Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2003
Originaltitel:Daredevil
Länge:99:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mark Steven Johnson
Buch:Mark Steven Johnson
Kamera:Ericson Core
Musik:Graeme Revell u.a.
SFX:Frank W. Tarantino, Mike Edmonson u.a
Darsteller:Ben Affleck, Jennifer Garner, Colin Farrell, Michael Clarke Duncan, Jon Favreau, Scott Terra, Ellen Pompeo, Joe Pantoliano, Leland Orser, Lennie Loftin, Derrick O'Connor, Paul Ben-Victor, David Keith, Carrie Geiben, Stan Lee, Jude Ciccolella, Kane Hodder, Boyd Kelly, Mark Margolis, Raasean Robinson, Dina Rosenmeier, Kevin Spirtas
Vertrieb:Fox
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
DVD 1:
  • Audiokommentar von Mark Steven Johnson und Gary Foster (englisch mit deutschen Untertiteln)
  • Textkommentare
  • Bildsonderfunktionen, kommentiert von John Kilkenny (englisch mit deutschen Untertiteln)
  • 3 Trailer:
    • X-Men 2
    • 28 Days Later
    • X-Men 1.5
DVD 2:
  • Jenseits von Hell Kitchen - Making of (58:47 Min., englisch mit deutschen Untertiteln)
  • Bildsonderfunktionen zum Making of (20:11 Min., englisch mit deutschen Untertiteln)
  • Jennifer Garner Probeaufnahme
  • Multi Angle Dailies
  • Der Bösewicht Kingpin (englisch mit deutschen Untertiteln)
  • HBO First look Special (24:47 min, englisch mit deutschen Untertiteln)
  • Ein Tag mit Tom Sullivan (8:27 min., englisch mit deutschen Untertiteln)
  • 2 Trailer
  • Teaser
  • Musikvideo:
    • "Fuel" - Won't back down
    • "The Calling" - For you
    • "Evanescene" - Bring me to life
  • Fotogalerien (578 Bilder)
  • Die Entstehung von Daredevil (59:13 Min., englisch mit deutschen Untertiteln)
  • Reise durch die Schattenwelt (6:14 Min., englisch mit deutschen Untertiteln)
  • Charakterprofile (5 Texttafeln)
Wie kann ein Blinder ein Superheld sein? Das geht doch nicht und ist absurd! Sie mögen vielleicht recht haben, aber Marvel-Chef Stan Lee hat ein großes Herz für gebrochene Helden und erschuf somit Anfang der sechziger Jahre den wohl ungewöhnlichsten Helden des Comic-Universums: Daredevil. Um genauer zu sein, war es Bill Evertett, seines Zeichens langjähriger Zeichner und Geschichtenerfinder bei Marvel Comics, der diesen "Superhelden" erschuf, der im Grunde gar keiner ist ...

