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USA 2004
Originaltitel:Team America: World Police
Alternativtitel:American Heroes
Länge:93:41 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Trey Parker
Buch:Trey Parker, Matt Stone, Pam Brady
Kamera:Bill Pope
Musik:Harry Gregson-Williams
SFX:Chiodo Brothers, Cinema Production Services, Gilderfluke & Co., DZYNZ Inc. u.a.
Darsteller:(Stimmen) Trey Parker, Matt Stone, Kristen Miller, Masasa, Daran Norris, Phil Hendrie, Maurice LaMarche, Chelsea Marguerite, Jeremy Shada, Fred Tatasciore, Josema Yuste
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu, En), Dolby Digital 2.0 (Tür)
Sprache:Deutsch, Englisch, Türkisch
Untertitel:Deutsch, Deutsch für Songs, Englisch, Türkisch
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:19.05.2005 (Verleih) / 02.06.2005 (Kauf)
Specials:
  • Team America: Eine Einführung (5:10 Min.)
  • Erschaffung der Welt (12:42 Min.)
  • Produktion der Puppen (8:00 Min.)
  • Ziehen an den Fäden (10:08 Min.)
  • Die Action (6:44 Min.)
  • Miniaturen und Pyrotechnik (4:50 Min.)
  • Kim Yong Il (5:10 Min.)
  • Garderobentest (2:05 Min.)
  • Puppentest (4:1 Min.)
  • Entfernte/Erweiterte Szenen und Outtakes:
    • Gary vor der Kneipe (0:55 Min.)
    • Ich werde nie wieder ein Rassist sein (0:55 Min.)
    • Gary kampft mit den Wächtern (1:05 Min.)
    • Ihr seid Puppen! (0:25 Min.)
    • Du bist jetzt schwul (0:36 Min.)
    • Choreographie "Lease" (0:20 Min.)
    • Explosion Anytown USA (0:20 Min.)
    • Noch ernsthafter (0:32 Min.)
    • Nachrichten (0:35 Min.)
    • Team America fraßen mein Baby (0:29 Min.)
  • Animierte Storyboards:
    • Paris (3:53 Min.)
    • Garys Rückblende (0:49 Min.)
    • Ein Teammitglied (2:40 Min.)
    • Die Unterwasserhöhle von Kim Jong Il (1:32 Min.)
    • F.A.G. trifft Team America (2:06 Min.)
    • Das Schlafzimmer von Kim Jong Il (1:09 Min.)
  • Original Kinotrailer #1 (1:34 Min.)
  • Original Kinotrailer #2 (2:19 Min.)
Mit rabiaten Methoden stellt sich die strahlende Sondereinsatztruppe "Team America" dem weltweiten Terror entgegen. Ist die Weltsicherheit gefährdet, stehen die Jungs und Mädels mitsamt ihrer Hightech-Ausrüstung bereit, um den Feind in Grund und Boden zu schießen. Die bisher größte Herausforderung ist ein koreanischer Diktator, der Waffen an gefährliche Terroristen verkauft. Team America muss nicht nur einen bevorstehenden Anschlag vereiteln, sondern sich auch gegen den aufkeimenden Widerstand in den eigenen Reihen behaupten.
- "Ich mag dich, du hast Eier. Ich mag ... Eier!" (Tschetschenischer Rebellenführer)

Lange Zeit war es ruhig um Trey Parker und Matt Stone. Seit die beiden mit Interner Link"South Park" so wohl ziemlich jedes Tabu der prüden, amerikanischen TV-Landschaft brachen, genießt das Duo seinen Kultstatus - der Kinofilm Interner Link"South Park: Bigger Longer & Uncut" war also nur folgerichtig. Als ihre TV-Serie "That's My Bush!" nach nur wenigen Folgen wieder eingestampft wurde, entschlossen sie sich zu einem neuen Rundumschlag und der heißt nun "Team America".


Das aktuellste Projekt der beiden dreisten und wahrlich kein Blatt vor den Mund nehmenden Querdenker ist eine ganze Menge: Politsatire, Filmhommage, Parodie, Reminiszenz, Komödie und Musical. Nichts ist "Team America" wirklich konsequent, aber der halbgare Mix wird so frech vom Stapel gelassen, als würden Parker und Stone sich hier um nichts scheren - Hauptsache provozieren.

