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USA 2005
Originaltitel:Big White, The
Alternativtitel:Immer Ärger mit Raymond
Länge:100:49 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Mark Mylod
Buch:Collin Friesen
Kamera:James Glennon
Musik:Mark Mothersbaugh
SFX:William D. Ryan
Darsteller:Robin Williams, Erik J. Berg, W. Earl Brown, Eric Epstein, Michal Grajewski, Woody Harrelson, Holly Hunter, Alison Lohman, Craig March, Brenda McDonald, Tim Blake Nelson, Giovanni Ribisi
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1,76:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 5.1
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Keep Case im Schuber
DVD-Start:19.10.2006 (Verleih) / 07.12.2006 (Kauf)
Specials:
  • 12seitiges Booklet
  • Audiokommentar von Regisseur Mark Mylod
  • Making of: An Adventure in Filmmaking (15:18 Min.)
  • Bei den Dreharbeiten (11:21 Min.)
  • Originaltrailer (1:50 Min.)
  • Bildergalerie (48 Bilder)
  • Interviews:
    • Robin Williams (6:14 Min.)
    • Giovanni Ribisi (3:38 Min.)
    • Marky Mylod (4:21 Min.)
    • Cllin Friesen (3:06 Min.)
  • Trailershow:
    • Goldene Zeiten (2:22 Min.)
    • Ein ferpektes Verbrechen (1:04 Min.)
    • Der letzte Trapper (1:49 Min.)
Paul steht mit dem Rücken zur Wand! Sein Reisebüro in einer Kleinstadt in Alaska ist so gut wie bankrott. Und seine Frau Margaret leidet an einer psychischen Störung, deren Behandlung die Krankenkasse nicht bezahlt. Verzweifelt greift Paul nach dem letzten Strohhalm: Er will an die Lebensversicherung seines verschwundenen Bruders Raymond. Das Problem dabei: Ohne Raymonds nachweisbaren Tod muss die Versicherung erst in zwei Jahren bezahlen. Durch Zufall stößt Paul jedoch gerade jetzt auf eine unbekannte Leiche und beschließt in seiner Not, diese als seinen toten Bruder auszugeben. Die Scharade scheint zu funktionieren, doch dann riecht der Versicherungsagent Ted den Braten und setzt alles daran, Paul auffliegen zu lassen. Zu allem Überfluss kreuzen auch noch zwei Killer auf, die ihre verschwundene Leiche suchen. Und noch eine Überraschung erwartet Paul: Raymond - der ist quicklebendig und sehr, sehr wütend.
"Ausgerechnet Alaska!"

Diese recht maikühle Gegend der Vereinigten Staaten ist ja schon seit es Filme gibt ein Hort der schrägen Gestalten, deswegen soll es keinen wundern, wenn alle paar Jahre mal wieder eine bizarre Komödie in dieser verschneiten Gegend angesiedelt ist. Also machen wir den Inhalts-Check: hochverschuldeter Unternehmer zieht einen Versicherungsschwindel auf, wird jedoch von zwei latent tumben Ganoven aufs Korn genommen, die seine Frau entführen, um an eine Leiche und Geld zu kommen, während ein seltsamer Ermittler dabei Untersuchungen über den Fall anstellt ...
... hat da jetzt jemand "Fargo" gerufen?
Könnte man denken, wenn man den Filminhalt darstellt, überzuckert mit ein paar Einfällen rund um "Wohin mit der Leiche", die man noch von Hitchcock kennt und angereichert mit Figuren, die allesamt irgendwie einen am Rad haben. Natürlich könnte man jetzt auch die Unterschiede aufreihen wie andere Leute Jägerzäune hochziehen: Fakt bleibt, Regisseur Mark Mylod hat hier einen Film hochgezogen, in dem sich Freunde skurilen bis leicht abartigen Humors einen schönen Abend machen können. Dazu hat er einen beachtlichen Cast inklusive zweier Oscarpreisträger (Williams, Hunter) versammelt, die in diesem Bizarro-Ensemble ihren eigenen schrägen Part ableisten. Und was dabei herauskommt, ist in vielen Sequenzen erinnerungswürdig: ob Williams nun eine Leiche mit Steaks ausstaffiert, um Wölfe anzulocken; sich die begeisterten Ordnungshüter mit dem total zerfressenen Corpus amüsieren; Giovanni Ribisi als Versicherungsermittler der totalen Faszination seiner Betrugsermittlungen erliegt, die ihn als Romero-Zombie-Lookalike enden lassen, Holly Hunter mit Tourette-Synrom jede Szene mit "Ficken & Scheißen"-Vokabular zupflastert oder die homosexuell gefärbten Gangster/Killer pflichtschuldigst für ein leckeres Abendessen in der Küche werkeln, das hat bisweilen Kultpotential und sorgt für so manchen stabilen Lacher.




