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USA 1984
Originaltitel:Fear City
Alternativtitel:Border
aka. Ripper
aka. Manhattan, zwei Uhr nachts
Länge:92 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Abel Ferrara
Buch:Nicholas St. John
Kamera:James Lemmo
Musik:Dick Halligan
SFX:Michael R. Thomas
Darsteller:Tom Berenger, Melanie Griffith, Rae Dawn Chong, Jack Scalia, Billy Dee Williams, Rossano Brazzi, Joe Santos, Michael V. Gazzo
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:KeepCase
Specials:
  • Dt. und US-Fassung (per Multi-Angle)
  • Trailer (1:53 Min.)
  • Portrait Abel Ferarra (9:04 Min.)
  • Biografie (5 Seiten)
  • Filmografie (2 Seiten)
  • 3 Bio- und Filmografien der Hauptdarsteller inkl. versteckter Trailer
  • Trailershow:
    • Another Day (2:26 Min.)
    • Black Devil (2:42 Min.)
    • Alien Interceptors (2:25 Min.)
Ein äußerst versierter Killer macht Jagd auf New Yorks Nackttänzerinnen und verstümmelt diese blutig. Es hat den Anschein eines persönlichen Rachefeldzuges, denn nur die Mädchen des Zuhälters Matt werden Opfer des Wahnsinnigen. Matt selbst sucht nach einem Weg, den Mörder zu stoppen, denn die Polizei erweist sich als nutzlos und auch seine Freundin Loretta ist in großer Gefahr. Er vermutet hinter all dem einen ehemaligen Boxgegner, den Matt während der Zeit seiner Sportkarriere im Ring übel zugerichtet hat.
Wie ich der interessanten Biografie entnehmen konnte, ist "Fear City" also der erste größere kommerzielle Film des New York-Fetischisten und Regisseurs Abel Ferrara, verantwortlich für "Body Snatchers" und Interner Link"King of New York", den er aber besser hätte auslassen sollen. Warum? Weil das Drehbuch gerade für die Auswertung im Wochentagsabendprogramm ausreicht. Hier dreht es sich schlicht um Sex und Gewalt, dem Standardprogramm des schlechten US-B-Movies der 80er. Sonderlich derb geht's aber nicht zur Sache, trotzdem verwunderlich, dass solche Schmonzetten das FSK16-Siegel noch erreichen, denn auf sonderlich niveauvolle Hintergründe darf man bis nach Filmende warten.

Nachdem die erste der "bestialisch" angekündigten Schandtaten als vollwertige Szene noch Sinn macht, um dem Zuschauer des Unbekannten Bereitschaft zur Grausamkeit vor Augen zu führen, wirken sie beim zweiten Male schon dröge und abgenutzt. Zum einen passiert dazwischen nicht sonderlich viel, so dass die Gewalt zwangsweise als Aufhänger fungiert, andererseits ist das Schema, mit dem Ferrara vorgeht, stets dasselbe. Was mit den Mädels nach dem Überfall passiert, ist dem Drehbuch weitestgehend Schnuppe. Da wird ein wenig Mitleid geheuchelt, welches sich durch die dauerhaft niedergeschlagene Stimmung der Sets und das Unvermögen der Darsteller nicht weiter überträgt, der Faden jener Subplots (darf man das eigentlich schon so bezeichnen?) geht aber weitestgehend verloren. Rae Dawn Chong, die hier als uncharakterisierbare Lesbe verheizt wird, darf sich mit der Griffith knutschen, nackt über die Tanzfläche huschen, ansonsten wird ihr aber -wie allen weiblichen Darstellerinnen- keine Möglichkeit gegeben, irgendeine Funktion in ihrer Rolle zu übernehmen.

Eben ein echter "Männerfilm", aber ohne besonderen Unterhaltungswert. Primär dreht sich alles um den Rotlicht-Manager Matt Rossi (Tom Berenger, der dieses Machwerk 3 Jahre später mit "Platoon" vergessen lässt), dem eine blütenreine Weste angedichtet wird. An nix hat er Schuld, weder an der vergeigten Beziehung zum Berufsblondchen Loretta (Melanie Griffith, will die wirklich jemand nackt sehen?), denn an die macht er sich sogleich wieder heran, nachdem seine Mitbewerberin (!!) im wahrsten Sinne des Wortes ausgestochen wurde. Auch der unglücklich verlaufene Boxkampf, bei dem er seinen Gegenüber derart die Nuss versemmelt hat, dass dieser nun einen üblen Rachefeldzug ausheckt, lag keineswegs in seinem Verantwortungsbereich. Hätte der Ringrichter doch einfach früher abgepfiffen, dann wäre ihm die Misere (und damit auch der Film) erspart geblieben, ebenso wie sein Gewissen wieder ruhig schlafen könnte und nicht aller 20 Minuten Rückblenden ins Geschehen einfügen muss. Ich spoiler nicht etwa, denn diese Fakten bekommt der Zuschauer bereits sehr früh im Film vermittelt. Nur die Polizei (Billy Dee Williams als stets mies gelaunter Cop in einer Paraderolle) stellt sich dämlich inkooperativ an, was wohl auf das Klischee zurückzuführen ist, dass sich der Held und die Polizei nie Grün sind. Also tappt man im Dunklen, schlägt auf falschen Verdacht hin einen Unschuldigen halbtot, was zu einem bösen Erwachen bei den aufgebrachten Mob führt (und mich als Zuschauer ungemein erheitert!) und dem Killer wieder etwas mehr Zeit lässt. Die Spannung rund um den Verrückten ist aber hin, ebenso der Reiz der Serienkiller-Thematik, den der deutsche Untertitel "Das Buch einer Bestie" mitbringt, in welchem er seine Morde niederschreibt. Die Idee des moralisch besessenen Schurken mit Kampfkunstausbildung könnte glatt aus "Roter Drache" stammen, entbehrt aber jeglicher psychologischer Komponente, welche das Interesse des Zuschauers wecken könnte. Stattdessen tänzelt der Superfighter nackt und überlegen in seinem dunklen Zimmer und präsentiert seine physischen Fähigkeiten. Auf die Konfrontation zwischen Freak und Ex-Boxer läuft schließlich alles hinaus, man könnte meinen, dass alles Vorhergehende irrelevant im Hinblick auf diesen Moment ist. Und was erwartet uns? Matt prügelt den wenig bedrohlichen Karate Kid auf ziemlich unspektakuläre Weise in einer dunklen Seitengasse erneut zusammen. So stürzt die Rakete ab, ohne das Feuerwerk gezündet zu haben ...


