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USA, UK 2008
Originaltitel:Red Mist
Alternativtitel:Freakdog
Länge:81:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Paddy Breathnach
Buch:Spence Wright
Kamera:Ruairi O'Brien
Musik:Stephen Warbeck
SFX:Nick Morton
Darsteller:Arielle Kebbel, Sarah Carter, Stephen Dillane, Andrew Lee Potts, Sandra Ni Bhroin, Sarah Boyd-Wilson, Logan Bruce, MyAnna Buring, Christina Chong, Martin Compston, Nick Hardin, Michael Jibson
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:1,78:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:-
Verpackung:KeepCase mit FSK-Wendecover
DVD-Start:22.10.2010 (Verleih) / 29.10.2010 (Kauf)
Specials:
  • Originaltrailer (1:49 Min.)
  • Making Of Red Mist (20:58 Min.)
  • Interview mit Arielle Kebbel (9:22 Min.)
  • Die Darsteller in Nordirland (4:21 Min.)
  • Trailershow:
    • 5150 Elm's Way (2:05 Min.)
    • 7 Days (1:48 Min.)
    • Laid to Rest (1:29 Min.)
    • Romero's Staunton Hill (1:29 Min.)
    • TO - A Space Fantasy (1:28 Min.)
    • The Graves (2:58 Min.)
    • Van Diemen's Land (1:46 Min.)
    • Wyvern - Rise of the Dragon (1:40 Min.)
    • Zombieworld (1:47 Min.)
    • White Lighnin' (1:37 Min.)
Der introvertierte und durch seine schlimme Kindheit psychisch gezeichnete Kenneth arbeitet als Hausmeister-Hilfe im Forthaven-General-Krankenhaus, wo er häufig den Sticheleien einer Clique von Medizinstudenten ausgesetzt wird. Als Kenneth den Anführer der Gruppe beim Diebstahl von Medikamenten filmt, fassen die Studenten den Plan, den jungen Mann zumindest zum Schein in ihre Reihen aufzunehmen, um ihm sowohl eine Lektion zu erteilen, als auch dem Video habhaft zu werden. Durch einen Unfall bei dieser Aktion fällt Kenneth in ein tiefes Koma. Als man ihm ein experimentelles Medikament verabreicht, um seine Gehirnströme zu stimulieren, gelingt es dem immer noch komatösen Kenneth durch seine Gedanken seine Umwelt zu steuern. Und diese Fähigkeit nutzt er, um sich brutal an seinen Peinigern zu rächen ...
Nach dem titelgebenden roten Nebel sollte man nicht im Film suchen, denn im bildlichen Sinne ist damit nicht zu rechnen. Dabei handelt es sich um eine medizinisch bekannte, aggressive Reaktion einer Person, die als unkontrollierbar und psychisch verankert gilt. Paddy Breathnach schien diese Bezeichnung treffender für seinen Film zu sein, und verwarf die ursprüngliche Titelidee "Freakdog", ein im Film immer wieder vorkommendes und in diesem Fall nicht unwichtiges Schimpfwort. Möglicherweise wollte er auch nur abwenden, dass sich der unbedarfte Zuschauer in einem Tierhorrorfilm wähnt ...



Die Bezeichnung "Freakdog" ist dem etwas degenerierten, weil in der Kindheit misshandelten Kenneth gewidmet. Seine Mutter verdiente ihr Geld als Hure und wurde von einem Freier ermordet. Er arbeitet in einem Krankenhaus als Hilfshausmeister und ist ein Einzelgänger, der wegen einiger Verhaltensstörungen ein immerwährendes Opfer für die Gesellschaft ist. Gerade die Medizinstudenten treiben einige böse Scherze mit ihm, bis der Zeitpunkt kommt, an dem einer dieser Scherze für Kenneth böse endet: Ein Drogencocktail auf einer Privat-Party löst bei ihm einen epileptischen Anfall aus, der ihn ins Koma fallen lässt. Lediglich seine heimliche Liebe Catherine bereut die Geschehnisse und versucht ihm in dieser aussichtslosen Situation zu helfen, gerade auch weil die Krankenkasse Druck auf die behandelnden Ärzte ausübt und die lebenserhaltenden Geräte abstellen möchte. Heimlich injiziert sie ihm einen noch unerprobten Medikamente-Cocktail. Von dem Moment an beginnen die an dem Unfall beteiligten Studenten plötzlich und unter mysteriösen Umständen zu sterben ...