Der Junge Matt Murdock erblindet nach einem Unfall mit radioaktiven Substanzen und wird mit einer Art Radarsinn ausgestattet. Über Jahre hinweg entwickelt er seine neue Fähigkeiten und schwört auf Rache, als sein Vater nach einem gewonnenen Boxkampf getötet wurde. Matt will Gerechtigkeit um jeden Preis und das auf die eine oder andere Weise.
Durch seinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn wurde Matt zum Anwalt und sorgte dadurch, dass er blind ist, für Aufsehen. Leider bleiben die großen Aufträge aus, was wohl daran liegt, dass er wirklich nur die Menschen verteidigt, die auch unschuldig sind. Auch steht er immer wieder vor der Misere, dass er die Prozesse verliert und die Verbrecher frei kommen. Dies geschieht nicht selten durch den Einfluss von Wilskon Fisk, besser bekannt als Kingpin. Als seriöser Geschäftsmann getarnt ist er in Wirklichkeit der Herrscher über die New Yorker Unterwelt und auch für den Tod von Matts Vater verantwortlich, was Matt aber erst später herausfindet.
Doch wenn die Justiz versagt und die Nacht hereinbricht wird aus Matt Murdock Daredevil, eine Gestalt in einem roten Kostüm, welcher als "Mann ohne Furcht" gegen die Unterwelt ankämpft und sich nur allein auf sein Gehör und seinen Radarsinn verlassen kann. Er kennt keine Furcht und keinen Schmerz. Er will die Welt von dem Bösen befreien und geht dabei nicht gerade sanft mit seinen Gegnern um. Matt will Gerechtigkeit - und das um jeden Preis. Daredevil ist eine gebrochene Seele, die selbst vor dem eigenen Tod nicht zurückschrecken würde. Als sich Matt in die schöne und reiche Elektra verliebt, steht ein neues Problem an: Als Elektras Vater von Bullseye im Auftrag von Kingpin ermordet wird und Elektra Daredevil verdächtigt, schwört sie Rache.
Bullseye ist ein Auftragskiller mit einer auf die Stirn tätowierten Zielscheibe und alles, was er wirft, wird bei ihm zu einer tödlichen Waffe. Bullseye verfolgt die Limousine von Elektra und ihrem Vater unbemerkt und verursacht einen Unfall, bevor Bullseye seinen Auftrag jedoch erledigen kann, kommt Daredevil ihm die Quere und versucht Elektra und ihren Vater zu beschützen. Bullseye jedoch kommt in die Hände von Daredevils Waffe und tötet Elektras Vater damit. Als Elektra es schafft, aus dem Autowrack zu kommen, sieht sie nur noch, wie Daredevil flüchtet. Voller Hass und Wut wendet sich Elektra gegen den "Schutzteufel", doch zu spät erkennt sie, dass der Mann, den sie töten will, auch der Mann ist, den sie über alles liebt. Das Schicksal nimmt seinen Lauf ...
Als man die ersten Bilder des Filmes zu Gesicht bekam, gab es unter den hart gesonnenen Daredevil-Fans schon sehr viel zu diskutieren. Das, was man gesehen hat, wich doch schon sehr stark von der Vorlage ab und zeigte zum einen eine Elektra im schwarzen Lederkostüm, wobei sie in den Comics ein sehr freizügiges rotes Kostüm trägt. Dies lässt sich ja noch verschmerzen (bei Interner Link"X-Men" wurden ja auch die Kostüme verändert), Bullseye jedoch wurde komplett verändert. Während er in den Comics eine Maske mit aufgedruckter Zielscheibe trägt, wurde im Film die Maske weggelassen. Stattdessen trägt er die Zielscheibe als Tätowierung direkt auf der Stirn. Auch Kingpin musste Veränderungen über sich ergehen lassen, so z.B. wurde aus einem weißen, fiesen Fettsack, der noch dazu rassistische Züge aufweist, ein Schwarzer. Im Grunde ja auch nicht all zu schlimm, da hier die schauspielerische Leistung von Michael Clarke Duncan wirklich überzeugend ist. Dennoch wäre es für den Tiefgang der Story besser gewesen, sie hätten Kingpin nicht verändert, außerdem ist er viel zu dünn und agiert hier nur als Drahtzieher im Hintergrund und wirkt auch viel zu sympathisch. Kingpin ist ein böser Mensch, der Mörder von Matts Vater und Anführer des New Yorker Underground, doch die Zuschauer finden ihn auf seine Art sympathisch, was nicht hätte passieren dürfen. Hier versucht man, die Antipathie der Zuschauer auf Bullseye zu lenken, aber auch dies gelingt nur bedingt, da ihn auch hier einige witzige Momente wieder sympathisch machen und den Zuschauer zum Schmunzeln bringen.
Auch wurde das Grundprinzip der Story geändert. In den Comics kennt und liebt Matt Elektra schon seit dem College und erst, als Elektras Vater getötet wird, verschwindet sie für 6 Monate und lässt sich zu einer Killerin ausbilden. Sie gab insgeheim Matt die Schuld an dem Tod ihres Vaters und wird später zur tragischen Gegenspielerin des Daredevils in einem komplexen Spiel auf Kingpins Seite. Die Grundgeschichte ist so umfangreich, dass man direkt zwei Filme hätte drehen können. Leider verheizt Regisseur Mark S. Johnson alles direkt und ganz Hollywood like in einem Film. Nur vergaß er dabei, dass es sich hier nicht um irgendeinen Film, sondern um eine Marvel-Verfilmung handelt, und die hat man mit Sorgfalt zu behandeln. Die Marvel-Filme der letzten Jahre waren allesamt gut bis sehr gut. Einer der größten Fehler in "Daredevil" ist, dass Matt im Film bereit ist seine Feinde zu töten, was im Comic nicht der Fall ist. dies charaktersiert den "Daredevil" wieder ganz anders, wobei jeder nun selbst wissen muss, ob positiv oder mehr negativ ...
Gut, aber bei "Daredevil" fragt man sich wirklich, wieso Stan Lee diesem Script zugewilligt hatte.

