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KR 2000
Originaltitel:Bichunmoo
Alternativtitel:Flying Warriors
aka. Bicheonmoo
aka. Dance with Sword
aka. Warrior of Virtue
Länge:113:20 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Young-jun Kim
Buch:Young-jun Kim
Kamera:Hee-Seong Byeon
Musik:Seong-jun Kim
SFX:Byung-Soo Kim
Darsteller:Hyeon-jun Shin, Hee-seon Kim, Jin-yeong Jeong, Dong-jik Jang, Yu-jeong Choi, Ju-bong Gi, Bang Hyep, Hak-cheol Kim, Ju-yeon Kim, Su-ro Kim
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.85:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 (Deu), Dolby Digital 5.1 (Deu, Kor)
Sprache:Deutsch, Koreanisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Digipack
DVD-Start:29.09.2006 (Kauf)
Specials:
Film-DVD
  • Trailer A dt. (2:10 Min.)
  • Trailer A kor. (2:10 Min)
  • Trailer B engl. (2:20 Min.)
  • TV-Spezial (4:01 Min.)
  • Musikvideo A (4:56 Min.)
  • Musikvideo B (2:05 Min.)
  • Info (1 Seite)
Bonus-DVD
  • Making of (52:03 Min.)
  • Die visuellen Effekte (10:55 Min.)
  • Soundtrack (20 Tracks)
  • Interview mit Regisseur Kim Young Jun (28:17 Min.)
  • Interview mit Shin Hyum-June (18:22 Min.)
  • Interview mit Action-Choreograph Ma Yuk-Sheng (17:42 Min.)
  • Trailershow:
    • Ashura (1:11 Min.)
    • Casshern (1:59 Min.)
    • Cutie Honey (1:59 Min.)
    • Matando Cabos (2:21 Min.)
    • Memories Of Murder (1:55 Min.)
    • Preacher - der Haschpapst (1:50 Min.)
    • Save The Green Planet (2:15 Min.)
    • Severed (1:16 Min.)
    • Shinobi (1:50 Min.)
    • Steal It If You Can (1:33 Min.)
    • Survive Style 5 (1:33 Min.)
    • Vares (1:38 Min.)
China im 14. Jahrhundert: Die Herrschaft der Mongolen sowie die unermüdlichen Kämpfe der Stammesfürsten um ihre Territorien erschüttern das Land. In dieser unruhigen Zeit lernt der junge Waise Jinha das Mädchen Sullie, Tochter eines mächtigen Mongolenführers kennen. Als Sullie eines Tages von ihrem Vater nach Korea gebracht wird, bricht für die beiden Verliebten eine Welt zusammen. Doch dann erfährt Jinha seine wahre Herkunft und Bestimmung. Als letzter Nachfahre einer berühmten Schwertkämpfer-Dynastie schwört er Rache an den Mördern seiner Eltern. Getrieben durch die Sehnsucht nach seiner Geliebten und dem Ruf nach Vergeltung begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. Doch seine Gegner erwarten ihn schon ...
"Ein brillantes Fantasy-Ereignis". Besser und kürzer als mit diesen Schlagwörtern, die I-On sich auf das Frontcover ihrer DVD notieren ließen, kann man "Bichunmoo" kaum charakterisieren. Uns erwarten klassische Schwertkampf-Akrobatik, die einem kämpferischen Tanz der Figuren gleichen, eine vertrackte Geschichte, eine epische Optik und ein überzeugendes Darstellerensemble, allseits bereit, bei verdrießlichen Wetter die eigenen vier Wände zum ganz großen Kino werden zu lassen.


Es scheint aber auch alles zu passen. Fans von Swordplay-Zaubereien werden bereits mit der furiosen Eröffnungsschlacht freudig im Viereck springen, bei dem, was dort alles an fein abgefilmten Drahtseilnummern abgezogen wird. Leiber explodieren zuckend unter magischen Schwertbeben, eine vorzeitliche Spezialeinheit räumt, sich wie ein Kreisel drehend unter den Schergen der anderen Seite auf und inmitten dessen steht konzentriert die Klinge des noch fremden Helden, der seine Feinde niedermäht wie ein ekstatischer Derwisch. Die Zeichen stehen auf Action, nicht aber auf Gewalt, denn wenn schon namenlose Aushilfssölder in Spalier ihr filmisch wertloses Leben aushauchen, dann passiert das selten mit einer dicken Blutfontäne oder einem grausam agonischen Hilferöcheln. Nein, hier wird in Würde gestorben, sozusagen mit Stil, was es verbietet, beim Fetzen auch herum zu sauen. Stattdessen beschränkt man sich hierbei auf die Fantasy-Elemente und zündet Effekte wie Knaller in gigantischen Laubhaufen - und das darf man gern wörtlich nehmen. Gänzlich FSK12 reif bleibt es aber doch nicht bis zum Ende der immer wieder von furiosen Einzelkämpfen durchzogenen Geschichte, denn besonders innerhalb des letzten Drittels sprudelt der Lebenssaft in einer Art, die in Zusammenhang mit abgeschlagenen Gliedmaßen noch und nöcher durchaus Erinnerungen an die bekannte Saalszene aus Interner Link"Kill Bill" weckt.


