Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 1974
Originaltitel:Double Agent 73
Alternativtitel:Teuflische Brüste II
aka. Superheißes Ding, Ein
Länge:69:24 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:juristisch geprüft, strafrechtlich unbedenklich
Regie:Doris Wishman
Buch:Judy J. Kushner, Doris Wishman
Kamera:Yuri Haviv, C. Davis Smith
Musik:Cine Top
Darsteller:Chesty Morgan, Frank Silvano, Saul Meth, Jill Harris, Louis Burdi, Peter Savage, Cooper Kent, Joseph Chiaro, Denise Purcell, Donny Lee, Howard Blakey
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:Kleine Hartbox
DVD-Start:22.09.2006 (Verleih) / 20.10.2006 (Kauf)
Specials:
  • Trailer (1:20 Min.)
  • Bildergalerie (19 Bilder)
  • Kuriositäten aus der deutschen Kinofassung (6:01 Min.)
  • Galerie "The Wild World of Doris Wishman" (4:39 Min.)
  • Trailer "Teuflische Brüste" (2:53 Min)
Die Geheimagentin Jane (Chesty Morgan) ist blond, schön, wohlgeformt und üppig proportioniert. Und ihr nächster Auftrag wartet schon. Für eine internationale Organisation soll sie einen rabiaten Rauschgift-Ring ausheben, der für den Tod Tausender unschuldiger Menschen verantwortlich ist. Mit ihrem Superbusen als Köder schafft sie es schnell, Kontakt mit einigen Mitgliedern des Ringes herzustellen, um so an den skrupellosen Oberboss der Drogenbande zu gelangen.
Ohne dass der Verdacht auf sie fällt, kann sie zudem mit einer Kamera, die in ihre linke Brust implantiert wurde, unbemerkt Geheimdokumente fotografieren. Dass aber auch gleichzeitig Sprengstoff implantiert wurde, weiß Jane nicht. Und dieser wird explodieren, wenn sie es nicht schaffen sollte, zur vorgegebenen Zeit zurück im Hauptquartier zu sein ...
- "Der letzte Drink hat mich geschafft. Da muss mir einer Alkohol in den Wodka getan haben. Ui!"
- "Dabei hatte ich heut Nacht noch was Schönes mit dir vor." (Filmzitat)

"Natur"talent Chesty Morgan bekommt als Agentin eine Kamera in die linke Brust eingebaut, die immer dann auslöst, sobald sie diesen gewaltigen Teil ihres Körpers anhebt (na, jetzt den Vorspann verstanden?). Mit der Lizenz zum Töten wird sie losgeschickt, um einen gefährlichen Drogenboss innerhalb von wenigen Tagen aus dem Verkehr zu ziehen. Ihre Unnachgiebigkeit und besonders die üppigen weiblichen Reize sollen ihr helfen, in der Männerdomäne aufzuräumen. Na, das kann ja was werden ...


Obwohl der zweite Teil der Interner Link"Teuflischen Brüste" ganz genau im selben Billigstil heruntergekurbelt wurde wie der Erstling, schafft er es doch, mich wesentlich besser zu unterhalten. Der Grund: ein immens angezogener Trash-Faktor. Bereits die Idee der Kamera in der Brust sorgt beim Drübernachdenken für vergnügliche Momente. Wo steckt eigentlich das Objektiv? Und wie wird der Film gewechselt bzw. entwickelt? Gibt es einen einstellbaren Fokus? Ich kann nur hoffen, dass der Zuschauer in vergnüglicher Runde sitzt, wenn Agentin Jane sich oben rum freimacht, um geheime Dokumente abzulichten, deren Besitzer nach einem Überfallversuch einfach mit den Riesenwummern ins Land der Träume geschickt wird. Gleich im Anschluss gibt es eine Verfolgungsjagd, die natürlich billig aussehen würde, hätte man sie nicht im Zeitraffer abgespielt. Die Autos bremsen an jeder Kreuzung und die gesamte Chose endet genau an dem Punkt, an dem sie begann. Spricht das nun für oder gegen das weit verbreitete Vorurteil, dass Frauen nicht Auto fahren können? Zumindest kann Hauptdarstellerin Chesty (was für ein Künstlername!) wieder nicht schauspielern. Auch wenn sie sonst jeder Darstellerin eines Russ Meyer-Films unterlegen ist, so hat sie doch einen Rehblick drauf, der sofort in jedem Zuschauer Mitleid aufkommen lässt. Dabei kann die gute Frau, die mit ihrer ausladenden Figur glücklicherweise nicht in ein Emma Peal-Lederkostüm gesteckt wurde, ganz gut auf sich selbst aufpassen.