Regisseur Mark S. Johnson nennt sich ja selbst einen Liebhaber der Comics und auch Ben Affleck wollte schon immer in die Rolle des roten Rächers schlüpfen, aber wieso dann auf diese Weise? "Daredevil" hätte ein düsterer, harter und emotionsvoller Film werden können. Man fragt sich wirklich, wieso und warum das Ganze.
"Daredevil" bietet uns an sich gute Unterhaltung, wenn man sich die ursprüngliche Story wegdenkt. Es werden uns gut choreografierte Kampfszenen gezeigt, die wiederum einfach zu glatt wirken. Mal ehrlich, wir sind hier nicht beim Wrestling, Daredevil ist ein Straßenkämpfer und nicht der Undertaker. Die Atmosphäre wird durch düstere und beängstigende Kulissen erzeugt, New York bei Nacht, abscheuliche Gossen und Schreie aus dem Dunkeln. Weiterhin trägt Daredevils Radarblick zu einem wunderbaren Stilmittel im Film bei. Es ist immer wieder ein aufregender Effekt, wenn man die Welt aus der Sicht des Daredevil sieht. Ben Affleck spielt die Rolle des Daredevil im Grunde recht gut, im fehlt es aber etwas an Verzweiflung und Gefühlen, die er nicht recht mit einfließen lassen kann. Man nimmt es ihm nicht ab, dass er ein Doppelleben führt. Der Hass und die Verzweiflung, die er ständig mit sich führt, kommt einfach nicht glaubwürdig genug rüber.
Ganz im Gegensatz zu Jennifer Garner als Elektra. Die 29jährige Schauspielerin, die zur Zeit erfolgreich mit Interner Link"Alias" im deutschen und amerikanischen TV anläuft, zeichnet sich durch ein perfektes Schauspiel aus, kann ihre Rolle aber im Film nicht richtig entfalten, da sie bereits nach der Hälfte des Filmes stirbt. Leider werden zu viele Höhepunkte, die man in zwei bis drei Teilen hätte unterbringen können, in "Daredevil" einfach verheizt, anstelle hier eine Art Einführung in die Welt des Daredevil zu geben und in Teil 2 die erst die Action-Bombe so richtig platzen zu lassen. So klappt es doch auch bei Interner Link"X-Men" und auch Interner Link"Spider-Man" gibt sich mit Teil 1 noch etwas ruhiger als erwartet, wird aber in Teil 2 zu Höchstform auflaufen, da die Anfangsgeschichte schon komplett erzählt wurde. Wieso diese großen Änderungen bei "Daredevil" gemacht wurden, bleibt ein Rätsel.

