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HK 1976
Originaltitel:Shao Lin mu ren xiang
Alternativtitel:36 Wooden Men
aka. Shaolin Chamber of Death
aka. Shaolin Wooden Men
aka. Impitoyable, L'
aka. Young Tiger's Revenge
Länge:103:17 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Chan Chi Wah
Buch:Chin Hsin
Kamera:Chan Chung Yuen
Darsteller:Jackie Chan, Kam Chiang, Her Du Wei, Jang Lee Hwang, Kong Kim, Yuen Lung, Tien Miao, Biao Yuen
Vertrieb:Splendid
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:2.35:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 1.0 (Deu, Kan)
Sprache:Deutsch, Kantonesisch
Untertitel:Deutsch (bei kant. Ton fest)
Verpackung:KeepCase
DVD-Start:13.06.2005 (Verleih) / 27.06.2005 (Kauf)
Specials:
  • DVD-Programmvorschau:
    • Tube (2:10 Min.)
    • Arahan (2:33 Min.)
    • Bad Bad Things (1:54 Min.)
    • Final Cut - Der Tod ist erst der Anfang (2:15 Min.)
    • Under Control (1:39 Min.)
    • Cutaway (2:56 Min.)
    • Ruby & Quentin (2:02 Min.)
    • Total Blond (2:04 Min.)
Nach dem Mord an seinem Vater wird das kleine Waisenkind Little Mute (Jackie Chan) im Shaolin-Kloster aufgenommen. Stillschweigend und mit eisernem Willen lernt es Tag und Nacht die hohe Kunst des Kung Fu, um sich eines Tages an dem Mörder seines Vaters zu rächen. Zwei Jahre später ist Little Mute ein perfekt ausgebildeter Kung Fu-Kämpfer und seine Rache rückt immer näher. Doch der Weg aus dem Kloster führt durch die Shaolin-Todeskammer - auch Hölle der 1000 Foltern genannt -, wo er seine letzte Prüfung ablegen muss. Eine Prüfung, an der viele mutige Kämpfer bereits gescheitert sind!
"Trolls in the dark
The dawn took them all
Caught in the wood
By the wooden kings men"


(Blind Guardian: The Bard's Song - The Hobbit)

Yeah, I'm wooden, baby ...

Jackie Chan gegen die Holzmänner in der Kammer der Shaolin, das ist wie eine Runde "Tekken" mit den Figuren Lei Wulong gegen Mokujin, denn Wulong basiert größtenteils auf dem Charaktermodell Chans und Mokujin ist eine dieser Holzpuppen, wie sie hier eine entscheidende Rolle als Trainingseinheit darstellen. Der Weg vom Schüler zum Shaolin führt über Holz. Gut Holz, mein lehrbegieriger Freund.


Ja, wie ein Spiel geht "Shaolin Wooden Men" vonstatten. Die erste Szene ist ein Apéritif auf die kommenden Kung Fu-Spezialitäten, gehüllt in tiefes Schwarz, ganz klassisch schon wieder zwei Kämpfer zeigend - und alles ist auf die Bewegungsabläufe der Kämpfenden fokussiert. Wie in einem Computerspiel, auch wenn jeder neue "Tekken"-Ableger schon immer mehr Wert auf perfekt gerenderte und inzwischen auch zerstörbare Umgebungen legt.


Jackie Chan, noch in einer Hauptrolle vor seiner Augenliderweiterung zur "Verwestlichung" seines äußeren Erscheinungsbildes, gibt zu Anfang schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den zwei Jahre später erschienenen "Die 36 Kammern der Shaolin". Zumindest stellt er ähnlich wie Gordon Liu einen widerborstigen, aber doch motivierten Schüler dar, der in einem Shaolinkloster zum Meister ausgebildet werden will. Und einige Trainingseinheiten, wenn auch bei weitem nicht so viele an der Zahl, sind auch sehr ähnlich inszeniert - das "Try & Error"-Prinzip lässt grüßen, bis es endlich gelingt, nahezu unmögliche Dinge zu vollführen wie einen Tanz über eine dicke Schlammschicht, ohne in ihr zu versinken.


Aber natürlich ist da noch mehr. Ein ständig betrunkener Koch etwa, durch den Jackie zu allerersten Ansätzen seines legendären Drunken Boxing inspiriert wird, das ihn in "Drunken Master II" unsterblich machte. Oder ein pöbelnder Gefangener in einem dreckigen Verließ, der behauptet, mal ein großer Kämpfer gewesen zu sein. Oder Chan selbst, der - huch - einen Stummen spielt! Sehr viele Bausteine, eine dumme Story und irgendwie macht nichts davon so richtig Sinn - oder? Mitnichten. Macht es wohl, denn nachdem unser junger Held die Holzmänner besiegt hat - nur eine etwas ausgewalzte Szene, die eigentlich nicht wirklich die Titelgebung rechtfertigt - geht's hinaus in die große weite Welt, wo alle Puzzlestücke langsam zusammengesetzt werden.


Ja, gar nicht mal sooo dumm, was man dem Genrefan hier vorsetzt. Als später aufgelöst wird, strotzt zwar alles vor Ungereimtheiten und Konstruiertheit, dennoch entwickelt sich da eine hübsche kleine Rachegeschichte mit allerlei coolem Zeug wie stylishen Rückblenden, überraschenden Twists und fiesen Charakterumschwüngen.

Die Rückseite der Medaille ist die, dass im eigentlich interessanten Filmpart - in der Ausbildungszeit im Shaolinkloster - zu viele Fragezeichen bleiben und der zweite Teil, in dem die Lösungen geliefert werden, ansonsten eher uninteressant inszeniert wurde. Die üblichen Kneipenpöbeleien werden erneut geboten und überhaupt wird kein Genreklischee ausgelassen.