Aber richtig funktionieren, das kann der Film irgendwie dann doch nicht leisten. Zum einen: nichts daran ist neu! Irgendwo hat man das samt und sonders beackerte Feld skuriler Komödien gründlich abgegrast und sogar die Coens sind mit "Ladykillers" geradezu glorios gescheitert. Das wäre bei einer geschickten Neuanordnung funktionierender Elemente noch nicht so schlimm gewesen, aber leider gelingt die Versuchsanordnung nicht, aus den vielen Einzelfiguren eine gute Ensembleleistung zu generieren. Jede Figur spielt hier ihre Exzentrik für sich aus, aber das bringt dem Film nicht unbedingt etwas. Das Ergebnis: ständige, leichte Unausgewogenheit.
Williams, der ohnehin in seinen Filmen zwischen Overacting und totalem Understatement hin und herpendelt, verfällt leider über weite Strecken mal wieder der Sentimentalität und kann seine wahren dramatischen Stärken nicht zeigen. Holly Hunter, die eh nur noch für durchgeknallte Nebencharaktere aus dem Ruhestand nach Hollywood zurückkehrt, ist sogar nur für den Treppenwitz zuständig, mit ihrem Tourettesyndrom zu kokettieren, das weder erklärt, noch für echt oder unecht befunden wird. Funktion: zweifelhaft.
Ribisi spielt an der Seite von Filmfreundin Alison Lohman seinen Part als fanatischer Ermittler, dessen Bemühungen von allen ignoriert werden, sogar im Autopilotmodus, während Woody Harrelson als augenrollender Psycho-Bruder zwar witzig ist, aber nur dazu da ist, den Film zu einem Abschluss zu bringen. Herrlich zum Knuddeln jedenfalls die Killer Tim Blake Nelson und W. Earl Brown.
Aber: Nichts von alledem ist wirklich over the top, zu sehr ist alles auf Konsens angelegt, man weiß trotz der allgegenwärtigen Abstrusität, was am Ende dabei herauskommen wird: ein Happy End. Und so geschieht es auch - nicht gerade einfallsreich für einen Film, der ständig neben der Spur glänzen möchte. Auch kann Mylod nicht gerade damit protzen, den Humor einer Szene richtig ausspielen zu können. Es ruft der klassische Independentfilm, wenn manche Sequenzen sich in die Szenenfolge nicht einfügen wollen, der Schnitt nicht stimmt oder die zwar unterhaltsame, aber unpassende Musik so etwas wie echte Spannungsentwicklung gar nicht erst aufkommen lässt. Bei den Coens hat das Absurde, das Unpassende Methode, hier wird sich oftmals sehr stark abgestrampelt, das auch zu erreichen, leider nur mit Kurzzeitwirkung.




"When you need somebody, any body will do."

Die Special Edition erscheint als Amaray in einem hübschen Schuber mit einem 12seitigen Booklet mit interessanten Hintergrundinformationen. Ansonsten beschränken sich die Extras auf einen interessanten, jedoch nicht untertitelten Regiekommentar und ein 15minütiges Making of mit eindeutigem Werbecharakter, in dem Cast & Crew zu Wort kommen und wir auch einige kurze Einblicke hinter die Kulissen zu Gesicht bekommen. Der Rest sind Filmausschnitte. Das Featurette "Bei den Dreharbeiten" zeigt knapp 11 Minuten nettes B-Roll-Material von den Dreharbeiten und wurde ebenso wie das Making of mit deutschen Untertiteln versehen.
Weiter geht es mit vier kurzen Interviews, sowie einer Bildergalerie und dem Originaltrailer. Die e-m-s-Trailershow darf natürlich nicht fehlen. Ingesamt etwas mager, dafür ist das Hauptmenü schön gestaltet.
Der anamorphe Widescreen-Transfer hinterlässt einen sehr guten Eindruck und wartet mit einer stets kräftigen Farbgebung, sowie einem satten Schwarzwert und einem ebenso guten Kontrast auf, welcher keinerlei Details verschluckt. Allerdings wirken einige der weniger hellen Sequenzen ein wenig steil und der Kontrast kann mitunter etwas hart ausfallen, was aber vom Regisseur durchaus so gewollt war und ein schönes Stilmittel ist. Die Schärfe macht ebenfalls einen sehr guten Eindruck und der Transfer wirkt durchweg sehr plastisch und scharf. Nahaufnahmen wirken sogar sehr detailliert, fallen lediglich in den Totalen etwas ab und in den Halbtotalen ist es das vorhandene Bildrauschen, welches den Detailbereich etwas beeinträchtigt. Letzteres ist in unterschiedlichen Stärken vorhanden und ist meist sehr deutlich in dunklen Sequenzen oder Innenaufnahmen zu bemängeln. Die Kompressionen zeigen ebenfalls hin und wieder leichtes Blockrauschen, dafür stören keine Defekte oder Verschmutzungen den Transfer. Ingesamt können wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein.
Ein Film wie "The Big White" lebt nicht unbedingt von einem brachialen Raumklang, macht dennoch eine gute Figur und überzeugt vor allem durch seine saubere Sprachwiedergabe und die gute Aufteilung des Scores und der Umgebungsgeräusche auf sämtliche Kanäle. Richtige Soundeffekte sind zwar eine Seltenheit, dafür dürfen die Rears neben dem Musikeinsatz aber immer mal wieder für das Erzeugen einer räumlich wirkenden Klangkulisse sorgen. Der deutsche und der englische Track unterscheiden sich kaum voneinander. Optional gibt es noch deutsche Untertitel.



Für das breite Publikum wird der Film zu schräg sein, für die Filmbuffs schon wieder fast zu abgedroschen, nicht experimentell genug. Dabei hat der Film ein amüsierwilliges Publikum schon allein wegen seines frisch aufspielenden und gut motivierten Schauspielerensembles verdient, wird aber sein Dasein hauptsächlich Videothekeneinkünften verdienen. Dabei gibt es so schöne Momentaufnahmen zu entdecken, die mit still und heimlich mit nach Hause nehmen kann. Aus "Garden State" hat das, trotz weniger inhaltlicher Novitäten, einen Indie-Hit gemacht, bei "Big White" wird sich das noch rausstellen müssen. Notfalls: take the money and run ...


Film++++--
Bild+++++-
Ton++++--
Bonus+++---


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