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IT 1989
Originaltitel:Alien degli abissi
Alternativtitel:Alien from the Deep
Länge:88 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Anthony M. Dawson (=Antonio Margheriti)
Buch:Tito Carpi
Kamera:Fausto Zuccoli
Musik:Robert O. Ragland, Andrea Ridolfi
Darsteller:Julia McKay, Robert Marius, Charles Napier, Daniel Bosch, Luciano Pigozzi
Vertrieb:Marketing Film
Norm:PAL
Regionalcode:2
Bildformat:1.33:1 (Vollbild)
Tonformat:Dolby Digital 2.0 Mono (Deu, Eng), Dolby Digital 5.1 (Upmix)
Sprache:Deutsch, Englisch
Specials:
  • Slideshow (10 Bilder)
  • Werbematerial (14 Bilder)
  • Filmografie von Anthony McDawson (15 Tafeln)
  • Filmografie von Charles Napier (18 Tafeln)
  • 6teilige Trailershow (ca. 11 Min.)
Die Umweltschützer Jane und Lee schleichen sich in das auf einer abgeschotteten Insel befindliche Firmengelände der skrupellosen E-Chem, die ihre radioaktive Abfälle in den firmeneigenen Vulkan kippt. Beim Versuch, die Entsorgungsaktivitäten per Kamera zu dokumentieren, wird Lee von Colonel Kovacs und seinen Leuten gefangengenommen. Jane kann in den nahen Dschungel entkommen und versucht mit Hilfe vom Schlangenjäger Bob, Lee und die auf dem Gelände versteckte Videokassette mit den brisanten Aufnahmen aus den Klauen seiner Peiniger zu erretten. Während die E-Chemiker damit beschäftigt sind, ein unbekanntes Flugobjekt aus einem nahegelegenen See zu bergen, nutzen Jane, Drake und Lee die Gunst der Stunde, um zu entkommen. Doch nicht nur Kovacs Schergen bereiten ihnen Schwierigkeiten, es scheint auch so, als ob das UFO einen ungebetenen Gast mit auf die Erde gebracht hat, der den Menschen nicht gerade friedselig gegenübersteht...
Was bitte soll ich über diesen Film sagen? Soll ich lachen oder weinen? Unsere geliebten Jugendkomissare von der FSK haben sicherlich ersteres getan, als sie ihm die 16er Freigabe erteilten. Sollte euch jetzt noch nicht ganz klar sein, worauf ihr euch bei diesem Film einlasst, dann fallen mir nur 5 Buchstaben zur Erklärung ein: T-R-A-S-H. Und zwar von der verruchtesten Sorte!
Die Story hat sich ihre Anteile von allerlei Genres zusammengeraubt. Man könnte fast meinen, der Versuch ein "Alien"-Rip-Off zu fabrizieren, wäre bewusst vertuscht worden, indem sich Genre übliche Elemente des italienischen Exploitationkinos mit eingefunden hätten. Und genau so sollte es später auch kommen, aber wirklich erst sehr viel später im Film. Wann kommt der Film endlich in die Puschen, fragt man sich. War nicht genug Geld im Budget-Topf, um in den ersten 20 Minuten nicht ein klein wenig mehr als plumpe Ortswechsel und Dialoge reinzupacken? Oder ist das Alien so tief unten, dass es den Weg nicht gleich aus den Katakomben gefunden hat?