Aber eigentlich offenbart sich in den Kämpfen nur ein geringer Teil des weit reichenden Skripts. Vornehmlich spannt sich um all dieses unterhaltsame Feuerwerk eine dramatische Liebesgeschichte, die natürlich von zwei unglücklichen Existenzen charakterisiert wird, die sich von jung an vertraut sind. Aber weder zuckerschnulzige Romantikeskapaden noch eiskalte Beziehungstragödien werten "Bichunmoo" in irgendeiner Weise ab, als ob Regisseur Kim Yeong-Jun genau wüsste, was es braucht, den Asia-Fan zu erfreuen und trotzdem dem weiblichen Anhängsel genügend Stoff zum Kuschelkino zu bieten. Heile Welt ist schließlich woanders, hier bringen sich Hass, Intrige und Abweisung genauso in die facettenreichen Beziehungen ein, wie simple, aber grundehrliche Freundschaft, Treue und Loyalität. Erfreulich, dass sich die Darsteller wohl mit ihren Rollen fühlen und dies in ihrer leicht überdramatisierten, dennoch wirklich erscheinenden Spielweise zum Ausdruck bringen.


Formvollendet werden die Ereignisse zur Zeit irgendeines fernen Jahrhunderts, welches im Film mit genauerem geschichtlichen Hintergrund definiert sei, durch eine erstklassige Auswahl an Sets, zu denen man neben stattlichen, aber fast schon zum Standard gehörenden Innenbauten hervorragende, weiträumige Außenaufnahmen zählen darf, die nicht selten die atemberaubende Schönheit eines bunten Blätterwerkes à la Interner Link"Hero" erreichen. Sollten die natürlichen Wälder und Ufergebiete mal nicht ausreichen, wird mit CGI-Effekten nachgeholfen, die nicht ganz den Standard des sonst sehr aufwendigen Werks erreichen, weil ich mir vorstellen könnte, dass man vor allem auf der großen Leinwand deutlichen Einsatz von Blue Screen-Techniken erkennen kann, die nicht ganz rund im Computer bearbeitet wurden. Es stört aber kaum, schließlich sind die meisten Effekte sehr solide umgesetzt und lassen kaum Differenzen zum farbfreudigen Kostümfest aufkommen.


Was ich aber wirklich bemängeln muss, ist die Schnitttechnik des Filmes. Damit ist nicht die rasante Art der Kämpfe gemeint, die durchaus ihren Reiz hat, da man trotz allem den Überblick über die Kampfhandlung nicht verliert, sondern viel mehr der Übergang zwischen einzelnen Filmabschnitten des Filmes oder sogar Szenen. Es unheimlich hinderlich, beim ersten Durchschauen erst nach 20 Minuten sicher sein zu können, dass der große Unbekannte, der sich als Anführer der Rebellen erweist, der gesund gepflegte Jinha ist. Einige asiatische Titel erweisen sich in dieser Hinsicht als etwas schwierig zu durchschauen und ich muss zugeben, dass ich bei der Unterscheidung von fremden Gesichtern stets meine kleineren Probleme habe, aber "Bichunmoo" scheint so einiges an Handlung abhanden gekommen zu sein, wie einige harte Sprünge beweisen. Der Längste nimmt mit wenigen Szenen gleich 10 Jahre ein, dies wird einem aber erst viel später klar, weshalb man leicht verwirrt sein dürfte. Deshalb muss ich auch zugestehen, dass der zweite Durchgang des Filmes sehr viel entspannender war, hier durfte man sich nun vollends auf die technische Umsetzung der Geschichte konzentrieren. Und diese ist den Blick wert!


Man erwartet eine gewisse grafische Opulenz von solchen Werken und die ist zweifelsfrei gegeben. Prächtige Farben, ein Transfer, welcher keinerlei störende Verwischungen in den oft sehr schnellen Bewegungen aufweist und eine Kompression, die sich unbeeindruckt von komplexen Szenen zeigt und ihr digitales Dasein nur selten durch Artefakte veräußert. Man könnte im Grund von einem sehr guten Bild sprechen, nur liegt der Fehler wieder im Detail, besser gesagt in der Detailschärfe. Diese zeigt zwar ein knackiges Geschehen, hat ihre scheinbaren Qualitäten aber oft nur einer Nachschärfung zu verdanken, die um Personen immer wieder gut sichtbare Heiligenscheine zeichnet. An Konturen also ein knackig scharfes Bild, im Detail etwas zu weich. Ein Rauschen ist oft deutlich sichtbar, aber auch abhängig von Szene zu Szene. Tagaufnahmen sind davon eher betroffen und eigentlich stört nur der Übergang zwischen rauschfreien Sequenzen und der Partikelbewegung in anderen. Das mag schlimmer klingen, als es ist, denn letztlich wird ein beinahe brillantes Bild geboten, welchem die Filter eben die sehr gute Einschätzung verderben und der noch nicht gänzlich frei von Verschmutzungen ist, aber im Vergleich zu einigen anderen, in Deutschland auf DVD erschienen Asienfilmen ist letzterer Kritikpunkt auch vernachlässigbar. Interessant ist noch, dass bei Szenenwechseln zu Beginn oder Ende manchmal für ein paar Frames ein Farbfilter fehlte. Wenn man nur mit einem Auge hinschaut, bemerkt man das kaum, ansonsten wird beim Übergang ein kurzes Flackern erzeugt.
Im einleitenden Kampfgetümmel wirkt der Ton kräftig, versetzt mit ordentlichen Effekten auf den Rears, denen noch ein wenig die nötige Lautstärke fehlt. Die Musik ist ebenfalls gut eingespannt, diese Eindrücke müssen dann aber wieder für einige Zeit reichen, in denen die Front dafür etwas stärker wird. Der Koreanische ist klarer auf den Rears, weil lauter, auch in den Dialogen wirkt er kräftiger. Falls man sich also für diesen etwas besseren Ton entscheidet, kann man zusätzlich deutsche Untertitel hinzuschalten.