Laut dem Regisseur Mark Steven Johnson, der auch das Drehbuch schrieb, habe man sich für den Film das Beste aus der langen Comicgeschichte des "Manns ohne Furcht" herausgesucht: "Wir haben uns sehr durch Stan Lee und Bill Everett, die die Figur schufen, beeinflussen lassen ... aber wohl am meisten von Frank Miller. Ich bin ein großer Frank Miller-Fan und im Film haben wir ja seine Elektra- und Kingpin-Story verwendet. Aber auch Kevin Smiths Daredevil hat seinen Eingang in die Geschichte gefunden."
Dies ist ja alle schön und gut, aber es funktioniert einfach nicht. Bei "Daredevil" kommt nicht die Spannung auf, die man erwartet und das Finale mit Kingpin ist irgendwie auch kein richtiges Finale. Der Kampf mit Bullseye wirkt hier viel intensiver, als beim Showdown mit dem eigentlichen Feind Kingpin.
Leider ist es so, dass man bei "Daredevil" auf das einfache "Gut gegen Böse"-Prinzip zurückgreift und somit die ganze Schönheit, die ganze Angst und den Schmerz des Originals einfach vernachlässigt, nur damit man leicht verdauliche, aber immer noch nicht kindgerechte Kinogülle bekommt, die sicherlich erfolgreich sein wird, jedoch sehr viele Fans abschreckt.
Ich will jetzt damit aber auch nicht sagen, dass "Daredevil" Schrott ist, denn er hat wirklich wundervolle Momente, wie z.B. die Darstellung der Radarsicht von Matt, diese wurde wirklich brillant inszeniert. Die ganzen Spezialeffekte an sich sind wirklich sehr gut und wirken dadurch, dass sie im Dunkeln spielen, wesentlich realistischer, als die von Interner Link"Spider-Man". Auch der Soundtrack trägt eine Menge zur Atmosphäre bei und auch wenn einige Rap Songs nicht gerade jedermanns Sache sind, kann man von einem gelungenen Soundtrack sprechen, der unter anderem von Moby, Rob Zombie und Nickelback eingespielt wurde. Die Kennenlern-Szene mit Matt und Elektra, in der sie gegeneinander kämpfen, ist sehr amüsant, wenn auch etwas kitschig ausgefallen, hebt aber das Comichafte der Story etwas hervor.
Für richtige Fans und Insider sind auch die vielen Cameo-Auftritte diverser Marvel-Zeichner, Autoren sowie diverser Schauspieler interessant. Neben Kane Hodder (Jason in Interner Link"Freitag der 13." Teil Interner Link8 und Interner Link9) und Stan Lee himself gibt es noch eine Begegnung mit Kevin Smith, den viele wohl nur als Silent Bob aus Filmen wie Interner Link"Dogma" und "Jay And Silent Bob Strike Back!" kennen: Er hat einen Cameo als Pathologe "Jack Kirby" (eine Anspielung auf den berühmten Marvel-Zeichner) in einer Szene mit Joe Pantoliano, der den Reporter Ben Urich spielt : "Ich verkaufe Ben Ulrich-Insider-Informationen über eine Autopsie."
Ben Ulrich ist in den Comics das Bindeglied zwischen Spidermann und Daredevil. Nur dass er im Comic für den Bugle arbeitet und nicht wie im Film für die New York Post.
Trotzdem sind dies Dinge, die den Film wieder etwas aus der Belanglosigkeit herausheben und erträglich machen. Hätte man das ganze Pulver nicht verschossen, wäre "Daredevil" ein toller Film geworden, aber nicht so ...

Nichtsdestotrotz ist natürlich eine Fortsetzung zu "Daredevil" geplant, welche in meine Augen eher unnötig als nötig ist, da hier die Spannung erloschen ist. Kingpin weiß, wer Daredevil ist, Elektra, die doch noch lebt, weiß, wer Matt ist und wo bleibt da noch der Reiz? Auch Elektra wird laut Aussagen von 20th Century Fox zurückkehren, man hatte die Unkenrufe der Fans erhört und nun kommt ein eigener Elektra-Film mit dem Titel Interner Link"Elektra: Assassin". Hier ein kurzer Auszug aus der Story:
Die wunderschöne Killermaschine Elektra hat den Auftrag, den Präsidentschaftskandidaten Ken Wind zu eliminieren. Nachdem sie den südamerikanischen Präsidenten Carlos Huevos ermordet hat, sind ihr Agenten von S.H.I.E.L.D. auf den Fersen. Einer dieser Unglücklichen ist Agent John Garrett, den sie fast in Stücke zerfetzt hätte, nur um ihn letztendlich für ihr eigenes Vergnügen am Leben zu lassen. Garrett wurde aber mit einem speziellen elektronischen und pneumatischen Körper wiederbelebt. Elektra wendet nun eine sonderbare Ninja-Gedankenkontrolltechnik auf ihn an, um ihn ihren Willen aufzuzwingen. Unterdessen ist S.H.I.E.L.D. damit beschäftigt, Perry, Garrett's Partner, der ebenfalls von Elektra schwer verstümmelt wurde, wieder zusammenzusetzen. Was keiner weiß ist, dass Perry einen düsteren Hintergrund bestehend aus Gewalt und Wut hat, und nun liegt es an Elektra und Garett, ihn aufzuhalten, bevor er vollständig aufgebaut ist. Aber Garrett's Verrat an S.H.I.E.L.D (infolge von Elektra's Gedankensteuerung) hat den Agenten Chastity und Colonel Nick Fury auf seine Spur geführt.
Wann beide Filme nun gedreht werden, steht noch nicht fest, aber es wird schnell gehen, denn zur Zeit sind Comic-Verfilmungen ja total in. Wünschenswert wäre es ja, wenn man sich diesmal mehr Mühe machen würde, was ich aber bezweifle.