Es ist sicherlich nicht verwunderlich, dass sich der italienische Schmuddel-Regisseur Antonio Margheriti (Interner Link"Asphalt-Kannibalen", Interner Link"Jäger der Apokalypse") (wieder einmal) hinter dem Synonym Anthony M. Dawson versteckt, denn für diesen Film möchte sicherlich niemand seinen Namen hergeben. Dabei hat er uns schon ganz andere Granaten geliefert, die ebenfalls nicht unbedingt als "kulturell wertvoll" durchgehen. Aber was er uns hier darbietet, ist so schlecht, dass es schon wieder als gut anerkannt werden darf. Da wären Schauspieler, die man schon in mindestens Trulf-zig anderen Filmen gesehen hat, an deren Namen man sich aber nie erinnern kann und die mit ihren regungslosen Gesichtern jede Form von Mimik oder Gefühlsregung den Kampf erklärt haben. Man möchte meinen, dass hierfür ausschließlich Statisten gecastet worden wären (dem ist auch beinahe so), die mit unbeholfenen On-The-Fly-Regieanweisungen ("Jetzt beweg dich von A nach B und schau bitte nicht in die KAMERA!!") in ihren Job eingewiesen werden. Lichtblicke gibt es da nur wenige, aber ein sehr heller ist die überaus attraktive Julia McKay, die des öfteren als Unterwäschemodel durch die Szenerie hoppeln darf. Netter Einfall, der das Geschehen definitiv ein wenig auflockert :D Mindestens ebenso unterhaltsam tritt Luciano Pigozzi (woher ist mir dieses Gesicht aus Karl Dall und Joe Cocker nur bekannt?) als unverstandener Wissenschaftler auf. Sein entworfener Flammenwerfer ist mindestens genauso unspektakulär wie sein Tod (O-Ton der Figur kurz vor seinem Ableben: "Hauptsache man hat Glück."), aber irgendwie sticht der alte Zausel zwischen all den Z-Movie-Akteuren durch seine Art hervor. Scheinbar müssen die Dreharbeiten für Luciano im nüchternen Zustand nicht zu ertragen gewesen sein oder er hat von Natur aus blutunterlaufene Augen.

Die Anforderungen sind also nicht sonderlich hoch gesteckt, was auch in herrlich dumpfnüssigen Dialogen zum Ausdruck kommt. Zweckentfremdet stellen sie das Geschehen als erläuternde Kurzkommentare dar. Ich vermute, die Darsteller durften einfach das sagen, was ihnen grad in diesem Moment am besten passt, so dass dabei sehr eigenartige Sprachkonstrukte und Einzeiler herausgekommen sind, die für heftige Lacher sorgen dürften.

Hat man die anfängliche Langeweile überlebt, geht es recht actionreich zu. Dabei bedient sich auch "Alien degli abissi" wieder bei allerlei erfolgreicher Vorlagen. Unser Schlangenfuzzy Bob versucht beim ersten Treffen mit dem Blondinchen (und auch Dummchen, wie sich später herausstellt) gleich auf ihr rumzureiten. Dabei verliert der Milchreisbubi doch tatsächlich seinen Kopf und später seinen Patronengürtel beim Ausreismanöver vor den bewaffneten Wachleuten. Eine der schrägsten Szenen folgt sogleich, nachdem sich Aushilfs-Indiana Jones und Jane (ein Name, der Programm ist) in eine Höhle voller Schlangen gerettet haben: Der Schlangenspezialist erweist sich als muttiger Retter, indem er eine vor ihm zum Angriff ansetzende Natter per gezieltem Kaugummispucken aus dem Gefecht setzt. Ja ja, Schlangen mögen keine Kaugummis, Applaus - Gelächter! Weitere Schoten folgen, zu viele um sie hier aufzuzählen.

Als das Alien dann endlich auftaucht, nimmt die Handlung eine sehr dramatische Wendung. Zum ersten Mal dürfen wir Blut sehen. Hier wurde mit einfachen, aber gut funktionierenden Make-Up-Effekten gearbeitet (besonders der abfaulende Arm ist gut gelungen). Anders sieht es bei den Actionszenen aus. Die Explosionen und die Zerstörung des Atomkomplexes zeigen ganz deutlich Miniaturaufnahmen. Den geneigten Zuschauer, der es bis hierhin geschafft hat, wird es kaum noch stören. Das Monster ist eine geschickt in Szene gesetzte Techno-Variante von Ridley Scotts berühmten Filmmonster, welches sich sogar nach Sandwurmmanier an seine Feinde heranschleichen kann. Seine 5 Minuten Ruhm bekommt es in der Schlussszene, bei der es letztendlich mit schweren Baumaschinen beharkt wird (aus welchem berühmten Interner Link"Alien"-Teil von 1986 kommt mir das nur bekannt vor?).
Auch wenn die Story Löcher so groß wie Hauptdarstellerin Oberweite hat, ist diese sinnlose Aneinanderreihung von Action- und Dschungelszenen dennoch interessant für Fans des Z-Movies, grad wegen der schönen Sinnlosigkeit.