Hervorragend ist auch jede Szene mit Chesty, in der sie sich ein wenig entspannt. So wie andere Leute die Schuhe ausziehen und aufs Sofa legen, geht bei ihr die Bluse auf. Verständlich, man möchte sich ja in den eigenen vier Wänden so frei wie möglich fühlen. Die Kamera hält natürlich immer schön auf die hervorstehendsten (bzw. -hängendsten) Merkmale der Hauptdarstellerin drauf, ganz ungeniert und ziemlich dilettantisch, aber auch immer mit einer Wonne, dass es jedem Trash-Fan warm ums Herz wird. Selbst die Attentäter sehen stets als Letztes nur die verschwommene Oberweite von Jane. Trotzdem sehen sie nicht aus, als ob sie glücklich sterben würden. Seltsam!

Den Action-Anteil hat man übrigens erhöht und damit auch den Spaßfaktor. Kleine Gadgets wie ein explodierender Lippenstift sollen vermutlich an James Bond erinnern. Weiterhin wird in einer Szene eine Vase gezeigt, die auf Knopfdruck ein giftiges Gas freilässt - ohne dass Jane selbst etwas davon abbekommt. Superagenten und -helden können sowas ab! Die aber darauf folgende Szene besitzt noch mehr Schenkelklopfergarantie, denn das benommene Opfer wird mit Eiswürfeln gefüttert, bis es entweder daran erstickt, erfriert oder ertrinkt ... man weiß es nicht genau. Trifft sich eigentlich auch ganz gut, schließlich wollte Jane sich eh grad einen Drink machen.


Auch beim Profikiller Igor werden Parallelen zum vielfach teureren Vorbild erkennbar, nur dass es hier lediglich zu einer böse aussehenden Schürfwunde im Gesicht (großer Igitt-Faktor) und einem russischen Akzent reicht, nicht aber zum Charisma eines echten Superschurken. Doris Wishman arbeitet eben im Kleinen und weiß die wenigen Dinge, die ihr zur Verfügung stehen hiermit durch ein ausgefallenes Skript aufzubessern. Da wird schon mal schnell der Interner Link"Psycho"-Duschmord als Attentatsversuch referenziert - und weil das Werk eh in die Schmuddelecke gesteckt wird, kann man doch mal ein wenig mehr zeigen, oder? Einer nackten Frau auf der Brust rumzuschlitzen sieht dann auch ziemlich unappetitlich aus, auch wenn es billig gemacht ist.
In Sachen Filmschnitt und Kameraarbeit wird vermutlich am Deutlichsten, wie gering das Budget gewesen sein muss. "Teuflische Brüste 2" verfällt oft auf sehr lang gestreckte, mitunter wacklige Aufnahmen, die jeder halbwegs fähige B-Regisseur schon längst zusammengeschnitten hätte. Dazu sind die Arrangements der Szenen sehr holprig und lassen vermuten, dass etwas planlos gefilmt wurde oder möglichst viel Material in den Endschnitt übergehen musste, weil sonst die minimale Laufzeit nicht erreicht worden wäre. Aber auch das kann ja schließlich zur Belustigung beitragen ...


Eine besondere Bemerkung haben noch einige Dialoge verdient. Zwar hat hier keine Edelübersetzer dran gearbeitet, aber die Gespräche sind doch wieder von ganz besonderem Kaliber. Höhepunkt des Treibens ist ein Treffen in der Bar, bei dem die Nuschelei eines Betrunkenen so authentisch ist, dass man schwer davon ausgehen muss, dass der Treffer zur Zeit der Aufnahme selbst einen in der Krone hatte. Herrlich ist natürlich auch der schwere russische Akzent von Igor (auch im Original), den die deutsche Tonschmiede herrlich überzogen hat. So sieht z.B. ein Gespräch zwischen Igor und einem angeheuerten Killer aus, der statt Jane deren Freundin abgemurkst hat:
- "Dimitri, war falsche Frau."
- "Ja, da kann man nichts machen, das 's Künstlerpech!"
- "Mr T. sehr erbost!"
- "Das kann doch mal passieren."
- "Du besser aufpassen nächste Mal ..."
- "Jaja."
- "... sonst Ende für dich!"
- "Wollen Sie mir drohen?"
- "Jetzt sie töten, verstanden?"


Wem das nicht reichen sollte, dem kann noch der wundervoll triefende Score voller Stimmungsschwankungen empfohlen werden, der für sich gesehen zwar angenehm klingt, aber nie so richtig zur jeweiligen Szene passen will, weil er immer etwas zu dick aufträgt. Dafür wurde wieder an anderer Stelle gespart, denn das Konzept ließ nicht mal die Ausarbeitung eines Symbols für den Kontaktmann zu. Der zeichnet lediglich etwas auf, das aussieht wie zwei Wollknäuel mit einer Stricknadel - und das in einem Film mit einer derart starken Frau.