Zum Schluss gibt es noch zu sagen, dass noch ca. 25 Minuten vom Film, die man als Sub Plot bezeichnen könnte fehlen. Ihr werdet am Abspann den Namen des Rappers Coolio sehen, aber Coolio wird nicht im Film selbst zu sehen sein. Nach Aussage von Johnson schien es eine brillante Idee zu sein, einen größeren Nebenhandlungsstrang im Superhelden-Abenteuer zu haben, in dem eine Person namens Daunte Jackson involviert ist. Tagsüber ist der Rächer Daredevil der blinde Anwalt Matt Murdoch. Johnson wollte zeigen, was für ein hervorragender Anwalt Murdock ist, und so schuf er eine Handlung, bei der Murdock (Ben Affleck) und sein Assistent Franklin Nelson (Jon Favreau) versuchen, die Unschuld ihres Mandanten Daunte Jackson im Mordfall zu beweisen. "Also ziehen sie los und führen Nachforschungen durch. Hierbei wird eine mir sehr wichtige Seite von Matt's Charakter gezeigt. Er ist tagsüber genauso ein Verfechter der Unschuldigen, wie er es auch bei Nacht ist", erklärt Johnson. Diese Nebenhandlung nimmt etwa 20 Minuten Film ein, welches auf der DVD-Director's Cut-Version von Daredevil zu finden sein wird.
"Ihr werdet einen völlig verschiedenen Film auf DVD sehen. Wir mussten die Gewaltdarstellung ein wenig mildern, um ein PG-Rating (ab 13 Jahre in den USA) für die Kinoaufführung zu bekommen und unter den Schnitten befinden sich wichtige Szenen für jeden der Hauptcharakter."

Da hoffen wir einmal, dass der Director's Cut bald erscheint, zwar glaube ich nicht daran, dass er dadurch viel besser wird. Aber wenigstens werden den Fans genug Geld aus der Tasche gezogen.

Nachdem "Daredevil" in den deutschen Kinos nur in seiner um knapp eine Minute an diversen Actionszenen gekürzten FSK12-Fassung lief, liegt uns diese 2 Disc Special Edition aus dem Hause Fox in seiner längsten momentan erhältlichen Fassung vor und wurde von der FSK mit einer Freigabe ab 16 eingestuft. Die Bildqualität kann hier mehr als nur überzeugen. Neben einem wirklich exzellenten Kontrast und einer fast perfekten Detailschärfe wirken die meist als Stilmittel eingesetzten kalten Farbtöne sehr natürlich und kräftig und geben die düstere Atmosphäre des Filmes brillant und sauber wieder. Die Schärfe ist bis auf kleine Ausnahmen wirklich hervorragend. Lediglich leichtes Bildrauschen kann man als negativ bezeichnen. Die Kompressionen sind stets sehr gut und Verschmutzungen und andere Defekte lassen sich nicht ausfindig machen. Rundum gelungen, aber durch leichte Probleme in der Schärfe und dem Bildrauschen ganz knapp an der Höchstnote vorbei.
Wo das Bild leider einen Punkt verschenkt, müsste man bei dem Ton noch einen drauflegen. Hier schreit es förmlich nach Referenz. Egal ob DTS (der mal wieder nicht auf dem Cover vermerkt wurde) oder der Dolby Digital Track, hier wird uns ein druckvoller und dynamischer Raumklang geboten, der in allen Belangen überzeugen kann. Die Effektkanäle sind ständig im Einsatz, egal ob es sich dabei um Umgebungsgeräusche oder den Score handelt, hier geht es immer voll zur Sache. Vor allem die Szenen, wo die Höreindrücke unseres Helden verdeutlicht werden, stellen sich schnell als Hörerlebnis der Sonderklasse heraus. Dass man sich mitten im Geschehen fühlt ist hierbei keine Seltenheit, wirklich unglaublich. Der DTS-Ton ist im Bassbereich etwas kräftiger als die Digitalspur, aber im Ganzen gibt es keine nennenswerten Unterschiede.

