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IT, ESP 1967
Originaltitel:Wanted
Alternativtitel:Wanted! Für 3 lumpige Dollars
aka. Für drei lumpige Dollar
aka. No soy un asesino
Länge:100:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Giorgio Ferroni
Buch:Augusto Finocchi
Kamera:Antonio Secchi
Musik:Gianni Ferrio
SFX:Erasmo Bacciucchi
Darsteller:Giuliano Gemma, Teresa Gimpera, Serge Marquand, Germán Cobos, Daniele Vargas, Gia Sandri, Nello Pazzafini, Tullio Altamura, Franco Balducci
Vertrieb:NEW Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
Bildformat:2,35:1 (anamorph)
Tonformat:Dolby Digital 2.0
Sprache:Deutsch, Englisch
Untertitel:Deutsch
Verpackung:Kleine Hartbox
DVD-Start:14.02.2005 (Kauf)
Specials:
  • Die Kinoaushänge (13 Bilder)
  • Informationen zum Film (3:29 Min., selbstablaufender Text)
  • Interview mit Giuliano Gemma (7:19 min., italienisch mit deutschen Untertiteln)
  • Das Super 8 Feature (45:23 Min.)
  • Musikvideo: Die Mountainboys (2:54 Min.)
  • PC-Part mit dem originalen Kinoplakat und Aushangsfotos
  • 4 Trailer (13:34 Min.)
Gerade noch rechzeitig erreicht der neue Sheriff Gary Ryan (Giuliano Gemma) das Viehzüchter-Städtchen Greenfield, bevor der designierte Bürgermeister Gold seinen eigenen Mann, den skrupellosen Bandenführer Lloyd, etablieren kann, um noch mehr Kontrolle über die Stadt zu erlangen. Um das entstandene Problem zu beseitigen hängt man Ryan einen durch falsche Zeugenaussage inszenierten Mord an. Der hiesige Richter hat keine andere Wahl und lässt Ryan ins Gefängnis stecken, um ihm den Prozess zu machen. Ryan flieht und begibt sich auf die Jagd nach dem wahren Mörder und Beweisen, um Gold und seiner Truppe das Handwerk zu legen. Unterstützung findet er bei dem Profispieler Marty Heywood und der schönen Evelyn. Doch die Jagd gestaltet sich schwierig, denn Gold hat einen äußerst lukrativen Preis auf seinen Kopf ausgesetzt ...
Leider nicht gänzlich von der U.S.-Verwandtschaft losgelöst, erweist sich Giorgio Ferronis "Für drei lumpige Dollar" als zwar sehr gut inszenierter, aber leider auch etwas zu langer und im Kern nicht gänzlich dem typischen Italowestern entsprechender Genrebeitrag, der auch inhaltlich keine Quantensprünge begeht, sondern sich einmal mehr an der beliebten Reizfigur des mächtigen, skrupellosen Viehbarons anlehnt, der sämtliche Mitbewerber aussticht und seine Position am Markt damit stärkt, wenn nicht gar ein lokales Monopol bildet.
Abhilfe soll in diesem Fall Gary Ryan (Giuliano Gemma, "Ein Loch im Dollar", "Eine Pistole für Ringo") schaffen, der, ernannt vom dortigen Friedensrichter, nach Greenfield reist, um dort den Posten des Sheriffs anzutreten und zunächst nicht die Machenschaften des einflussreichen Gold (Nomen est Omen) durchschaut.
Nun ist Ryan aber so eine integre, rechtschaffene Figur, wie man sie eigentlich so glatt, sauber, höflich, ehrlich und perfekt gar nicht im Italowestern antreffen will, was die Stimmung schon einmal etwas trübt, zumal später noch eine ganz und gar amerikanische Kitschromanze und Ryans Versprechen ein kleines Waisenmädchen bestimmt wieder zu sehen, die Figur wie ausgeliehen aus einem Ami-Western ausschauen lassen.



Nicht verschenkt, aber doch ein wenig verschwendet ist Ferronis (Interner Link"Die Mühle der versteinerten Frauen", "Tampeko - Ein Dollar hat zwei Seiten") wirklich gute Regie, die dank des winterlichen, eisigen Looks dem Film die typische, liebgewonnene Tristesse des Italowesterns abringt, damit deutlich auf die Stimmung drückt und eine wunderbar düster-dreckige Atmosphäre kreiert, die nur eben von Ryan etwas zu sehr aufgehellt wird.
Darüber hinaus sind längere Actionsequenzen, wie der wirklich sehr lange Kutschenüberfall einer wahrhaftigen Armada von mexikanischen Banditen, die sich Ryan mit gezielten Schüssen, Dynamit und viel Einfallsreichtum vom Hals hält, teilweise richtig spektakulär umgesetzt und siedeln sich damit locker über dem Genredurchschnitt an. Auch die vielen, teilweise nur Schemen erkennen lassenden Szenen in der Nacht, bei denen Ryan sich auch mal einer Übermacht stellen muss, zeugen von Ferronis hervorzuhebendem Talent. Der Mann kann eindeutig mehr als viele seiner Kollegen, wenn er denn die richtige Vorlage bekommt.