Das Vollbild der deutschen, ungekürzten DVD zeigt mit einigen Ausnahmen ein kräftiges Farbschema, das ein wenig an Super 8 erinnert, aber nicht dessen starke Körnung mit sich bringt. Die Bildqualität wird nicht durchgängig erreicht, ein paar Einbrüche kommen immer wieder vor. So sind einige Szenen von Kratzern übersät. Auch die Schärfe fällt manchmal stark ab. Besonders gegen Ende, wenn die Fotografien geprüft werden, nimmt die Kamera unscharfe Bilder auf. Da ist eine spätere Aufarbeitung (nach immerhin 30 Jahren) natürlich kaum noch wirksam. Sieht man davon ab, wird es aber selten verwaschen, höchstens ein wenig weich. Wer sich aber mal Softpornos aus dieser Zeit angeschaut hat, der kennt diese kleinen Macken. Der Kontrast wird eigentlich nie auf die Probe gestellt, da dunkle Szenen ausbleiben, so dass der satte Schwarzwert ausreicht. Enttäuschend ist aber wieder die Kompression bzw. ein Zusammenspiel aus dieser und dem Hintergrundrauschen geworden, da sich immer wieder seltsame Muster auf vielen Flächen bilden. Über kleinere Defekte wie Laufstreifen (selten) oder ein wackliges Bild (Aufnahme bedingt) kann man hinwegsehen. Noch 3 Punkte, es könnte nämlich wesentlich schlechter sein.


Am Ton ändert sich zwar nicht Wesentliches, trotzdem macht er einen geringfügig schlechteren Eindruck als der erste Teil. Die Abwertung ist auf das stärker durchdringende Rauschen zurückzuführen. Erstmals ist auch eine Szene zu hören, die keine deutsche Synchro besitzt und deswegen im Original mit deutschen Untertiteln vorliegt. Das soll aber keinen Einfluss auf die Wertung haben. Die deutsche Tonspur besitzt ein paar Knackser und ist sicherlich alles andere als klar oder hoch aufgelöst. Stellt man sich aber vor, was der Film insgesamt gekostet haben mag (wahrlich nicht viel), ist die deutsche Synchro doch von ordentlicher Beschaffenheit. Der peppige Score kommt in beiden Sprachen gut zur Geltung, auch wenn es Englischen etwas mehr dumpf klingt. Wer den typischen 70er Jahre-Klang kennt und mag, der wird hier nicht enttäuscht. Lediglich das Fehlen von kompletten deutschen Untertiteln stimmt ein wenig betrüblich, aber das kennt man nicht anders von Titeln der Trash Collection.


Das Bonusmaterial ist weitestgehend von der Interner Link"Teuflische Brüste"-DVD (ebenfalls CMV) bekannt, enthält also Trailer zu beiden Teilen und eine sehenswerte Bildergalerie über weitere Doris Wishman-Filme. Hinzu kommt eine Bildergalerie mit Aushangmaterial zu diesem Film und eine kurze Auflistung von Unsinnigkeiten, die die damalige deutsche Fassung verbrochen hatte. Hier sollte man reinschauen, wird doch ein grandioser Dialog geboten, den man in der US-Fassung, die es auf dieser DVD zu beschauen gibt, nicht geboten bekommt.
Möglicherweise hat man einen anderen Titel aus der Trash Collection als Vorlage für das stets einheitliche Cover-Design genutzt, denn während auf der Vorderseite noch von Doris Wishmans "Teuflische Brüste II" die Rede ist, wird auf der Rückseite eine Roberta Findlay erwähnt. Diese Trash-Regisseurin besitzt zwar ein ähnliches Betätigungsfeld wie Wishman und wurde bereits in dieser Kollektion vorgeführt (z.B. Interner Link"Das Orakel" und Interner Link"Game Of Survival"), hat aber nichts mit "Teuflische Brüste II" zu tun.


Doris Wishman steigert sich mit ihrer Agentinnengeschichte deutlich, denn trotz einfacher Machart, beinahe dilettantischer Produktion und einer emotionslosen, wie mit Beruhigungsmitteln vollgepumpten Hauptdarstellerin kommt der Spaß mit "Teuflische Brüste 2" ganz groß raus. Somit schlägt der subjektive Qualitätspegel wie eine überladene Küchenwaage durch und kommt auf der Seite "toll" wieder hinaus. Noch ein Warnhinweis: Wer die Fotografiermethode von Jane an anderen Personen ausprobieren möchte, sollte sich vorher das Zutrauen derer erarbeitet haben, sonst blitzt es nicht, aber es hagelt Sterne.
Übrigens: Der Originaltitel "Double Agent 73" wurde später ohne die Zahl (welche natürlich für den Brustumfang steht) für eine britische Pornoreihe genutzt, wobei es aber nur dort Szenen zu sehen gibt, die unterhalb der Gürtellinie abzielen.


Film+++/--
Bild+++---
Ton+/----
Bonus++----


Druckbare Version
Teuflische Brüste (Trash Collection #38)
NewsCMV-Neuheiten im September / Oktober '06
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.