Nach seinem Genre-Achtungserfolg Interner Link"Shrooms" nahm sich Paddy Breathnach das Drehbuch des Newcomers Spence Wright an. Dieses entpuppt sich als Ideensammlung diverser Genrefilme. Zu offensichtlich wurde hier geklaut und neu zusammengewürfelt. Dies mag für den Neueinsteiger im Genre durchaus interessant sein, alte Hasen lockt dies aber kaum hervor. Fulcis Interner Link"Dämonia" und der australische Horror-Thriller Interner Link"Patricks Höllentrip" sind zwei Titel, die sich hier in Ansätzen wieder finden lassen, aber auch auf die typischen Elemente des Teenie-Slashers wird zurückgegriffen. Das hat zur Folge, dass "Red Mist" anders als Interner Link"Shrooms" kaum Eigenständigkeit besitzt und sich lediglich im guten Genreeinheitsbrei vermischt. Das ist schade, weil durchaus tolle Ansätze vorhanden sind: Allen voran die Rolle des "Freakdog" Kenneth, dessen Außenseiterpositionen dem Publikum potenziell als Sympathieträger dient. Hier ist das nicht ganz der Fall: Zwar kommt Mitleid führ ihn auf, allein schon wenn man seine Kindheit bedenkt und die daraus resultierenden Verhaltenstörungen inklusive dem Borderline-Syndrom. Die Sicht der Dinge wendet sich aber bereits im Prolog, wenn sich Kenneth in der Pathologie an einer weiblichen Leiche vergeht oder sich in Rückblenden an die Ermordung seiner Mutter erinnert und dabei selbst mit einem Skalpell schneidet. Hier treffen Abscheu und Mitleid für Kenneth aufeinander, was ihm letztlich die Gunst des Zuschauers kosten wird, weil man nun vor allem Angst vor den psychopathischen Ausprägungen dieser Person bekommt. Für den Film sind diese Szene mit ihrer morbiden Stimmung allerdings fabelhaft, was später leider nicht mehr wiederholt bzw. aufgenommen wird. Denn nach dem gelungenen Einstieg kann die Produktion nicht das halten, was man erwartet. Das Drehbuch des unerfahrenen Wright sorgt für verheerende Schwachstellen für genreerprobte Zuschauer, u.a. die enorme Vorhersehbarkeit der Geschichte, die dafür sorgt, dass selten wirklich Spannung aufkommt. Selbst mit dem obligatorischen Twist gegen Ende ist schon spätestens in der Mitte des Films zu rechnen.



Bei den Darsteller überzeugt vor allem Andrew Lee Potts in der Rolle von Kenneth. Auch wenn er nach dem Unfall lediglich zitternd im Bett zu sehen ist, hat er zuvor genug Möglichkeiten, zu beweisen, dass er ein guter Schauspieler ist und man ihm die Rolle abnimmt. Kennt man ihn aus Interner Link"Primeval" möchte man gar nicht glauben, dass er es wirklich ist. Die ihm gegenüber gestellten Studenten leiden etwas an klischeebelasteten Charakterauswüchsen, weil viele durch ihre überhebliche, arrogante Wesensart kaum ein Verhältnis zum Zuschauer aufbauen können und man ihnen den Tod fast schon gönnt. Eine Ausnahme ist die weibliche Hauptrolle der Catherine, die an an die talentierte und sehr hübsche Arielle Kebbel ("American Pie präsentiert: Die nächste Generation", Interner Link"Fluch der 2 Schwestern") ging. Als zweifelnde Ärztin in spe vermittelt sie einen ordentlichen Eindruck, erhält aber vom Drehbuch kaum Chancen, sich zu entfalten. Sehr treffend besetzt wurde auch Sean, der von Martin Compston (Interner Link"Doomsday") verkörpert wird und den man von der ersten Sekunde an nicht ausstehen kann. Dies gilt nicht nur für seine Rolle, auch in den Interviews im Bonusmaterial kommt er sehr selbstgefällig rüber. Die weiteren Studenten treten kaum auffällig in Erscheinung, dienen sie doch hauptsächlich als Kanonenfutter.
Der Inszenierung kann man keine negative Kritik anbringen, denn Breathnach holt alles Erdenkliche aus dem begrenzten Drehbuch heraus. Sei es durch eine ordentliche Kameraarbeit als auch durch einen stetig passenden Soundtrack.