In dieser Hinsicht ist "Team America" dann auch einen Heidenspaß. Er ist ohne Frage sehr dumm, denn er kann sich nicht mal zu keinem politischen Statement hinreißen lassen, sondern attackiert stattdessen einfach alles, was den beiden so einfällt. Ich bin mir fast sicher, dass dieses Drehbuch unter Einflüssen gewisser Alkohole entstanden ist. Für die Idee ihren wüst-wilden Film als Puppentheater aufzuziehen, gibt es zumindest mal einen Bonus für Innovation - ist diese Art von Schauspiel doch längst tot und anachronistisch.


Das Team America besteht aus einer Gruppe nicht sonderlich intelligenter, aber dafür destruktiv veranlagter Vorzeigeamerikaner, die im Mount Rushmore ihre Geheimbasis betreiben und stets dann ausziehen, wenn irgendwo auf der Welt böse Terroristen Anschläge planen. Auch wenn ihre Intervention nicht gefragt ist. Gleich in der Opening Sequence soll das ausgerechnet Paris sein, wo dann nahezu umgehend die halbe Stadt inklusive Eiffelturm und Triumphbogen in Schutt und Asche gelegt wird. Assoziationen zum politischen Weltgeschehen der jüngsten Vergangenheit sind da einfach zu entdecken.

Neben den eigentlich wirkungslos verpuffenden Reminiszenzen (u.a. Interner Link"Star Wars", Interner Link"Indiana Jones", Interner Link"James Bond" etc.) überrascht vor allem die hochwertige Technik. Zwar sehen die Puppen an ihren Schnüren, aber das war wohl auch so beabsichtigt, immer noch oldschool aus, dafür geht es hier actionmäßig teilweise ordentlich ab. Wo sonst sieht man schon zersplatternde oder von blutigen Treffern zusammensinkende Puppen? Die Zerstörungsorgien (u.a auch die Sphinx inklusive Pyramiden, Panama-Kanal) erinnern dabei nicht von ungefähr an Michael Bay-Filme. Seinem "Pearl Harbor" wird hier übrigens gleich ein ganzes Lied gewidmet.


Auch wenn inhaltlich hier viel wild zusammengewürfelt wird, stimmt das Tempo mit dem hier die unterschiedlichen Zielsetzungen abwechselnd behandelt werden. Hollywood, seine breite, linke Politfront (angeführt von Alec Baldwin) und die superkitschigen Romanzen (dazu eine pornoreife Betteinlage) bekommt hier genauso sein Fett weg, wie die amerikanische Außenpolitik, die hier islamische Terroristen, tschetschenische Rebellen und Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong Il in einen Topf wirft, gut durchrührt und daraus gleich ein universell einsetzbares Feindbild zaubert. Amerikas polarisierender Vorzeigekritiker Michael Moore bekommt im wahrsten Sinn des Wortes sein Fett weg und etliche Klischees werden überspitzt, gestapelt und bedient. Persönlich (u.a. Ben Affleck) hätten sie dabei nicht werden müssen, das ist etwas arm und selbst unter ihrem Niveau, aber die beiden kennen nun mal kein Halten.
Ihr Repertoire reich von ethischen Merkmalen bis hin zu typischen Elementen des modernen Action- und Katastrophenfilms. Dabei werden auch typische Mechanismen (das "Rocky"-mäßige Aufbautraining) mit verarbeitet. Wie oben schon erwähnt, visieren die beiden hier eine ganze Menge an, weswegen leider dann nichts in aller Konsequenz bis zum Ende durchgezogen wird, aber sie machen mit ihrer Meinung wenigstens zumindest vor nichts und niemandem halt.


