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USA 1993
Originaltitel:Freaked
Alternativtitel:Hideous Mutant Freekz
Länge:81:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Alex Winter, Tom Stern
Buch:Tim Burns, Alex Winter, Tom Stern
Kamera:Jamie Thompson, Jene Omens
Musik:Henry Rollins, Blind Idiot God, Paul Leary, Butthole Surfers, Bobcat Goldthwait, Parliament Funkadelic and Bill Laswell, Tim Burns u.a.
SFX:Alterian Studios, XFX Inc., Screaming Mad George
Darsteller:Randy Quaid, Brooke Shields, William Sadler, Alex Winter, Mr.T, Keanu Reeves, Morgan Fairchild, Megan Ward, Michael Stoyanov
Vertrieb:Laser Paradise
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Trailer:
    • Ring Frei - Die Jerry Springer Show (1:09 Min.)
    • Caught Up - Nichts ist wie es scheint (1:36 Min.)
    • Stealth Fighter - Raketen auf Washington (1:56 Min.)
    • Stray Bullet - Das falsche Ziel (1:57 Min.)
    • Jack Of Hearts - Abrechnung in Las Vegas (2:24 Min.)
    • Die Laserdisc Show (2:14 Min.)
  • 13 Filmografien
Ricky Coogan, geldgeiles Teenie-Idol und Mega-Star, soll für den Turbodünger Noxon eines Konzerns werben. Also fliegt er mit seinem chaotischen Kumpel Ernie nach Südamerika, in das tiefste Provinznest - dem einzigen Flecken Erde, auf dem der zellverändernde Powerdung noch nicht verboten ist. Die Zwei verirren sich im Dschungel und landen plötzlich vor Prof. Skuggs "Mutanten-Warenhaus". Erst mal drin, machen sie eine grausige Entdeckung. Skuggs hat für das hochgiftige Noxon längst eine andere Verwendung gefunden. Er schüttet es auf ahnungslose Touristen und "produziert" so seine Monster, die "Freaks"!
Ricky ist sein nächstes Opfer. Eine Körperhälfte Rickys hat sich bereits in ein richtig Ekel erregendes, haariges Monster verwandelt, da geht Skruggs das Noxon aus ... Aber das ist der Anfang der völlig durchgeknallten "Mutanten-Show" mit den haarsträubenden Wurm, Sockenkopf, Nase, Rose Stiftenkopf, Bärtige Dame und Juan, dem Hundemann!
- "I was Ricky Coogan, toxic chemical salesman. Me and my buddy Ernie hopped on the next plane to Santa Flan." (Ricky)
- "Did they show a movie?" (Skye Daley)
- "The Return To Blue Lagoon" (Ricky)
- "Oooh, I heard that sucked!" (Skye Daley)

Hätte "Freaks" nicht eine so hohes Budget und ein derart famoses Darstelleraufgebot, würde ich meinen Arsch darauf verwetten, er wäre unter den Fühler der verrückten Jungs von Troma entstanden. Man darf ihn sozusagen als Interner Link"The Toxic Avenger" von Hollywood ansehen und wahrlich wurde kein einzelner Schein der auf ca. 11 Millionen US-Dollar geschätzten Produktionskosten falsch angelegt, denn die Settings besitzen ohne Ausnahme alle einen aufwendigen märchenhaften Anstrich. Wenn man nun noch den Namen des Hauptdarstellers, Co-Regisseurs und einen der drei Drehbuchautoren erwähnt, dürfte die Zielrichtung des Filmes klarer werden: Alex Winter, bekannt aus den beiden Komödien Interner Link"Bill & Ted's verrückte Reise durch die Zeit" (1989) und Interner Link"Bill & Ted's verrückte Reise in die Zukunft" (1991).


Die Story baut sich herrlich schräg auf und zielt durch seinen schwer trashigen Einschlag auf die Fans der leichten Unterhaltung ab, denn die gesamte Handlung auf einem toxischen Dünger basieren zu lassen, mit der ein verrückter Kuriositätensammler Menschen zu Mutanten umformt, ist schon sehr gewagt und wird so eigentlich nur in Comics oder ansatzweise in B-Movies verwendet. Genau das will "Freaked", so der Originaltitel, auch sein: ein kunterbunter, zum dreidimensionalen Leben erweckter Comicstrip, der sich um Konventionen des Erzählkinos wie Realismus und Tiefgründigkeit wenig schert. Dafür bedarf es zum einen einem gewissen Hang zur Albernheit, die sich nicht selten in einigen Witzeleien wiederfindet, und zum anderen einem einfallsreichen Geist in Sachen abgedrehter Ideen für Charaktere und Settings. Mit Hilfe des renommierten Special Effects-Team Screaming Mad George schuf man eine ganze Garde an Masken und Verkleidungen, die von der halbseitig verunstalteten Hauptfigur Ricky Coogan, einem eitlen und versnobbten Filmdarsteller, über den mit riesigen Riechorgan behafteten Nosey den Nasenmann bis hin zum völlig behaarten Dogboy reichen. Unter Letzterem steckt übrigens Keanu Reeves, der seltsamerweise weder in den Credits noch in der abschließenden Demaskierungsparade erscheint. Und auch wenn man die Eigenarten der Charaktere nur selten weiter ausarbeitet -jeder von ihnen bekommt Gelegenheit, seine persönliche Entstehungs- und Leidensgeschichte darzulegen-, so ist der bloße Auftritt der Freaks schon einen Lacher wert.