Das anamorphe Bild überzeugt durch eine sehr gute Schärfe, die besonders in Nahaufnahmen viel Details preisgibt. In Totalen nimmt dies allerdings etwas ab. In einigen Szenen fallen Bewegungsunschärfen negativ auf, doch halten diese sich in Grenzen, wodurch der Sehgenuss nicht getrübt wird. Ein tadelloser Kontrast sorgt zudem für eine hohe Plastizität. Die natürliche Farbgebung wurde stilbedingt etwas entschärft und kühl gestaltet. Leider ist gerade in dunklen Szenen ein sehr deutliches Rauschen auszumachen, worunter die Detailzeichnung ein wenig leidet. Ebenfalls sorgt die Kompression für dezente Unruhen und lässt gerade bei homogenen Flächen Blockrauschen zu. Dennoch bietet "Red Mist" unter Berücksichtigung aller Faktoren ein gelungenes Bild.
Werden O-Ton und deutsche Synchronfassung miteinander verglichen, fällt auf, dass der einzige erwähnenswerte Unterschied in einer etwas lauteren Abmischung der deutschen Fassung zu finden ist. Ansonsten bieten beide Fassungen einen guten 5.1-Mix. Gelegentlich verirren sich direktionale Effekte auf die hinteren Effektboxen, aber die Möglichkeit alles noch präziser herauszuarbeiten, wird nicht genutzt. Zumindest wird aber eine tolle Klangqualität erreicht, die ein homogenen Klang bietet: Die Dialoge sind durchgehend sauber und klar verständlich und fügen sich natürlich in das restliche Klangspektrum ein. Dies gilt für Hintergrundeffekte als auch den Soundtrack. Wie es sich gehört sind keine störende Nebengeräusche oder Defekte auszumachen.
Das Making of gehört eindeutig in die Kategorie "Füllmaterial", weil ein echter Blick hinter die Kulissen verwehrt bleibt. Hauptsächlich gibt es oberflächliche Interviewsegmente der Beteiligen und obendrauf ein paar Filmszenen. Es wäre nicht weiter tragisch, wenn wenigstens der Informationsgehalt stimmen würde, doch leider versinkt dieses Video zu sehr in Rollenbeschreibungen und Lobeshymnen. Etwas besser gestaltet sich das erweiterte Interview mit Arielle Kebbel, doch auch sie bleibt der Linie treu und gibt nichts wirklich Erwähnenswertes von sich. "Die Darsteller in Nordirland" ist ein kleiner Bericht über das Land, in dem der Film inszeniert wurde und besitzt dank toller Panoramaaufnahmen der grünen Insel einiges an Schauwerten. Außerdem befinden sich noch der Originaltrailer sowie eine Trailershow auf der Scheibe.


Die DVD von I-On erfreut mit einer ansprechenden Bild- und Tonqualität. Ansonsten ist "Red Mist" lediglich ein durchschnittlicher Horror-Thriller geworden, der kompetent in Szene gesetzt wurde, aber durch ein unspektakuläres Drehbuch nicht die Möglichkeiten erhält, die guten Ansätze adäquat umzusetzen. Ein Film für zwischendurch eben, der lediglich für Genre-Neueinsteiger aufregend sein dürfte.


Film+++---
Bild++++/-
Ton++++--
Bonus++----


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