Von Musicals (AIDS fand ich reichlich kindisch) bis hin zu Songs (der Titelsong ist fast schon ein Ohrwurm) verleihen sie ihrem Anliegen Ausdruck, intelligent gehen sie dabei nicht vor, machen dafür "Team America" zumindest für jeden zugänglich und mal ganz ehrlich, wer hat nach Interner Link"South Park" hier schon beißendes und weiterdenkendes Kino erwartet. Nein, hier wird größtenteils infantiler Humor an den Tag gelegt, der sich mitunter auch gern in vulgären Kotzszenen und Blowjobs weidet. Mal funktioniert es, mal stimmt das Timing nicht ganz, aber das Duo bleibt seinem Prinzip treu, das Publikum mit Tabubrüchen zu amüsieren - einfach wie erfolgreich.

Auf seine Art und Weise ist "Team America" von bemerkenswertem Einfallsreichtum geprägt, das man meist so nicht erwartet. So wird das Team beispielsweise in Kim Jong Ils Palast von Panthern angegriffen, die ganz offensichtlich von lebendigen, schwarzen Kätzchen verkörpert werden und spätestens das Abschlussplädoyer "Dicks - Pussies - Assholes" (Was um alles in der Welt muss man schlucken, um sich so was auszudenken?) dürfte auch in näherer Zukunft noch mehrmals zitiert werden.


Man muss sich bei "Team America" damit anfreunden, dass Parker und Stone einfach nur mal 90 Minuten so ziemlich allem, was Rang und Namen (und zwar Amerikas Feinden wie seinen vermeintlichen Aushängeschildern) hat die Meinung direkt ins Gesicht sagen wollte, dann klappt das hier auch mit dem Filmspaß. Wirklich Gehaltvolles bringen sie hiermit, genauso wenig wie mit Interner Link"South Park" zustande, aber die technische Umsetzung ist dafür klasse und liebevoll. Von der genüsslichen und verhältnismäßig spektakulären Demontage allseits beliebter Ingredenzien erfolgreicher Hollywoodblockbuster bis hin zu offensichtlich beabsichtigt plumpen Wortspielen (FAG=schwul) tobt das Duo sich hier so richtig aus. Damit konnten die Amerikaner selbstverständlich in den Kinos herzlich wenig anfangen, der Rest der Welt fand es jedoch zumindest amüsant.

Jammerschade, dass man keinen Audiokommentar bekommt, den ich als Fan von Trey Parker und Matt Stone wahrscheinlich auswendig gelernt hätte *g*
Zumindest die Featurettes machen einen guten Eindruck. Bereits die "Einführung" ist weit mehr als eine Szenenabfolge nach der anderen, sondern lässt bereits die kreativen Köpfe des Filmes zu Wort kommen. Z.B. wird die Frage geklärt, warum es ein Puppenfilm werden sollte und kein richtiger Film mit lebendigen Darstellern: Schauspieler sind zum Kotzen (O-Ton Parker/Stone). "Erschaffung der Welt" dreht sich um die Kulissen, die Techniken, die man nutzte, um die kleine Welt realistisch aussehen zu lassen, und um die Details, die Setdesigner in ihre Werke verewigten. Die Produktion der Puppen zeigt sich im gleichbetitelten Making Of, welches von der Konzeption der Charaktere über den ersten Abguss, die Bemalung bis hin zur Einkleidung reicht. "Ziehen an den Fäden" schließt direkt daran an, indem es die Arbeit der Leute vorstellt, die die Marionetten zum Leben erweckten. Dabei mussten sich die Puppenspieler stets auf die spontanen Einfälle des Regieduos einstellen, die immerzu mit neuen, manchmal nicht verwirklichbaren Ideen aufkreuzten. Thematisch ähnlich geht es in "Garderobentests" und "Puppentests" zu, wo, wie der Name schon sagt, Test-Screenings gezeigt werden, die die Handhabbarkeit und Kleidung der "Darsteller" ausloten. Die Actiondrehs und die vielen Spezialeffekte in Form von Explosionen und Verwüstungen werden in zwei Specials gezeigt. "Team America"s Oberschurke Kim Yong Il bekommt eine 5minütige Privatvorstellung. Interessant ist, an wen sich die Charakterisierung anlehnt (nämlich Elmar Fudd) und wie der Gesichtsausdruck der Puppe sich zu dem entwickelte, was man letztlich im Film sieht. Die entfernten Szenen enthalten auch etwas Ausschussmaterial (z.B. Bloopers) insgesamt aber einige verschmerzbare Handlungs- bzw. Dialogkürzungen. Anders als bei den meisten DVDs, wo die kürzeren Specials auch gleichzeitig die am wenigsten Interessanten sind, dürfte man sich hier alles mit Freude anschauen wollen. Selbst die animierten Storyboards fand ich sehr interessant, da sie im Falle dieses Films doch eine wesentlich größere Bedeutung für das Endprodukt haben als bei einem richtigen Spielfilm. Zuletzt darf man sich zwei Trailer anschauen, die als einzige keine deutsche Untertitelung haben.