Sowohl die US-Fassung als auch die deutsche Version (unterscheiden sich in einigen Szenen, siehe Schnittbericht) haben es auf die DVD geschafft und zwar per Multi-Angle-Funktion. Ist eine schöne Sache, direkt im Film zwischen beiden Versionen umzuschalten (auch wenn ich bisher nicht rausgefunden habe, wie ich das verdammte Symbol vom DVD-Player wegbekomme). Da fällt es mal leicht, einen direkten Vergleich zwischen beiden Fassungen zu ziehen. Die Deutsche ist nämlich von deutlich schlechterer Qualität als das Original. Bedeutend weniger Farbe, ein leicht milchigeres Bild und ein schlechterer Kontrast, der Figuren und Details teils unkenntlich macht. Die US-Version bietet kräftige Farben und einen guten Kontrast, die einer DVD würdig sind. Die Schärfe ist bei beiden im guten Mittelmaß zu suchen, das US-Material erscheint an den Konturen sogar noch einen Tick klarer, der Detailreichtum ist aber hier wie dort altersbedingt eingegrenzt. Ein Bildrauschen ist in beiden Versionen feststellbar, in der deutschen sogar etwas stärker (hier flackert das Bild ganz leicht), schmälert den Sehspaß aber nicht unbedingt. Schließlich sind Dropouts und Nachzieher recht selten anzutreffen und die Kompression arbeitet ohne Aussetzer, was zumindest in der US-Version zu einem guten Gesamtbild führt.
Beim Ton sieht's ähnlich aus wie beim Bild: Die synchronisierte Fassung schneidet deutlich schlechter ab als das Original, was nicht an der Qualität der Zweitstimmen liegt, sondern am gesamten Klangbild, welches im Original wesentlich klarer ist und den Umgebungsgeräuschen mehr (Klang-)Raum lässt. An der Sprachverständlichkeit gibt es nichts zu meckern, auch Störungen finden sich keine. Die englische Version ist vor allem bei den druckvolleren Musiktracks deutlich im Vorteil. Einen seichten Brummton kann man bei beiden vernehmen.
Bei der Bewertung der Specials sitze ich ähnlich wie bei Audio/Video in einer Zwickmühle: Gehört die Originalfassung zur Sonderausstattung oder darf man sie nicht dazuzählen? Wie auch immer, der Rest ist recht brauchbar. Neben dem Trailer zum Film und 3 weiteren Streifen aus dem e-m-s-Programm werden gesprochene Biografien zum Regisseur und 3 Hauptdarstellern, sowie Filmografien (hier vergaß man den Zurück-Button) angeboten. Unter den Filmos finden sich auch noch weitere Trailer (lest hierzu in den Hidden Features). Unter "Portrait" zeigt uns Abel Ferrara, der wie ein abgewrackter Junkie durch seine Wohnung wandelt (sorry, ist aber so), ein paar Szenen aus seinem neuen Film, spielt eigene Musik vor und quatscht ein wenig über New York. Ziemlich untypisches Portrait, aber mit 2 Tonspuren (englisch und deutsch) versehen.

"Fear City" lässt sich von Beginn an zu sehr in die Karten gucken, baut dadurch nur wenig Spannung auf und läuft fortan nach Schema F ab. Alles schon gesehen, das meiste davon viel besser woanders. Schade, denn aus dem Cast und den düsteren Stadtsequenzen (der Film spielt fast ausschließlich an dunklen, schäbigen Plätzen) hätte man mit einem weniger konstruierten Skript etwas machen können. Zumindest seine Herkunftszeit wird noch recht gut kaschiert, der Angriff des schlechten Geschmacks bleibt somit aus, was über lange Distanzen an depressiver Langeweile wenig hinweghelfen kann. Absolutes Highlight des Films: Miss Molly schwingt im Cowboykostüm und mit Holzpferdchen die speckigen Hüften auf der Bühne - wuahahahaa!! Die DVD selbst, welche ich schon für deutlich unter 10 Euro gesichtet habe, ist technisch gesehen zwischen gut und mangelhaft einzuordnen, je nachdem ob man sich die miese deutsche Version oder die saubere englische Version anschaut.


Film++----
Bild+++---
Ton+++---
Bonus++----


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Fear City - Das Buch einer Bestie
Fear City - Das Buch einer Bestie
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