Am Ende läuft aber ja sowieso immer alles darauf hinaus, die Herren kämpfen zu sehen, und seit seiner ersten Hauptrolle drei Jahre zuvor hat Jackie Chan doch einiges dazugelernt. Immer noch sind die Kämpfe zwar nicht besonders schnell, aber zumindest höchst präzise. In den wirklich harten und schnelleren Fights sind leider ausgerechnet immer sehr dunkle Hintergründe vorhanden, die alle Details verschlucken. Hinzu kommt, dass der Kameramann einfach zu viel will. Er produziert zwar manchmal ein paar nette Effekte, hat aber einfach nicht die Ruhe, um einfach mal die Ästhetik einer Kampfchoreografie einzufangen.


Alles weitere ist Standard: Teilweise sehr schräge Mucke im Hintergrund, ein paar charakterstarke Nebendarsteller (vielleicht ein paar mehr als üblich), allerdings auch sehr viele Stereotypen bevölkern den Bildschirm. Die Story ist etwas konfus, aber am Ende doch noch zufriedenstellend. Erwähnenswert ist noch ein Kurzeinsatz des Stammsynchronsprechers von Will Smith, der einem Chinesen in einer kurzen Szene die Stimme bei einem Bruce Lee-ähnlichen Kampfgejaule leihen muss und dabei gnadenlos versagt - nur nebenbei. Ach so, und der Gefangene wird wohl von Norbert Gastell (Homer Simpson) gesprochen. Viele kleine Kuriositäten - dazu gehören natürlich auch die hölzernen Mokujins - sind es letztendlich, die "Wooden Man" trotz seiner vielen Genrestandards und sonstigen eklatanten Schwächen leicht über den Durchschnitt heben.


Mit "neue ungeschnittene Fassung" kann man den Käufer ordentlich ködern, besonders dann, wenn es vorher nur eine gekürzte Fassung gab. Mit dem Bild der DVD mag das nicht recht klappen, auch wenn es erstmal im Originalformat von 2.35:1 vorliegt. Das aber erstens nur im Letterbox-Modus, was durchaus zu verkraften wäre, aber von einer stark verschmutzten Vorlage gezogen, die eine komplette Bereinigung vermutlich unmöglich machen würde. Es sind kaum größere Kratzer, sondern lediglich weiße Punktstörungen, die auffallen, die gibt es dann aber zuhauf. Vor einem Verschwimmen des Bildes oder einer kurzzeitig kompletten Zerstörung der Vorlage wird man trotzdem nicht bewahrt. Auch der Kontrast ist sehr mäßig und durch zu dunkle Tönung und höchstens grauen Schwarzwert nicht gefällig. Auch farblich macht sich das bemerkbar, so dass es mehr Brauntöne als alles andere zu sehen gibt. In ruhigen Momenten bleibt die Schärfe auf angenehmen Niveau, ist also leicht unscharf, aber nicht unüblich für Kung Fu-Filme der 70er. In Bewegungen verhält sich das Bild, besonders während der häufig eingesetzten Zooms, verwischend. Beispielhaft dafür ist der Eingangskampf: Der Hintergrund ist völlig schwarz und nur die beiden Kämpfer ragen aus den Schatten heraus, ziehen dabei aber mit den Konturen etwas nach. Keine große Leistung also und nur knapp 3 Punkte wert.


Der deutsche 5.1-Upmix ist stellenweise nicht nur höchst unnötig, da die Monovorlage eine relativ einfach wirkende Bearbeitung bekam, sondern stellenweise schlichtweg falsch. Zwar werden die Surround-Boxen nicht zugeplärrt wie es bei anderen Labels oft der Fall ist, aber dass man stellenweise Geräusche hinzu erfindet, die sich deutlich vom kratzigen Originalton abheben, hilft nicht gerade der Atmosphäre des Films. Manchmal führt das auch zu guten Effekten, die sich auch für die Surround-Boxen lohnen, aber das passiert eher selten. Wenn der Stumme anfangs unter den Wassertrögen zusammenbricht, wird gar über die Originalmelodie noch ein zweites Musikstück gelegt, was die Akustik zwar etwas an Klarheit und Kraft hinzugewinnen lässt, jedoch auch hörbare Dissonanzen einbringt. Sowas darf einfach nicht passieren. Da ist der deutsche Mono-Mix besser, dem diese Spielereien erspart geblieben sind, auch wenn die Zeit etwas an ihm gezehrt hat. Immer noch besser als der O-Ton, den man vielleicht als "typisch" empfindet, der aber sehr dumpf ist und starkes Zischeln bei den Dialogen heraushören lässt. Dieser ist übrigens zwangsuntertitelt, wobei die Übersetzung für die deutschen Tonspuren optional ist, rutscht aber beim Aufzoomen in den nicht sichtbaren Bereich ab. Ein großer Pluspunkt ist definitiv die die frische Synchro, die der Atmosphäre nicht schadet, auch wenn sie sehr klar klingt.


Zwar schön, dass Splendid den Film jetzt in der ungekürzten Fassung und "digitally remastered" mit "neuem Bild" anbieten, wirklich gutheißen kann ich die DVD deshalb aber trotzdem nicht. Das Bild lässt noch eine Menge Spielraum für Verbesserungen offen und das Fehlen jeglicher Extras (abgesehen von einer Programmvorschau) ist auch nicht grad toll. Übrigens schrumpfte die benötigte Freigabe von "ab 16 Jahre" auf "ab 12 Jahre".


Film+++---
Bild+++---
Ton++----
Bonus------


Druckbare Version
Wooden Man
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