Von einer Paramount-DVD sollte man eigentlich nichts anderes als überragende Werte erwarten, tatsächlich ist es aber nicht ganz so. Kein einziges Staubkorn stört den Film, der natürlich und in satten Farben erstrahlt. Die Comic-hafte Umgebung wird also gemäß den Vorgaben des Filmes überdreht wiedergegeben, wobei Kontrast und Kompression eigentlich nie Probleme äußern - das setzt man irgendwie voraus. Einzig die Schärfe ist nicht optimal. Unscharf sieht das Bild natürlich nicht aus, aber im Detail fehlt etwas zur sehr guten Wertung. Deswegen sieht mir das Bild lange nicht so plastisch aus wie erwünscht, auch wenn die progressive, anamorphe Abtastung zwischenzeitlich sehr gute Werte erreicht. Schade. In manchen Szenen (z.B. während des Songs "Freedom is not free") tritt verstärkt Rauschen und auch Unschärfe auf weil schlechteres Aufnahmegerät verwendet wurde. Kommt aber nur sehr selten vor, darf also fast vernachlässigt werden.


Da bei einer Puppenanimation letztlich alles in der Postproduction nachvertont und synchronisiert werden muss, darf man ein sehr sauberes Klangbild erwarten, welches frei ist von äußeren, störenden Einflüssen wie Rauschen. In Action-Szenen kommt ein wohliger Bass und Dynamik hinzu, was anderen Stellen dezent mit Musik ausgeglichen wird. Diese klingen dank Orchestereinsatz sehr nach einem echten, großen Film. Die Verteilung der Effekte ist ganz angenehm, hier hat man sicherlich eine Menge Arbeit und Geld reingesteckt. Dauerfeuer ist deswegen nicht auf den Rears angesagt. Trotzdem ist es schon, wie sich dort immer wieder kleine, aber feine Effekte einfinden, die manchmal bis hin zu durch die Lautsprecher schwirrende Raketen oder dicke Explosionen gehen. Etwas schwach fand ich die Dialoge auf der Front, aber vielleicht hätte die gesamte Tonspur noch etwas mehr Lautstärke vertragen können. Die deutsche und die englische Tonspur gleichen sich eigentlich in jedem Punkt, man muss aber kaum erwähnen, dass das Original in vielen Momenten in Sachen Wortwitz der Übersetzung weit voraus ist, die dann etwas Probleme hat, Gags zu übersetzen. Wer das nachvollziehen möchte, der darf mal in die deutschen Untertitel reinschauen, die sich ans englische Original halten, deswegen aber auch beim Charakter Kim Jong Il statt "l"-Lauten "r"s einsetzen.


Zwar reichlich plumpes, aber toll-dreistes und mit frechen Dreistigkeiten vollgepacktes Kasperletheater, dass sich bei seinen ganzen kritischen Ambitionen übernimmt, dafür aber technisch erstklassig umgesetzt wurde, einen hohen Unterhaltungswert besitzt und von Hollywood bis zur amerikanischen Politik genüsslich alles durch den Kakao zieht. Weder intelligent, noch scharfzüngig, vielleicht auch etwas zu arrogant, dafür aber verspielt, kurzweilig und verdammt witzig. Die DVD bietet für den niedrigen Preis um 8 Euro ein sehr ordentliches Preis/Leistungs-Verhältnis.


Film+++++-
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++--


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