Genau die ist hier nämlich das Problem, sobald Ryan von Gold und dessen Männern per List zum Mörder abgestempelt wird, zu dessen Tat es sogar Zeugen gibt. Der darauf geächtete Ryan kann die abgekartete Sache nicht beweisen, flüchtet und gerät auf eine repetive Odyssee, bei der er Acht geben muss, weil Gold ein hohes Kopfgeld auf den Flüchtigen aufgesetzt hat, fürchtet er doch, dass Ryan Licht in seine dunklen Machenschaften bringt. So soll es dann auch kommen, obwohl Gold flugs seinen eigenen Mann als Sheriff einsetzt und diesen dann an Ryans Fersen heftet.
Das Hin und Her bis dahin ließe sich allerdings straffen, denn die Suche nach einem Schmied, der einst für Gold arbeitete und sehr zweckmäßige Brandeisen anfertigte, führt Ryan über diverse, immerhin sympathische Nebenfiguren (u.a. Nello Pazzafini) und Häscher, die sein Kopfgeld kassieren wollen, langatmig zum Ziel. Willkommen sind auch deswegen Auftritte von ihm wohl gesonnenen, unterstützenden Menschen, die wieder den Weg zurück in die Handlung finden, weil Ryan ihnen einst den Hintern rettete beziehungsweise entgegen aller Vorurteile ihnen vertraute, so dass die Moral zwangsläufig siegen muss und alle nötigen Entscheidungen während des finalen Shootouts auf Golds Ranch geklärt werden.
Neben ein paar soweit ordentlich umgesetzten Saloonschlägereien und dem bereits erwähnten überlangen Kutschenüberfallen ist dieser Schlusskampf dann auch Actionhighlight des Films, denn so schrecklich viel gemordet wird dieses Mal nicht. Ferroni geht lieber subtiler vor, wie unter anderem Ryans gewitzte, schrittweise Überwältigung der Viehdiebe in einer stockdüsteren Aktion beweist.
In Nebenrollen finden sich, das ist für den einen oder anderen Genrefan ja nicht ganz uninteressant, zudem bekannte Gesichter wie Benito Stefanelli, Riccardo Pizzuti oder Alberto Dell'Acqua an, die aber nicht so unverwechselbar spielen, als dass sie länger in Erinnerung bleiben. Das gilt übrigens auch für Gemma, den man schon besser gesehen hat und der eingeengt von seiner viel zu reinen Figur, nur Durchschnittliches vollbringt.



Überraschend gut inszenierter, inhaltlich hausbackener Italowestern, der sich leider bisweilen noch nah an den U.S.-Vorgängern anlehnt und deswegen nicht ganz überzeugt. Der Plot ist zudem etwas zu kompliziert erzählt und hätte eine Straffung vertragen können. Ansonsten bekommt es hier mit einem ganz soliden Genrebeitrag zu tun, der keine offensichtlichen Schwächen aufweist und über einen tollen Kutschenüberfall verfügt. Keiner der Filme, die man gesehen haben muss, doch allemal brauchbar.


Brauchbar ist auch die ungeschnittene DVD von NEW, die um genau 22 Sekunden länger ist als die DVD von Starmedia und das Tape von UfA. Die Kompression der DVD arbeitet wirklich sauber, ebenfalls wie der Kontrast, der in hellen und in dunklen Szenen keine Details verschluckt. Farblich geht soweit auch alles geregelte Wege, da außer in einigen wenigen Szenen, die einen leichten Grünstich haben, alles sehr gut abgestimmt wirkt. Ein paar Verschmutzungen sind vorhanden, fallen aber wirklich nicht ins Gewicht. Etwas störender wirken sich Unschärfen im rechten sowie linken Bildbereich auf. Diese haben je nach Szene eine wechselnde Stärke.
Der deutsche Stereoton ist gut verständlich rauscht aber recht stark und wird von einem sehr dezenten Brummen begleitet. Der Englische hingegen ist weniger zu gebrauchen, da man einen sehr unschönen Halleffekt wahrnimmt, der von starkem Rauschen und Brummen verstärkt wird. Verständlich ist diese Sprachfassung aber auch. Hierzu gesellen sich dann noch optionale deutsche Untertitel, die sehr gut platziert und zudem gut leserlich sind.



Bei den Extras hat man ein recht interessantes, aber zu kurzes Interview mit Giuliano Gemma in Italienisch inklusive optionaler deutscher Untertitel aufgetrieben. Dazu kommen noch die Super 8-Fassung in einem besonderen Look, wenn aber auch in sehr schlechter Qualität, eine selbstlaufende Texttafel mit Infos zum Film und der Trailer zum Film. Vergessen sollte man auch nicht den Bonusmusikclip der Mountainboys, eine kleine Trailershow sowie eine Bildergalerie mit den originalen Aushangsfotos. Und hier fällt der Startschuss für ein Gimmick, welches sich NEW ausdachte und das für Fans unverzichtbar ist. In einem PC-Part auf der DVD befinden sich die Kinoaushangsfotos und das Kinoplakat in hochwertiger Qualität zum Ausdrucken. Auf so eine Idee hätte man wirklich schon früher kommen sollen und es beweist wieviel Herzblut das Label hier investiert. So ist die DVD auch eine sehr gut Investition für den Western-Fan und -Sammler.


Film++++--
Bild++++--
Ton++----
Bonus++----


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