Technisch gesehen ist diese DVD sehr zwiespältig. Zu Beginn überrascht auf jeden Fall die ungewohnte Farbfreude des Filmes. Die Freude entschwindet aber nach kurzer Zeit wieder, als man merkt, dass hier offensichtlich ein "Mahlen-nach-Zahlen"-Wettbewerb in der DVD-Produktion veranstaltet wurde. Ich bevorzuge diesen Stil auf jeden Fall gegenüber einer ausgewaschenen Bildblässe, aber häufig sind deutliche Schwankungen festzustellen. Sieht das nur so aus, als ob die drei Hilfssheriffs gerade ne rosa Rauchgranate in die Schlangenhöhle geworfen haben oder hat das Bild mal wieder einen Rot/Braunstich abbekommen? Man weiß es nicht, aber auf jeden Fall ist der farbliche Wechsel mitunter nervend. Sobald dann dunklere Szenerien vorherrschen, geht der Kontrast und gleichfalls die Farbfreude in die Binsen und man meint zu erkennen, wie das Ausgangsbildmaterial beschaffen ist. Das Bild weist fast ständig ein deutliches Blockrauschen auf und die Kompression zeigt ihre "kantigen" Seiten bei schnellen Bildveränderungen.
Dagegen scheinen die angebotenen Tonspuren von einer anderen Welt zu sein. Der deutsche Ton ist dumpf und rauscht merklich. Dabei gehen Sprachverständlichkeit und die Geräuschkulisse natürlich etwas unter. Wie bei Marketing Film üblich ist der Monoton nochmal als Splitted Upmix vorhanden, wobei ich mir da lieber einen klaren als einen sinnfreien Ton über alle Boxen gewünscht hätte. Zusätzlich befindet sich eine englische Fassung auf der DVD. Sie ist ein wenig klarer, genügt aber immer noch nicht dem Anspruch eines halbwegs ordentlichen Klangbildes. Ein wenig negativ fällt auch die Kaugummi-Synchronisation auf. Wer hofft, dieser durch den Originalton entgehen zu können, der wird mit einer ebenso billigen Nachvertonung belohnt werden.
Zusätzlich befinden sich auf dieser DVD jeweils eine Slideshow mit Bildern aus dem Film und Werbematerialien, umfangreiche Filmografien von Regisseur Anthony M.Dawson und Darsteller Charles Napier und eine Trailershow mit Vorschauen zu Interner Link"Shadow Of The Dragon", Interner Link"Deadly Species", Interner Link"Die Mumie schlägt zurück", Interner Link"Syngenor", Interner Link"Raptor", Interner Link"Horrorvision" und Interner Link"The Black Morning Glory". Das ist mir persönlich zu wenig Hintergrundinformation.

Ernsthaft betrachtet ist dieser Film rein gar nichts wert, mit der nötigen Gelassenheit gesehen offenbahrt sich hier aber ein billiger Trashfilm mit starkem Hang zur Lächerlichkeit. Wer auf eine starke Präsenz von außerirdischen Langköpfen wartet, der wird sicherlich enttäuscht sein. Genauso rate ich allen denjenigen ab, die auf richtige Science Fiction-Handlung und/oder prägnante Goreeffekte warten, davon bietet "Das Alien aus der Tiefe" nämlich gar nichts. Die DVD bietet ein annehmliches Bild mit ein wenig Bonusmaterialen, leider ist der Ton schlecht ausgefallen.


Film++----
Bild+++---
Ton++----
Bonus+-----


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