Aber nicht nur das rein Äußerliche macht "Freaks" sehenswert, auch die Darsteller sind mit Spaß und Engagement dabei. Allen voran Randy Quaid als exzentrischer Evolutionskünstler, der für solcherlei fantastische Rollen zu leben scheint. Passend garniert mit deftigem Overacting, gibt sein Redneck/Entertainer-Charakter vor allem im Originalton eine Menge Spitzen von sich, die nicht nur rein sarkastisch veranlagt sind, sondern auch sehr viel Selbstironie versprühen. Und davon hat "Freaks" verdammt viel, ansonsten müsste man ihm vielleicht die eine oder andere flache Nummer übel nehmen. Beispielsweise darf Brooke Shields herrlich über die Fortsetzung ihres eigenen großen Kinoerfolg herziehen und nebenbei bekommt Christian Slater auch noch sein Fett weg. Auch "A-Team"-Brocken Mr. T schert sich wenig darum, dass er die gesamte Zeit über als muskelbepackter Bärtiger in einem Kleid herumspringt und als Attraktion der Bühnenshow Beauty-Tips verteilt. Schräg!
Dazu kommt, dass man mit dem Giftmüllextrakt Noxon jede Menge Unsinn treiben kann, wie schon die witzigen Figuren Sockenkopf (gesprochen von Bob Goldthwait aus "Police Academy" Teil 2, 3 und 4), der unablässig furzende "Eternal Flame" (!!) oder die schrille Rosie Pinhead beweisen. Der "Melt Movie"-Spaß erreicht später ungeahnte Höhen, als der der nervige, kleine Fan von Ricky, der gemeinhin stets als Troll bezeichnet wird, auch etwas von der wundersam wirkenden Glibbermasse abbekommt und sich auf der Bühne mit seinem ebenso missgebildeten Idol prügeln darf. Der Rabatz ist aber genauso wenig ernst zu nehmen, wie die sonstigen Aktivitäten der Freakshow, zu denen neben Eigenunterhaltung in Form lustiger Quizshows und Glücksrad-Sessions auch der gut geplante Ausbruch in die zivilisierte Welt zählt. Wohl eine der lustigsten Szenen des Films, wenn auf einmal eine Horde falscher Müllmänner vergeblich den Weg in die Freiheit sucht und daran von zwei ballernden Rasta-Augäpfeln gehindert wird ...


Die Vorlage dieser Laser Paradise-DVD ist von guter Qualität, Störungen findet man in eigentlich nur selten, aber beispielsweise verstärkt in den Flugzeugszenen, welche evtl. aus Archivmaterialien zusammengeschnitten sind. Bei der Schärfe hat man noch mal ein wenig mit einem Filter zugelegt, wodurch beim genauen Hinschauen einige Überschärfungseffekte auftreten, von normaler Blickentfernung betrachtet macht das Bild aber einen guten Eindruck. Die Farben sind herrlich kräftig und verspielt bunt ausgefallen, wenn auch einen Hauch zu dunkel, was aber wenig stört. Somit wird ein gutes Gesamtergebnis erreicht, das nur selten von leichten Artefakten der Kompression und einem seichten Rauschen geschmälert wird.
Die deutsche Synchro ist eher Standardware, hier stört es aber kaum, wenn die Sprecher ein wenig übermäßig vom Leder ziehen. Dabei gibt's ja den englischen Originalton, wenn auch ohne Untertitel, der im Bereich der Intonation und der Klarheit der Stimmen weitaus besser abschneidet. Leider sind beide Varianten etwas zu leise, dafür aber störungsfrei und die Verteilung der Stereoeffekte kann man ebenso als gelungen betrachten.
Der Bonusteil ist das schwächste Glied der DVD, denn neben ein paar Trailern und sehr kurzen, unvollständigen Filmografien gibt es nichts. Zumindest werden die Biografien jeweils mit einem Filmschnipsel der Figur eingeleitet, so dass die Zuordnung leichter fällt und das Menu wurde schön animiert, wenn auch mit dem falschen Song unterlegt.


Im Grunde ist "Freaks" ein völlig sinnloses, aber extrem unterhaltsames und lustiges Werk, dass sich seine FSK16 mit ein paar schönen Effekten verdient hat, eben so, als würde es gradeweg aus der Feder von Tim Burton stammen. Wer sich dieses kunterbunte Ideen- und Gagfeuerwerk, entgehen lässt, der ist selbst Schuld. Die deutsche DVD ist recht ordentlich ausgefallen, nur beim Bonusmaterial hapert's noch ein wenig.


Film+++++-
Bild++++--
Ton+++---
Bonus+-----


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