. Die Kompressionen sind hervorragend und Blockrauschen oder ähnliches ist so gut wie gar nicht auszumachen. Lediglich die vielen Verschmutzungen und leichte Bewegungsunschärfe fällt negativ auf. Im Ganzen ist das Bild für einen knapp 40 Jahre alten Film, aber wirklich hervorragend geworden, da können sich so einige Labels eine Scheibe von abschneiden.
Der Monoton wurde hier auf die beiden Frontkanäle gelegt und weist eine wirklich gute Sprachverständlichkeit auf, auch wenn die Dialoge teilweise etwas verzerrt klingen. Rauschen fällt kaum auf, aber im Gegensatz zur Englischen Spur, die in den Dialogen sauberer deutlich sauber, wenn auch leiser klingt, wirkt der deutsche Ton etwas zu dumpf. Aber auch hier kann man zufrieden sein. Für eine 40 Jahre alte Tonspur, hat man hier das beste herausgeholt. Deutsche Untertitel gibt aber mal wieder nicht. Auch die Extras können hierbei überzeugen. Eine umfangreiche Bildergalerie mit stolze 65 Bildern werden uns hier geboten, ja sogar mit einer Kopie der Sterbeurkunde von Vincent Price. Ob die jetzt geschmacklos ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber makaber ist es auf alle fälle. Bio- und Filmografien dürfen ebenso wenig fehlen, wie der obligatorische Trailer, sowie 2 Vorschauen auf weitere DVDs der Edgar Allan Poe Reihe von e-m-s. Als besonderes Bonbon gibt es dann noch eine Leseprobe aus dem Buch "Die Kontinuität des Bösen" von Robert Zion und einmal den alten deutschen TV- und Videovorspann. Im Ganzen nicht viel, aber mit Liebe erstellt und das ist wichtig.

"Die Folterkammer des Hexenjägers" ist Programm bei Fans der alten Garde und darf nun endlich dank einer dem Alter entsprechenden, wirklich gelungenen DVD-Umsetzung Einzug ins heimische Kino halten und sollte in keiner Klassikersammlung fehlen.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++----
Bonus+++---


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Folterkammer des Hexenjägers, Die
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