Der damals erschienen Erstauflage mangelte es an überzeugendem Bonusmaterial, weshalb man die DVD mit einem Wendecover ausstattete und auch die Menüs wurden sehr schön designt und lagen sogar animiert und mit Filmmusik unterlegt vor. Das hat sich bei der vorliegenden Special Edition nicht geändert, denn die Hauptfilm-Disc ist identisch zu Erstauflage und diese Edition wurde nur durch eine Bonus-DVD erweitert. Anstelle einer normalen Amaray-Verpackung bekommen wir jetzt aber auch ein hübsches Digipack im Schuber spendiert. Neben den nicht besonders interessanten Beigaben wie Trailer und einem Link auf die Webseite von I-On findet man unter den Extras ein sehr knapp bemessenes TV-Spezial. Hier laufen die schönsten Szenen aus dem Film ab, abermals unterlegt mit der Filmmusik und auch ein paar Outtakes werden gezeigt. Informativ ist das nicht, es macht aber mit Sicherheit Lust auf den Film, falls man ihn bis dahin noch nicht gesehen hat. Weiterhin gibt es zwei Musikvideos anzuschauen, die natürlich mit Filmszenen ausgestattet sind und musikalisch grob in die Schublade "Balladen" passen, obwohl der zweite Track dieses herrliche Gitarrenriffing enthält und das Stück damit sehr variabel gestaltet.
Das Herzstück des Bonusmaterials befindet sich auf der Bonus-DVD: Ein 52minütiges Making of, welches unkommentierte Aufnahme von den Dreharbeiten zeigt, macht die schwachen Extras der Hauptfilm-DVD wieder wett und das darauf folgende, knapp 11minütiges Featurette über die visuellen Effekte ist ebenso interessant wie informativ ausgefallen. Deutsche Untertitel gibt es hier zwar nicht, man braucht sie aber auch nicht, denn die Bilder sprechen für sich. Leider fehlen die auf dem Cover angegebenen Bloopers, dafür ist der Soundtrack aber wie angegeben mit 20 Stücken vertreten. Die Tracks lassen sich einzeln anwählen, es wäre aber schön gewesen, hätte man pro Song eine Bildergalerie erstellt. So schauen wir nur auf ein Standbild. Bevor wir zu obligatorischen I-On-Trailershow kommen, gibt es noch drei sehr aufschlussreiche Interviews mit einer Gesamtlaufzeit von über 60 Minuten. Hier kommen Regisseur, Darsteller und Action-Choreograph zu Wort und wissen eine Menge über sich, die Produktion und deren Hintergründe zu berichten. Das ganze wurde deutsch untertitelt. Zum Vergleich mit der 2004er Erstauflage bekommen wir hier eine 100%ige Steigerung geboten, vor allem Interviews und Making of dürften Fanherzen höher schlagen lassen.


Unterm Strich bleibt diesem koreanischen Blockbuster trotz atemberaubender Stilistik, die kunstvoll eine interessant erzählte Geschichte veredelt, nur ein guter Eindruck. Möglicherweise liegt es an der Fassung, ich glaube nämlich, dass bei weniger wirren Sprüngen in der Handlungsebene noch sehr viel mehr drin gewesen wäre. Nichtsdestotrotz sei euch "Bichunmoo" wärmstens ans Herz gelegt, denn er zeigt deutlich auf, wie man eine nicht ganz unbekannte Handlung durch mehr als solide Technik zu einem großartigen Film werden lässt, der sich nicht unbedingt als innovativ bezeichnen kann, aber durch die geschickt platzierten, unterschiedlichsten Genre-Elemente (man achte nur auf die verschiedenen Musiken) punkten kann. Die deutsche DVD macht als Special Edition einen guten Gesamteindruck, vor allem wegen der tollen Menugestaltung und den schönen Extras. Ob sich ein Neukauf allerdings lohnt, muss jeder selbst wissen, denn technisch wurde an der Hauptfilm-DVD nichts verändert.


Film++++--
Bild++++--
Ton++++--
Bonus++++--


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