Das Bildmenü der Haupt-DVD, sowie der Bonus-DVD wurden wirklich wunderschön animiert, was nicht gerade zum Standard bei Fox gehört. Hier darf man aber gar nicht meckern und sich über diese Entscheidung freuen. Auch lassen sich die einzelnen Tonspuren mitten im Film wechseln, das selbe gilt auf für die Untertitel. Auch dies ist eher eine Seltenheit bei Fox und wird hierbei ebenfalls hoch angerechnet. Sehr schön auch, dass trotz den 3 Tonspuren und dem hervorragenden Bild die erste DVD immer noch eine große Auswahl an Extras aufweist. Einmal ein optional untertitelbarer Audiokommentar vom Regisseur Mark Steven Johnson und dem Produzenten Gary Foster, sowie ein Textkommentar, der mitten im Film einen sehr informativen Text einblendet. Natürlich darf auch der Enhanced View Mode nicht fehlen, hier auch Bildsonderfunktion genannt. So werden im Film nach und nach weitere Extras anwählbar. In diesem Falle ist es eine Multi Angle-Funktion, die meist bei den reichhaltigen Actionszenen zum Einsatz kommt.
Die Bonus-DVD wurde in zwei Teile gegliedert. Einmal "Der Film" und zum anderen "Der Comic". Unter "Der Film" findet man neben dem obligatorischen Teaser, 2 Kinotrailern und eine Fotogalerie mit ganzen 578 Bildern zum Storyboard, Kostüme, Set Design, Fotos vom Dreh und den Requisiten. Dann gibt es noch 3 Musikvideos der Gruppen Fuel, The Calling und dem Nummer 1 Hit "Bring me to life" von Evanescence.
Mit "Jenseits von Hell's Kitchen - Making of Daredevil" gibt es eine knapp 59minütige Dokumentation. Diese wirklich ausführliche Doku bietet uns Einblicke in die Produktion von "Daredevil" mit vielen Interviews, Aufnahmen vom Set und vielem mehr. Wirklich sehr informativ und das Beste, was ich seit langem gesehen habe. Das besondere hierbei ist, dass man sich wie im Film selbst noch mitten in der Dokumentation 6 separate Kurz-Featurettes anschauen kann, diese sind aber auch einzeln anwählbar.
Die Probeaufnahmen von Jennifer Garner sind nicht besonders interessant, aber ein nettes Extra, wenn man Fan der hübschen Frau ist. Bei den Multi-Angle Dailies gibt es zwei kurze Clips die jeweils eine Kampfszene aus verschiedenen Blickwinkeln zeigt. Beim Menüpunkt "Der Bösewicht: Kingpin" stellt Kingpin-Darsteller Michael Clark Duncan kurz seine Figur vor, leider erfährt man auch hier nicht, wieso der Kingpin schwarz anstatt weiß ist. Bei "Daredevil - HBO First Look" führt uns Jennifer Garner durch ein knapp 25-minütiges Special des US-Pay TV-Senders HBO. Wie so oft ist auch dieses recht gute Special zu Promotionzwecken gedacht, hebt sich aber positiv von den anderen HBO Specials ab. Bei "Moving through Space - Ein Tag mit Tom Sullivan" wird der blinde Tom Sullivan, der als Berater für den Film fungierte, einen Tag lang begleitet. Diese Special ist wirklich sehr beindruckend. In knapp 10 Minuten sieht man, wie er mit seinem Leben trotz seiner Behinderung klar kommt und es in allen Belangen meistert.
Im Comic-Menü gibt es mit "Männer ohne Furcht - die Entstehung von Daredevil" ein weiteres knapp einstündiges Special, in dem Stan Lee und andere Beteiligte der Marvel und der Daredevil-Comics zu Wort kommen. Bei "Reise durch die Schattenwelt" werden Daredevils außergewöhnliche Fähigkeit in 7 Minuten anhand von Beispielen aus dem Original Comic und dem Film erläutert. Zum Schluss gibt es dann noch Charakterprofile als Textafeln.

Hier bekommen wir nicht nur ein fast perfektes Bild und einen Referenzton geboten - nein, die 3 Stunden Bonusmaterial sind dermaßen informativ, dass man danach im Grunde alles über den kleinen Teufel weiß. Einzigster Wermutstropfen ist, dass es hier keine geschnittenen Szenen gibt und auch "Audio Descriptions" fehlt bei der deutschen DVD, wo der Film für Blinde miterzählt wird.
Auch wenn "Daredevil" nicht die beste Comicverfilmung ist, diese Special Edition sollte kein Heimkino-Freak missen, wirklich der Hammer.


Film++----
Bild+++++-
Ton++++++
Bonus++++++


Druckbare Version
Daredevil
Daredevil - Special Edition (2 DVD)
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.